Freitagsfoo vom 26.04.2013

Auf dem letzten Freitagsfoo vom 26.04.2013 hatten wir einigen Besuch, über den wir uns sehr gefreut haben und wollen ihnen hiermit noch einmal recht herzlich danken.

Visit from Hackerspace Interlock in Rochester, New York USA

Als erstes tauchte ohne große Vorwarnung ein Mitglied des Hackspace Interlock aus Rochester auf. Er hatte hier in der Nähe beruflich zu tun und entsprechend die Gelegenheit genutzt bei uns für zwei Stunden seiner kostbaren Zeit in Deutschland vorbei zu schauen. Nach einer Führung durch unseren Hackerspace wurde auf eine spontane Bitte aus den Reihen der zahlreichen Anwesenden eine ausführliche Vorstellung des Hackerspaces Interlock in Rochester aus dem Bundesstaat New York in den USA.

Wer sich selbst einen Eindruck machen möchte, kann sich  in dem umfangreichen Bildarchiv auf der Hompage des Hackerspace umschauen. Das offensichtlich große Interesse im Raum, was man an den zahlreich verweisten Laptops erkennen konnte, galt dem Umstand, einmal einem Hacker jenseits des großen Teiches leibhaftig begegnen zu können. Wir bedanken uns dafür noch einmal recht herzlich und bleiben bei unserem Angebot zu einem virtuellen Austausch zwischen den beiden Hackerspaces. Wir hoffen ebenso, den Besuch einmal erwiedern, und der großherzigen Einladung folge leisten zu können.

Als weiteren Gast von außerhalb aber jedoch eher aus der direkten Nachbarschaft hatten wir das

FFT (Forum Freies THEATER) aus Düsseldorf

zu besuch. Das FFT, für die nicht Anwesenden und Interessierten wurde 1999 gegründet und ist ein Produktions- und Veranstaltungsort für professionelles freies Theater in Düsseldorf. Ohne festes Schauspielensemble steht das FFT für ein Programm an der Schnittstelle von Theater, Performance, Tanz, bildender Kunst und Musik. Die Affinität, die zu einem Besuch im Chaosdorf führte, rührte vermutlich von einem Besuch diverser Clubmitglieder auf einigen ihrer Veranstaltungen her. Ganz besonders war uns die Teilnahme an der Produktion von machina ex “Game ON Stage” ein Erinnerungsträchtiges Erlebnis.

Das schöne am FFT, und weshalb hier insbesondere noch einmal darauf aufmerksam gemacht werden soll, sind die technikaffinen Vorstellungen, an denen man nicht nur passiver Zuschauer, sondern aktiver Teilnehmer des Geschehens sein kann. Dabei wird in einer speziellen Themenreihe des FFT der Kontakt mit der Technik aus einer neuen und innovativen Theaterkultur heraus gesucht. Zu dem in Kürze statt findenden Programm, dass aus dieser Perspektive interessant ist, gehört z.B. Game ON Stage – LEVEL TWO, der Berliner Künstlergruppe machina ex. Aber sicherlich ist auch der Invisible Playground – SCENE IT ALL ein interessanter Termin.

Wir danken hier auch noch einmal herzlich für das rege Interesse, das Ihr in uns geweckt habt.

 

Python Crashkurs-2

Und wie versprochen setzen wir unsere Reihe fort. An den nachfolgend genannten Terminen wird Oerb die Python Crashkursreihe in drei Terminen von ca. einer Stunde fortsetzen. Beginn ist jeweils 19:00 Uhr. Die drei Vortäge führen grundlegend in die objektorientierte Programmierung (OOP) ein.  Die Vorträge finden im Rahmen des Pythonfoo statt, welches jeden Donnerstag im Chaosdorf stattfindet.

02.05. – Do. – Klassen, Vererbung und Import

16.05. – Do. – Typenprüfung, Properties, Decoratoren, Generatoren, Methoden um Moduleigenschaften heraus zu finden

23.05. – Do. – Vorführung der Entwicklung einer Objektsturktur on the Fly mit anschließender Diskussion über den Sinn und Einsatzbereich von OOP

Die Veranstaltungen sind wie immer kostenfrei, auch wenn Spenden gerne gesehen sind. Es gibt ausreichend Getränke und häufig haben wir Glück und werden aus der Küche mit warmen, veganen Speisen versorgt.

Lichtsteuerung Teil 3: Bus / Firmware

Ein Thema hätten wir noch: Es gibt Hardware und ein tolles Webinterface, aber wie kommen die Signale dann vom Webinterface zum Schieberegister? Und was macht man, wenn man feststellt, dass man neben Lampen auch noch RGB-Streifen, 7-Segment-Anzeigen und Weiteres ansteuern möchte?

Ohne besondere Vorkehrungen passen nämlich nicht sehr viele Geräte an einen RasPi: Es gibt 10-12 nutzbare GPIO Pins, d.h. bei 2 Pins (Clock + Data) pro Endgerät ist Platz für 5-6 Geräte. Wenn man das Taktsignal gemeinsam benutzt, werden daraus sogar 9-11.
Das mag ausreichen, hat aber immer noch das Problem, dass es nicht skaliert und man für jedes neue AVR-Board ein zusätzliches Kabel vom RasPi bis zum Board ziehen muss.

Also: Warum nicht ein Datenbus?
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Lichtsteuerung Teil 2: Software

Nachdem der letzte Eintrag nur ein paar Hardwaredinge beleuchtet hat, geht es jetzt um die Software, genaugenommen das Webinterface und ein paar Zusatzskripte.
Die Dateien liegen wie alles andere im dorfmap repository und einige Helfer in dorfmap-deb.

Weboberfläche

dorfmap ist Perlcode mit Mojolicious. Zeigt im Browser einen Grundriss des Chaosdorf an und verteilt darauf Symbole für Lampen, Drucker, Türstatus und weitere potentiell interessante Dinge. Die Koordinaten der Geräte sind als Pixel-Offsets (ja, eigentlich möchte man relative Angaben benutzen ;-) ) zusammen mit Steuerungsfoo in einer coordinates-Datei angegeben.

Status anzeigen

Ausgelesen wird entweder direkt aus dem GPIO-Pin (per /sys/class/gpio) oder Caches für die Schieberegister in /tmp. Einige Sonderfälle (z.B. Hosts, die nicht steuerbar sind) werden von einem separaten Skript alle zwei Minuten überprüft und zwischengespeichert.

Status ändern

Per Default wird getoggelt, d.h. ein Klick auf eine eingeschaltete Lampe schaltet sie aus und ein Klick auf eine ausgeschaltete Lampe schaltet sie ein. Einzige Ausnahme ist bei uns die Außenbeleuchtung, die anhand der Tageszeit automatisch gesteuert wird, so dass die dorfmap nur die Automatik ein- bzw. ausschaltet.

API

Ist auch vorhanden, in JSON und plaintext. Dazu bietet sich die
Dokumentation im Wiki an.

Das Webinterface ist inzwischen recht umfangreich, aber einigermaßen portabel. Angepasst werden müssen in erster Linie der Grundriss und die coordinates-Datei, und im Falle von Schieberegistern / anderen Konstruktionen, die nicht direkt auf GPIO-Pins zugreifen, noch die system-Aufrufe in index.pl (avrshift-donationprint etc.)

Demo gegen Bestandsdatenauskunft

Wir laden zur Demonstration mit kreativen Aktionen gegen die Bestandsdatenauskunft auf!

Am Sonntag, den 14. April 2013, u, 14 Uhr, treffen wir uns auf dem Vorplatz vom HBF Düsseldorf / Konrad-Adenauer-Platz .

Wir wollen das Gesetz zur Bestandsdatenauskunft stoppen, das am 21. März 2013 im Bundestag beschlossen wurde. Am 18. April 2013 wird sich der Innenausschuss des Bundesrats mit dem Gesetzesvorschlag beschäftigen. Voraussichtlich am 3. Mai 2013 wird der Bundesrat darüber abstimmen; erst dann kann das Gesetz in Kraft treten.

Unter dem Motto “Unsere Passwörter gehören uns!” und “Privatsphäre ist ein Menschenrecht – auch im Internet!” werden wir auf die weitreichenden Eingriffe in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und in die privaten Daten der Nutzer durch die Bestandsdatenauskunft hinweisen. Es geht um den Zugriff auf private Zugangs- und Identifikationsdaten bei Telekommunikation im Internet und per Telefon, um Passwörter (wie z.B. von E-Mail-Accounts), PIN/PUK-Nummern bei Handys und die namentliche Identifizierung von IP-Adressen im Netz. Besonders kritikwürdig am Gesetz ist, dass der Zugriff bereits bei Ordnungswidrigkeiten erlaubt ist. Die vorgesehenen Einschränkungen reichen – bei weitem – nicht aus. Außerdem soll eine Vielzahl von Behörden von Polizei, BKA bis Geheimdiensten wie dem Verfassungsschutz Zugang erhalten. Obendrein soll der Zugriff auf die Bestandsdaten laut dem Gesetz über eine Schnittstelle bei den Providern/Telekommunikationsanbietern ermöglicht werden, die fast hürdenlosen Zugriff in hohem Ausmaß ermöglichen kann.

Wir rufen Aktivist*Innen für Bürgerrechte, Menschenrechte, Netzaktivist*Innen, Bürger*Innen, Organisationen der Zivilgesellschaft, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und demokratische Parteien auf, sich unserem Bündnis anzuschließen.

Weitere finden sich im Wiki sowie im Blog von protestwiki.de! Es gibt auch ein Mobilisierungsvideo.

Kommt zahlreich! Macht mit! Sagt “Nein” zur Bestandsdatenauskunft!

 

Pythonfoo Crashkurs die Zweite

Gestern gab es, wie letzten Donnerstag angekündigt, den Pyhton-Crashkurs. Unser Refferent Bison hat offensichtlich die Erwartungen der Teilnehmer erfüllt. Es waren allerhand neue Besucher da, die im Anschluß reges Interesse an unseren Aktivitäten und weiteren Vorträge gezeigt haben. Der ein oder andere wurde so angeregt, dass er noch bis in die Nacht mit dem probieren und studieren von Python beschäftigt war. In unseren Räumlichkeiten ist das aber kein Problem, da sie 24/7 Internet, Mate regen Kontakt unter IT affinen Personen usw. für unsere Clubmitglieder  bieten.

In Summa war es eine gelungene Veranstaltung, die wir sicherlich fortsetzen werden. Kleine Vorträge während des Pythonfoo sind sicherlich unangekündigt und unregelmäßig auch an den nächsten Veranstaltungen zu erwarten. Eine Fortsetzung der Crashkursvorträge werden wir  zusätzlich hier ankündigen.

Wer das Gesehene noch einmal nachvollziehen will, kann sich den Vortragscode in unserem GitHub anschauen oder in den anderen dort liegenden Codebeispielen  stöbern. Natürlich ist jeder auch gern zum Freitagsfoo eingeladen, bei dem es ebenfalls interessante Vorträge rund um unsere Chaosthemenwelt gibt.

Der Vortragscode steht in Github  zum Download zur Verfügung.

Verständlich Schreiben

OpenChaos April

Alle Interessierten laden wir ein zu unserem Workshop Verständlich Schreiben mit Corinna (pallas) am Samstag, den 13. April 2013 ab 15 Uhr.

Wir alle freuen uns über gute Doku, wenn wir etwas Neues lernen. Doch wie sieht es mit der Doku für unsere eigenen Projekte aus? Ist sie a) vorhanden und b) verständlich geschrieben?

Gut zu schreiben kann man lernen. Im Workshop verbessern wir “fertige” Texte in mehreren Schritten. Bring also gerne Deine vorhandenen Texte mit! Es muss auch nicht unbedingt eine Dokumentation sein, da die meisten Regeln für alle Arten von Text gelten. Für alle die noch keine Texte haben bringt Corinna Übungstexte mit.

Das Überarbeiten geht am besten mit einem Laptop. Alternativ kannst Du auf totem Baum mitmachen.

Die Teilnahme ist kostenlos, aber wir freuen uns über eine Spende. Wenn Du jetzt schon entschlossen bist, mitzumachen, kannst du dich gerne im Wiki anmelden.

Pythonfoo Crashkurs

Heute gab es in der wöchentlichen Veranstaltung Pythonfoo von Bison einen spontanen Crashkurs in der Programmiersprache Python. Den anwesenden Pythoninteressierten, wurden Grundlagen wie der Befehl Print, Variablen, Funktionen, IF-Bedingungen und Diverses mehr bis zur Schleifenprogrammierung näher gebracht. Da die Veranstaltung nicht angekündigt war, aber sehr gut angekommen ist, wird der Vortrag zum Pythonfoo am nächsten Donnerstag den 04.04.2013 wiederholt. Weitere Vorträge für den Einstieg in Python sind bereits in Vorbereitung. Alle die speziell in Python einsteigen möchten oder das erste mal eine Programmiersprache erlernen wollen sind herzlich eingeladen an dem Crashkurs Teil zu nehmen. Die offenen Gespräche vor und nach den Vorträgen und das gegenseitige Coachen führen zu schnelleren Erfolgserlebnissen als das einsame Studium @ HOME. Wie immer kann man währenddessen seine Nerven mit einer Clubmate stimmulieren, eigene Pythonprojekte mitbringen oder Vorstellen und die Netzwerkinfrastruktur unserer Clubräume kennenlernen.

 

Der Vortragscode steht in Github  zum Download zur Verfügung.

Lichtsteuerung

Im Chaosdorf ist seit zwei Wochen eine Lichtsteuerung fest installiert. Dieser Artikel soll zeigen, dass so etwas selbst zu bauen deutlich einfacher ist, als man sich anfangs vorstellt, und noch nichtmal nennenswerte Geldmengen benötigt.

Grundsätzlich gibt es nur drei Voraussetzungen:

  • Eine Möglichkeit, Ausgänge digital zu schalten
  • 230V-Relais vor den zu schaltenden Verbrauchern
  • Keine Angst vor Netzspannung

In unserem Fall sind diverse Raspberry Pies schon für andere Zwecke im Raum vorhanden, so dass wir einfach ein paar GPIO-Pins für Lichtsteuerungszwecke benutzen können. Wer keinen Raspberry Pi zur Hand hat, kann genau so gut eine r0ket, einen Arduino oder beliebiges anderes AVR- / ARM-Gefrickel benutzen. Solange man irgendwie Daten reinkippen und digitale Ausgänge rauskriegen kann, ist alles möglich.

Da ein Raspberry Pi nur 3.3V und sehr geringe Ströme schalten kann und keinen Schutz gegen Kurzschluss oder Überspannung besitzt, sind die GPIO-Pins nur mit Optokopplern verbunden. Diese sorgen für eine galvanische Trennung von der 12V-Schaltspannung, so dass Verdrahtungsfehler schlimmstenfalls ein paar Transistoren oder AVRs töten, und nicht die deutlich teureren Raspberry Pies.

In der ersten Version hat jeder GPIO-Pin genau einen Verbraucher gesteuert, d.h. jeder Pin führt zu einem Optokoppler, der seinerseits 12V und einen Transistor (bis 700mA Schaltstrom) kontrolliert. An diese 12V kann man dann entweder ein Relais oder direkt einen Kleinverbraucher (LEDs etc.) hängen. Die Schaltung ist extrem simpel und funktioniert entsprechend gut, hat aber den Nachteil, dass man die verfügbaren GPIO-Pins (Pro Gerät 12 Stück ohne Sonderfunktionen und 9 mit) irgendwann alle belegt hat, und nicht 30€ für einen weiteren Raspberry Pi ausgeben möchte, nur um 12 weitere Verbraucher zu schalten.

Der einfachste Ansatz, um mehr Verbraucher steuern zu können, ist ein Schieberegister — Es braucht 4 Dateneingänge und kann damit (da Schieberegister auch einen seriellen Ausgang haben und dadurch verkettbar sind) beliebig viele Ausgänge schalten. Alternativ nimmt man sich einen kleinen AVR (z.B. ATTiny2313) zur Hand und implementiert ein Schieberegister in Software, das nur noch zwei Eingänge (einmal Daten, einmal Takt, und eine spezielle Daten+Takt-Kombination um die eingegebenen Daten auf die Ausgänge zu übernehmen) braucht. Das Protokoll ist sehr an I2C angelehnt und sowohl im AVR als auch auf dem Raspberry Pi sehr leicht zu implementieren. Vorteil beider Varianten ist, dass man die Optokoppler schon vor dem Schieberegister anbringen kann, so dass man nur noch zwei bzw. vier Stück braucht. AVRs und Schieberegister sind dank DIP-Sockeln schnell austauschbar, falls mal etwas schiefgeht.

Mit einem dieser Ansätze hat man nun 12V, die meisten Lampen, Drucker und sonstige Geräte bevorzugen aber 230V. Was noch fehlt, ist also ein Kabel von der Schalthardware zum Verbraucher, und dort ein 230V-Relais mit ausreichender Schaltleistung. Falls das Relais auf eine geätzte Platine gelötet ist, ist dabei der Sicherheitsabstand zwischen einzelnen 230V-Leiterbahnen und v.a. auch zwischen 230V- und 12V-Bahnen zu beachten (5mm sind empfehlenswert), im Falle einer Loch- oder Streifenrasterplatine sollten unbedingt die Kupferflächen zwischen Leiterbahnen mit einem Messer abgeschabt werden. An die 12V-Seite kommt ein langes Kabel und parallel dazu eine Diode in Sperr-Richtung (um die Spannungsstöße, die die Relaisspule beim ausschalten produzieren kann, abzufangen), auf die 230V-Seite eine einfache Schraubklemme. Bei fest installierten Verbrauchern reicht es, die Phase zu schalten, Erde und Nullleiter können permanent verbunden sein. Die ganze Konstruktion kommt dann in eine Aufputz-Verteilerdose, wird irgendwo festgeschraubt und fertig.

Die Materialkosten halten sich erstaunlich gering:

  • 30€ für einen Raspberry Pi
  • Erste Version: <1€ pro Verbraucher für die Steuerschaltung (Platine, Optokoppler, Transistor, Anschlussklemme)
  • Mit Schieberegister: <6€ pro 12 Verbraucher (Platine, 2 Optokoppler, ATTiny2313, Transistoren, Widerstände, Anschlussklemmen)
  • Ca. 5€ pro Verbraucher für Kabel, Relais und Verteilerdose

Ein paar Fotos und Schaltpläne finden sich in der Gallerie, die Steuersoftware bekommt später einen eigenen Blogpost.