Willkommen auf Planet Chaosdorf! Wir sammeln hier alle Blogs, die für uns irgendwie interessant sind – meist von Personen oder Organisationen aus unserem Umfeld

22.08.2014

Chaosdorf e.V. - Cryptoparty im LDI

Am kommenden Montag, den 25.08.2014, findet in Kooperation von Chaos Computer Club Düsseldorf e.V. und dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit eine Cryptoparty statt. Der Ort der Veranstaltung ist das Landesamt für Datenschutz und Informationsfreiheit in der Kavalleriestraße 2 – 4.

Um 19 Uhr geht es mit einer kleinen Vorstellungs- und Fragerunde los. Im Anschluß daran wird es verschiedene Workshops geben, und zwar zu Verschlüsselungstechniken für Festplattenverschlüsselung, Email-Verschlüsselung und dem unbeobachteten anonymen Surfen im Internet.

Bitte bringt eure Laptops, Notebooks, etc. mit, so dass die benötigten Programme gleich auf euren Geräten installiert werden können.

Wenn man es einmal ausprobiert und verstanden hat ist das mit dem Verschlüsseln gar nicht so schwer – am Ende des Abends sollte jeder erfolgreich verschlüsselt nach Hause gehen – und sollten doch noch Fragen bleiben, so steht das Chaosdorf auch hierfür an Freitagen weiterhin offen.

Warum eigentlich verschlüsseln?

Hier einige Vorschläge :

  • Weil man Festplatten in der Bahn liegen lassen kann durch Zufall oder weil sie geklaut werden können und dann nicht jeder Zugang zu den Daten haben soll
  • Weil man Briefe auch in Umschläge steckt und zuklebt — Und es auch Menschen gibt, die privat oder beruflich vertraulich kommunizieren möchten oder müssen
  • Weil man gerne den unzähligen Werbetrackern entgehen der allgemein anonym surfen möchte

Neben den praktischen Workshops gibt es (alkoholfreie) Getränke und die generelle Möglichkeit zum Gedankenaustausch und gegenseitigen Kennenlernen.

Die Cryptoparty ist wie immer öffentlich und kostenfrei, eine Anmeldung ist unter anmeldung@ldi.nrw.de möglich. Auch kurzentschlossene unangemeldete Besucher sind willkommen.

21.08.2014

Frosch - Versagung der Leistungen (4) – Strafanzeige

Der Tanz geht weiter. Den zweiten Termin beim ARGE am 1. Juli sagte ich telefonisch ab, weil ich so tief im psychischen Loch gesteckt hatte, daß ich es einfach nicht geschafft hatte. Stattdessen schickte ich die Anlage EKS und die erneut kopierte Gewerbeanmeldung etwas später als Einschreiben gegen Unterschrift.

Daraufhin bekam ich einen Anruf, daß man jetzt noch mehr Papier haben wolle: Handelsregisterauszug und Gesellschaftervertrag der Nerd4U UG. Die Anforderung käme dann noch per Brief, „damit Sie sich nicht wundern“. Ahja. Damit es nicht langweilig wird, stand im angekündigten Brief dann jedoch schon wieder was ganz anderes …

Die telefonisch angeforderten Unterlagen bekamen sie. Was im Brief stand, fand ich, war dann das kleine bißchen zu viel Unverschämtheit: Angeblich sollte ich jetzt noch Unterlagen zur Wohnung und zum Gasbezug einreichen, weil man sonst – obwohl nun meine finanzielle Lage geklärt sein sollte – immer noch keinen Bescheid ausstellen könnte.

Die Masche kenne ich doch aus 2002? Jetzt noch dieses Papierchen, ach und dann hätten wir gern noch jenes Papierchen – ich warte jetzt drauf, daß es wieder heißt, Papiere seien „nicht bei den Akten“, obwohl seitdem alles per Einschreiben gegen Unterschrift per Post bzw. in einem Fall mit einem Rechtsanwalt als Zeugen in den Hausbriefkasten ging. Oder darf’s zur Abwechslung dann auch mal eine verlorene Akte sein?

Für mich war das dann genug der Verarsche. Ich setzte ein Ultimatum auf den 20. August: Bis dahin habe ich einen positiven, rechtsmittelfähigen Bescheid, eine Vorab-Barauszahlung in Höhe von mindestens 250 €, und die Auszahlung der seit 1. Mai rückständigen Beträge ist angestoßen. Alternative: Strafanzeige.

Das ARGE erklärte mir schweigend, daß ihm meine Rechte weiterhin am Arsch vorbeigehen und sie meine Existenzvernichtung weiterbetreiben wollen.

Verschleppen geht gar nicht, das sagte ich schon öfter. Also mußte es jetzt eben die Strafanzeige sein.

Und das steht drin:

Strafanzeige

gegen

  1. Frau Edeltraut Strangalies, Sachbearbeiterin
    zu laden über JobCenter Düsseldorf-Mitte, Luisenstraße 105, 40215 Düsseldorf
  2. Frau Petra Bergner, Teamleiterin der Beschuldigten zu 1
    zu laden ebenda
  3. die Person(en) im JobCenter Düsseldorf-Mitte, die am 30/31.10.2013 den äußeren Hausbriefkasten geleert und die Post im Hause verteilt hat/haben;
  4. die Person(en) im JobCenter Düsseldorf-Mitte, die am 15./16.01.2014 den äußeren Hausbriefkasten geleert und die Post im Hause verteilt hat/haben, sofern nicht mit Nr. 3 identisch;
  5. alle in dieser Sache in Frage kommenden weiteren beteiligten, insbesondere anweisenden Personen im JobCenter Düsseldorf-Mitte, die mir möglicherweise nicht bekannt sind, weil sie mir gegenüber nicht direkt aufgetreten sind

wegen

folgender teils einzeln, teils gemeinschaftlich, teils fortgesetzt begangener Straftaten:

  • Unterschlagung
  • Betrug
  • Gesundheitsschädigung im Amt
  • Verleumdung
  • Bruch des Diensteides
  • und aller weiteren in Frage kommenden Delikte

zum Nachteil meiner Person.

Zeugen

  1. Rechtsanwalt …

Begründung

Ich bin beim JobCenter Düsseldorf-Mitte seit Oktober 2009 erwerbslos gemeldet und beziehe Leistungen nach dem SGB II.

Im Februar 2013 meldete ich zusammen mit einem Freund eine Firma „Nerd4U UG (haftungsbeschränkt)“ über einen Düsseldorfer Notar zum Eintrag ins Handelsregister Düsseldorf an.

Daraufhin forderte mich das JobCenter auf, eine Gewerbeanmeldung für meine Selbständigkeit vorzulegen. Das war jedoch erst einmal gar nicht möglich, weil eine UG (Unternehmergesellschaft), wie jede Firmenform, die ins Handelsregister eingetragen wird, erst einen Gewerbeschein beantragen kann, wenn die Eintragung vollzogen wurde und das entsprechende Dokument vom Registergericht vorliegt.

Später im Jahr, im Zusammenhang mit meinem halbjährlichen Verlängerungsantrag auf ALG II, wurde ich nochmals aufgefordert, die Gewerbeanmeldung vorzulegen, und außerdem eine „Anlage EKS“ auszufüllen; dies mit Fristsetzung 08.11.2013. Mit diesem zusätzlichen Vordruck zum Antrag auf ALG II verlangt das JobCenter ausführliche Informationen darüber, wieviel die Firma aus welchen Quellen einnimmt, welche Ausgaben sie hat und wie hoch ergo der Gewinn ist.

Am 30. Oktober 2013 warf ich um etwa 16:10 Uhr einen Brief in den äußeren Hausbriefkasten des JobCenters Düsseldorf ein. In diesem Brief stellte ich einige Fragen zum Formular „Anlage EKS“; mir war nicht klar, wieso eine Kapitalgesellschaft so ausführlich und dann auch noch auf ein halbes Jahr im voraus einer Behörde Auskunft über seine finanziellen Verhältnisse geben muß, wenn nur ein Gesellschafter tatsächlich ALG II bezieht. Es sollte doch genügen, wenn ich aufschlüssle, welche Beträge von mir in die Firma geflossen sind und welche ich entnommen habe. (Die Gewerbeanmeldung hatte ich zu dem Zeitpunkt zwar vorliegen, aber dann schlicht vergessen, sie beizufügen.)

Auf dieses Schreiben erhielt ich keine Reaktion; dem Verlängerungsantrag auf ALG II wurde jedoch, wie in allen Fällen zuvor, stattgegeben.

Ende Dezember 2013 erhielt ich ein Schreiben des JobCenters, daß ich nun doch bitte endlich die Gewerbeanmeldung und die Anlage EKS einreichen möge.

In den ersten beiden Wochen des Januar war ich so stark erkältet, daß ich nicht einmal für einen Arztbesuch das Haus verlassen konnte (meine Wohnung liegt im 5. Stock, es gibt keinen Aufzug, und ich traute meinem Kreislauf nicht).

Am Nachmittag des 15. Januar 2014 schrieb ich einen weiteren Brief, in welchem ich darauf aufmerksam machte, daß die Anlage EKS nicht ausfüllen kann, wenn meine Fragen von Ende Oktober 2013 nicht beantwortet werden. Es gehört immerhin zu den Pflichten der Angestellten des JobCenters, solche Fragen zu beantworten.

Danach ging ich mit diesem Brief und der originalen Gewerbeanmeldung in den Clubraum des nahgelegenen Chaos Computer Club Düsseldorf Chaosdorf e. V. (kurz: Chaosdorf; Hüttenstraße 25, 40215 Düsseldorf), in welchem ich Mitglied bin, um eine Kopie anzufertigen, da im Clubraum ein Fotokopierer vorhanden ist. Dort im Clubraum haben mich mehrere weitere Mitglieder gesehen und auch mitbekommen, daß ich einen Brief an das JobCenter vorbereite. Nach Anfertigung der Kopie ging ich direkt zur Luisenstraße 105 und warf den Brief wiederum in den äußeren Hausbriefkasten ein.

Es erfolgte keinerlei Reaktion. Daher ging ich davon aus, daß das JobCenter jetzt zufrieden war. Da die Fragen nicht beantwortet wurden, vermutete ich, daß diese Anlage EKS vielleicht doch nicht so wichtig sein könne, sonst würde man ja seine Pflicht erfüllen und die Fragen beantworten.

Die böse Überraschung kam dann Ende April 2014. Ich hatte wiederum den üblichen Verlängerungsantrag gestellt und darin nochmals nachdrücklich darauf hingewiesen, daß ich die Anlage EKS nicht ausfüllen kann, weil mir Informationen fehlen, die auch im dazugehörigen Merkblatt nicht zu finden sind.

Die Beschuldigte zu 1 stellte daraufhin einen ablehnenden Bescheid aus mit der Begründung, die Anlage EKS sei nicht ausgefüllt und der Gewerbeschein nicht vorgelegt worden. Daher würden mir die Leistungen vollständig versagt.

Somit ist als erstes festzuhalten, daß zwei Briefe von mir, nämlich vom 30. Oktober 2013 und vom 15. Januar 2014, eingeworfen in den äußeren Hausbriefkasten des JobCenters Düsseldorf-Mitte, unterschlagen wurden. Ob die Beschuldigten zu 1 und 2 oder ein Postdienst jeweils dafür verantwortlich zu machen sind, kann ich natürlich nicht feststellen; daher habe ich weitere mögliche Beschuldigte zu 3 und 4 ohne Namen angegeben. Ich gehe aber nicht davon aus, daß sich diese Briefe von allein in Luft aufgelöst haben.

Des weiteren ist festzuhalten: Den Mitarbeitern im JobCenter Düsseldorf-Mitte ist seit Antragstellung im Oktober 2009 bekannt, daß ich seit Jahren an einer chronischen Depression leide und einem solchen Druck, wie er durch den Entzug der Existenzgrundlage zwangsläufig entsteht, nicht lange standhalten kann. Somit wurde und wird hier zumindest durch die Beschuldigten zu 1 und 2 gemeinschaftlich und fortgesetzt eine Gesundheitsschädigung im Amt begangen.

Schließlich ist festzuhalten, daß das JobCenter durchaus ein „milderes“ Mittel an der Hand gehabt hätte, hätte ich die geforderten Unterlagen tatsächlich nicht eingereicht. Ab spätestens Januar hätte die Möglichkeit bestanden, mich mit einer Sanktion zu belegen.

Zwar sind Einschnitte in das Existenzminimum, welches das ALG II darstellt, eigentlich nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 09.02.2010 – 1 BvR 1/09 – schon aus verfassungsrechtlichen Gründen gar nicht möglich, da das Existenzminimum nach diesem Urteil „unverfügbar“ ist und „eingelöst werden“ muß. Aber das hindert ja auch sonst kein JobCenter daran, insgesamt über eine Million Sanktionen deutschlandweit pro Jahr auszusprechen.

Eine Sanktion ist aber mit zusätzlicher Arbeit für die Mitarbeiter des JobCenters verbunden. Daher unterstelle ich, daß man lieber gemütlich abgewartet hat, bis ich den Verlängerungsantrag stelle, um mich dann sofort komplett aus dem Bezug auszuschließen.

Über die Gründe für die gesamte Aktion kann ich nur spekulieren: Ich wohne in einer Wohnung, die dem JobCenter zu groß und zu teuer ist. Allerdings kann man mich wegen meiner krankheitsbedingten Einschränkungen nicht offiziell zwingen, umzuziehen. Möglicherweise sucht man sich hier eine andere Methode, um mich aus der Wohnung rauszukriegen; wenn die Miete zwei Monate lang nicht bezahlt wird, hat ein Vermieter bereits das Recht, die Wohnung fristlos zu kündigen; das ist natürlich auch jedem JobCenter-Mitarbeiter bekannt.

Ich legte sofort Widerspruch ein, den ich vor einem Wachmann des JobCenters Düsseldorf-Mitte am 28. April 2014 nachmittags um ca. 14:45 Uhr in einen der inneren Hausbriefkästen einwarf. Am 29. April 2014 stellte ich außerdem beim Sozialgericht Düsseldorf Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen das JobCenter Düsseldorf-Mitte, damit das JobCenter nicht behaupten kann, auch der Widerspruch sei nicht angekommen.

Das Sozialgericht lehnte den Antrag drei Wochen später ab. Es fand die aus Textbausteinen zusammengestückelte und absolut nicht auf meinen Widerspruch eingehende Stellungnahme des JobCenters Düsseldorf-Mitte wohl bequemer und schöner – mit Rechtsprechung hat das meiner Ansicht nach nichts zu tun – und meinte, ich hätte eben die Unterlagen nicht eingereicht, damit meine Mitwirkungspflicht nicht erfüllt und würde daher zu Recht keine Leistungen mehr beziehen.

Ich wußte allerdings nicht, daß die Mitwirkungspflicht beinhaltet, den Mitarbeitern im JobCenter quasi den Hintern nachzutragen, wenn sie stillschweigend Unterlagen verlieren, und mehrfach nachtreten zu müssen, wenn sie auf Fragen nicht reagieren, und ich bin der Ansicht, daß diese Interpretation nicht rechtens sein kann.

Daraufhin beauftragte ich eine Fachanwältin für Sozialrecht. Diese reichte eine Klage beim Sozialgericht Düsseldorf ein.

Am 15. Juni 2014 schloß ich mit der Zeugin zu 1 einen Darlehensvertrag ab. Sie überließ mir damit XXXX €, um mich erst einmal über Wasser halten zu können, da Sozialgerichte bekanntermaßen überlastet sind und ich selbst für eine Einstweilige Verfügung nicht mit einer sofortigen Entscheidung rechnen konnte. Ohne dieses Darlehen wäre ich heute bereits ohne Strom, Gas und Telekom-/Internetanschluß, und ich hätte auch keine Reserven mehr, um Lebensmittel zu beschaffen.

Erst nach der Klage durch die Fachanwältin kam man beim JobCenter auf den Trichter, daß man ja vielleicht auch mal mit mir reden könnte; ich unterstelle, ohne Einschaltung eines Anwaltes wäre das nicht geschehen. Ich erhielt eine Einladung für den 25. Juni 2014 zur Beschuldigten zu 2, wobei in dieser Einladung nicht stand, daß ich irgendetwas mitbringen sollte. Die Beschuldigte zu 2 gab in dieser Einladung auch nicht ihre Stellung innerhalb des JobCenters an. Daß sie die Teamleiterin über der Beschuldigten zu 1 ist, erfuhr ich erst durch einen Blick auf ihr Namensschild an der Zimmertür. Übrigens hatte sie auch „vergessen“, ihre Telefonnummer und/oder Mailadresse auf der Einladung anzugeben (auf dem ablehnenden Bescheid der Beschuldigten zu 1 stand beides auch nicht); eine Kontaktaufnahme, die von mir ausgeht, ist offensichtlich nicht erwünscht.

Die Beschuldigte zu 2 wiegelte in diesem Gespräch jeden Hinweis, daß ich bereits zwei Briefe geschickt hatte, ab. Wörtlich: „Bei uns geht nichts verloren.“ Sie unterstellte mir zwar auch nicht direkt, daß ich die Briefe nicht eingeworfen hätte. Aber diese pauschale Aussage beinhaltet indirekt genau diese Behauptung: Wenn da „nie“ etwas verloren geht und ich sage, daß ich da was eingeworfen habe, dann muß der Eindruck entstehen, daß meine Behauptung falsch war.

Sie hat also gelogen und verleumdete mich damit vor meiner Begleiterin, der Zeugin zu 1, auf welche ich mich bezüglich aller Aussagen aus diesem Gespräch berufe.

Die Beschuldigte zu 2 behauptete weiterhin, meine Zeugen für (die Vorbereitungshandlungen für) den Einwurf am 15. Januar 2014 seien nicht relevant, weil sie auf Seiten des JobCenters ja nicht ebenfalls Zeugen dafür habe. Ich bin allerdings der Meinung, daß es nicht mein Problem sein kann, daß am Außenbriefkasten des JobCenters nicht 24/7 ein Aufpasser des JobCenters steht.

Zusätzlich muß man wissen, daß die Kunden des JobCenters Düsseldorf-Mitte regelmäßig und nachdrücklich dazu aufgefordert werden, Unterlagen nicht persönlich abzugeben, sondern eben in die Briefkästen einzuwerfen. In der IT, insbesondere im Zusammenhang mit Anonymisierung und Verschlüsselung, nennt man das „plausible deniability“, das heißt, die Möglichkeit, später plausibel verneinen zu können, mit jemandem Kontakt gehabt zu haben. Der Briefkasten gibt mir schließlich keine Einwurfbestätigung. Werfe ich etwas nur in den Hausbriefkasten, so kann das JobCenter jederzeit behaupten, es sei nichts angekommen.

In diesem Zusammenhang verweise ich insbesondere auch auf den Zeugen zu 2. Er wird ebenfalls vom JobCenter Düsseldorf-Mitte betreut und hat etwa im gleichen Zeitraum ein Dokument dort abgegeben, das danach nicht mehr auffindbar war. Dafür hat er ein offizielles Entschuldigungsschreiben des JobCenters Düsseldorf-Mitte vorliegen. Die Behauptung, daß dort „nie“ etwas verloren gehe, ist damit also schon widerlegt.

Die Beschuldigte zu 2 verlangte, daß ich, obwohl die Nerd4U eine Kapitalgesellschaft ist, ausführlich in der Anlage EKS über bisherige Einnahmen und Ausgaben sowie über die geplanten weiteren Einnahmen und Ausgaben bis Oktober 2014 Auskunft erteile. Es ginge letztendlich darum, wieviel Geld ich aus der Firma bekommen würde bzw. auf welche Beträge ich möglicherweise Anspruch hätte. Außerdem warf sie mir vor, daß ich die Kopie der Gewerbeanmeldung nicht mitgebracht hatte, obwohl es keinerlei Hinweis darauf in der Einladung gegeben hatte. Zitat: „Das hätten Sie sich doch denken können!“ (Sorry, ich hab keine Kristallkugel.)

Bis heute ist für mich ungeklärt, ob diese Verpflichtung bezüglich der Anlage EKS tatsächlich besteht. Ich habe den Eindruck, daß diese Anlage EKS eigentlich nur für Einzelunternehmen gedacht und geeignet ist; und selbst da halte ich es für datenschutzrechtlich bedenklich, so viele Daten über die Firma an eine Behörde herauszugeben, die mit der Firma selbst eigentlich gar nichts zu tun hat. – Auf die Idee, daß ein Erwerbsloser Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft werden oder sein könnte, ist man wohl auch noch nicht gekommen.

Ich gewann in diesem Gespräch generell den Eindruck, daß die Beschuldigte zu 2 überhaupt nicht wußte, was eine UG ist. Die Gesellschaftsform gibt es ja auch erst seit 2008, da ist es wohl zu viel verlangt, daß Angestellte des JobCenters sie im Jahr 2014 schon kennen.

In diesem Gespräch merkte ich – eigentlich nur nebenbei – an, daß die Mietnebenkosten um 20 € pro Monat höher sind, als mir zuletzt ausbezahlt worden waren. Darauf hatte ich auch in meinem Verlängerungsantrag vom April 2014 bereits hingewiesen. Diese kleine Anmerkung sollte später noch Auswirkungen haben.

Für die Einreichung der Unterlagen wurde ein neuer Termin am 1. Juli 2014 angesetzt. Diesen hatte ich dann jedoch an diesem Tag wenige Stunden vorher telefonisch über eine auf dem Briefbogen genannte „Telefonzentrale“ abgesagt. Diese „Telefonzentrale“ hat zwar die Vorwahl 0211, sitzt aber keineswegs in Düsseldorf, sondern ist eigentlich ein Callcenter irgendwo in Ostdeutschland, das wohl auch für weitere JobCenter die telefonische Auffangstation spielt. Ob meine Absage tatsächlich an die Beschuldigte zu 2 weitergegeben worden war, ist mir nicht bekannt, da ich keinerlei Rückmeldung erhielt.

Ich hatte abgesagt, weil ich für die gestellten Aufgaben aus gesundheitlichen Gründen länger brauchte. Ich hatte massive depressive Phasen und war zeitweise handlungsunfähig sowie latent suizidal. Den Beschuldigten zu 1 und 2 kann nicht so ganz verborgen geblieben sein, was sie da tun; man entzieht einem Menschen mit chronischer Depression nicht eiskalt die Lebensgrundlage, ohne sich drüber klar zu sein, daß damit Schaden angerichtet wird! Wer das trotzdem unternimmt, sollte nicht für die Existenz anderer Menschen verantwortlich sein, sondern lieber mit Holz, Metall oder sonst irgendwas arbeiten, was keine Schmerzen empfinden kann.

In Absprache mit meinem Firmen-Partner, der gleichzeitig der Geschäftsführer der UG ist, habe ich die Vordrucke Anlage EKS für einen Zeitraum bis Oktober 2014 ausgefüllt, die Gewerbeanmeldung noch einmal kopiert und beides, diesmal per Einschreiben gegen Unterschrift, zur Post gegeben.

Etwa eine Woche später meldete sich die Beschuldigte zu 1 telefonisch bei mir. Man habe jetzt erst anhand der Gewerbeanmeldung erkannt, daß da ja noch eine Person beteiligt sei. Ich konnte mir nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, daß sie das schon seit spätestens Mitte Januar wissen könne. Die Beschuldigte zu 1 äußerte daraufhin, wie schon vorher die Beschuldigte zu 2 im Termin vom 25. Juni: „Hier geht keine Post verloren“ (was ja bereits als Lüge entlarvt ist).

Nun verlangte sie von mir zusätzlich den Handelsregisterauszug und den Gesellschaftervertrag der Nerd4U UG und kündigte an, daß ich diese Anforderung auch noch per Brief bekommen würde. Kleiner Hinweis: Ohne die Vorlage dieser Dokumente hätte ich die Gewerbeanmeldung nicht bekommen. Das heißt, die Anforderung dieser Dokumente ist eigentlich überflüssig; ich muß auch von niemandem eine Geburtsurkunde sehen, wenn er mir zum Beweis seiner Identität einen Personalausweis vorzeigt.

Ich kopierte also – wieder einmal im Chaosdorf-Clubraum – beide Dokumente und warf sie unter den Augen des Zeugen zu 3, der zufällig dort anwesend war und sich vorher den Inhalt des Umschlages angesehen hatte, am 31.07.2014 um 20:06 Uhr in den äußeren Hausbriefkasten in der Luisenstraße 105 ein.

Als ich an diesem Tag das Haus verließ, fand ich außerdem den angekündigten Brief in meinem Briefkasten vor. Darin wurden die Dokumente zur Nerd4U UG aber gar nicht erwähnt. Statt dessen wollte die Beschuldigte zu 1 nun auf einmal Mietnebenkosten- und Gasabrechnungen bis 2011 zurück sehen. Außerdem wollte sie eine Vermieterbescheingung haben – für eine Wohnung, in der ich seit Ende 2002 ununterbrochen wohne. Vorher könne sie keinen Bescheid ausstellen.

Das ist natürlich falsch. Die Beschuldigte hätte sehr wohl einen vorläufigen Bescheid mit den bisherigen Beträgen ausstellen und die längst fälligen Leistungen rückwirkend seit 1. Mai 2014 ausbezahlen können. Ob meine Nebenkosten jetzt 20 € mehr oder weniger betragen, spielt erstmal keine Rolle. Bezüglich Gas ist dort bekannt, daß mein monatlicher Abschlag, wenn auch mit Schwankungen, immer höher war als die Pauschale, die dafür bewilligt wird, und daß ich trotzdem noch jedes Jahr eine Nachzahlung zu leisten habe.

Aber wenn klar ist, daß ich meine Existenz nicht allein sichern kann, muß das JobCenter mich absichern. Die Frage nach den Nebenkosten und ggf. dem Gas kann immer noch danach geklärt werden; zur Not hätte man eben erst einmal den niedrigeren Betrag ausbezahlt und später nach Nachweis nachgezahlt.

Aber offenbar spielen die Beschuldigten zu 1 und 2 jetzt auf Zeit, damit ich so lange wie möglich weiterhin keine Miete mehr bezahlen kann. Sie schädigen damit wissentlich und willentlich weiterhin meine Gesundheit, gefährden meine Existenz und riskieren meine Obdachlosigkeit.

[Absatz mit Nerd4U-interna gelöscht]

Falls die Frage aufkommt, warum ich zwar in einer eigenen Firma Aufgaben übernehmen kann, aber dem Druck einer Existenzvernichtung nicht standhalte: Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich mir Aufgaben und Arbeitszeiten (und somit auch Ruhezeiten) selbst heraussuchen kann oder ob mir eines davon oder beides aufgezwungen wird.

Ich stehe nun seit fast vier Monaten unter massivem psychischem Druck, ausgelöst durch die Straftaten der Beschuldigten. Ich steuere auf die völlige Handlungsunfähigkeit zu, was den Beschuldigten sicher entgegen kommt, wenn sie so weitermachen wollen.

Das Darlehen ist zum größeren Teil verbraucht. Im September und Oktober kann ich wohl noch die laufenden Kosten bestreiten – allerdings ohne die Miete. Ich hatte davon Ende Juni nur die Miete für Mai bezahlt, als klar wurde, daß das JobCenter auf Zeit spielen und sich das ganze länger hinziehen wird. Bislang hatte ich schlicht Glück, daß ich noch keine Kündigung bekommen habe; die Vermieter bzw. die Hausverwaltung hatte ich natürlich anfangs sofort über die Situation informiert, bislang aber keinerlei Rückmeldung bekommen.

Ich habe im Jahr 2002 durch ähnliche Methoden des „Sozialamtes“ Düsseldorf schon einmal eine Wohnung verloren. Damals hatte ich allerdings keinen rechtlichen Beistand und kein Darlehen, dafür aber eine wesentlich schwerere Depression. Das Sozialamt setzte auf immer wieder verlorengehende Unterlagen, die teils mehrfach angefordert wurden, die Anforderung überflüssiger Unterlagen, Verschleppung und den angeblichen Verlust einer kompletten Akte. Es scheint, es hat nun im JobCenter Düsseldorf-Mitte einen Nachahmer gefunden. So nach dem Motto: Hat doch schonmal geklappt, also kriegen wir das auch nochmal hin.

Zwar hatte ich zunächst Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Beschuldigten zu 1 und 2 erwogen. Aufgrund des offensichtlich nicht vorhandenen Aufklärungswillens beider Beschuldigter und ihrer fortgesetzten „falschen Tatsachenbehauptungen“ (vulgo: Lügen) habe ich davon abgesehen. Ich habe anhand der Selbstverständlichkeit, mit welcher diese Lügen vorgebracht wurden, den Eindruck gewonnen, daß diese Masche in diesem Hause als völlig normal angesehen und möglicherweise sogar von der Behördenleitung gestützt wird.

Allerdings haben alle Angestellten im öffentlichen Dienst einen Diensteid auf das Grundgesetz abgelegt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. – Es ist damit unvereinbar, einem kranken Menschen die Existenzgrundlage zu nehmen, obwohl die Bedürftigkeit eindeutig gegeben und nachgewiesen ist. Damit haben mindestens die Beschuldigten zu 1 und 2 fortgesetzt ihren Diensteid gebrochen.

Ich weise nochmals besonders auf das weiter oben schon genannte Urteil des Bundesverfassungsgerichts – 1 BvR 1/09 vom 09.02.2010 – hin. Dessen erste beiden Leitsätze lauten:

  1. Das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG sichert jedem Hilfebedürftigen diejenigen materiellen Voraussetzungen zu, die für seine physische Existenz und für ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unerlässlich sind.
  2. Dieses Grundrecht aus Art. 1 Abs. 1 GG hat als Gewährleistungsrecht in seiner Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG neben dem absolut wirkenden Anspruch aus Art. 1 Abs. 1 GG auf Achtung der Würde jedes Einzelnen eigenständige Bedeutung. Es ist dem Grunde nach unverfügbar und muss eingelöst werden, bedarf aber der Konkretisierung und stetigen Aktualisierung durch den Gesetzgeber, der die zu erbringenden Leistungen an dem jeweiligen Entwicklungsstand des Gemeinwesens und den bestehenden Lebensbedingungen auszurichten hat. Dabei steht ihm ein Gestaltungsspielraum zu.

(Hervorhebungen von mir.)

Nochmal, zum einprägen:

DIESES GRUNDRECHT […] IST UNVERFÜGBAR UND MUSS EINGELÖST WERDEN!

Auch vom JobCenter Düsseldorf-Mitte. Und auch, wenn die Mitarbeiter dazu keine Lust haben, wenn es ihnen zusätzliche Arbeit macht, wenn ihnen das ihre Statistiken versaut, sie dann nicht genügend „sparen“ können und sie vielleicht keine Leistungsprämien kassieren können.

Als juristischer Laie bin ich nicht in der Lage, zu überprüfen, ob weitere strafrechtliche Aspekte vorliegen. Daher stelle ich die Strafanzeige auch wegen „aller weiterer in Frage kommenden Delikte“.

Ich weiß nicht, ob ich dieses Jahr überlebe. Ich weiß nicht, ob und wann ich obdachlos werde.

Unter dem gegebenen Druck habe ich zuletzt, am 11. August 2014, verschickt als Einschreiben gegen Unterschrift, der Beschuldigten zu 1 ein Ultimatum gestellt. In diesem verlangte ich, daß mir bis zum 20. August 2014 ein positiver, rechtsmittelfähiger Bescheid vorliegt, die Auszahlung der rückständigen Beträge angestoßen wird und ich eine Vorab-Barauszahlung in Höhe von mindestens 250,00 € erhalte. Für den Fall der Nichterfüllung habe ich diese Strafanzeige angekündigt. Sie wird außerdem parallel mit Namensnennung der Beschuldigten auf meinem Blog veröffentlicht.

Das Ultimatum ist nicht erfüllt worden. Ich habe nicht einmal irgend eine Art von Eingangsbestätigung erhalten. Die Beschuldigten zu 1 und 2 legen offenbar Wert darauf, meine Existenz zu vernichten.

Das JobCenter Düsseldorf-Mitte und dort insbesondere die Beschuldigten zu 1 und 2 machen sich somit fortgesetzt und gemeinschaftlich strafbar der Unterschlagung, des Betruges und der Gesundheitsschädigung im Amt. Sie bedienen sich dabei der bewußten Lüge und der Verleumdung.

In anderen Zusammenhängen würde man den wissentlichen und willentlichen Entzug der Existenzgrundlage vermutlich als versuchten Mord bezeichnen. Die vermuteten Ziele, nämlich Geld und Arbeit zu sparen, Statistiken zu schönen und eventuell sogar Leistungsprämien zu kassieren, kann man wohl als niedrige Beweggründe nach dem Strafgesetzbuch ansehen. Für das JobCenter und seine Mitarbeiter kann kein anderes Recht gelten als für Bürger, die nicht im öffentlichen Dienst tätig sind (Art. 3 GG).

Ich beantrage daher, in dieser Sache zu ermitteln und Anklage zu erheben.

Ich bitte um eine Eingangsbestätigung dieser Strafanzeige.

Mit freundlichen Grüßen

Daneben habe ich meine Rechtsanwältin damit beauftragt, die Klage in aller Härte weiterzubetreiben. Eine gerichtliche Entscheidung in einem Jahr oder so wird mir aber natürlich nicht mehr helfen, wenn die Wohnung bis dahin schon gekündigt und geräumt ist.

Vielleicht hilft da dieser „Schuß vor den Bug“ den Verantwortlichen dabei, Grundgesetz und Gewissen (wieder-)zuentdecken.

flattr this!

19.08.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 20.08.14

Am Mi. den 20. Aug. trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema diesmal: Wartungstechniken.

Es geht darum, eine sich ständig ändernde Software vor dem entropischen Tod zu schützen. Die Verfahren sind teilweise in meinem Berufsalltag entstanden und entwickelt worden.

Wichtige Themengebiete:

  •   Fehlerfrüherkennung
  •   Fehlerlokalisation
  •   Geringhalten des Änderungsaufwandes

Die Punkte werden an Hand von Quelltexten und Debugger diskutiert.

Viele Punkte sind auch für Anfänger verständlich.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

 

OpenRheinRuhr - Call for Papers – OpenRheinRuhr 2014

Call for PapersDie fünfte OpenRheinRuhr in Oberhausen wird mit ihren Konzept an den
bisherigen Veranstaltungen nahtlos anknüpfen. Als Messe und Fachkongress
zu allen Themen um Freie Software und Netzpolitik können sich Anwender,
IT-Fachleute und Entscheider aus Wirtschaft, Ausbildung und Verwaltung
an Ständen, in Workshops oder Vorträgen treffen und austauschen. Auch
Unternehmen sind eingeladen, sich und ihre Produkte und Dienstleistungen
rund um Freie Software zu präsentieren.

Einladung zur Einreichung von Beiträgen

Die OpenRheinRuhr lädt Anwender, Entwickler, Administratoren,
IT-Entscheider und Bürgerrechtler herzlich dazu ein, Workshops und
Vorträge zu folgenden Themen einzureichen:

Neue Entwicklungen zu freien Betriebssystemen und Anwendungen

  • Desktop und Grafik
  • Multimedia
  • Büroanwendungen
  • Synchronisation mit mobilen Geräten
  • Internet, Webtechniken
  • Neue Netzwerktechniken wie IPv6, Multicasting
  • Content Management Systeme
  • Workgroup-Lösungen
  • Community-Projekte
  • Administration
  • Virtualisierung, Migration
  • Deployment und Konfigurationsmanagement
  • Scripting
  • Hilfsprogramme
  • Business-Anwendungen
  • Data Warehouses, ERP und CRM
  • Konfiguration und Asset-Management
  • Sicherheit, Privatsphäre, Anonymität
  • Anonymisierungstechniken
  • VPN und IP Sec
  • Sicheres Programmieren und Konfigurieren von Anwendungen
  • Recht, Lizenzen

 

Veranstaltungsräume

Das Rheinische Industrie Museum liegt unmittelbar am Hauptbahnhof
Oberhausen. Es bietet insgesamt 850 Quadratmeter Ausstellungsfläche
sowie vier Vortragsräume für bis zu 120 Personen.

Einreichen der Beiträge

Beiträge können bis zum 15.10.2014 über das Online-Formular eingeben
werden. Folgende Einzelheiten sind uns wichtig:

  • Kurze Zusammenfassung (Abstract, ein Absatz)
  • Ausführliche Beschreibung (max. 3 Absätze)
  • Zielgruppe (Anwender/Vertrieb/Admins/Marketing)
  • Schwierigkeitsgrad (leicht, fortgeschritten, schwer)

Sprache der Beiträge

Wir bitten um deutschsprachige Beiträge. In Ausnahmefällen können
Beiträge auch in Englisch sein. Beiträge in anderen Sprachen werden
nicht angenommen.

Zeiteinteilung

Für den Vortrag, inklusive der obligatorischen Fragerunde, stehen 60
Minuten zur Verfügung. Die Dauer der Workshops wird individuell
abgesprochen.

Format und Lizenzen

Wir bitten darum, die Folien als OpenOffice-, TeX-, DVI- oder PDF-Datei
einzureichen. Im Sinne des Open Access erscheint eine Veröffentlichung
unter der CC-by-SA 3.0 Lizenz sinnvoll.

Das Team der OpenRheinRuhr freut sich auf interessante Beiträge. Wenn wir in irgendeiner Weise helfen können, scheuen Sie sich nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen: vortrag@openrheinruhr.de

flattr this!

17.08.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #175

Computersicherheit

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Depression

Elektronische Gesundheitskarte

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Justiz

Pädophilie

Qualitätsjournalismus

Polizeigewalt

Rassismus

Störerhaftung

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Urheberrecht

Verschlüsselung

Ganz zum Schluß

flattr this!

14.08.2014

Frosch - „Mehr haben die nicht zu tun“

Grad war ich mal wieder beim Amt.. Diese Aussage hab ich grad in der Vermittlung bekommen: „Die Arbeitslosen haben den Job, auf unsere Briefe und Anrufe zu warten, und die Bude zu putzen. Mehr haben die nicht zu tun.“ – DA wundert die sich, dass ich schlechte Laune kriege? -.-

(Quelle: darksider3 auf StatusNet/GnuSocial)

Damit ist auf den Punkt festgehalten, wie ARGE-Mitarbeiter Erwerbslose sehen. So behandelt man Gegenstände, aber keine Menschen.

flattr this!

13.08.2014

Michael Stehmann - “Bericht aus Bonn”

Ich wurde eingeladen, auf dem Bonner Fellowshiptreffen am 11.08.2014 einen Vortrag zum Thema Lizenzen Freier Software zu halten. Dieser Einladung kam ich gerne nach und begab mich mit Mechtilde nach Bonn, wo im Netzladen das Treffen stattfand.

Die Anreise gestaltete sich deshalb etwas schwierig, weil die Bonner Altstadt, in welcher der Netzladen liegt, ein Gewirr von Einbahnstraßen darstellt, die zudem noch mit einige Baustellen gespickt waren. Auch unser Navi war uns dort nicht die erwünschte Hilfe, weil wohl einige Verbote links abzubiegen von den fleißigen Helfern von OpenStreetMap nich berücksichtigt worden waren. Aber wir fanden schließlich den Netzladen und mussten dann “nur noch” einen Parkplatz finden. Dies gelang mit viel Glück in hinreichender Nähe zum Netzladen, wobei die dortige Ausschilderung, wer wann wo parken darf, als “gewöhnungsbedürftig”" zu bezeichnen ist. Schließlich fanden wir auch zu Fuß den Netzladen wieder und später am Abend sogar unser Auto.

Für einen Beamer war gesorgt worden, und so kannte ich nach einer Vorstellungsrunde vor interesiertem Publikum meinen Vortrag halten. Dabei stellte sich heraus, dass meine Angaben zu der Zahl der Lizenzen Freier Software nicht mehr aktuell waren; leider sind inzwischen weitere hinzugekommen.

Das Treffen hatte etwa zehn Teilnehmer, von denen einige besonders wegen des Themas gekommen waren. Nach dem Vortrag und seiner Diskussion haben wir noch allgemeinere Gespräche auch in kleineren Runden geführt.

Der “Referentenaustausch” zwischen den rheinischen Gruppen hat somit seinen Anfang genommen, Ich hoffe, dass er einen lebendigen Fortgang nehmen wird.

Viele, die wir in Bonn getroffen haben, werden wir bereits am 23. und 24. August 2014 auf der Free and Open Source Software Conference (FrOSCon) in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin wiedersehen. Insoweit fiel der Abschied auch nicht zu schwer.

Insgesamt war es aus meiner Sicht ein gelungener Abend, der die nicht ganz einfache Anreise mehr als gelohnt hat. Es gibt in Bonn eine lebendige Fellowshipgruppe mit interessanten und engagierten Menschen.

Nachtrag: Das Protokoll des Treffens findet sich im Wiki.

12.08.2014

Frosch - Autismus und Empathie

In einem Kommentar warf Joachim die Frage auf, wie ich denn als Autistin empathisch sein könnte.

Zunächst einmal unterstelle ich als bekannt, daß nicht alle Autismus-bedingten Eigenschaften bei jedem Autisten vorhanden sind und die, die vorhanden sind, nicht gleich stark ausgeprägt sind. Deshalb nennt man das ja mittlerweile auch ein Spektrum – die veränderte „Verschaltung“ im Gehirn erzeugt individuell unterschiedliche Ergebnisse, die wir als positiv oder negativ einordnen, oder die sogar beides sein können, je nach Situation.

Ich persönlich kann nicht immer die Intention einer verbalen Aussage erkennen, da mir tatsächlich Kommunikationsanteile fehlen. Augen kann ich gar nicht lesen, und Mimik lesen muß ich bei jedem Menschen quasi wieder erneut erlernen, auch wenn ich im Laufe meines Lebens natürlich einen Teil der menschlichen Mimik generell zu lesen gelernt und mir damit sozusagen eine Basis aufgebaut habe.

Was ich auch bei jedem Menschen in Sachen lautsprachlicher Kommunikation neu lernen muß, sind Stimmfärbungen, die beispielsweise Ironie oder bewußte (für andere als solche erkennbar) Falschaussagen oder Übertreibungen kennzeichnen. Das empfinde ich oft sogar noch als schwieriger als Gesichtsausdrücke zu deuten.

Dazu kommt noch eine gewisse Neigung, Aussagen (zumindest in erster Reaktion) erst einmal wörtlich zu interpretieren und dann erst, sofern Erfahrungsschatz und Situation das hergeben, eine weitere mögliche Bedeutung in Betracht zu ziehen. Von dieser Reaktion merkt man häufig nichts, weil ich im allgemeinen versuche, die erste Interpretation für mich zu behalten, sobald ich den Verdacht hege, daß das nicht gemeint war – allerdings merke sich es leider nicht immer. Nach außen fällt dann eher auf, daß ich auf eine Aussage sozusagen verspätet reagiere – oder gar nicht, wenn ich der Meinung bin, daß eine Reaktion dann zu spät käme; in dem Fall lasse ich es dann lieber ganz sein. So mancher denkt sich vermutlich, daß ich ein bißchen schwer von Begriff sei …

Das alles heißt aber doch nicht, daß ich mich überhaupt nicht in andere Menschen hineinversetzen oder ihre Gefühlslagen oder Intentionen überhaupt nicht verstehen könnte! Ist die notwendige Information nämlich einmal bei mir angekommen, kann ich darauf genauso reagieren wie ein neurotypischer Mensch, und zwar unabhängig davon, ob es um fachliche oder emotionale Informationen geht.

Interessant ist, daß dieser „Nachteil“ in einem Medium, in welchem nur geschrieben wird und es keine Gestik, Mimik, Augen, Stimmfärbung etc. gibt, zu einem gewissen Teil wieder ausgeglichen wird, weil den neurotypischen Menschen da genau die gleichen Kommunikationsanteile fehlen. Es gibt nun natürlich Mittel, diese ansatzweise (!) zu ersetzen wie Schreibstil, Wortwahl, zusätzliche Erklärungen, aber auch Smileys und andere Symbole. Letztere wiederum sind im Vergleich mit einem individuellen Gesichtsausdruck viel eindeutiger, so daß ich in diesem Medium nicht mehr ganz so stark benachteiligt bin (was nicht heißt, daß es da keine Mißverständnisse geben kann).

Eigentlich gibt es da jetzt noch einen dritten Teil nach dem Erkennen und Verstehen: Das angemessene Handeln. Denn auch daran wird ja die Empathie gemessen: Handle ich unangemessen (oder gar nicht, obwohl ich hätte handeln sollen), wird leicht unterstellt, ich hätte das Problem oder die Situation nicht verstanden. Das muß aber gar nichts miteinander zu tun haben.

Denn beim angemessenen Handeln klemmt es dann gelegentlich wieder, aber das ist auch stark von der konkreten Situation, den beteiligten Menschen und meiner eigenen Stimmungslage und Stabilität abhängig.

Da ich sehr direkt bin, mag meine Reaktion nicht immer angemessen erscheinen. Auf emotionale Situationen kann ich (vor allem abhängig von meinem eigenen emotionalen Zustand) scheinbar sehr kalt-logisch reagieren, was individuell sehr unterschiedlich aufgefaßt wird – zwischen völligem Unverständnis und der Ansage, daß so eine Distanz jetzt genau richtig sei, war schon alles dabei. In den Phasen der mittelgradigen bis schweren Depression wiederum fiel diese kalte Logik meist weg, und ich reagierte eher (bis zu hoch-)emotional. Daß Depression und Autismus aufeinander Einfluß nehmen, vermute ich generell schon länger (und Erfahrungen spielen ja auch noch eine Rolle).

Dazu kommt noch, daß ich in manchen Situationen meinen Gesichtsausdruck und meinen Augenausdruck willentlich steuern müßte (ja, ich bin dazu in der Lage), um nicht mißverstanden zu werden, weil ich so „ausdruckslos“ aussehe. Wenn ich selbst nicht fit oder stabil genug dafür bin, schaffe ich das nicht unbedingt. Um die Irritation jetzt noch zu vergrößern: Nein, nicht jeder Gesichtsausdruck von mir ist willentlich erzeugt; im allgemeinen mache ich das sehr selten, weil es doch ordentlich Kraft kostet.

Der fehlende Augenkontakt tut dann noch sein Übriges.

Also, nochmal zusammengefaßt: Ich kann nicht unbedingt ablesen, was jemand empfindet, aber ich kann es verstehen und ggf. nachempfinden oder zumindest akzeptieren, wenn die nötigen Informationen bei mir angekommen sind. Ob ich darauf dann auch adäquat reagieren kann, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Generell: Vorsicht mit Aussagen wie „Autisten haben …“, „Autisten sind in der Lage, …“ oder „Autisten können nicht …“, denn „die Autisten“ gibt es nicht. Ich kann nicht für andere Betroffene sprechen, sofern diese sich nicht selbst schon irgendwo dazu geäußert haben. Einige haben das bereits getan:

flattr this!

11.08.2014

Frosch - Ich bin ein Spiegel.

Das habe ich in den letzten Tagen schon zweimal auf Twitter erwähnt, und ich wollte mal noch ausführlicher erklären, was ich damit meine: Ich spiegele das Verhalten wider, das andere mir gegenüber an den Tag legen. Genaugenommen, die Wirkung ihres Verhaltens. Ich kann nicht anders. Ich bin so.

Eigentlich ist das ja ganz einfach: Wenn Dich jemand anlügt und Du findest es heraus, glaubst Du ihm nicht mehr, oder zumindest nicht mehr so unbedenklich wie vorher vielleicht. Du wirst mißtrauisch, wenn er etwas sagt, spätestens, wenn es Dir seltsam vorkommt, und prüfst genauer nach, ob es stimmt. Es wäre dumm, jemandem nochmal unbesehen zu vertrauen, der Dich einmal belogen hat – oder?

Allerdings gibt es, sagen wir, Einrichtungen, in denen ein solches Verhalten nicht geduldet wird. Da darfst Du nicht einfach „spiegeln“, wie ich es mache. Da hast Du Dir alles an systematischen Demütigungen, Lügen, Nötigungen und was ihnen sonst noch einfällt gefallen zu lassen, und das am besten noch lächelnd. Du darfst dort nicht einmal sagen, daß gedemütigt, gelogen und genötigt wird.

Warum? Weil sie Dein Leben in der Hand haben.

Nein, ich rede nicht von der Mafia. Ich rede von den ARGEn und den Ämtern für asoziale Desintegration (oder so ähnlich). Es mögen vielleicht nicht alle so sein, aber bereits das SGB ist ja darauf angelegt, diesen Behörden alle Rechte in die Hand zu geben und den Bedürftigen alle zu nehmen. Als Bedürftige hast Du nur noch Pflichten, und wenn Du die erfüllst, darfst Du – vielleicht – weiterexistieren. Und auch nur existieren, denn alles, was darüber hinaus geht, betrachten sie schon als Anmaßung. Es genügt bereits, zu erwähnen, daß Du Grundrechte hast, oder daß das Bundesverfassungsgericht eine Sache anders sieht als sie selbst; wenn Du Glück hast, schalten sie dann nur auf Durchzug.

Manche meinen nun, ich dürfe nicht den „Fehler“ machen, dieses demütigende Verhalten zu „spiegeln“. Sie dürfen mir damit drohen, mir das Existenzminimum zu nehmen, und das dann „Konsequenz“ nennen – naaaain, natürlich würden sie niiiiie Drohungen aussprechen. Ich darf umgekehrt keine Konsequenzen ankündigen, denn das wären natürlich ganz böse Drohungen, die sich ein Bedürftiger aber mal gar nicht erlauben darf.

Ich kann aber nicht anders. Ich kann genausowenig anders wie manche Leute bestimmte Lebensmittel nicht essen können. Ich kann das genauso wenig ändern, wie ich mein Geschlechtsempfinden ändern kann. Oder meine durch den Autismus bedingten Eigenschaften. Oder meine Schuhgröße.

Klar, ich könnte mich beugen. Ich könnte Unterlagen geduldig zweimal, dreimal, zehnmal einreichen, wenn sie verloren gegangen werden. Oder jedesmal extra Geld ausgeben, um sie per Einschreiben gegen Unterschrift zu schicken. Ich könnte immer schön brav Ja und Amen sagen, ihre Lügen wegstecken, mich zu sinnlosen Dingen nötigen lassen und – mich letztendlich selbst dafür hassen.

Sie können versuchen, mir meine Würde zu nehmen; aber erst damit, daß ich so etwas zulasse, das ich mich beuge und mich selbst beschäme, lasse ich sie mir auch tatsächlich wegnehmen.

Das ARGE kann mir buchstäblich alles nehmen, auch das Leben. Aber nicht meinen Stolz und meine Würde.

Nur, falls das jetzt jemandem einfällt: Nein, ich will kein Märtyrer sein, und schon gar nicht steht mir der Sinn nach irgendeiner Art von Heldentum.

Aber ich bin ich, und auch, wenn ich so keiner wie auch immer zu definierenden Norm entspreche – ich habe meine Menschenwürde. Und ich habe jedes Recht, so zu sein, wie ich bin, solange ich niemandem schade.

Und ich bin nun mal ein Spiegel.

flattr this!

10.08.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #174

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Freihandel

Geheimdienste

Geisterhaftes

Hartz IV & Co.

Justiz

MMS

Pressefreiheit

„Recht auf Vergessen“

Transgender

Urheberrecht

Ganz zum Schluß

flattr this!

Michael Stehmann - Fellowshiptreffen am 30.07.2014

Das Vortragsthema des Fellowshiptreffens in Düsseldorf am 30.07.2014 war: “ZFS: Love Your Data”

Nach der Vorstellungsrunde ging es also um ein fortschrittliches Dateisystem, dessen Vorzüge uns Neal nahebrachte. Hervorgehoben wurden die einfache Bedienung selbst komplexer Konfigurationen, die eingebauten RAID-Funktionalitäten, das Volume-Management sowie der prüfsummenbasierte Schutz vor Datenübertragungsfehlern. Darüber hinaus hat ZFS eine enorme maximale Dateisystemgröße.

Der Verbreitung dieses vorzüglichen Dateisystems ist es leider abträgkich, dass es unter der (zwar freien, aber gpl-inkompatiblen) Common Development and Distribution License (CDDL) vertrieben wird.

Nach dem offiziellen Teil gab es wieder – wie üblich – Gespräche bis tief in die Nacht hinein.

Nachtrag: Neal hat auch seine Folien zur Vefügung gestellt.

Nächste Treffen:

Am 23. und 24. August 2014 findet die neunte Free and Open Source Software Conference (FrOSCon) in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in St. Augustin statt. Dieses Event ist auch immer ein Fellowshiptreffen. Die FSFE wird mit einem Stand vertreten sein.

Meine Empfehlung gilt besonders den Vorträgen von Matthias und Isabel.

Das nächste Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 27.08.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

04.08.2014

Frosch - Dear George Takei,

since some time I follow you on Twitter and Google+, and I adore your fight for the rights of homosexual people. I saw your videos on YouTube in which you spoke – partly ironically, partly seriously – to those who have prejudices against homosexuals and/or the marriage between people of the same sex.

The more I wondered about a tweet you sent twice these days. It comes with a photograph which shows a woman from behind. She just stood up from her wheelchair to stretch for a bottle of an (obviously alcoholic) drink in a supermarket. Additional text on this photo says: „There has been a miracle / in the alcohol isle“. In your tweets you commented it with „She was filled with the holy…spirits:“. This photo was posted by you or somebody who has access to your account on August 2nd, and once again on August 3rd.

I wonder even more about the fact that you did not react on the comments in which several people (me included) told you that there are of course wheelchair users who can stand up and even walk a few steps. Not all of them, sure, but more than many people might think.

This photo shows a scene that should be quite normal in both of our societies: A disabled woman who does her shopping. Obviously she does not need any help in this situation and is getting along by herself.

There is really no reason to assume (or give your followers the assumption) that this unknown woman was faking a paralysis or just pretending to be disabled.

Even more, these two tweets of yours give people the impression that you think every wheelchair user who is able to stand up is just faking her/his disability – and your followers could or should think that, too.

To get things straight (no pun intended): I am not a wheelchair user. I was born autistic („Aspergers“) and additionally suffer from a chronic depression. So, like you, I know what prejudices mean and how much harm they can cause.

Please, dear George Takei, delete these two tweets and show and tell your followers that you are not willing to spread prejudices against disabled people!

With great respect

your fan

Sabine (@AtariFrosch)

[Update 2014-08-05 09:55] Auf die diversen Beschwerden – vermutlich auch auf Facebook – kam dort eine Reaktion. Eine, die ich nur als enttäuschend bezeichnen kann:

Fans get „offended“ from time to time by my posts. There hardly is a day where something I put up doesn't engender controversy. Concerned fans, worried the sky may fall, ask me to „take it down. So I'm also going to ask them also to take it down--a notch, please.

(Ausschnitt eines Screenshots von Facebook; Original auf Imgur; aufmerksam gemacht hat mich @kamikazow auf Twitter)

So sehr, wie er für die Rechte und Anerkennung von Homosexuellen kämpft, so wenig interessiert er sich offenbar für die Rechte und Anerkennung anderer benachteiligter Menschen. Schade. Ich entfolge dann mal, aber ihm kann es ja egal sein, ob ihm eine Person mehr oder weniger folgt – während es behinderten Menschen leider nicht egal sein kann, ob sie ein Mensch mit großer Reichweite mehr oder weniger lächerlich macht. [/Update]

flattr this!

03.08.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #173

Autismus

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Elektronische Gesundheitskarte

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Internetsperren

Leistungsschutzrecht

Netzneutralität

Netzwerksicherheit

Polizei

Rassismus

„Recht auf Vergessen“

Überwachung

Urheberrecht

Zensur

Ganz zum Schluß

flattr this!

27.07.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #172

Arbeit

Asyl

Computersicherheit

Drogenpolitik

Edward Snowden

Ermittlungsbehörden

Freihandelsabkommen

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Rüstung

Steuern

Störerhaftung

Telefonspam

Terrorismus

Ganz zum Schluß

flattr this!

26.07.2014

dictvm - Besuch der Critical Mass in Köln

Eine Delegation des Chaosdorfs war gestern bei der Critical Mass in Köln. Eher spontan sind wir mit der @FW409 kurzerhand in die Nachbarstadt gefahren um dort dann den @docanonymous_ und @zakx zu treffen. Ausserdem konnte ich so gleich die letzten 3 versäumten düsseldorfer Critical Mass wett machen.

8 Räder sind der neue Benchmark dafür, was sich in so einer alten Feuerwehr wider Erwarten alles unterbinden unterbringen lässt. Leider habe ich gestern verpeilt, davon ein Foto zu machen. In letzter Minute habe ich mir vor der Abfahrt dann noch eine neue Sattelstütze für das Koga gekauft. Zum einen kann ich mir nur schwer vorstellen, dass das eher niedrige Tempo einer Critical Mass mit dem Rennrad besonders angenehm zu fahren ist, zum anderen wollte ich das gute alte Koga auch mal wieder bewegen. Inzwischen stand das gute Gefährt schon rund 1 ½ Monate alleine im Wohnungsflur und schaute mir und dem Rennrad immer etwas neidisch hinterher. Für den Transport zwischen all den Stahltrümmern waren mir die Carbon-Komponenten am Rennrad auch etwas zu schade.

Die Hinfahrt gestaltete sich als recht angenehm, dafür, dass wir größtenteils auf ungepolsterten Holzplanken hinter der Fahrgastzelle des alten Feuerwehrwagens saßen. Wenig überraschend hat mich die Fahrt umgeben von Rauchern auch keinen Deut gestört.

Vor Ort ging es dann gegen 18 Uhr los. Gezählt wurden insgesamt etwa 370 Teilnehmer. Eine stolze Zahl, verglichen mit den 60-80 Mitfahrern in Düsseldorf. Insgesamt ging es ganz entspannt zu. Einen Taxifahrer der eher unangenehmem Art mussten wir nach wiederholten Versuchen, durch unsere Kolonne zu fahren, festsetzen. An der Ampel wurde zu einem späteren Zeitpunkt von ihm bedroht. Süß. Ein weiterer motorisierter Verkehrsteilnehmer musste seiner kleinen Tochter an einer späteren Kreuzung dann noch demonstrieren, wie man möglichst undiplomatisch mit Problemsituationen umgeht, indem er sich mit seinen 1,60m vor mir aufbäumte, als ich ihn mit meinem Rad beim Korken daran gehindert habe, in die Menge zu fahren. Dennoch war es alles in allem sehr entspannt. Die meisten Autofahrer gingen sehr vorbildlich damit um, dass sie nun alle ein paar Minuten an der Straße stehen mussten.

Bevor es dann zurück nach Düsseldorf ging, gab es noch einen kurzen Abstecher zur ins AZ Köln. Da muss ich aber nicht nochmal hin. Den Rest der Nacht haben wir dann beim Freitagsfoo zugebracht.

Fotos gibt es beim netten Kraken von nebenan.

Critical Mass Köln

20.07.2014

Frosch - Träumerei mit Kamera (2)

Vor einem knappen Monat fing ich hier mit einer Träumerei mit Kamera an. Nun habe ich einen Ansatzpunkt gefunden, der zwar ein wenig anders funktioniert, aber hey, man kann ja mehrere Dinge parallel machen. :-)

Die niederländische Fotografin Marjolein Katsma ist gaaanz zufällig auf StatusNet/GNUSocial, und sie gab mir eher versehentlich ;-) den Hinweis auf eine Website, auf der man seine Fotos nicht nur zeigen, sondern auch direkt in verschiedenen Formaten zum Kauf anbieten kann: ArtFlakes. Eigentlich wollte ich nur wissen, was sie so treibt. Nunja, was soll ich sagen: Seit heute (äh, gestern) habe ich ebenfalls einen Shop auf ArtFlakes.

Das ganze funktioniert so, daß ich die Bilder in voller Auflösung, aber mindestens in 1200 * 1200 px, hochlade, Beschreibungen dazu eingebe und meinen Anteil am Kaufpreis festlege. Zur Transparenz: Derzeit steht für die meisten Bilder mein Anteil auf 25 %; für einige wenige, die ich technisch nicht ganz so gelungen finde, zwischen 10 und 20 %. Mehr möchte ich derzeit nicht ansetzen; erstmal sehen, ob überhaupt was rumkommt oder ob meine Fotos nur interessant sind, solange man sie kostenlos im Internet angucken kann.

Erwerben kann man die Fotos als Kunstdruck, Poster, Leinwanddruck, „GalleryPrint“ (auf Aluminiumträgerplatte) oder als Grußkarte.

Nun habe ich die Qual der Wahl! 23 Fotos habe ich bereits ausgewählt, und die Entscheidung ist gar nicht so einfach. Ich werde natürlich versuchen, in nächster Zeit möglichst viele weitere Fotos fertigzumachen und hochzuladen. Wenn jemand ein bestimmtes Foto von mir auf ArtFlakes sehen (und vielleicht sogar kaufen :-)) möchte: Schreibt es mir per E-Mail, Twitter, StatusNet/GNUsocial oder auf Google+.

Die große Auswahl steht auf Picasa – derzeit 253 Alben mit ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie vielen Fotos. Ein paar Tausend dürften es schon sein. Zur Identifikation benötige ich dann den jeweiligen Dateinamen des Bildes (steht rechts unter den Foto-Informationen, einfach ausklappen).

Ein echtes Handicap ist für mich nun noch die Tatsache, daß der Sensor meiner Kamera schon seit längerem einer Reinigung bedarf. Die Flecken auf dem Sensor sieht man dann besonders deutlich, wenn ich einen hohen Blendenwert benutze – wegen der damit verbundenen Tiefenschärfe und/oder eines gewissen plastischen Effekts mache ich das allerdings sehr gerne. Da ich mangels Erfahrung diese Flecken mit GIMP nur notdürftig und selbst das nicht in allen Bildbereichen entfernen kann, kommen relativ viele Fotos für die Veröffentlichung auf ArtFlakes damit erstmal nicht in Frage. Für die größenreduzierten Fotos, die ich auf Picasa schiebe, hat mir das notdürftige Drüberwischen bislang genügt; für ArtFlakes ist mein Anspruch natürlich höher.

Aber ich hoffe, daß ich dieses Problem bald lösen, sprich, den Sensor wieder reinigen lassen kann.

BTW, ich suche immer noch (mindestens einen) Menschen mit Erfahrung, der mit einem dieser Reinigungs-Kits umgehen kann. Die kosten nämlich schon pro Stück deutlich weniger als eine Reinigung im Fotogeschäft und können dann auch noch mehrfach genutzt werden. Die Anwendung soll allerdings bei allen mehr oder weniger tricky sein. Ich hätte da gern mal Erfahrungen gesammelt; optimalerweise wünsche ich mir jemanden, der sich mal mit mir zusammensetzt und mir das direkt vorführt bzw. mich anleitet. Schließlich will ich mir nicht gleich beim ersten Versuch den Sensor töten.

Oh, übrigens – ich bin ziemlich heftig im Hyperfokus. :-)

flattr this!

Frosch - Im Netz aufgefischt #171

Autismus

Barrierefreiheit

Freiheit statt Angst

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Internetsperren

Iran

Mindestlohn

Psychotherapie

„Recht auf Vergessen“

Retro Computing

Spam

Überwachung

Urheberrecht

Vorratsdatenspeicherung

Zwangsrouter

flattr this!

17.07.2014

dictvm - Quake III Arena: Eine Ode an CPMA & Clan Arena

Ich liebe Quake III Arena. Seit ich das Spiel am Tag des Erscheinens irgendwann im Jahr 1999 in Form eines frisch gebrannten CD-R-Rohlings in der Hand hielt hat es mich gepackt. Irgendwann ging ich allerdings mit Unreal Tournament fremd, weil mir die Spielphysik und das Movement eher zusagten. Erst als ich dann auf einer LAN-Party auf die Promode-Mod CPMA (Challenge ProMode Arena) gestoßen wurde, hat mich Quake III wieder gepackt.

Quake III Arena Screenshot

Seit dem passiert es mindestens einmal im Jahr, dass mich die Lust packt, mal wieder einen gewissen Level in UT, UT2004 und Quake III zu erreichen. Insbesondere Quake III schafft mich aber jedes Mal wieder, weil man dem Spiel und dessen Konfiguration so langsam das Alter anmerkt. Ich spiele zur Zeit auf einem Retina Macbook Pro 13” und ich brauchte durchaus einige Zeit, bis ich mir die nötigen Konfigurationszeilen herausgesucht habe. Also halte ich die nun hier einfach mal fest, damit ich nicht jedes Mal von neuem suchen muss:

Quake III stammt noch aus einer Zeit, in der Displays primär eine Aspect Ratio von 4:3 hatten. Heutzutage dürfte 16:10 die größte Verbreitung haben, gefolgt von 16:9. Für ein Retina Macbook Pro überschreiben wir die AR wie folgt und setzen gleich die passende Auflösung, indem wir folgende Zeilen in der q3config.cfg editieren:

r_mode -1
r_customwidth 1440
r_customheight 900

Soweit ich erkennen kann, scheint Quake III in dieser Auflösung tatsächlich die maximale Auflösung des Displays zu verwenden, obwohl nicht die native Auflösung angegeben wird. In der nativen Auflösung habe das Spiel leider nicht starten können. Es sieht jedenfalls dem Alter entsprechend ganz passabel aus. Die Auflösung müsstet ihr dann ggfs. eurem Display entsprechend anpassen.

Quake III Arena on 13inch MBP Retina

CPMA: Wer CPMA Clan Arena spielen möchte, steht erstmal vor dem Problem, dass keine Maps gefunden werden. Um Clan Arena zu spielen, muss nämlich erst einmal der Game-Mode umstellt werden - nachdem man bereits ein Spiel in z.B. dem Tournament-Modus gestartet hat. Dort löst man dann einen Callvote für Clan Arena aus:

/cv game ca

Ärgerlich ist, dass standardmäßig der Selfdamage für die Panzerung aktiv ist. Den Selfdamage deaktivieren wir dann also auch mittels Callvote:

/cv selfdamage off

Das sollte erstmal reichen um sich wieder warm zu spielen.

14.07.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 16.07.14

Am Mi. den 16. Juli trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema diesmal: Das C++ Committee Meeting im Juni in der Schweiz.
WIr werden wieder mit Michael Wong über die aktuellen Themen in der C++ Standardisierung reden, C++ 14, C++17 und C++11 werden sicher Thema sein.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

13.07.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #170

Autismus

Geheimdienste

Gustl Mollath

Hartz IV & Co.

MMS

Psychiatrie

Störerhaftung

Verkehrspolitik

flattr this!

12.07.2014

Frosch - Eintausend

Hoppla. Da will man nur ein bißchen bloggen, das ganze zieht sich über ein paar Jahre, und auf einmal bin ich beim eintausendsten Artikel. :-)

Am 14. April 2007 habe ich – damals gerade zu Besuch in Forchheim beim Roten Ochsen – mal testweise Blosxom installiert. Das war noch auf meinem ersten Server, seeadler, einem süßen kleinen Pentium III, und Blosxom war nicht mehr als ein einzelnes Perl-Script.

Der Grund, damit überhaupt anzufangen, war gewesen, daß mir meine statische Site für einige Themen ungeeignet erschien. Zeitabläufe ließen sich damit nicht gut darstellen, und einige Themen waren eben nur eine Zeitlang relevant, oder sogar nur ein einziges Mal. Da schien mir ein Blog besser geeignet.

In Blosxom ließ sich mein Layout auch sehr gut übernehmen, und es kam ohne Datenbank aus. Allerdings zeigten sich mit der Zeit auch die Nachteile der Schlichtheit:

  • Es war nicht möglich, einen Artikel mehreren Kategorien zuzuordnen, weil jeder Artikel seine Zuordnung dadurch bekam, daß er in einem entsprechenden Ordner im Dateisystem lag.
  • Jede spätere Änderung an einem Artikel änderte auch den Zeitstempel der Datei – den Blosxom hernahm, um das Artikeldatum zu generieren. Ein editierter Artikel bekam damit also einen neuen Zeitstempel und rutschte wieder nach oben, auch wenn ich einfach nur einen Tippfehler rausmachen wollte. Ich mußte also für jede geänderte Datei vorher den Zeitstempel aufschreiben, dann editieren, dann mit touch den Zeitstempel zurücksetzen. Das war auf Dauer etwas störend.
  • Eine Vernetzung mit anderen Blogs war nicht möglich, weil Kommentare und Trackbacks/Pingbacks nicht vorgesehen waren.
  • Die Erfassung durch Suchmaschinen, insbesondere Google, war mangelhaft und generell schlechter als die Erfassung der statischen Website.

Da ich mich an das Bloggen nun doch recht schnell gewöhnt hatte und ein wenig „mehr“ wollte, schaute ich mir WordPress an und war erstmal gar nicht so begeistert. Die damals aktuelle Version von der Website hatte dann allerdings schon einige Probleme weniger. Ich hätte ja zu diesem Zeitpunkt gern etwas gehabt, was vom Funktionsumfang her zwischen Blosxom und WordPress steht, aber das gab’s nicht; zumindest habe ich nichts gefunden. Serendipity hatte ich mir angesehen und war an der Erstellung des eigenen Themes grandios gescheitert; mir lag nämlich schon daran, daß statische Website und Blog das gleiche Layout haben. Wiedererkennungswert und so.

Wie man sieht, ist es dann bei WordPress geblieben ;-)

Ein bißchen Statistik:

Juni 2014
Besucher 9482
Pageviews 71480
Spiders 15321
Feeds 25887

Zugriffe via Spider und Feeds dürften allerdings zu einem nicht ganz so geringen Anteil von Spammern/Harvestern generiert worden sein.

Valide Kommentare seit Umstellung auf WordPress: 2.287

Ungezählt: Spamkommentare und Einbruchsversuche. ;-)

Installierte und aktive Plugins:

  • Admin renamer extended
  • Clean Archives Reloaded
  • D64 LSR-Stopper
  • Flattr
  • FlattrComments
  • NoFollow Free
  • StatPress Reloaded
  • Subscribe To Comments
  • Thin Out Revisions
  • Wordfence Security

Dankeschön

… an alle, die das Blog durch Kommentare und eingehende Links bereichert haben.

… an alle, die mir durch Tips und Hinweise geholfen haben, das Blog zu verbessern und besser abzusichern.

So, jetzt auf zu den nächsten tausend Artikeln ;-)

flattr this!

06.07.2014

Michael Stehmann - Besuch in Aachen

Am 02.07.2014 wollte die Grüne Jugend StädteRegion Aachen eine Linux-Install-Party im dortigen Grünen Zentrum veranstalten, um Menschen zu helfen, Linux Mint auf ihren Computern zu installieren.

Aufgrund unserer guten Erfahrungen mit der Aachener Freien-Software-Szene fuhren Mechtilde und ich dorthin.

Als wir kurz nach der Uhrzeit, die als Beginn angeben worden war, im Grünen Zentrum ankamen, war der Raum schon voll (meist männlicher) Menschen. Neben der Grünen Jugend trafen wir vor allem uns bekannte ALUG-Mitglieder an, die auch das Kernteam des “Open-Source-Arbeitskreises der Fachschaft Mathe/Physik/Informatik der RWTH Aachen” bilden und stolz ihre entsprechenden Polo-Shirts trugen.

Leider war niemand anwesend, der Linux Mint oder ein anderes GNU/Linux installiert haben wollte. Auch traf im Laufe des Abends niemand mit diesem Begehren ein. Ein gutes Zeichen?

Nun wurde der Abend etwas umfunktioniert.

Zunächst gab man mir Gelegenheit, spontan etwas zu Freier Software und der FSFE zu sagen. Sodann gab es ein kleine CryptoParty. Jemand aus dem “Open-Source-Arbeitskreis” hatte Folien (LaTeX) zur Hand, anhand derer er in die Kryptographie, vor allem GnuPG, einführen konnte. Sodann wurde Enigmail installiert, es wurden Schlüssel erzeugt und der Austausch verschlüsselter Mail ausprobiert. Leider konnten nur eine kleine Minderheit der Anwesenden an dieser Party aktiv teilnehmen, den für die meisten war der Austausch verschlüsselter Emails kein “Neuland” mehr.

Dennoch haben sich die Stunden in Aachen gelohnt. “Alte” Bekannte im “richtigen Leben” zu treffen und mit ihnen ein wenig Konversation zu pflegen, ist wichtig. Hinzu kam noch, dass wir dem politischen Nachwuchs einer an der Landesregierung beteiligten Partei unser Anliegen noch ein wenig näher bringen konnten.

Michael Stehmann - FreeYourAndroid 2.0?

Vortragsthema des Fellowshiptreffens am 25.06.2014 war: Freie Software bei Smartphones.

Der Referent marudor ist Mitglied des Chaosdorfes und war bei unserem FreeYourAndroid-Workshop ein wichtiger Unterstützer.

Er gab eine kritische Bestandsaufnahme.

Apple und iOS wurden von ihm sehr gut begründet als Katastrophe im Hinblick auf Freie Software dargestellt. Auch “Cythia” schafft hier nur eine unwesentliche Verbesserung.

Bei Android galt seine Kritik zunächst der Unübersichtlichkeit des F-Droid-App-Stores. Hier konnte aber klargestellt werden, dass dieses aus dem erfreulichen Wachsen des freien App-Stores resultierende Problem erkannt worden ist und angegangen werden soll.

Begründete Kritik erfuhr auch Cyanogenmod, welches nach Gründung eines entsprechenden Unternehmens leider einen Weg eingeschlagen hat, dem man nicht mehr folgen möchte. Vor allem unter dem Aspekt der Privacy ist eine gravierende Verschlechterung eingetreten.

Replicant unterstützt leider nur wenige Geräte. Auch hier wird die weitere Entwicklung unter dem Aspekt der Privacy kritisch zu beobachten sein.

Die Chance auf einen Durchbruch für andere Betriebssysteme (Firefox OS, Tizen, Ubuntu Touch, Sailfish) schätzte der Referent aufgrund des Teufelkreise “Ohne Nutzer keine Community – Ohne Community keine neuen (freien) Apps – Ohne große App-Auswahl keine neuen Nutzer” nur als gering ein.

Als Fazit konnte eine eingeschränkte Empfehlug für eine APK-Installation, also ein Android ohne die Veränderungen durch die Hersteller-Versionen, gegeben werden. Insoweit wird auf der Grundlage von marudors Argumenten die FreeYourAndroid-Kampagne der FSFE aufgrund der aktuellen Entwicklung, vor allem bei Cyanogenmod, einer kritischen Überprüfung zu unterziehen sein.

Erfreulicherweise hat marudor auch seine Vortragsfolien (als PDF) zur Verfügung gestellt.

Das nächste Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 30.07.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Neal wird einen Vortrag zum Thema “ZFS: Love Your Data” halten.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Michael Stehmann - Open.NRW

Das Projekt Open.NRW geht weiter – langsam aber stetig.

Bereits im vorigen Jahr fand im Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen das Zukunftsforum „Digitale Bürgerbeteiligung“ statt. Ziel dieses Zukunftsforums war es erklärtermaßen, erste Eckpunkte der Open.NRW-Strategie vorzustellen und in den Diskussionen vor Ort Impulse für die Weiterentwicklung der Strategie zu gewinnen.

Am 27.05.2014 hat die nordrhein-westfälische Landesregierung die Open.NRW-Strategie verabschiedet.

Am 24.06.2014 fand nun in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen ein Informationsabend zur Open.NRW-Strategie statt. An diesem nahmen auch Mechtilde und ich teil. Zuvor war der Termin unwetterbedingt vorschoben und aus dem Innenmisterium in die Staatskanzlei im “Stadttor” verlegt worden.

Eingeladen hatte der CIO des Landes, der im Innenministerium “beheimatet” ist und der auch die Veranstaltung leitete.

Wir trafen dort alte Bekannte und neue Freunde.

Die vom Kabinett beschlossene Strategie soll nun langsam aber nachhaltig umgesetzt werden.

Für die kommunalen Gebietskörperschaften ist diese Strategie aus rechtlichen und politischen Gründen nicht verbindlich. Es soll jedoch ein Erfahrungsaustausch mit den Kommunen stattfinden, die insweit schon engagiert sind.

Bei der Umsetzung der Strategie soll mit dem Teil begonnen werden, der sich mit offenen Daten befasst.

Hier waren für den Chronisten vor allem zwei Punkte von Interesse: Lizenzen und Standards.

Hinsichtlich beider Punkte herscht wohl noch Klärungsbedarf, was es erlaubte, das Angebot zu unterbreiten, den Sachverstand der FSFE zu beiden Fragen einzubringen.

Die Frage der Lizenzierung wurde als dringlich und vorrangig zu klären erkannt, da hier Fehler nur schwer reparabel sind.

Interessant war zunächst die Information, dass nur die liberalere Version der Deutschlandlizenz zur Version 2.0 fortentwickelt werden soll.

Überraschend war, zu erfahren, was die öffentliche Hand an den vorhandenen, bekannten und gebräuchlichen Freien Lizenz stört: Der dort regelmäßig vorhandene Haftungsausschluss. Die öffentliche Hand will für die Richtigkeit der veröffentlichten Daten haften. Aus dem Publikum wurde geltend gemacht, dass die Deutschlandlizenz Akzeptanzprobleme bei den Nutzern aufwirft, und es wurde darum gebeten, ein “Lizenzwirrwarr” tunlichst zu vermeiden. Seitens des Chronisten wurden die Möglichkeit einer ergänzenden Erklärung zur Haftung ebenso ins Spiel gebracht, wie eine Duallizenzierung.

Es wurde hier eine für Externe offene Expertenrunde ins Auge gefasst. Der Chronist hat seine Bereitschaft für eine Teilnahme an dieser bekundet.

Hinsichtlich von Standards gibt es noch weniger Klarheit. Allerdings wurde in diesem Bereich die Tunlichkeit einer Zusammenarbeit und Abstimmung mit anderen öffentlichen Institutionen, die Daten veröffentlichen, beispielsweise den Kommunen, und den Nutzern erkannt.

Geodaten waren einen weiteres, intensiver diskutiertes Thema. Hier ging es vor allem um die Gebührenpflichtigkeit derselben. Der Chronist wies darauf hin, dass in diesem Bereich Gebührenmodelle notwendigerweise mit Nutzungseinschränkungen verbunden sind. Auch wenn es nicht in der Macht derer liegt, die mit der Umsetzung der Strategie befasst sind, war bei diesen eine gewisse Sympathie dafür zu erkennen, solche Nutzungseinschränkungen zu vermeiden.

Auch die Gebührenpflichtigkeit von Registerdaten wurde aus dem Publikum kritisiert.

Der CIO wurde vom Publikum darin unterstützt, zu derartigen Veranstaltungen künftig ein- bis zweimal jährlich einzuladen.

Frosch - Im Netz aufgefischt #169

Computersicherheit

Datenschutz & Überwachung

DE-Mail

Drohnen

Ermittlungsbehörden

Frauen

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Leistungsschutzrecht

Netzpolitik

PayPal

„Recht auf Vergessen“

Urheberrecht

Verschlüsselung

Ganz zum Schluß

flattr this!

30.06.2014

forschungstorte - Die Neutrale Zone

Auf dem Parteitag in Halle hat sich eine Gruppe Menschen in der Vorhalle des Versammlungsortes zusammengetan um sich "progressiv" gegenüber dem "konservativen" Wahlverhalten der Versammlungsmehrheit als Parteiflügel zu manifestieren.

Diese Gruppe, die sich in der Vorhalle zusammentat, machte mich wütend. Nicht, weil sie ein Gegengewicht zu dem, was sie selbst nicht mittragen wollten, etablieren wollten. Die Anberaumung dieser Veranstaltung sollte etwas abseits passieren, sodass sie nicht von Leuten aus der Versammlung hätten nieder gemacht werden können. Das ist legitim. Das ist nicht mein Problem. Diese Vermutung habe ich einigen "Konservativen" in der Versammlung mitgeteilt die mir dann auf Twitter später nachts bestätigt wurde.

Doch das Gefühl, dass sich hier ein "wir" gegen ein "ihr" noch stärker manifestiert, ärgert mich. Ein Parteiflügel, der eine Partei vielfältiger und demokratischer macht, könnte viel mehr sein als ein gemeinsamer Identifikationspunkt von dem man Andere betrachtet und gegen diese agiert.

Manifeste, greifbare Parteiströmungen, sind in meiner Sicht demokratischer und transparenter als diffuse Meinungsgruppen, die auf Twitter haten und sich in Ragelines gegenseitig in ihrer Wut auf "die Anderen" bestätigen.

An dieser Stelle erlabe ich mir, aus dem Nähkästchen zu plaudern:
Ich habe mich seit ich mir politisch eine Auffassung zusammentragen konnte als progressiv eingestuft. Ich wurde von Freunden, Familie, Mitmenschen meistens als jemand bezeichnet, der viel zu früh geboren wurde. Viel zu vorwärts für diese Welt. Müsste mich am besten einfrieren und in 1000 Jahren wieder aufwachen. Futurama. Ihr kennt das.

Dieses Selbstverständnis, welches für mich den Ankerpunkt meiner politischen Tätigkeiten bildet, wurde verletzt. Mimimi. Ich wurde nicht eingleaden und fühlte mich übergangen von einer mir elitär erscheinenden Clique. Ich bin denen wohl nicht gewogen genug. Meine Nase passt wohl nicht. So fühlte ich mich. (Und ich kann meinen Arsch darauf verwetten, dass ich nicht alleine bin.)

Solche Gefühle hat jeder Mensch hin und wieder. Ausnahmslos. Sowas gegebenenfalls als Schwäche zu kategorisieren bestärkt noch viel mehr Struktren die undurchlässig werden können und Menschen ausschließen. In einer Partei, die für Plattformneutralität und Möglichkeitenermöglichung stehen sollte.

Noch trauriger fand ich, dass meine Wut wohl als Bosheit ausgelegt wurde, dass ich als jemand gesehen wurde, der ihre Gruppe angreifen und vielleicht sogar ihre Legitimation anzweifeln wollte.

Schade. Denn dem ist nicht so.

Mir schadenfroh erscheinende "du magst doch nur uns pösen Berliner Gendersternchen nicht"-Kommentare von Leuten, die es hätten besser wissen können, waren noch weitere Stiche in die Magengrube.  Und für mich ein Zeichen, dass diese Leute noch immer nicht sehen (wollen?), dass Leute wie ich "Gendersternchen" nicht aus bösartigem Maskufantum ablehnen, sondern weil sie uns als sprachliches Mittel nicht inklusiv genug sind.

Mitgemeint. Das ist doch der Grund, warum es Gendersternchen gibt. Damit im generischen Maskulinum das Femininum nicht nur  mitgemeint wird.

Doch dass ich
a) Dudda und Sekor gewählt habe und
b) erst positiv überrascht war, dass Lauer als weitere Alternative zu den bisherigen Kandidaten sich zur Wahl stellen wollte, war leider nicht sichtbar.

Doch Lauers Gepolter und sein Verhalten auf der Bühne machten mich stinkesauer. Gerade weil ich so enttäuscht wurde. Die Rede war eine wundervolle politische Rede. Exzellentes politisches Gespür hätte er jedoch erst dann bewiesen, wenn er die gesamte Versammlung hätte mit nehmen können anstatt zu sticheln und verbal zu verletzen.

Genauso genervt und verzweifelt war ich, als ich viel Zeit auf und um den Parteitag damit verbrachte, Leuten in meinen Reihen zu erläutern, dass Ankes Rede sehr wohl angebracht und verdammt wichtig ist und ihre "Angst vor der Versammlung" nicht aufgrund ihrer Ausdrucksweise und Lagerzugehörigkeit einfach abzutun ist. In solchen Fällen ist es ratsam, Gefühlsäußerungen in der Rede im Raum stehen zu lassen, Anke gelten zu lassen und den Kern ihrer Aussagen - Wir sind hier doch alle da, um den Überwachungsstaat und Totalitarismus zu bekämpfen - wahr zu nehmen.

Und ja, ich kenn das mit dem Bammel vor einer Gruppe, von der ich den berechtigten Eindruck habe, dass sie mich nicht mögen.
 
Ich habe diesen Bammel vor einigen Leuten, die sich als feministisch bezeichnen, aber mir gegenüber sich großkotzig wie die schlimmsten Macker behnehmen. Weil ich "es nicht verstehe".  Leute, die mich als Antifeministin bezeichnen, ohne mich zu fragen, was ich wirklich will.

Ich war auch in eher alltäglichen Situationen um den Parteitag verzweifelt, als ich brötchenschmierend in der Ferienwohnungküche stand - als Frau doch sicher für alle ganz klassich die Arbeit mache.

1. Ich bin keine "Frau", nur weil ich diesen Körper bewohne, also lass mich mein Frühstück machen und in Ruhe aufwachen. Moron. (Gedanken eines unausgeschlafenen Menschen sind einfach noch nicht gesittet, sorry for my French.)

2. Hör mit dieser sexistischen Grütze auf, die Frauen zurecht wütend macht. Weil sie wütend sind und jeden Tag diese Grütze über sich ergehen lassen müssen, werden sie für Leute, die unbedacht sexistsche Grüze verteilen, ungemütlich. Das nennt sich Teufelskreis, Amigo.

Ich hoffe, dieser kleine Ausschnitt aus meinen persönlichen Erleben kann einen kleinen Einblick geben, wie es zwischen diesen Lagern in einem scheinbaren Vakuum aussieht. Wie die Lebensrealität ist, wenn man einerseits progressive Positionen, andereseits auch die Seite der scheinbar Konservativen nachvollziehen kann.

Wir sind alle mal in eine Partei eingetreten, die mit "Klarmachen zum Ändern" auftrat.

Daher rege ich hiermit die Etablierung der Neutralen Zone in der Piratenpartei an. Denn die Perspektive zwischen den den vermeintlichen Tellerrändern könnte nützlich sein:

Sammelpad Neutrale Zone
Neutrale Zone Wikiseite 






29.06.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #168

Bundestag

Computersicherheit

Datenpannen

Edward Snowden

Elektronische Gesundheitskarte

Ermittlungsbehörden

Fluggastdaten

Fotografie

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Leistungsschutzrecht

LGBTI

NSU-Prozeß

Psychiatrie

Rente

Urheberrecht

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

flattr this!

26.06.2014

Frosch - Versagung der Leistungen (3) / kognitive Dissonanzen

Dem ARGE war am 13. Juni (laut Briefkopf; auf dem Umschlag war kein Poststempel) „schon“ eingefallen, mich mal zu einem Termin einzuladen bzw. einen „vorzuschlagen“ (denn sanktionieren können sie mich ja nicht mehr), um mit mir zu reden. Es sollte darum gehen, meine „leistungsrechtliche Situation“ zu „klären“. Am Mittwoch früh um 9:00 Uhr.

Der Name der Sachbearbeiterin war mal wieder ein neuer, es ist nicht mehr Frau S. von der Leistungsabteilung. Ansonsten hielt man sich völlig bedeckt: Nur eine Zimmernummer, keine Abteilung, auch die Funktion der einladenden Sachbearbeiterin wurde nicht genannt. Und natürlich keine Durchwahl oder Mailadresse, sonst könnte ich ja auf die abgedrehte Idee kommen, den Termin verschieben zu wollen, zum Beispiel auf eine für mich günstigere Uhrzeit.

Das kam schon etwas überraschend nach immerhin zwei Monaten ohne Geld. Ich dachte mir, entweder denen geht wegen irgend etwas der Arsch auf Grundeis (hat man etwa meine Unterlagen wiederentdeckt?), oder will man mir etwa an der Anwältin vorbei etwas aufschwatzen? Daß da jemand sein Gewissen entdeckt hatte, glaubte ich jedenfalls nicht.

Nachdem meine Anwältin meinte, ich sollte den Termin wahrnehmen, suchte ich mir eine Begleitung (und hatte dann sogar zwei) und kippte binnen anderhalb Tagen meinen Schlafrhythmus um, um am Mittwoch morgen sowas wie wach sein zu können.

Das Auftreten der Frau B. – an deren Tür ich dann „schon“ erfuhr, daß sie Teamleiterin in der Leistungsabteilung ist – verstärkte bei mir einen generellen Eindruck von diesen Sachbearbeitern, den ich schon früher hatte.

In diesem Gespräch ergab sich für mich nämlich folgendes Bild: Sie ignorierte aktiv jeglichen Kontext, den ihre Behörde verursacht hatte (und den mein Verhalten durchaus widerspiegelte) und verlangte auch von mir, diesen Kontext aktiv zu ignorieren. Sie stellte sich als quasi isolierte Einzelperson dar, die alles andere, was diese Behörde so produziert, nicht wußte und nicht interessiert. Gleichzeitig vertrat sie aber exakt die Linie und das System des ARGE und stützt es damit weiterhin.

Ein solches Verhalten habe ich bereits vorher bei anderen Sachbearbeitern im ARGE und im faschistischen Repressionsamt erlebt, aber noch nicht in diesem deutlichen Ausmaß. Vielleicht kann man da nur die Treppe zur Teamleiterin rauffallen, wenn man dieses Verhalten schon besonders stark verinnerlicht hat. „Ich hab mit dem anderen nichts zu tun, ich zieh hier mein Ding durch, und was danach passiert, ist mir auch egal.“

Ich habe diesen Eindruck Alex Schestag erzählt, um seine fachliche Meinung als Psychologe zu erfahren:

Die Psychologie muß man erstmal verstehen. Die einzelnen Mitarbeiter möchten als Individuen, nicht aber als Vertreter des ARGE als solches angesehen werden, und berufen sich dann auf „war ich nicht, davon wußte ich nichts, das war ja früher“ etc. Gleichzeitig sind sie aber in ihrer Handlungsweise voll im System. Grundprinzip: Niemand ist zuständig, keiner ist schuld.

Daraufhin meinte er:

Das ist m. E. eine Form von kognitiver Dissonanz.

Also las ich erstmal Wikipedia; Artikel Kognitive Dissonanz (Stand: 2. Juni 2014 um 16:19 Uhr) und fand da absolut zutreffende Aussagen:

Dissonanzauflösung

[…]

Auch Scheinlösungen, Illusionen und Ausreden können Spannungen reduzieren:

  1. Die Erregung wird auf andere Ursachen zurückgeführt („Die Scheinheiligkeit der Leute nervt mich“).[5]
  2. Der Widerspruch zwischen Verhalten und Einstellung wird heruntergespielt („So schlimm ist mein Verhalten nun auch wieder nicht.“)
  3. Das Verhalten wird als erzwungen dargestellt („Ich musste so handeln.“)
  4. Nichtwahrnehmen, Leugnen oder Abwerten von Informationen
  5. Selektive Beschaffung und Interpretation von dissonanzreduzierenden Informationen

Bingo.

Sehr lesenswert ist auch der Abschnitt Forced-Compliance-Paradigma:

Die erste Gruppe (1 Dollar) bewertete die Aufgabe viel attraktiver als die zweite Gruppe und die Kontrollgruppe. Der Theorie der kognitiven Dissonanz zufolge lässt sich das Verhalten folgendermaßen erklären: Die Versuchspersonen der ersten Gruppe mussten lügen, um die Tätigkeit als spannend darstellen zu können, dabei entstand eine kognitive Dissonanz. Um diese auszugleichen, bewerteten sie die Aufgabe im Nachhinein als attraktiver. Die Versuchspersonen aus der 20-Dollar-Gruppe hatten eine externe Rechtfertigung für ihre Lüge (die 20 Dollar als Belohnung), sodass sie ihr Verhalten nicht im Widerspruch zu ihrer negativen Einstellung zum Experiment erlebten, also keine Dissonanz verspürten.

Also entweder ist die Bezahlung so gut oder sie sehen ihre Karrieremöglichkeiten (und damit wiederum die Chance auf eine bessere Bezahlung) darin, daß sie alles ausblenden, was ihnen sonst direkt ins Gesicht springen müßte. Denn wenn sie das nicht tun würden, müßten sie eigentlich schreiend und entsetzt über sich selbst aus ihren Büros rennen.

Die Konsequenzen:

Je nachdem, ob Mitmenschen freundlich oder unfreundlich behandelt werden, ändert sich die Einstellung zu ihnen. Wenn wir jemandem nicht helfen oder sogar schaden, wird das Opfer von uns abgewertet (vgl. Opfer-Abwertung und Entmenschlichung). Eine freundliche Handlung macht unsere Einstellung freundlicher, was weitere freundliche Handlungen wahrscheinlicher macht; für unfreundliche Handlungen gilt dasselbe: ein Rückkopplungsprozess wird in Gang gesetzt.[19]

Ergo dürfen sie natürlich gar nicht hilfsbereit auftreten oder müssen sogar Schaden anrichten, damit nicht etwa der Eindruck entsteht, sie würden gegen die Interessen ihrer Behörde (also: Geld sparen, Bedürftige loswerden) handeln – und das dann vielleicht sogar noch aus voller Überzeugung.

Ich schließe daraus, daß in solchen Behörden gezielt eine Art psychischer Störung gezüchtet wird: Menschen, die im Sinne ihrer Behörde lügen, Unterlagen verschwinden lassen, Verfahren verschleppen und Bedürftige nötigen, und die Konsequenzen daraus komplett ausblenden – und das alles letztendlich zu ihrem persönlichen Vorteil vor sich rechtfertigen.

Der ständige Wechsel der Sachbearbeitung macht das ganze noch einfacher: Alles, was vorher geschehen ist, kann man problemlos abwerten oder gleich ganz ignorieren, denn wenn es überhaupt geschehen ist, war’s ja irgendjemand anderes. So ist es noch einfacher, keinerlei Kontext oder System erkennen zu lassen. Und doch funktionieren alle genau innerhalb dieses Systems und erzeugen gemeinsam den Kontext.

Je weiter oben jemand auf der Leiter ist, desto stärker ist diese Störung fortgeschritten. Das Endstadium sieht man dann an Gestalten wie dem völlig die Realität verweigernden Heinrich Alt. Wie ich vor einem halben Jahr schon sagte:

Denn Heinrich Alt ist zu feige, sich der Realität zu stellen, die er selbst mitverursacht hat und immer noch mitverursacht. Statt hinzusehen, wenn seine Schergen menschliche Existenzen zerstören, versteckt er sich lieber hinter fröhlich gefälschten Arbeitslosen-Statistiken.

Um zum Tagesgeschäft zurückzukommen: Die Sachbearbeiterin B. verweigerte mir zunächst die zweite Begleitperson mit der scheinheiligen und offensichtlich falschen Begründung, es sei zu wenig Platz im Raum, und sie würde sich dann so eingeengt fühlen. Tatsächlich war genügend Platz vorhanden, und es standen sogar außer den beiden Stühlen direkt vor ihrem Schreibtisch noch zwei weitere an einem kleinen Ecktisch.

Sie entschied, entweder es könne nur eine Person bleiben, oder die andere könne sich draußen hinsetzen und durch die geöffnete Tür mithören. Natürlich hatte ich sehr was dagegen, daß die Tür offenblieb, aber Datenschutz ist dort ja nicht so üblich. Um die Sache nicht weiter hinauszuzögern, entschied ich, welche meiner beiden Begleiterinnen im Zimmer bleiben sollten, und schickte die andere vor die Tür.

Als erstes betonte Frau B. dann, daß ich doch die in den Schreiben geäußerten „Unsachlichkeiten“ (so heißen dort Tatsachen) bitte bleiben lassen solle, sie wolle freundlich mit mir reden. Hmja.

Da man natürlich auch sehr freundlich lügen kann, erzählte sie als nächstes sehr freundlich die Lüge, ich hätte die Gewerbeanmeldung für Nerd4U nicht vorgelegt, und meine Fragen seien auch nicht angekommen. Sie hatte allerdings nur eine Hilfsakte da liegen, weil die Hauptakte ihrer Aussage nach in der Rechtsabteilung sei. Das machte es mir natürlich unmöglich, die Behauptung, meine Briefe und die Gewerbeanmeldung seien nicht in der Akte, zu überprüfen. Ansonsten betonte sie, daß sie mit dem Posteingang nichts zu tun hätte.

Ich konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen, daß ja auch 2012 schon gezielt die Briefe von mir verloren gegangen bzw. ignoriert worden waren, die unerwünschte zusätzliche Arbeit machten. Das wollte sie alles nicht wissen, „das war ja früher“ (das mit der Dissonanz; es durfte für sie natürlich kein Kontext entstehen und somit kein System erkennbar werden). Die Möglichkeit, daß überhaupt Post im Hause verloren gehen könnte, lehnte sie konsequent ab.

Als nächstes warf sie mir quasi vor, daß ich die Gewerbeanmeldung nicht mitgebracht hatte. Sie meinte, das hätte ich mir doch denken können, wenn es um meine leistungsrechtliche Situation gehe. Öhm, nein? In der Einladung stand jedenfalls nichts davon. Genau genommen war diese dermaßen nichtssagend, daß ich überhaupt keine Möglichkeit hatte, mich irgendwie vorzubereiten.

Obwohl ich nun eigentlich überhaupt keine Lust dazu habe, diesem Laden ihre verschlampten Unterlagen hinterherzutragen, habe ich schließlich zugestimmt, an einem weiteren Termin nächste Woche die Gewerbeanmeldung nochmals vorzulegen. Auf dieses nochmals werde ich höchsten Wert legen, denn ich werde auch weiterhin die Lüge, ich hätte das Papier nicht eingereicht, nicht akzeptieren.

Außerdem beantwortete sie mir die Fragen zur Anlage EKS, nachdem ich diese nochmal dargelegt hatte. Sie erklärte mir erst, sie könne ja nicht wissen, daß eine UG oder generell eine Kapitalgesellschaft erst ins Handelsregister eintragen sein muß, bevor man dafür einen Gewerbeschein bekommt. Ein paar Sätze später erklärte sie mir dann aber, daß man hier „hunderte“ von aufstockenden Selbständigen betreuen würde. Und dann wissen die das nicht? Sind das etwa alle Einzelunternehmer? Ja ne is klar.

Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, daß sich dieses „Mißverständnis“ auf meine autistischen Kommunikationsprobleme abschieben läßt. Meine definitiv neurotypische Begleiterin, die mit im Zimmer war, meinte hinterher jedenfalls, sie würde auch erwarten, daß vorzulegende Dokumente in der Einladung klar benannt und aufgelistet werden.

Schließlich erzählte mir Frau B., weiterhin sehr freundlich natürlich, daß man nächsten Dienstag dann „weitersehen werde“. Also nicht etwa, daß ich den neuen Bescheid umgehend bekomme, wenn die Unterlagen dann vorhanden sind; das wäre dann wohl zu freundlich gewesen. Nur weitersehen werde man dann.

Die Absicht dahinter, nämlich meine finanzielle Unsicherheit sowie meine (amtsbekannten) depressiven Schübe weiter zu nähren, hat sie in ihrer kognitiven Dissonanz sicher auch nicht erkannt.

Danke an Katharina und Katrina, daß Ihr Euch die Zeit genommen habt, mitzukommen!

… to be contintued …

flattr this!

24.06.2014

Frosch - Träumerei mit Kamera

Thomas Sänger @HorayNarea
Discuss: Aus Leistungsbezug abmelden und um Spenden bitten

19:06 – 15. Juni 2014

Ja nee, dachte ich mir erst, einfach so dürfte das in die Hose gehen. Wer spendet schon für die pure Existenz eines anderen, und das auch noch regelmäßig?

Aber was, wenn ich dafür etwas anbiete?

Nachdem ich die Bilder und Videos von den Gewitterstürmen aus diesem Monat veröffentlicht hatte, meinte Alex:

Hast du dir mal überlegt, was mit Foto-Journalismus zu machen? Du kannst gut fotografieren, und du kannst gut schreiben. Ein Anfang wäre, im Blog mehr mit Fotos zu arbeiten, vielleicht Foto-Stories zu machen. Und vielleicht bringt das mal den ein oder anderen Auftrag.

Foto-Journalismus. Mit Fotos Geschichten erzählen, über Ereignisse berichten, oder Städte und Landschaften zeigen. Viel reisen, vielleicht Vorträge, Ausstellungen, Bildbände …

Ob ich mir das schonmal überlegt hätte? Mit knapp 14 bekam ich meine erste eigene Kamera, eine Kodak Ektra 110 (Pocketformat). Seitdem wollte ich das. Genau das.

Ein gutes Jahr später sagte man mir beim Arbeitsamt in der Berufsberatung: „Fotografin? Das können Sie vergessen, die Fotografen nehmen keine Mädchen in die Lehre.“ Der Traum starb zum ersten Mal.

Heute würde ich so eine Ansage mit einem herzhaften „Sexistische Kackscheiße!“ beantworten, aber in den frühen 80ern „war das einfach so“. Abgesehen davon, daß mich die „Beraterin“ belogen hatte, denn natürlich hätte ich mich erfolgreich bewerben können. Allerdings war sie wohl drauf getrimmt, Mädchen nur in die Bereiche Büro oder Pflege zu drücken. Und ich wußte es nicht besser.

Zwei weitere Versuche, in den Fotografenberuf zu kommen, scheiterten: Ein ausbildender Fotograf fand mich mit 28 zu alt, ein anderer – da war ich schon Anfang 30 – meinte, das sei sinnlos, weil man danach heutzutage keinen Job bekäme. Der Traum starb zwei weitere Male.

Seitdem hat sich vieles geändert.

  • Ich habe 32 Jahre Fotografier-Erfahrung. Ja, immer noch ohne Ausbildung.
  • Es gibt da jetzt doch dieses Internet.
  • Ich betreibe einen Server, hoste meine Website und mein Blog selbst. (OK, die Fotos liegen derzeit bei Picasa, weil ich mich noch nicht zu einer bestimmten Software durchringen konnte, um Fotos mitsamt Daten selbst zu hosten.)
  • Nach 27 Jahren analoger Fotografie mit der Pocket und zwei Spiegelreflexkameras – Revue AC4SP und später Canon EOS 650 – bekam ich 2009 „meine“ erste Digitalkamera, die Canon EOS 350D („meine“ in Anführungszeichen, weil sie immer noch eine Dauerleihgabe ist).
  • Dann gibt es in diesem Internet diese relativ neue Finanzierungsmethode namens Crowdfunding.

Und ich fange wieder an zu träumen.

Foto-Touren in andere Städte, einfach so oder zu Ereignissen, über Crowdfunding vorfinanziert. Die Bilder gibt’s hinterher unter CC-BY mit EXIF-Daten und ggf. Begleittext, in voller Auflösung. Dazu passende Blogartikel. Die Crowdfunding-Beträge kalkuliere ich so, daß Fahrtkosten, Übernachtung(en), Eintrittsgelder und sonstige Spesen wie Essen gedeckt sind, plus Reserven für so notwendige Kleinigkeiten wie Sensorreinigung der Kamera.

Die nächste Stufe wäre, mir eine neuere Kamera zu kaufen, eine, die dann auch Video kann (die Canon EOS 350D kann das gerade noch nicht). Und ein ordentliches Stativ. Weitere Objektive vielleicht. Und dann eine BahnCard 100.

Noch eine Stufe drauf: Auslandsreisen. Aber ich glaube, gerade übertreibe ich wirklich ;-)

Wäre sowas möglich? Yay oder nay?

flattr this!

Frosch - Eine Mail an den BND (2)

Auf meine Mail an den BND sowie die Bundesdatenschutzbeauftragte und den Herrn Binninger hat letzterer heute geantwortet – lobenswerterweise unter Einsatz meines Public Key, was ja nun nicht so selbstverständlich ist. Die Antwort ging wohl auch an weitere Menschen, die eine gleichartige E-Mail gesandt hatten; zumindest von Alex Schestag weiß ich, daß er eine wortgleiche Antwort bekommen hat.

Diese Antwort enthielt allerdings eine Behauptung, die ich so nicht stehenlassen konnte:

———
Sehr geehrter Herr Binninger,

vorab: Ich nehme positiv zur Kenntnis, daß Ihnen die Anwendung von PGP/GnuPG geläufig ist. Leider nützt das wenig, wenn Sie umgekehrt keinen Public Key zur Verfügung stellen. Weder auf den gängigen Keyservern noch auf Ihrer Website habe ich irgendetwas dazu gefunden.

On 06/24/2014 01:10 PM, Clemens Binninger MdB wrote:

engen Voraussetzungen zulässig. Kommunikation, die über ausländische Domains und E-Mail-Adressen von oder nach Deutschland geführt wird, ist dem Grunde nach international. Der Bundesnachrichtendienst darf

Nein, ist sie nicht.

Meine Domains spamwiki.org, bahnblog.org und nerd4u.eu liegen genauso wie meine Domain atari-frosch.de auf der IP 88.198.13.228 (Web, Mail und teils weitere Dienste). Der Server, dem diese IP zugeordnet ist, steht in einem Rechenzentrum der Firma Hetzner. In einem deutschen Rechenzentrum.

Das heißt, jeder, der sich eine Domain irgendwo nimmt, egal unter welcher Top-Level-Domain, kann diese (oder eine Subdomain davon) via DNS auf jeden beliebigen Host umbiegen. Die Domain selbst sagt also überhaupt nichts über den Standort des Servers aus – und der Standort des Servers nichts über die Staatsbürgerschaft des Domaininhabers, der wiederum nicht identisch sein muß mit dem Betreiber des Hosts und der darauf angebotenen Dienste.

Auch der Standort des Domainhosters oder des Eigentümers einer Domain sagt irgend etwas aus – natürlich könnte sich auch ein Ausländer eine .de-Domain nehmen und die Inhalte und Dienste dann beliebig auf einem Host seiner Wahl deponieren – in Deutschland oder anderswo –, wenn er vom BND nicht entdeckt werden will.

Umgekehrt steht es mir natürlich frei, einen Server in einem anderen Land zu mieten, mir eine beliebige Domain zu nehmen, dazu einen Mailserver auf diesem ausländischen Host aufzusetzen – und bin immer noch deutsche Staatsbürgerin, deren Kommunikation zu schützen ist. Trotzdem würden diese Mails auf jeden Fall als „international“ gewertet, auch wenn ich als deutsche Staatsbürgerin dann mit Menschen E-Mails austausche, die eindeutig in Deutschland lokalisiert sind (auch wenn sie dann nicht unbedingt deutsche Staatsbürger sein müssen).

Wie man dann feststellen will, wem die Domain gehört, wenn sie über einen anonymisierenden Domainhoster wie GoDaddy reserviert wurde, möchte ich dann auch mal wissen – aber OK, natürlich greifen Geheimdienste sicher auch mal gerne dort in die Datenbank.

Noch weniger sagt der Domainname jedoch über die Nutzer aus. Wenn ich beispielsweise anderen Leuten Mailadressen auf meinem in Deutschland stehenden Mailserver unter meiner .de-Domain einrichte, weiß der BND erstmal nicht, wo sich die Nutzer dieser Mailadressen tatsächlich aufhalten oder gar, welche Staatsbürgerschaft sie haben. Sie müßten schon direkt am Netzwerkinterface meines Servers mitsniffen, um zumindest mal zu sehen, welche IPs sich so dahin verbinden … und das sagt dann immer noch nichts über die Staatsbürgerschaft der Benutzer aus, denn das könnte ja auch ein deutscher Staatsbürger sein, der gerade in, sagen wir, China weilt.

Beispiel: Wegen einer technischen Frage eines Blog-Kommentators schrieb ich kürzlich unter der .eu-Domain eine Mail nach China. An einen deutschen Staatsbürger, übrigens. Überwacht oder nicht? Vermutlich schon.

Weiteres Beispiel: Würde ich diese Mail jetzt aus einer meiner Nicht-de-Domains heraus abschicken – BND-überwacht oder nicht?

Und was der BND nicht selbst abgreift oder ausfiltert, das bekommt er dann sicher gerne von GCHQ und NSA – oder von den Franzosen? Oder den Dänen? Man kennt sich ja schließlich.

Diese strategische Fernmeldeaufklärung ist zum Beispiel zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus erforderlich.

Genau. Damit wurden zum Beispiel hervorragend die Anschläge des Anders Breivik oder der auf den Marathon in Boston verhindert – ähm, oder doch nicht?

Langsam ist diese Phrase, die als Begründung für alle möglichen Grundrechtseinschränkungen dient, ziemlich ausgelutscht; Sie sollten sich echt mal was Neues ausdenken. Oder sich dran erinnern, daß das mit den Grundrechten durchaus seinen Sinn hat.

Bundesnachrichtendienst, sondern um die Übermittlung von Metadaten an ausländische Stellen. Hierzu hat der Bundesnachrichtendienst

Oh ja, Metadaten. Das ist doch dieser wunderschön euphemistische Begriff für die Daten, aus denen man so schön viel schließen kann, ganz ohne Inhalte. Wer mit dem wann telefoniert hat oder Mails austauscht, wer welche Webseiten abruft – sind ja nur Metadaten, nicht wahr? Sagt ja so überhaupt nichts über die Menschen und ihre Interessen und Pläne aus.

Ähm, hallo? Wenn diese Daten nicht aussagekräftig wären, würde sie keiner sammeln wollen. Sie unterliegen genauso dem Datenschutz wie alle anderen persönlichen Daten auch.

öffentlich erklärt, dass solche Daten vor der Weiterleitung in einem gestuften Verfahren um eventuell darin enthaltende personenbezogene Daten deutscher Staatsangehöriger bereinigt werden. Aus nachvollziehbaren Gründen können über dieses Verfahren keine Details veröffentlicht werden.

Klar, das kann man nicht veröffentlichen, sonst müßte man zugeben: Es geht nicht. Wie oben beschrieben, sagt eine Domain nichts über Inhalte und Betreiber oder gar Benutzer aus, genausowenig eine IP-Adresse. Oder seit wann haben IP-Pakete eine Kopie des Personalausweises des Nutzers dabei?

ausländische Stellen berichten. Mit der Erfassung von E-Mails durch den Bundesnachrichtendienst hat sich das Parlamentarische Kontrollgremium bereits 2012 ausführlich beschäftigt und dazu eine

Ich bezweifle, daß dieses Kontrollgremium genügend Fachkenntnisse dafür hat, um so etwas zu bewerten. Sonst hätte ihm auffallen müssen, daß es keine klaren Kriterien geben kann, um „innerdeutsche“ E-Mails als solche eindeutig zu identifizieren.

So nebenbei geht es auch keinen Geheimdienst etwas an, wenn ich mit Menschen im Ausland per E-Mail kommuniziere oder Menschen aus dem Ausland meine Webseiten abrufen oder andere Dienste auf meinem Server nutzen – zum Beispiel die Tor-Bridge oder das OpenVPN.

öffentliche Erklärung abgegeben: Das dem Gremium durch den Bundesnachrichtendienst gründlich und plausibel erläuterte Verfahren gab keinen Anlass zur Beanstandung. Es wurde deutlich, dass auf Grund von Verfahrenssicherungen der inländische E-Mail-Verkehr nicht betroffen ist.

Klar, ist ja auch nicht nötig, denn wenn man dann aus irgendwelchen Gründen glaubt, erkannt zu haben, daß es sich um „rein innerdeutsche“ E-Mails handelt, dann bekommt man sie halt von den lieben Freunden, wie wir gerade aus den SPIEGEL-Dokumenten gelernt haben.

Das mit der Glaubwürdigkeit sollten Sie vielleicht nochmal üben.

Und ich bestehe immer noch darauf, daß meine E-Mails, egal aus welcher Domain und mit welcher IP-Adresse ich sie abschicke oder empfange und egal, wo mein Gegenüber sitzt, nicht abgefischt werden. Nicht vom BND und nicht von anderen Geheimdiensten. Auch nicht nur die Information, wann ich mit wem kommuniziere. Das geht nämlich einfach mal keinen was an.

Mit freundlichen Grüßen
———

Die Bundesdatenschutzbeauftragte und der Bundesnachrichtendienst hatten es bislang nicht nötig, auf irgend eine Weise zu antworten oder auch nur den Empfang der E-Mail zu bestätigen.

flattr this!

23.06.2014

Michael Stehmann - Die FSFE beim Jubiläum der GLS-Bank

Die GLS Gemeinschaftsbank eG ist eine genossenschaftlich organisiserte Bank mit ethischem Anspruch.

Am 13. und 14. Juni fand die vierzigste Jahresversammlung der GLS-Bank in Bochum im dortigen “RuhrCongress”-Center statt. Zu diesem runden Anlass gab es ein besonderes Rahmenprogramm. Es sollte neben einem Bühnenprogramm u.a. auch eine “Erlebniswelt” und darin verschiedene Thementische geben. Auch namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur kamen.

In der “Erlebniswelt” sollte es auch einen Tisch zum Thema “Gemeinwohlorientierte Software” geben, zu dem die FSFE eingeladen wurde. Nun, die “Erlebniswelt” hieß dann “Worldcafé” und unser Tisch hatte dann den Titel “Gesellschaft 2.0 – digital und grün vernetzt”.

Mechilde und ich konnte leider nur am ersten Tag diesen Tisch für die FSFE “besetzen”, denn an diesem Abend begann auch das jährliche Treffen des deutschsprachigen Team der FSFE im Linuxhotel, an dem wir teilnehmen sollten. Am zweiten Tag wurden wir daher von Ingo vom Linuxhotel abgelöst, der aber auch schon am ersten Tag in Bochum erschien.

Um 13:30 Uhr sollte der Einlass sein. Wir saßen noch vor der Tür, als wir die ersten Leute trafen, die uns kannten und erkannten. Nun, wir waren ja auch entsprechend gekleidet. So konnten wir schon vor dem Einlass unsere Botschaft “unters Volk bringen”.

Nachdem wir dann im “Worldcafé” angelangt waren, hingen wir erstmal unser Plakat auf und drappierten unsere Flyer auf dem Tisch. Ich traf dann auch unseren Einlader, der mich unschwer am T-Shirt erkannte. An “unserem” Tisch saßen und standen dann noch neben unserem Einlader Mitarbeiter des Webdienstleisters der Bank und ein Rechtsanwalt.

Unser Tisch war am Eingang, was es unschwer ermöglichte, Leute, die nur einmal eben hereinschauen wollten, um zu erfahren, was in diesem Raum los ist, anzusprechen. Zunächst einmal hielt sich der Andrang der Genossinnen und Genossen aber in Grenzen.

Ich ging daher erst einmal in einen Vortrag von Mitgliedern des Netzwerkes plurale Ökonomik um mich über den beklagenswerten Zustand der deutschen volkswirtschaftlichen Forschung und Lehre und den Versuchen, diesen zu bessern, aufklären zu lassen. Mitglieder des Netzwerkes kamen später noch an unseren Tisch. Sie waren über Freie Software erstaunlich kundig. Gemeinsam stellten wir fest, dass Freie Software sowohl in volkswirtschaftlicher, als auch in soziologischer Hinsicht noch ein lohnendes Forschungsobjekt ist.

Nachdem ich vom Vortrag zurückkam, wurde der Andrang des Publikums lebhafter. Wir konnten viele Fragen zu Freier Software allgemein und im Speziellen beantworten. Auch unsere Flyer, vor allem der “Werkzeug”-Flyer, fanden ihre Leserinnen und Leser.

Als dann das Abendprogramm das Publikum in den Bann zog, machten wir uns auf den Weg nach Essen.

Verpflegt wurden wir übrigens an diesem Tage in hervorragender Weise.

Ingo berichtete dann vom zweiten Tage, dass er wiederum interessante Gespräche bei nicht ganz so großem Publikumsandrang geführt habe.

Insgesamt trafen wir auf ein sehr aufgeschlossenes Publikum, dass sich am Thema Freie Software sehr interessiert zeigte. Aus meiner Sicht hat sich dieser Kontakt mit einem aufgeschlossenen “Mainstream”-Publikum gelohnt, auch wenn die Leute immer wieder und aus ihrer Sicht sicherlich zurecht leugneten, “normal” zu sein.

Nachtrag: Unser Einlader ist übrigens in der Dortmunder Initiative für Freie und Quelloffene Software (Do-FOSS) engagiert.

Auch in deren Blog wurde über die Veranstaltung und den Thementisch berichtet.

22.06.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #167

Abmahnungen

Armut

Autismus

Behinderung / Inklusion

Bundestag

Computersicherheit

Depression

Drohnen

Edward Snowden

Elektronische Gesundheitskarte

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

Leistungsschutzrecht

Netzneutralität

Pressefreiheit

Überwachung

Verkehrspolitik

Ganz zum Schluß

flattr this!

20.06.2014

mxey - How to GTD

I struggle with many things in my daily life. If at all possible, I like to systemize them to make them easier, and especially to reduce the load of decision making. I am also a fan of building on resources made by other people. That means, ideally someone has already come up with a system to solve my problems.

Getting Things Done (GTD) is one of those systems. It gives structure to what you need or want to do in your life, to what used to be a cluttered todo list or an overflowing head filled with stuff you must not forget.

In this article, I want to describe where to start if you are interested and how I put GTD into action.

Read the book

The book is called “Getting Things Done: The Art of Stress-Free Productivity” by David Allen.

This is the most important part. GTD is not just another todo application you get from the App Store that promises to magically solve all your problems. It is a system that you need to understand, learn and make into habit if you want to use it.

I don't think they replace the book, but I can also recommend this quick summary of how GTD works and the episodes of the Back to Work podcast about it.

Get software

I had read David Allen's book years ago, but I never managed to put it into practice. Being the computer person that I am, doing it all on paper never was an option for me. For a long time while I still used Linux, I procrastinated on writing my own application for it.

Some years ago I switched to a Mac (and iPhone), which comes with at least two good options for GTD. I started out with Things. Some of its limitations bugged me, and I later switched to the godfather of GTD applications: OmniFocus. OmniFocus is sold separately for Mac, iPhone and iPad, making the combined suite pricy. I have found it well worth the price though and it's an invaluable tool in my life.

(If you use Linux on the desktop, you could check out Getting Things GNOME. Beware that I have never used it.)

Stick with it

This is the hardest part and I still have trouble with it. Getting Things Done is a system that requires constant adherance to it. You need to collect stuff. You need to process your inbox regularly. I try to process my inbox on a daily basis, but I regularly fail at that.

But when I keep my GTD system ordely and up to date, I enjoy the peace of mind and the feeling of being in control.

19.06.2014

Frosch - Eine Mail an den BND

Genauso wie Holger Koepke habe ich soeben eine E-Mail an den BND geschrieben:

To: zentrale@bundesnachrichtendienst.de
CC: poststelle@bfdi.bund.de, clemens.binninger@bundestag.de
Subject: Überwachung meines Internetverkehrs

Sehr geehrte Damen und Herren,

den Medien ist seit gestern zu entnehmen, daß Sie als Merkmal für „nicht zu überwachenden Internetverkehr deutscher Staatsbürger” allein die Verwendung der Top-Level-Domain „.de“ definieren. Dies nutzt mir, als in Deutschland lebende bundesdeutsche Staatsbürgerin und Nutzerin zweier „.org”-Top-Level-Domains sowie einer „.eu“-Top-Level-Domain, leider gar nichts. Aufgrund Ihres definierten Aufgabenbereichs (Auslandsaufklärung) gehört die Überwachung deutscher Staatsbürger (also auch mir) NICHT zu ihrem Aufgabenbereich.

Als Eigentümerin der Domains

  • bahnblog.org (privat)
  • spamwiki.org (privat)
  • nerd4u.eu (kommerziell)

fordere ich Sie daher auf, den von und zu meinen Domains laufenden Internetverkehr aus ihren Überwachungsmaßnahmen auszuklammern. Das gilt natürlich auch für sämtliche unter diesen Domains genutzten E-Mail-Adressen.

Ich bitte Sie

1. den Eingang dieser Aufforderung sowie
2. die Umsetzung der Maßnahmen

schriftlich zu bestätigen.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Becker
Helmholtzstraße 53
40215 Düsseldorf

CC: – Die Bundesdatenschutzbeauftragte
CC: – Clemens Binninger, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums

[Update 2014-06-19 22:18] StopWatchingUs Heidelberg hat sich angeschlossen: Schreibt dem BND. Jeder, der eine Domain abseits von .de hat und/oder eine Mailadresse bei einem Drittanbieter, die nicht auf .de endet, ist aufgerufen, sich anzuschließen! [/Update]

flattr this!

17.06.2014

Frosch - Versagung der Leistungen (2)

Anderthalb Monate ist es nun her, daß das Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung (ARGE) meine Existenzvernichtung beschloß; Zeit für eine erste Bilanz.

Ohne ein privates Darlehen stünde ich jetzt vermutlich schon mit dem Rücken an der Wand. Zum Glück erfuhr ich, daß so etwas ohne spätere Anrechnung möglich ist, wenn ein schriftlicher Darlehensvertrag abgeschlossen wird. So sieht’s derzeit aus:

Das Sozialgericht Düsseldorf hatte meinen Antrag auf Einstweilige Anordnung nach drei Wochen abgelehnt. Die Stellungnahme des ARGE dazu bestand zwar nur aus einer Ladung erkennbar halb blind zusammengeklickter Textbausteine (in einem wurde ich als „Herr“ bezeichnet) und ging mit keinem Wort auf meinen Widerspruch ein. Das Gericht zitierte zwar noch aus meinem Widerspruch, zog daraus aber keinerlei Schlußfolgerungen, sondern fand wohl die Textbausteine des ARGE schöner oder so – und folgte der dort nicht vorhandenen Argumentation. Daraufhin habe ich eine Fachanwältin für Sozialrecht beauftragt, mich zu vertreten, und sie hat Klage beim Sozialgericht eingereicht.

Kurze Zeit später kam dann auch der weitere ablehnende Bescheid des ARGE auf meinen Widerspruch hin, unter anderem mit dem bissigen Hinweis, der Briefkasten könne gar kein „Loch“ haben, ich hätte ja gar nicht versucht, etwas abzugeben. Klar, völlig logisch, ich werf das Zeug ein, es kommt nicht an, also hab ich gar nicht versucht, es einzuwerfen. m(

Es ist aber auch ein seltsamer Zufall, daß da immer genau die Briefe nicht ankommen, die zusätzliche Arbeit machen, kann ich gar nicht verstehen sowas …

Durch das Darlehen konnte bzw. kann ich jetzt erstmal einige akute Rückstände decken:

Gas (das heißt: Warmwasser, Heizung und Herd/Backofen): Die Stadtwerke Düsseldorf meinten, sie könnten mir die Rückstände „im Zuge der Gleichbehandlung aller Kunden“ nur für drei Wochen stunden. Mit dem Darlehen habe ich die Rückstände und den Abschlag für diesen Monat bezahlt; für Juli und vielleicht August reicht es auch noch.

Strom (das heißt: Licht, Kühlschrank, Mikrowellenherd, Wasserkocher, Brotbackautomat, PC, Ladestrom für Mobilgeräte; aber auch Telefonanlage – zwischen ISDN-Anschluß und Analogtelefon – und Zündfunken für die Gastherme – für Warmwasser und zeitweise Heizung –): Die Naturstrom AG setzte eine Mahnsperre bis 15. Juni. Die Rückstände werde ich diese Woche aus dem Darlehen bezahlen. Auch hier wird es noch für Juli und vielleicht August reichen.

Telekom (also Telefon, Internet): Bisher nur Mahnungen, keine explizite Sperr-Androhung. Auch das wird diese Woche beglichen, auch hier wird es bis maximal August reichen.

Miete: Auf eine E-Mail an die (seit März neue) Hausverwaltung kam keine Reaktion. Sie hatten zwar im Mai gemahnt, aber seitdem habe ich nichts mehr gehört. Gerade, weil die Hausverwaltung noch nicht lange zuständig ist, kann ich sie nicht einschätzen. Die Mieten für Mai, Juni und Juli kann ich aus dem Darlehen begleichen, für August wird es nicht mehr reichen.

Lebensmittelversorgung: Seit Anfang Mai lebe ich überwiegend von billigen Dosen-Ravioli, billigen TK-Pizzen und gemischten Resten aus meinem Vorrat; dazu billigstes Müsli fürs Frühstück. Statt Brot aus dem Regal nehme ich wieder Brotbackmischungen, von denen die günstigsten etwa die Hälfte dessen kosten, was Regal-Brot kostet. Dafür verbraucht der Brotbackautomat halt wieder mehr Strom. Durch kleine Hilfen aus meinem Umfeld kann ich diese Art von Basis-Versorgung noch eine Weile aufrecht erhalten.

Server: Mein letztes kleines Stückchen Autonomie, nämlich dieser Server hier, wird durch Freunde gesichert, bei denen ich noch ein kleines Guthaben stehen habe. Einen Umzug all der hier laufenden oder auch nur der wichtigsten Dienste woandershin schaffe ich nervlich derzeit nicht, und ich bin nicht bereit, all das aufzugeben, was ich da in den letzten Jahren aufgebaut habe, weil eine Behörde Scheiße baut und ein Gericht das auch noch toll findet.

Was nicht in Geld ausgedrückt werden kann, ist meine psychische Verfassung. Für diese Jahreszeit ungewöhnlich heftige Depressionsschübe, das Gefühl ständigen Drucks, Retraumatisierung in Bezug auf die gleichartigen Ereignisse im Jahr 2002 (mit tatsächlichem Wohnungsverlust), und lähmende Angst vor dem, was nach August passieren wird, wenn das Darlehen verbraucht ist.

Denn eins ist klar: Das Sozialgericht wird sich nicht sonderlich beeilen. Meine Rechtsanwältin wies mich darauf hin, daß von Sozialgerichten generell und bis hoch zum Bundessozialgericht eine Dringlichkeit wegen drohendem Wohnungsverlust frühestens dann gesehen wird, wenn die Räumungsklage zugestellt ist. Frühestens, das heißt, manchmal auch erst dann, wenn schon der Gerichtsvollzieher anklopft. Ab diesem Punkt muß der Vermieter nicht mehr einlenken, sondern kann auf der Räumung bestehen.

Die Sozialrichter würden es auch nicht als unzumutbar ansehen, mal eine Weile ohne Strom, warmes Wasser oder (falls nötig) Heizung zu leben.

Ich möchte solchen Richtern ja mal zur Hausaufgabe machen, nur eine Woche lang alle ihre Sicherungen rauszuziehen. Natürlich, da sie gut verdienen, können sie dann eben einfach außerhalb essen gehen, wenn Kühlschrank und Herd nicht mehr zur Verfügung stehen; diesen Luxus haben Zwangsverarmte nicht. Aber ob sie dann ihre Urteilsbegründungen zu Hause bei Kerzenschein diktieren? BTW, bei Kabelanschluß geht dann auch Telefonie nicht mehr, weil das Kabelmodem Strom braucht.

Auch der Petitionsausschuß des Landes NRW, bei dem ich direkt nach meinem ersten Besuch bei der Rechtsantragsstelle des Sozialgerichts vorgesprochen habe, hat sehr, sehr viel Zeit. Als nach Einreichung aller Unterlagen dann endlich mal eine Bestätigung kam, hieß es darin, das könne jetzt ein paar Monate dauern, und jede Nachfrage oder jede Nachreichung von Unterlagen kann das weiter verzögern. Danke auch, ich glaube, das hätte ich mir sparen können.

Zuletzt kam jetzt ein weiteres Schreiben, daß man die Sache an den Petitionsausschuß des Bundes weitergereicht habe – ohne Begründung für dessen angebliche Zuständigkeit. Denn der Petitionsausschuß NRW sagt ausdrücklich in seiner Broschüre, daß er für Probleme mit kommunalen und Landesbehörden zuständig sei, und das ARGE ist definitiv eine kommunale Behörde. Jetzt darf ich wohl drauf warten, daß die Sache auf Bundesebene endgültig versandet. So nebenbei bedeutet es, daß meine ARGE-Akte an eine weitere Stelle geht, die dann nichts unternimmt, und ich warte nur drauf, daß sie irgendwo auf diesen vielen Reisen dann auch noch verloren gegangen wird. Wäre ja nicht die erste Sozialakte von mir, die bei besonderer Dringlichkeit dieses Schicksal ereilt.

Solidarischer, sozialer Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland – derzeit klingt das für mich wie ein Hohn.

… to be continued …

flattr this!

16.06.2014

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 18.06.14

Am Mi. den 18. Juni trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

Frosch - Bundestag und Fußball-WM

In einem Beitrag beim Deutschlandfunk vom 12. Juni (Ablenkungsmanöver: Was der Bundestag während der WM alles durchjubelt) heißt es:

„Wir haben jetzt schon Wert darauf gelegt, dass wir möglichst keine Debatten haben, wenn die Deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel hat“, sagt Michael Grosse-Brömer. Das gilt auch für die Haushaltswoche Ende Juni. Da werden am Donnerstag alle Etats etwas knapper besprochen als gewöhnlich. Um Viertel vor fünf soll nämlich Schluss sein. Um sechs spielt Deutschland gegen die USA.

Ich finde das interessant. Denn das heißt ja, daß die Abgeordneten im Bundestag, ohne ihren Arbeitgeber, also den Souverän, zu fragen, sich selbst wegen eines Sportereignisses ihre Arbeitszeiten verkürzen.

Es ist außerdem zu vermuten, daß auch an den anderen Plenartagen, an denen Fußballspiele laufen, mehr Abgeordnete vor Fernsehern als im Plenarsaal sitzen werden. Da gab es ja diese berühmte 57-Sekunden-Abstimmung, in der mal eben Bürgerrechte verkauft wurden – es waren eigentlich nicht einmal genügend Abgeordnete anwesend, um überhaupt eine Abstimmung durchführen zu können, aber man war sich offenbar fraktionsübergreifend darüber einig, daß man trotzdem abstimmen wollte.

Stellt Euch das mal in anderen Arbeitsumgebungen vor:

  • Angestellte in einer Firma sagen, wir machen jetzt einfach mal früher Schluß, bzw. legen keine wichtigen Tätigkeiten in diese Woche, weil ja Fußball läuft und alle abgelenkt sind, ohne den Chef zu fragen.
  • Oder: Eine Firma beschließt, in dieser Woche keine wichtigen Aufträge zu bearbeiten, weil ja Fußball läuft, alle abgelenkt sind und früher Schluß machen wollen.
  • Noch lustiger: In einem Krankenhaus werden mal eben keine wichtigen Operationen angesetzt und die Schichten werden ebenfalls verkürzt, damit alle Fußball gucken können.
  • Im Pflegeheim werden auch die Schichten verkürzt und während der Spiele keine wichtigen Pflegemaßnahmen durchgeführt.

Die Arbeitnehmer, die sowas ohne ihren Chef beschließen, hätten hinterher mindestens mal eine fette Abmahnung in der Personalakte.

Der Unternehmer, der so dermaßen auf die Fußballspiele Rücksicht nimmt, daß er wichtige Aufträge liegenläßt und/oder mit weniger Aufmerksamkeit bearbeitet, der könnte nach der WM seinen Laden zumachen.

Kranke oder pflegebedürftige Menschen würden sich sicher bedanken, wenn sie – ohne deswegen weniger bezahlen zu müssen – (noch) schlechter versorgt würden als sonst schon.

Aber unsere Abgeordneten dürfen bei vollem Gehalt einfach mal so ihre Arbeitszeit verkürzen, weil ja Fußball ist.

Geht’s noch?

Dürfen Erwerbslose eigentlich auch Termine beim ARGE schwänzen mit der Begründung, sie mußten zu der Zeit live ein Fußballspiel sehen? Oder weil ein Fußballspiel, wegen der Zeitverschiebung, bei uns mitten in der Nacht läuft, können sie nicht früh morgens beim Termin erscheinen? Die Sanktion folgte garantiert auf dem Fuße.

Die anderen Schwänzer sind allerdings viele Pressevertreter, für die, wie im DLF-Beitrag erwähnt, ebenfalls jetzt die WM im Vordergrund steht. Es gibt offenbar nichts wichtigeres als eine Fußball-Weltmeisterschaft – oder doch?

Der nächste Plenartag im Bundestag ist am 24. Juni. Auf der Tagesordnung stehen vor allem Haushaltsthemen. Unwichtig und trocken, werden viele denken, aber der Haushalt definiert, welchen Handlungsspielraum jedes Ministerium hat – und was es mit dem Geld, zumindest grob, so anstellen darf. Am gleichen Tag finden vier WM-Spiele statt, sodaß die Aufmerksamkeit von Journalisten und Bevölkerung eher gering sein wird.

Am folgenden Tag, am 25. Juni, ist wieder Plenartag. Die Tagesordnung hat durchaus spannende Punkte: So geht es beispielsweise in TOP III um die „Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) auf Grundlage der Resolution 2100 (2013) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 25. April 2013“. Auch TOP IV betrifft militärische Einsätze, da geht es um die „Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der “United Nations Interim Force in Lebanon” (UNIFIL) auf Grundlage der Resolution 1701 (2006) vom 11. August 2006 und folgender Resolutionen, zuletzt 2115 (2013) vom 29. August 2013 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen“. Ansonsten stehen weitere Haushaltsberatungen auf der Tagesordnung. Am selben Tag laufen wieder vier WM-Spiele, sodaß wiederum die Aufmerksamkeit von Journalisten und Bevölkerung gegen Null tendieren wird.

Am 26. Juni stehen wieder „nur“ Haushaltsberatungen auf der Tagesordnung – die natürlich „pünktlich“ abgearbeitet sein muß, damit auch alle die vier WM-Spiele dieses Tages live mit ansehen können.

Die Beratung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat man immerhin auf den spielfreien Freitag, den 27. Juni, gelegt. Dafür soll an dem Tag auch ohne Fußball bereits um 14:25 Uhr Feierabend sein. (In einer Firma müßte man hier die versäumte Arbeitszeit nachholen.) Vor lauter WM-Berichterstattung wird man aber vermutlich vom Ergebnis dieser Debatte in der Presse nur unter „ferner liefen“ lesen. Schließlich ist Fußball, Fußball ist wichtiger als alles andere, nicht wahr?

Bei den EEG-Beratungen geht es übrigens um Steuerbefreiungen für die großen Stromfresser, die die privaten Haushalte über Strompreiserhöhungen wieder ausgleichen „dürfen“. Nach drei fußballtrunkenen Tagen wird da sicher jeder Journalist ganz genau zuhören und sehr kritisch berichten. (Ähm, ja.)

Weitere Tagesordnung für die Zeit der Halbfinalspiele (28. Juni bis 1. Juli sowie 4. und 5. Juli) und die Finalspiele (8./9. und 12./13. Juli) wurden vom Bundestag noch nicht bekanntgegeben.

Generell frage ich mich, wieso eine private Großveranstaltung Politiker, politisch interessierte Menschen, Journalisten und überhaupt die ganze Bevölkerung dermaßen in Beschlag nehmen kann, daß außenherum nichts mehr wahrgenommen wird. Andere Sportveranstaltungen, auch wenn sie einen Weltmeister-Titel versprechen, werden weder medial noch durch die Politik dermaßen stark hofiert – was ja durchaus in Ordnung ist! Aber (Männer-)Fußball – ja, das ist was „anderes“. Das einzige, was da noch gleichziehen kann, sind die Olympiaden – aber auch wiederum nur die der Nichtbehinderten: Die Olympiade der behinderten Menschen wird kaum beachtet, ein krasses Gegenstück zu der vorher laufenden Olympiade.

Ich verstehe, daß sich Menschen aus ihrem Alltag ablenken lassen wollen, für viele ist er übel genug (was man von Bundestags-Abgeordneten allerdings eher nicht sagen kann). Aber diese völlige Abschaltung aller Wahrnehmung von allem, was nicht Fußball (bzw. Olympia) ist, die kann ich nicht verstehen.

Primär ist hier wohl der Berufsstand der Journalisten angesprochen. Fernsehen, Zeitung, Webseiten, alles ist voller bunter Fähnchen und voller Fußbälle. Wie ein Spieler welcher Mannschaft wann wo ein Tor geschossen hat oder warum ein Schiedsrichter wann wie entschied, wird intensiver diskutiert als die Frage, wie unser Bundeshaushalt zustande kommt und wie die Gelder verplant werden.

Darf ich das krank finden?

Ich denke, es wird Zeit, dieser Veranstaltung den Platz zuzuweisen, der ihr zusteht und ihr die Aufmerksamkeit kräftig zu kürzen. Weg damit von den Titelseiten, ab in die Sportseiten, in die Sportzeitungen, von mir aus in den Boulevard. Außerdem gehört das Thema raus aus der Werbung und aus den Schaufenstern (von Sportgeschäften und -abteilungen vielleicht mal abgesehen), damit wir nicht aggressiv immer und überall nur noch Fähnchen und Fußbälle sehen und alles andere vergessen (sollen).

Die Menschen sollten auch während solcher Veranstaltungen, ohne ständig abgelenkt zu werden, noch in der Lage sein, klar zu denken und in der Realität zu bleiben. Das scheint da nämlich ein Stück weit verloren zu gehen.

In diesem Sinne: Hoffentlich fliegt Deutschland bald raus, damit zumindest ein Teil des medialen Fußball-Terrors mal vorbei ist und wieder über wirklich wichtige Dinge gesprochen und geschrieben wird.

flattr this!

15.06.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #166

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Kirchen

LGBTI

MMS und andere Scharlatanereien

Patente

Überwachung

Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

flattr this!

09.06.2014

Michael Stehmann - Fellowshiptreffen im Mai 2014 in Düsseldorf

Nach einigen Bekanntmachungen und der inzwischen traditionellen Vorstellungsrunde stellte Udo Spallek auf dem Fellowshiptreffen am 28.05.2014 Tryton vor. Tryton ist eine Freie-Software-Plattform für Geschäftsanwendungen.

Udo, der in Aachen beheimatet ist, ist von Anfang an bei diesem Projekt engagiert und Mitbegründer der Tryton Foundation.

Zunächst erläuterte er, was Tryton ist. Dabei erklärte er u.a., dass Tryton seinen Namen daher habe, dass es in Python geschrieben ist. Tryton wird vom Projekt wie so beschrieben: (Tryton) “Ist ein universelles Drei-Schichten Applikations-Framework unter der GPL-3 Lizenz, ist in Python programmiert und verwendet PostgreSQL als Datenbank. Es bietet Modularität, Skalierbarkeit und Sicherheit und ist die Basis einer kompletten Unternehmenslösung.” Dies beschrieb Udo in seinem Vortrag etwas detaillierter.

Der Vortrag bot aber nicht nur einen Überblick über die Anwendungsplattform, sondern beleuchtete auch die Projektstruktur und Arbeitsweisen und stellte die Tryton Foundation vor.

Den Vortrag ließ sich auch ein Mitstreiter des Kivitendo-Projektes nicht entgehen, der daher innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal von Bonn nach Düsseldorf angereist war.

Udo hat uns freundlicherweise seine Folien zur Verfügung gestellt.

Die an den Vortrag anschließenden Gespräche und Diskussionen dauerten noch bis in den frühen Morgen (der nächste Tag war erfreulicherweise ein Feiertag).

Nächste Treffen:

Am 13. bis 15. Juni 2014 findet im Linuxhotel in Essen das jährliche Treffen des deutschsprachigen Teams der FSFE statt.

Am Samstagabend (14. Juni) wollen wir das Treffen ab 18:00 Uhr für alle interessierten Fellows und Miglieder der Freien-Software-Community öffnen.

Es besteht Gelegenheit, mit den Mitgliedern des deutschsprachigen Teams der FSFE beim Social Event zu diskutieren und sie kennenzulernen.

Herzliche Einladung daher nicht nur, aber vor allem auch an die rheinischen Fellows an diesem Abend ins Linuxhotel. Wir hoffen, bei gutem Wetter den Abend im weiträumigen Park desselben verbringen zu können.

Das nächste Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 25.06.2014 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt. Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem “offiziellen” Teil. Wer später kommt, verpasst also was. Vortragende(r) und Thema werden noch bekannt gegeben.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

08.06.2014

Frosch - Im Netz aufgefischt #165

Armut

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Jugendschutz

Markenrecht

Netzneutralität

Vorratsdatenspeicherung

flattr this!