Willkommen auf Planet Chaosdorf! Wir sammeln hier alle Blogs, die für uns irgendwie interessant sind – meist von Personen oder Organisationen aus unserem Umfeld

25.09.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #283

Die Nachrichtenlinks zum Themenkomplex Rechtsextremismus etc. finden sich wie üblich bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 38/2016.

Autismus

Drogenpolitik

Hartz IV & Co.

Impfgegner

Internetsperren

Migration

LGBTIQ

RIP Faxe

Stalking

Twitter-Weisheiten

Und sonst so?

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21.09.2016

Frosch - Post-Logik

Da ich ja wieder fleißig Artikel auf eBay verkaufe und die verkauften Artikel auch verpacken und verschicken muß, benötige ich dafür auch gelegentlich Verbrauchsmaterial für den Versand. Zum Beispiel Paketklebeband. Das ging mir vor ein paar Tagen aus, also suchte ich nach Ersatz. Beim ersten Versuch bei der Post am Konrad-Adenauer-Platz (Hauptbahnhof) fand ich zwar neue Abroller mitsamt Klebeband, aber Abroller habe ich ja, sogar zwei Stück. Ich wollte nur neues Klebeband dafür haben.

Auf eBay fand ich solches Klebeband: Das ist wohl ein Sonderformat, das die Post da verkauft, mit einer Breite von 38 mm; die meisten anderen Anbieter haben das Klebeband ab 47 mm im Programm, und es gibt auch noch breitere. Aber ich wollte eigentlich schon wieder das 38-mm-Band haben. Ja, jedenfalls fand ich das Band da auch, allerdings für 3,49 € plus 1,90 € Versand. Dafür, daß der Abroller mitsamt Klebeband bei der Post 2,99 € kostet, fand ich das dann ein wenig teuer.

Packband ohne Abroller: 3,29€, Packband mit Abroller: 2,99€

Gestern war ich wieder bei der Post, und diesmal war auch das Regal mit den Paketband-Rollen ohne Abroller wieder aufgefüllt. Allerdings gilt auch hier: Das Packband mit Abroller kostet weniger als das Packband alleine. Bei gleicher Länge, wohlgemerkt (33 m). Also: Packband mit den Maßen 38 mm mal 33 m kostet 3,29 € pro Rolle, während Packband mit denselben Maßen mitsamt Abroller nur 2,99 € kostet.

Muß ich das verstehen?

Die Angestellte am Schalter, die ich darauf ansprach, fand es jedenfalls auch unverständlich.

Auf Twitter dachte sich ein Social-Media-Mensch auf dem Account @DHLPaket eine ziemlich dumme Ausrede aus:

„Irgendwie müssen wir doch diese Abroller loswerden :-)“ – das könnte ich jetzt interpretieren als: „Wir haben uns beim Einkauf vergaloppiert und wollen die Abroller jetzt auf Teufel komm‘ raus unter’s Volk bringen. Auch wenn es natürlich umweltfreundlicher wäre, die Kunden über den Preis dazu zu animieren, keine extra Plastikteile zu kaufen, wenn sie eigentlich nur das Verbrauchsmaterial nachkaufen müssen, weil sie den Abroller schon haben“. Ich vermute aber eher, daß man bei den Social-Media-Leuten hinter @DHLPaket einfach nur „witzisch“ sein wollte.

Warum Abroller plus Paketband weniger kostet als das gleich lange Paketband alleine, weiß ich jetzt immer noch nicht. Muß man aber anscheinend nicht verstehen, das ist wohl eine ganz eigene Logik der Post.

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18.09.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #282

Die Besorgten Nachrichten stehen wie immer bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 37/2016.

American Natives

Autismus

Genderfoo

Hartz IV & Co.

Kinder

LGBTIQ

RU-Trollring

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16.09.2016

Frosch - Überforderung #wasihrnichtseht

Es ist wieder passiert. Ermutigt dadurch, daß ich nach meiner Teilnahme am Bundesparteitag 16.2 in Wolfenbüttel keinerlei Nachwirkungen hatte, mir nicht einmal der aktuelle Flow (eBay-Verkäufe) abhanden gekommen war, war ich letztes Wochenende nach Berlin gefahren, um beim Wahlkampf der dortigen Piraten auszuhelfen. Und dann war das doch zu viel gewesen. Viel zu viel.

Dabei hätte ich es vorhersehen können:

  1. Die Entscheidung war viel zu kurzfristig gewesen. Auf eine Reise muß ich mich einstellen können. Dienstag entscheiden und Donnerstag fahren ist einfach keine gute Idee.
  2. Es war zu wenig organisiert. Ich hatte trotz Nachfragen von den Berliner Piraten leider nur viel zu wenige Informationen darüber bekommen, wann ich wo und womit aushelfen kann und wie da was vorgesehen ist. Es mag ja sein, daß es dort Personalmangel gab, aber man kann nicht voraussetzen, daß Leute, die von außerhalb kommen, wissen, was wann wo abgeht und wer wofür zuständig ist – und wo man im Netz Informationen dazu findet, sofern es denn überhaupt welche gibt.
  3. Die Hitze mit Tagestemperaturen von regelmäßig über 30° C darf man auch nicht unterschätzen.

Was ich nicht hatte vorhersehen können, war der Schienenersatzverkehr zwischen Ostbahnhof und Lichtenberg wegen einer Baustelle. Ausgerechnet an diesem Wochenende. Mein Übernachtungsplatz war in Hohenschönhausen, und ich mußte täglich über diese Strecke. Volle stickige Busse ohne (funktionierende bzw. wirksame) Klimaanlage bei großer Hitze sind, sagen wir, ein recht zuverlässiger Auslöser für Overloads.

Auch nicht vorhersehen konnte ich, daß ich am Samstag eine Blase am rechten Fuß bekommen würde. So groß wie ein 2-Euro-Stück und mitten auf dem Fußballen. Der Grund dafür ist wohl, daß die Sohlen meiner Sandalen jetzt langsam auseinanderfallen. Die haben ungewöhnlich lange gehalten, schätzungsweise sieben oder acht Jahre, was für den Preis von ca. 35 € schon ungewöhnlich gut ist. Aber nun sind sie wohl fällig.

Zudem hatten mich Bürokratie-Geschichten bereits im Flow gestört gehabt. Aber vor der Fahrt konnte ich wieder hineinfinden. Jetzt scheint das erstmal vorbei zu sein.

Ich hatte in drei Aufenthaltstagen vier Overloads gehabt, und mindestens einer davon war schon recht hart am Shutdown (= Handlungsunfähigkeit, Sprachverlust) gewesen, und das ohne echte Rückzugsmöglichkeiten. Sowas bleibt nicht ohne Nachwirkungen.

Meine Konzentration ist jetzt erstmal ziemlich im Eimer.

Dabei war es jetzt so für etwa zwei Monate ungewöhnlich gut gelaufen. Zwar immer mit dem Gefühl im Hintergrund, daß sich das ganz schnell wieder ändern kann und ich das keinesfalls als stabil und zuverlässig ansehen darf, aber es lief erstmal. In your face, ARGE, das mich unbedingt zwangsverrenten will.

Obwohl meine Sehprobleme natürlich teilweise mit meinen Brillen zu tun haben, die beide schon seit wenigstens zwei Jahren ein nicht so billiges Update benötigen (Krankenkassen bezahlen ja heutzutage lieber Zuckerkügelchen als echte Hilfsmittel), tun mir heute außerdem auch noch die Augen weh. Ich habe das jetzt schon mehrfach festgestellt, daß sich bei starken Stimmungsänderungen meine Sehfähigkeit verändert – und wenn es mir wieder besser geht, sehe ich auch wieder besser. Die Brillen können sich dem natürlich (leider!) nicht anpassen, und insbesondere das Lesen am Bildschirm wird anstrengender. Irgendwas in meinen Augen reagiert da wohl.

All das sind Dinge, die von außen nicht wahrgenommen werden. Also zum Beispiel, daß eine wenige Tage andauernde starke Überforderung eben nicht nur diese wenigen Tage andauert, sondern auch darüber hinaus wirkt. Manchmal wenige Tage, manchmal über Wochen.

Neurotypische Menschen mögen zwar durchaus Überlastung und Überforderung kennen, aber üblicherweise nicht aus so „gewöhnlichen“ Anlässen und auch meist nicht mit dieser Wucht. Das ist echt eine andere Kategorie und gehört zu dem, #wasihrnichtseht am Autismus.

Immerhin ist es jetzt nicht mehr so extrem heiß. Ich mag ja eigentlich Wärme, aber wenn man sich praktisch nicht mehr auch nur minimal bewegen kann, ohne direkt zu zerfließen, ist es auch mir zu viel. Und auch stickige Luft ist da jetzt nicht sonderlich hilfreich.

Trotzdem wird es wohl noch wenigstens ein paar Tage dauern, bis ich meinen Flow wiederfinde. Ich hoffe, daß mir dieses Wochenende dafür reicht.

Ende Dezember will ich wieder zum CCC-Congress und weiß jetzt schon, daß ich wegen dieser einen Woche in Hamburg besser den kompletten Januar abschreibe …

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12.09.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #281

Am Wochenende war ich wegen Wahlkampfhilfe für die Piratenpartei Berlin nicht da, und weil ich dem Scheduling von WordPress nicht mehr traue, mußte es halt bis heute warten. Auch die Besorgten Nachrichten, KW 36/2016 bei den Besorgten Bürgern kamen deshalb mit einem guten Tag Verspätung.

Armut

Autismus

Bildung

Datenschutz

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Leistungsschutzrecht

Piratenpartei

Scharlatanerie

Trau schau wem

Verfassungsschutz

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07.09.2016

Frosch - Bemerkenswerter eBay-Kauf

Klar, man kann bei eBay auch mal reinfallen. Aber diesmal hatte ich doch einen … ja, bemerkenswerten Kauf. Im Juli hatte ich mir ein paar günstige Film-DVDs geschossen, sozusagen als Wintervorrat. Zwei der Filme kamen dann nicht an, weil die Post sie verschlampt hat, aber das ist ein anderes Thema. Ein weiteres Filmangebot wurde allerdings nach meinem Kauf durch den Verkäufer am 21. Juli abgebrochen – ohne vorherige Kommunikation, ohne echte Begründung bzw. nur mit einer Standard-Begründung („Artikel nicht mehr vorrätig oder aus anderen Gründen nicht mehr lieferbar“).

Was macht man da?

Ich war recht sauer, vor allem, weil ich den bereits bezahlten Kaufpreis auch trotz entsprechender Anforderung nicht zurückbekam. Auch eBay hatte, nachdem ich einen „Fall“ geöffnet hatte, den Verkäufer aufgefordert, mir den Kaufpreis zurückzuerstatten, ohne Reaktion. Auch wenn es „nur“ um 3,00 € ging – das ist schließlich auch Geld.

Schließlich bewertete ich negativ, eben mit der Begründung, daß der Kauf einfach nach Abschluß abgebrochen worden war. Damit schien die Sache erledigt.

Vor etwa zehn Tagen bis zwei Wochen bekam ich überraschend eine Benachrichtigung darüber, daß der Artikel verschickt worden sei. Das hielt ich für einen Fehler oder auch ein „verklickt“ vom Verkäufer, denn er hatte ja behauptet, den Artikel gar nicht mehr zu besitzen.

Manche Verkäufer machen das, wenn ihnen jemand außerhalb von eBay ein (besseres) Angebot gemacht hat, das sie dann lieber annehmen. Erlaubt ist das nicht, und nicht nur nach den eBay-Regeln: Spätestens mit der Bezahlung darf der Verkäufer den Artikel nur noch dem Käufer aushändigen, sonst niemandem.

Heute nun war die DVD tatsächlich in meinem Briefkasten. Ordentlich verpackt, aber … ja, OK, der Zustand war mit „akzeptabel“ angegeben worden, aber die Oberfläche der DVD sieht richtig übel aus.

Die DVD läßt sich allerdings tatsächlich abspielen, zumindest bei Stichproben gab es keine Hänger oder Sprünge. Nur von allein loslaufen will der Hauptfilm nicht, und meine gewählten Spracheinstellungen (Sprache und Untertitel) wurden nicht sofort berücksichtigt, sondern erst nach einigen Minuten Laufzeit. Nunja. Immerhin kann man den Film so gerade noch angucken; ich werde mir aber wohl eine „Arbeitskopie“ rippen.

Kommunikation wäre hier wirklich sinnvoll gewesen, immerhin hätte sich der Verkäufer die negative Bewertung ersparen können. Aufgrund des Zustandes hätte ich allerdings eher eine neutrale als eine positive Bewertung vergeben. Nun geht das nicht mehr, bewertet ist bewertet.

Generell scheint Kommunikation für manche eBay-Nutzer ein echtes Problem zu sein, das sehe ich auch bei einzelnen Käufern. Ist das echt so schwierig, mitzuteilen, wenn sich der Geschäftspartner auf eine Änderung einstellen soll bzw. muß? Oder wenn man als Käufer mit der Bezahlung noch warten will, ob vielleicht noch mehr für ihn interessante Artikel vom selben Verkäufer eingestellt werden? Oder einfach danach fragen?

Das ist übrigens unabhängig davon, wieviele Bewertungen jemand schon hat; Leute mit wenig Bewertungen scheinen das mit der Kommunikation aber besonders schwierig zu finden.

Ich hätte mir in diesem Fall gewünscht, der Verkäufer hätte mich vor dem Abbruch darüber informiert, daß es ein Problem gibt. Das kann doch eigentlich nicht so schwer sein, und ich beiße doch nicht. Fehler passieren, aber der Geschäftspartner kann das ja nicht ahnen.

Also, wenn ein Kauf platzt, warum auch immer, oder wenn Ihr bei mir kauft und noch warten wollt, ob weitere für Euch interessante Artikel auftauchen, dann teilt mir das doch bitte einfach mit. Man kann über alles reden. Aber muß man eben reden wollen.

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04.09.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #280

Die unappetitlicheren Nachrichten, also rechte Parteien, Rechtsextremismus, rechte Gewalt und Hintergründe dazu, finden sich wie immer bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 35/2016.

Autismus

Behinderung / Inklusion

Bundeswehr

Drogen

Freie Software

Geheimdienste

Hatespeech

#landesverrat

Tierquälerei

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03.09.2016

Frosch - Behörden-Gläubigkeit

Gestern habe ich es mal wieder erlebt: Die Mehrheit der Gesellschaft ist so behörden-gläubig, daß jeder, der behauptet, eine Behörde mache etwas absichtlich falsch, erstmal ausgelacht oder zumindest nicht ernst genommen wird. Auch von anderen Behörden, übrigens.

Ich muß Euch da leider enttäuschen: Es gibt Behörden, die absichtlich, willentlich und wissentlich Recht brechen. Und weder die Mitarbeiter noch die Behördenleitungen werden dafür belangt, denn Ermittlungsbehörden schauen einfach weg. Unter den Täter-Behörden sind mindestens die faschistischen Repressionsämter AKA „Sozialämter“ und die Ämter für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung (ARGE), offiziell „Jobcenter“ genannt. Aber auch von Jugendämtern hörte ich schon entsprechende Geschichten aus erster Hand. Mal ein paar Beispiele:

@Drachenrose hatte auf Twitter auf folgenden Artikel hingewiesen: „Sozialwidriges Verhalten“: So hart können Hartz-IV-Empfänger nun bestraft werden. Daraufhin meinte Alvar Freude:

Alvar Freude @alvar_f
@Drachenrose @AlexSchestag ich sehe erstmal kein Problem darin, Trickser, die es übertreiben, zu bestrafen.

7:32pm · 2 Sep 2016

Ja, so sehen das viele. Die Schuld an der Repression gegenüber leistungsberechtigten Erwerbslosen wird ihnen selbst gegeben, davon ausgehend, daß das ARGE schon immer alles richtig machen werde und die Arbeitslosen doch bestimmt zu doof, zu faul oder auch zu kriminell waren, um Anträge rechtzeitig abzugeben, Jobs anzunehmen oder Termine wahrzunehmen.

Das ist jedoch falsch. Tatsächlich arbeiten ARGEn und andere Repressionsbehörden hart daran, die Menschen, um die sich eigentlich kümmern sollten, loszuwerden. Irgendwie. Legal, illegal, scheißegal. Warum? Weil sie es können. Mehr noch: Weil sie es sollen. Weil schöne Statistiken und eingesparte Mittel wichtiger sind als die Grundrechte von Menschen ohne Geld.

Deswegen wird auch auf höchster politischer Ebene immer wieder das Fehlverhalten Weniger herangezogen, um gegen alle immer härter vorgehen zu können, allen immer mehr unterstellen zu können, allen immer mehr Rechte zu nehmen.

Alvar Freude @alvar_f
@AtariFrosch @AlexSchestag @CaeVye @Drachenrose welches Interesse sollte jemand haben, Unterlagen verschwinden zu lassen?

9:53pm · 2 Sep 2016

Ganz einfach: Arbeitsersparnis, verbunden mit Geldersparnis und schöneren Statistiken. Und das passiert überall, bundesweit, mit aller Selbstverständlichkeit und ohne jegliches Unrechtsbewußtsein. Denn wer ein Gewissen hat und trotzdem versehentlich beim ARGE eingestellt wird, wird dann eben wieder rausgeworfen, sobald dieses Gewissen sichtbar wird. Sowas können die da gar nicht gebrauchen.

Allein was ich in den letzten knapp drei Jahren erlebt habe, also selbst, wenn ich die davorliegenden Jahre ab Oktober 2000 ausklammere, kann mir keiner mehr mit „Fehler passieren halt“ erklären. Nicht nur die Häufung, sondern auch die Selbstverständlichkeit, mit der Dinge getan und Lügen erzählt werden, deuten ganz klar auf Systematik hin. Das sind keine Fehler. Das ist gewollt.

Da hätten wir:

  1. Nötigung zu Straftaten: Ich sollte die Einnahmen und Ausgaben meiner Firma mit der „Anlage EKS“ detailgenau angeben, um dann dazu gezwungen zu werden, monatlich „übriggebliebene“ Beträge zur Hälfte zu entnehmen. Der kleine Haken dabei: Die Firma ist eine UG, also wie eine GmbH eine eigene Rechtspersönlichkeit, über deren Geld im laufenden Tagesgeschäft der Geschäftsführer (hier: nicht ich) und über deren Gewinne die Gesellschafterversammlung entscheidet, von der ich nur ein Teil bin. Die Gesellschafterversammlung, nicht das ARGE. Und die Gesellschafterversammlung ist auch nicht dazu verpflichtet, Einnahmen oder Gewinne zugunsten eines bestimmten Gesellschafters auszuzahlen, nur weil der zufällig von Sozialleistungen leben muß, solange die Gewinne eben noch nicht reichen, um nicht mehr aufstocken zu müssen. Greife ich also trotzdem in die Kasse, mache ich mich der Untreue und ggf. des Diebstahls schuldig, außerdem hätte mein Partner Schadenersatzansprüche.
  2. Das ARGE interessierte das nicht: Als ich Ende Oktober 2013 schriftlich darauf hinwies und dazu einige Fragen stellte, zu deren Beantwortung man vermutlich einen Juristen hätte heranziehen müssen, „verschwand“ dieser Brief. Wie alle anderen Unterlagen zuvor (und danach) hatte ich ihn in den Hausbriefkasten des für mich zuständigen ARGE eingeworfen. Als sei das nie geschehen, wurde ich im Dezember 2013 „erinnert“, die Anlage EKS abzugeben. Ich warf am 15. Januar 2014 (genau: In der Nacht vom 14. auf 15. Januar) wieder einen Brief ein, in welchem ich mich auf den ersten bezog und außerdem eine Kopie eines angeforderten Dokuments beifügte. Dieser Brief verschwand ebenso, wie ich dann erst Ende April 2014 erfuhr. – Das StGB nennt sowas Unterschlagung. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, das Sozialgericht Düsseldorf und zwei Petitionsausschüsse sagen dazu: „Tjo, es ist halt nicht angekommen“. Rechtsstaat? Verlassen auf Gerichte? Äh, nein.
  3. Wegen des Fehlens der Anlage EKS wurde mir ab Ende April 2014 die Leistung komplett versagt. Es war ein Kampf über 4,5 Monate, bis ich wieder Leistungen bezog, und nur durch ein Darlehen aus meinem Freundeskreis hatte ich in der Zeit Strom und Gas, und weil mein Vermieter geduldig ist, habe ich meine Wohnung nicht verloren. Dieses Glück hat nicht jeder.
  4. Weil es leider nicht geklappt hat damit, mich loszuwerden, kam man plötzlich auf die Idee, es über meine Wohnung zu versuchen: Versagung der Leistungen (4) – Strafanzeige. Dafür hatte man sich vorher nie interessiert, warum nun auf einmal? Weil das ein willkommener weiterer Angriffspunkt ist?
  5. Nachdem im September 2014 dann endlich alles geklärt erschien, meinte der Sachbearbeiter, ich werde nun Ruhe haben. Das war wieder gelogen, denn schon Ende Oktober kam der nächste Hammer: Das Arbeitsverhinderungsamt konnte mich einfach nicht in Ruhe lassen, um tatsächlich etwas für die Firma (meinen Arbeitsplatz!) zu tun. Die Nötigung zur Untreue wurde wiederholt. Und auf einmal fehlten angeblich Angaben zu meiner Wohnung, und wenn die fehlen, meint das ARGE, Auszahlungen nach Lust und Laune kürzen zu dürfen. Nach einer Untersuchung bei einer Amtsärztin der BA schien (!) das Thema Umzug dann auch erstmal erledigt. Schien.
  6. Denn dieses Gutachten wurde einige Zeit später dann einfach mal umgedeutet in „Erwerbsunfähigkeit“, und es begann der Versuch der Zwangsverrentung: Das ARGE behauptete, ich müsse an meiner Zwangsverrentung mitwirken; von der Rentenversicherung hatte ich einen vollständigen Antragssatz zugeschickt bekommen. Ich teilte der RV freundlich mit, daß ich keinen Antrag zu stellen gedenke; wenn das ARGE das will, sollen sie das selbst machen (und dürfen sie sogar). Natürlich war das für das ARGE wieder ein willkommener Grund, mir die Leistungen ab November 2015 komplett zu streichen, und ich hatte wieder monatelang kein Geld. Dieses Verfahren läuft immer noch. Derzeit beziehe ich ersatzweise Grundsicherung vom anderen Repressionamt, aber auch nur, weil meine Anwältin sehr konsequent dranblieb (sie hat bei diesen Behörden und beim hiesigen Sozialgericht auch einen gewissen Ruf).
  7. Und das ist wie gesagt nur das, was mir in den letzten drei Jahren untergekommen ist. Da ist noch gar nichts zu anderen Betroffenen erwähnt oder zu dem, was vorher bei mir schon lief; darüber könnte ich ein dickes Buch schreiben.

    Alles „Fehler, die passieren“? Alles keine Systematik? Und: alles verfassungskonform, auch wenn es zu Teilen davon kein Urteil des BVerfG gibt? Are you fuckin‘ kiddin‘ me?

    Alvar Freude @alvar_f
    @CaeVye @Drachenrose @AlexSchestag dafür gibt es Ermessensspielraum, für Fehler die immer auch passieren Gerichte. Wie soll es sonst laufen?

    8:45pm · 2 Sep 2016

    Da ist sie, diese Gläubigkeit. Eine Gerichtsentscheidung, die erfahrungsgemäß ca. 1,5 Jahre dauert, hilft einem Geschädigten wenig, wenn nach zwei Monaten Strom, Gas und Telefon/Internet abgestellt werden und die Wohnung fristlos gekündigt werden kann. Das wissen natürlich auch die Repressionsämter und setzen darauf, daß sich Menschen gar nicht erst wehren werden – oder daß es dann, wenn die Gerichtsentscheidung kommt, eh zu spät für alles ist. Zumindest hat man den Menschen so lange aus der Statistik und muß sich gar nicht mehr um ihn kümmern. Gerichtskosten laufen für die Behörde auch nicht auf, dafür hat schon der Gesetzgeber gesorgt. Sie können es also immer auf Verfahren ankommen lassen, und selbst, wenn sie vor Gericht verlieren, haben sie etwas gewonnen. Deshalb können den Repressionsbehörden Gerichte auch ziemlich egal sein. Oder, wie meine Anwältin auf eine entsprechende Frage von mir, ob sie es dann gelernt haben und mich dann endlich in Ruhe lassen werden, meinte: Nö, die lernen nicht. Sie müssen ja nicht.

    Das ist eben der Punkt: Das ARGE hat nicht nur die Aufgabe, die „Überflüssigen“ loszuwerden, sondern bekam vom Gesetzgeber alle Mittel an die Hand, um dieser Aufgabe nachkommen zu können („Die Statistik ist wichtiger als der einzelne Mensch.“). Es zählt nur die schöne Statistik und die Einsparung von Mitteln. Grundrechte zählen dagegen überhaupt nicht; man könnte sagen, ein Repressionsamt ist ein rechtsfreier Raum.

    Der Vergleich mit einer anderen Behörde schlägt daher fehl:

    Alvar Freude @alvar_f
    @AtariFrosch ich hatte noch nie mit einer ARGE zu tun, aber mit vielen Behörden und arbeite derzeit quasi beim Finanzamt.

    9:59pm · 2 Sep 2016

    Das fängt schon damit an, daß ein Finanzamt im Gegensatz zu einem ARGE überhaupt kein Interesse daran haben kann, seine „Kunden“ loszuwerden, ganz im Gegenteil. Außerdem sind die „Kunden“ hier im allgemeinen nicht mit ihrer gesamten Existenz vom Handeln oder Unterlassen der Behörde abhängig. Und schließlich: Ein Finanzamt muß sehr wohl Gerichtskosten tragen, wovon die ARGEn ja vollständig befreit wurden. Es hat also nicht nur andere Aufgaben, sondern auch andere Mittel und unterliegt anderen Einschränkungen. Und irgendwie glaube ich auch nicht, daß eine Staatsanwaltschaft wegschauen würde, wenn ein Angestellter (oder Beamter) des Finanzamtes Recht bricht und damit einem Steuerzahler schadet.

    Ich erwähnte weiter oben schon, daß diese Machtposition, die das ARGE und seine Sachbearbeiter haben, politisch gewollt ist. Das sieht man auch daran, daß seit Jahren immer wieder öffentlich darüber diskutiert wird, die juristische Wehrhaftigkeit von Erwerbslosen weiter einzuschränken. Begründet wird das mit der Überlastung der Sozialgerichte. Darüber, daß die Gerichte fast die Hälfte der Behördenentscheidungen zumindest teilweise kassieren, wird dabei nicht so gerne gesprochen (die verlinkten Artikel sind von 2010, aber seitdem hat sich in der Hinsicht nichts Wesentliches geändert).

    Daran wird sich auch mit den Methoden, die im Spiegel-Artikel genannt werden, nichts ändern, ganz im Gegenteil. Das fängt ja schon mit der Definition von „sozialwidrigem Verhalten“ an, die mit Sicherheit eine neue Klageflut auslösen wird. Es ist auch bezeichnend, daß schädigendes Verhalten der Repressionsämter gegenüber den Leistungsberechtigten nicht einmal ansatzweise erwähnt wird, obwohl deren Verhalten und Methoden ein offenes Geheimnis sind. Die Ämter werden gezielt versuchen, den Begriff weit zu dehnen, dient er doch wieder dazu, Menschen aus dem Bezug zu kicken oder massiv zu sanktionieren, egal was dann aus ihnen wird. Die Schwammigkeit des Begriffs allein öffnet dem Mißbrauch Tür und Tor, und das ist wie bei den Geheimdiensten: Einmal geschaffene Möglichkeiten werden genutzt werden. Wenn Politiker meinen, das nicht erkennen zu können, dann müssen sie die Augen schon sehr fest zukneifen.

    Deshalb ist es auch sinnlos, zu fordern:

    Alvar Freude @alvar_f
    @AtariFrosch dann muss gegen den Missbrauch vorgegangen werden. Wir schaffen das StGB dich auch nicht ab, nur weil auch da Fehler passieren!

    10:07pm · 2 Sep 2016

    Alvar Freude @alvar_f
    @AtariFrosch systematischer Rechtsbruch lässt sich beweisen.

    10:10pm · 2 Sep 2016

    Alvar Freude @alvar_f
    @AtariFrosch und auch darum ging es ja ursprünglich nicht. Da wo es den gibt, muss dagegen vorgegangen werden. Richtig und deutlich.

    10:11pm · 2 Sep 2016

    Es ist politisch nicht gewollt, ganz einfach. Da kannst Du beweisen, wieviel Du willst. Die, die verantwortlich sind und die, die etwas ändern könnten, wollen und werden nicht zuhören. Nicht diese asoziale Bundesregierung mit einer Arbeitsministerin Nahles, die lieber der CSU in den Arsch kriecht. Da rennst Du gegen Betonmauern. Denn die Systematik der Ausgrenzung, der Stigmatisierung, ja sogar der Kriminalisierung fängt ja bereits auf dieser höchsten Ebene an, und willige, gewissenlose Nichtdenker bei den Ämtern setzen sie durch und beweisen ihre eigene Nützlichkeit noch mit vorauseilendem Gehorsam. Und die BLÖD jubelt darüber.

    Daß man bei meiner Zwangsverrentung versucht hat, etwas durchzusetzen, womit Ministerin Nahles bei den Schikane-, äh, „Rechts“-Vereinfachungen gescheitert ist – nämlich der Zwang zur Mitwirkung bei der eigenen Zwangsverrentung – ist nur eines von mehreren Beispielen, die ich direkt erlebt habe, bei denen ausprobiert wird, was man sich gegenüber den „Überflüssigen“ erlauben kann, wogegen sich viele wehren oder nicht und womit man durchkommt. Und dann findet man genau diese Methoden im nächsten Gesetzesentwurf zum SGB. So ein Zufall.

    Die Behörden-Gläubigkeit führt nun dazu, daß Menschen ernsthaft glauben, solche Gesetze würden nicht systematisch dazu mißbraucht, Menschen aus dem Bezug zu kicken.

    Um auf den ersten Tweet zurückzukommen: Nein, es geht nicht darum, ein paar Trickser zu bestrafen. Es geht darum, auszusortieren in die Gehorsamen, die man der Zeitarbeit zum Fraß vorwerfen kann, und die Ungehorsamen und Unbrauchbaren, die man loswerden will. Wer einmal ungehorsam oder für „die Wirtschaft“ unbrauchbar war, wird erledigt, fertig. Solange diese asoziale Bundesregierung, solange die Regierung Merkel das Sagen hat, wird sich an dieser Praxis nichts ändern (und nein, ich rechne auch bei einer SPD-dominierten Regierung nicht mit Änderungen zum Positiven).

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02.09.2016

OpenRheinRuhr - Startup Shop.co unterstützt OpenRheinRuhr als Bronze-Sponsor

shop.co LogoDurch einen lokalen Kontakt konnten wir das internationale Startup Shop.co als weiteren Bronze-Sponsor für die OpenRheinRuhr gewinnen.

Die Feel Good Managerin stellt euch das Startup mit Sitz in Düsseldorf und San Francisco vor:

Du liebst Online-Shopping? Dann wird dich Shop.co begeistern!

Über unsere Browser-Extension kannst du Produkte aus allen Shops mit nur einem Klick bestellen. Shop.co gibt dir Online-Shopping Super-Power! 

Weniger Zeit bei der Registrierung verlieren heißt mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben! 

Weil wir als Startup auf erprobte, funktionierende Open-Source-Software setzen, unterstützen wir die OpenRheinRuhr.

Für die Entwicklung setzen wir verschiedene Open-Source-Werkzeuge ein:

Zur Applikationsentwicklung verwenden wir Meteor, Node.js, React und Git. Für Server und DevOps benutzen wir Linux, Ansible, Jenkins CI und nginx und bezüglich Daten bauen wir auf MongoDB und RabbitMQ.

Wir haben dich als Softwareentwickler neugierig gemacht? Dann schau in unser Jobportal! https://jobs.lever.co/shopco

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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Frosch - Herbeigeführte Hilfsbedürftigkeit

Die TAZ berichtet heute darüber, daß nach Plänen der Bundesarbeitsagentur (BA) Hartz4-Leistungsberechtigte, die „ihre Hilfsbedürftigkeit selbst verursacht haben“, bis zu drei Jahre bezogene Leistungen zurückbezahlen sollen. Erwähnt werden beispielhaft Kraftfahrer, die wegen Trunkenheit am Steuer ihren Führerschein und dadurch auch ihren Job verlieren, oder Leistungsbezieher, die sich weigern, einen bezahlten Job anzunehmen (als ob es dafür nie Gründe gäbe …), genauso wie Mütter, die sich weigern, den Namen eines Kindsvaters mitzuteilen.

Mir stellen sich dabei ein paar Fragen:

  • Wird die BA auch gegen Repressionsämter vorgehen, welche die Erwerbslosigkeit von Leistungsbeziehern durch Untätigkeit oder Straftaten (wie Nötigung oder Unterschlagung) verlängern?
  • Wird sie sich um solche ARGEn bzw. Sachbearbeiter kümmern, die durch solches Verhalten eine Krankheit oder gesundheitliche Einschränkung des Leistungsberechtigten verursachen (Depression dürfte die häufigste sein), den Gesundheitszustand von Leistungsberechtigten verschlechtern oder daran mitwirken, eine Verbesserung desselben zu verhindern (AKA Gesundheitsschädigung im Amt)?
  • Wird sie etwas fordern von den Sachbearbeitern und Leistungsabteilungen, die selbständige Aufstocker durch ständige Schikanen incl. Straftaten und Nötigung zu Straftaten daran hindern, ihrer selbständigen Tätigkeit nachzugehen und sich damit einen eigenen Arbeitsplatz aufzubauen?

Nein?

Natürlich nicht.

Heuchler.

[Update 2016-09-02 19:25] Andere schrieben dazu auch was:

[/Update]

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30.08.2016

OpenRheinRuhr - next level ist nächster Silber-Sponsor der OpenRheinRuhr 2016

next level LogoAuf der FrOSCon11 haben sich zwei Partner gefunden. Das OpenRheinRuhr Team freut sich auf einen weiteren Sponsor und Aussteller: next level ist eine Personalberatung für Positionen aus den Bereichen IT und Digital Marketing.

Wir haben next level gefragt – was ist eure Motivation für die Arbeit im IT-Bereich?

Wir sind sehr engagiert im digitalen Umfeld, nicht zuletzt durch den IT-Hintergrund des gesamten Teams. Den passenden Experten, aber auch den suchenden Unternehmen begegnen wir damit stets auf Augenhöhe. Unser Ziel ist es, die Unternehmen und Spezialisten zusammenzubringen, die wirklich zusammenpassen. Dazu führen wir mit beiden Seiten intensive Gespräche über Technologien, Methoden und Aufgabenstellungen, aber auch über alle Rahmenbedingungen. Während des gesamten Bewerbungsprozesses stehen wir beratend und vermittelnd zur Seite.

Die Berater von next level werden auch mit einem Stand auf der Ausstellungsfläche vertreten sein und freuen sich direkte Gespräche.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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29.08.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #279

Diesmal später als sonst, wegen #bpt162. Da das automatisierte Publizieren letztes Mal in meiner Abwesenheit nicht funktioniert hatte, lieber manuell und einen Tag später. 😉 Und, ja, sehr wenig, weil ich derzeit massiv damit beschäftigt bin, Zeug auf eBay zu verkaufen, um für meinen geplanten Umzug ansparen zu können.

Natürlich weise ich auch wieder auf die Besorgten Nachrichten der letzten Woche hin.

Depressionen

#landesverrat

Twitter-Weisheiten

Und sonst so?

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23.08.2016

Chaosdorf e.V. - Die Messerschärferei: Workshop am 10.09.2016 ab 16:00 Uhr

Am Samstag, den 10.09.2016, wird es ab 16:00 Uhr in unseren Räumen einen Workshop über den richtigen Umgang mit und die Pflege von (Küchen-)Messern geben.

In einer Präsentation wird gezeigt, was für Unterschiede es zwischen den verschiedenen Messertypen und -stählen gibt und worauf bei der Anschaffung geachtet werden muss. Sowohl bei Outdoor- als auch bei  Küchenmessern ist die Auswahl des “passenden” Messers schwierig und teilweise eine teure Entscheidung. Speziell für Multitools und Outdoormesser wird auch über rechtliche Aspekte gesprochen (Was darf ich wann dabei haben/tragen?).

Anschießend kann im Praxisteil das Pflegen und Schärfen an mitgebrachten Messern geübt werden.

Teilnahme

Die Veranstaltung richtet sich besonders an Laien, die bisher keine Übung im Messerschleifen haben, aber schon länger über die Anschaffung guter Messer und/oder Messerschärfer nachgedacht haben. Ihr solltet ein paar Stunden Zeit mitbringen und euch zur besseren Planung in unserem Wiki eintragen.

Zur moralischen Unterstützung der Teilnehmer wird es zwischendurch veganes und nicht-veganes Essen geben.

OpenRheinRuhr - bytemine ist neuer Silber-Sponsor der OpenRheinRuhr 2016

bytemineWir freuen uns auf die Unterstützung durch einen neuen Sponsor: Dienstleistungen, Produkte und Support rund um Linux und Unix sind Bestandteil der Kernkompetenz von bytemine.

Wir bitten bytemine um eine kurze Vorstellung:

Als Entwicklungsmanufaktur für innovative Lösungen setzen wir einen bewussten Schwerpunkt auf die Verwendung von Open-Source Technologien.

Mit unserer Erfahrung in der Wartung und Betreuung von komplexen Umgebungen sind wir Ihr Partner für eine zuverlässige und nachhaltige IT-Infrastruktur. Unsere Leistungen reichen von der traditionellen IT-Beratung  über  die  Konzeption  von  ISP-Lösungen  bis  zur Betreuung  von skalierenden, hochverfügbaren Serverlandschaften.

Herstellerunabhängige Beratung, Transparenz und die Zusammenarbeit mit Ihrer IT vor Ort sind unsere Basis auf die wir qualitativ hochwertige IT-Lösungen bauen.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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OpenRheinRuhr - foss.events auf der FrOSCon11

GIS_0337

Das Team von foss.events

Am 20. und 21.08.2016 fand in Sankt Augustin die 11. FrOSCon statt. Das Team der foss.events war, vertreten durch die Mitglieder des OpenRheinRuhr e. V., mit einem eigenen Stand vertreten und hat Werbung für die auf dem foss.events – Kalender vertretenen FOSS – Veranstaltungen gemacht.

Von den Besuchern wurden uns einige, bisher noch nicht bekannte, Veranstaltungen gemeldet, die sofort mit in den Kalender aufgenommen wurden.

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Entenangeln am foss.events Stand

Zusätzlich haben wir in diesem Jahr erstmalig das Entenangeln angeboten und die Teilnehmer konnten neben Eintrittskarten, Lanyards, Tassen, Aufklebern, Pins, Taschen auch ein Fachbuch gewinnen.

Wir werden auch in Zukunft versuchen mit foss.events auf möglichst vielen Veranstaltungen vertreten zu sein um weiter über Veranstaltungen zu informieren.

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21.08.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #278

Nachrichten aus dem Bereich Rechtsextremismus usw. habe wie üblich bei den Besorgten Bürgern zusammengetragen: Besorgte Nachrichten, KW 33/2016.

Autismus

Fernbusse

Fotografie

Freie Software

Genderfoo

Hartz IV & Co.

Hatespeech

IT-Sicherheit

Qualitätsjournalismus

Twitter-Weisheiten

Wissenschaft

Und sonst so?

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20.08.2016

Craig - Windows 10 Installation USB-Stick unter Linux erstellen

Um unter Linux für Windows 10 einen USB-Stick zur Installation erstellen, muss man etwas mehr tun, es gibt keine vorgefertigten Tools. Hier eine Kurzanleitung:

/dev/sdX im Folgenden durch euren USB-Stick ersetzen.

# Partitionierung
dd if=/dev/zero of=/dev/sdX bs=1M count=1
fdisk /dev/sdX
n
p
1
ENTER
ENTER
t
c
a
w

# Formatierung
mkfs.vfat /dev/sdX1
mount /dev/sdX1 /mnt/usb

# Kopieren der Daten
mkdir Win10
mount -o loop Win10_1607_German_x64.iso Win10
cd Win10
cp -a * /mnt/usb
umount /mnt/usb

Nun einfach davon booten. Ins BIOS kommt ihr meist, wenn ihr sofort nach dem Einschalten eures PCs ESC, F1, F2, F8, F11 oder F12 drückt. Viel Erfolg!

OpenRheinRuhr - Glückliche Gewinner beim Entenangeln

So wie Andy haben heute viele Teilnehmer beim Entenangeln auf der FrOSCon Preise gewonnen.

Am Stand von foss.events wurden Tassen,  Aufkleber, Pins,  Taschen,  Bücher und Eintrittskarten für die OpenRheinRuhr 2016 über das Entenangeln verlost. Fast jede Ente war ein Gewinn.

Auch am 21.08.2016 wird das foss.events-Team die Enten wieder schwimmen lassen und für die FOSS-Events Werbung machen.

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18.08.2016

OpenRheinRuhr - foss.events auf der Froscon

entchen
Neben der Organisation der OpenRheinRuhr wirkt ein Teil unserer Orga am Projekt foss.events mit und wird am kommenden Wochenende auf der Froscon vertreten sein um Werbung für alle OpenSource Veranstaltungen zu machen.

Das kleine Entchen und viele seiner Freunde werden auch dabei sein. Wenn ihr wissen wollt was dahinter steckt, kommt einfach an unserem Stand vorbei uns findet es raus!

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dictvm - Choppy Bluetooth Audio playback on macOS

Choppy Bluetooth Audio playback on macOS

macOS has had some issues with Bluetooth Audio since the release of Yosemite. The symptom is that audio playback stutters while causing your other Bluetooth peripherals, like your Trackpad or keyboard, to lag or even lose their connection.

After reading several suggestions on how to fix these, I spend a few minutes of testing to find a configuration that works with a Bose SoundLink Mini 2 in a 30sqm office. I have found a mixture of values that work in an environment with crowded Bluetooth usage surrounded by lots of WiFi usage in the 2,4Ghz band.

Please take these values with a grain of salt. To be sure, use defaults read com.apple.BluetoothAudioAgent > bluetoothd-conf-current to have a backup of your current settings.

17.08.2016

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi. 17.08.2016

Am Mi. den 17. August trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema: Die Geheimnisse der Move Semantik

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

15.08.2016

OpenRheinRuhr - GONICUS auch 2016 wieder Silber-Sponsor der OpenRheinRuhr

GON_linux_servicesAuch in diesem Jahr freuen wir uns wieder auf die Unterstützung und den Besuch von GONICUS. Wir bedanken uns für das Silber-Sponsoring beim Full-Service-Dienstleister für Open Source Lösungen!

GONICUS ist der IT-Experte für besondere Herausforderungen rund um Linux und OSS. Beeindruckende Referenzen und die Fähigkeit, sich im Wettbewerb auch gegen große Spieler durchzusetzen, belegen Stellung und Leistungsfähigkeit in einer stark wachsenden Nische. Neben klassischem Linux Beratungs-/Implementierungsgeschäft stehen VoIP-Integration, skalierbares Client-/System-Management und Virtualisierung im Fokus.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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14.08.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #277

Die Nachrichten zu Rechtsextremismus usw. finden sich wieder bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 32/2016 – diesmal mit einem Hinweis in eigener Sache. Das Projekt frißt mir nämlich zu viel Zeit weg.

Ansonsten habe ich diese Woche gelesen:

Armut

Autismus

Hartz IV & Co.

Hatespeech

IT-Sicherheit

Twitter-Weisheiten

Überwachung & VDS

Urheberrecht

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10.08.2016

OpenRheinRuhr - Babiel GmbH ist Silber-Sponsor der OpenRheinRuhr 2016

babiel-logobabiel ist seit 25 Jahren erfolgreich als Agentur für Online-Kommunikation und Berater für namhafte Konzerne und öffentliche Auftraggeber tätig.

Zum zweiten Mal unterstützt babiel als Silber-Sponsor die OpenRheinRuhr und stellt sich vor:

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Konzeption und Umsetzung von innovativen und effizienten Digital-Strategien.

Beispiele unserer preisgekrönten Arbeit sind Kundenportale, Websites, eCommerce-Lösungen und mobile Applikationen. Als Spezialist für Sicherheit und Hochverfügbarkeit übernehmen wir auch das Hosting dieser komplexen Systeme und Webanwendungen.

Dabei bevorzugen wir den Einsatz von Open Source aus folgenden Gründen:

  • weil wir die Idee und den Einsatz der beteiligten Entwickler sehr schätzen
  • wegen der Transparenz, Sicherheit und Flexibilität der Systeme
  • um offene Standards mit wenig Abhängigkeiten verwenden zu können
  • wegen des qualitativ hochwertiger Wissens- und Erfahrungsaustausch mit der Community

In diesem Jahr werden die beliebten Konferenztaschen der OpenRheinRuhr für die Besucher von babiel gestaltet.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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07.08.2016

dictvm - 5 Gründe warum Clickbait kacke ist und ihr werdet nicht glauben was dann geschah

Nichts. Clickbait ist einfach nur kacke.

Frosch - Im Netz aufgefischt #276

Die Links zu den Nachrichten dieser Woche aus den Bereichen Rechtsextremismus, rechte Gewalt, rechte Parteien usw. finden sich wie immer bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 31/2016.

Armut

Autismus

Behinderung / Inklusion

Bundeswehr

Freifunk & Co.

Hartz IV & Co.

IHK-Zwangsmitgliedschaft

IT-Sicherheit

Qualitätsjournalismus

Rape Culture

Scharlatanerie

Tierquälerei

Twitter-Weisheiten

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Unwetter

Waffen und Rüstung

Und sonst so?

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31.07.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #275

Die Links zu Nachrichten dieser Woche zu den Themen Rechtsextremismus, rechte Parteien, rechte Gewalt usw. gibt es wie immer bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 30/2016. Ich bin sicher, da war noch einiges mehr, aber derzeit schaffe ich es nicht, Twitter, RSS-Feeds usw. regelmäßig und einigermaßen vollständig zu verfolgen. Und leider gab’s ja keinerlei Reaktion auf meinen Aufruf von vor ein paar Wochen, mir Links zu entpsrechenden Nachrichten zu mailen oder per DM etc. zu schicken 🙁

Armut

Behinderung / Inklusion

Chelsea Manning

Depression

Hartz IV & Co.

Häusliche Gewalt

IT-Sicherheit

Jacob Appelbaum

LGBTIQ

Mobbing

Rape Culture

Suizid

Terrorismus

Tierisches

Tierquälerei

Türkei

Trau schau wem

Twitter-Weisheiten

Unwetter

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28.07.2016

OpenRheinRuhr - openSUSE-Projekt unterstützt als Silber-Sponsor

opensuseDie OpenRheinRuhr wird in diesem Jahr vom openSUSE-Projekt unterstützt. Wir freuen uns diese Community als Silber-Sponsor begrüßen zu können.

Das openSUSE-Projekt fördert den Einsatz von Linux überall und lässt dabei eine der weltweit besten Linux-Distributionen entstehen. Diese arbeitet in einer offenen, transparenten, freundlichen Art und Weise als Teil der weltweiten quell offenen und Freien Software-Gemeinschaft zusammen.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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27.07.2016

Frosch - Noch ein halbherziges Gesetz

Halbherzige Gesetze sind ja eine der Spezialitäten dieser asozialen Bundesregierung. Zuletzt hatten wir das bei der angeblichen Aufhebung der Störerhaftung, bei der viele zweifeln, daß sie tatsächlich aufgehoben wurde.

Nun kommt was neues: Die asoziale Bundesregierung legt ein Gesetz gegen Missbrauch von Leiharbeit vor. Klingt erstmal gut, ne? Aber es klingt eben mal wieder nur so.

Ich sehe da nämlich direkt mal zwei Haken:

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Leiharbeitnehmer künftig nur noch höchstens 18 Monate bei einem Entleiher eingesetzt werden können.

Netter Hinweis: In den 1980ern waren das mal sechs Monate, und das aus guten Gründen, nämlich um – Tätääää! – Mißbrauch zu verhindern.

Auf der anderen Seite:

Ferner plant die Bundesregierung, dass Leiharbeitnehmer nach neun Monaten den gleichen Lohn wie Stammbeschäftigte erhalten.

Das wird vor allem die vielen Leiharbeiter „freuen“, die nach maximal drei Monaten woanders hingeschickt oder, wohl mittlerweile teils standardmäßig, direkt wieder gefeuert werden, weil’s grad nix für sie gibt.

Das ganze ist also mal wieder Verarsche. Wenn es um die Abdeckung von kurzfristigem Bedarf gehen soll, wie

  • kurzzeitig höhere Arbeitsbelastung,
  • Mitarbeiter, die länger krank sind,
  • Mutterschutz

etc., genügen sechs Monate locker. Braucht man einen Arbeitnehmer länger, ist es sowieso besser, ihn direkt einzustellen und damit an sich zu binden. Zumal es ja auch hier die Möglichkeit gibt, Arbeitsverträge von vornherein zeitlich zu begrenzen, zum Beispiel, wenn abzusehen ist, daß die Krankheit eines Mitarbeiters deutlich länger als ein halbes Jahr dauern wird.

Umgekehrt, wenn man Leiharbeiter wirklich gleichstellen will, dann müssen sie ab dem ersten Tag mindestens so viel bekommen wie die Stammbelegschaft, weil sie durch die dann vorgesehenen häufigen Betriebswechsel viel flexibler sein müssen. Es ist hochgradig heuchlerisch, erst nach neun Monaten gleich bezahlen zu wollen. Für Arbeitgeber, die Leiharbeit standardmäßig in Anspruch nehmen, ist das doch quasi eine Aufforderung, nach neun Monaten den Leiharbeiter abzubestellen und ein paar Tage später für denselben Job einen „neuen“ zu bestellen, wenn nötig, bei einer anderen Leiharbeitsfirma.

Also, wenn das mehr werden soll als reine Augenwischerei, dann muß es heißen:

  • Begrenzung eines Einsatzes auf sechs Monate wie früher;
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit;
  • Flexibilitätsaufschlag für Leiharbeiter.

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26.07.2016

OpenRheinRuhr - FSP Computer & Netzwerke aus Schotten ist Bronze-Sponsor

fsp_logo3Bereits seit 2011 ist FSP Computer & Netzwerke als Sponsor für die OpenRheinRuhr vertreten. Auch in diesem Jahr sind die Schotten wieder mit dabei.

Neben dem Sponsoring präsentiert die FSP neben den Dienstleistungs-, Hardware- und Schulungsangeboten auch das von ihnen unterstützte Projekt invis Server für Klein- und Kleinstunternehmen.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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25.07.2016

Frosch - Depression als Symptom

Alex machte mich Anfang des Monats auf zwei Blogeinträge eines amerikanischen Wissenschaftlers aufmerksam, der die These aufstellt: Ängste und Depressionen sind gar keine Krankheiten (bzw. nur in sehr seltenen Fällen), sondern Symtome dafür, daß wichtige Bedürfnisse des Menschen nicht erfüllt werden: Anxiety and Depression Are Symptoms, Not Diseases und Clarifying the Nature of Anxiety and Depression.

Das fand ich direkt so spannend, daß ich den Autor, Gregg Henriques, Ph. D., per E-Mail kontaktierte und nach der Erlaubnis fragte, die Texte ins Deutsche übersetzen und so publizieren zu dürfen. Die Erlaubnis kam prompt.

Die Übersetzungen selbst habe ich auf meine statische Website gesetzt: Ängste und Depressionen sind Symptome, keine Krankheiten.

Spannend finde ich die beiden Texte vor allem deshalb, weil sie meine schon lang gehegte These bestätigen, welche lautet: Wir sind depressiv, weil wir nicht sein dürfen, was wir sind.

Das ist auch der Grund, warum ich Therapien – abgesehen davon, daß die Wartezeiten hierzulande dafür abartig lang sind – für mich nie so wirklich sinnvoll gehalten habe. Sie können möglicherweise temporär die Symptome lindern, aber auf die Ursachen können sie oft gar keinen Einfluß nehmen. Und ich halte nichts davon, meine knappen Ressourcen in Therapiestunden zu stecken, die an der Ursache nichts verändern können (zumal ich dann auch noch absehen kann, daß ich wegen meiner autistischen Besonderheiten früher oder später in Rechtfertigungs-Situationen gedrängt werden würde).

Die Ursachen bei mir sind hier natürlich Zwangsverarmung, Amtsschikanen und Perspektivlosigkeit. Oder, wie Christel T. das in ihrem Blog formulierte:

Wenn ein Mensch diese Strategie anwendet, der von Haus aus nicht die erforderliche tiefgehende Ignoranz besitzt, dann dauert es von der Erstantragstellung bis zu klinischen Depression ziemlich genau zwei Jahre, meinen persönlichen Beobachtungen nach.

– was wiederum die These von Henriques bestätigt: Depression ist eine natürliche Reaktion auf unerträgliche Zustände.

Dabei ist sich der Einzelne der Unerträglichkeit (eines Teils) seiner Situation vielleicht gar nicht mal bewußt. Wir hören immer wieder von solchen Fällen, in denen es heißt: Aber sie hat doch alles, es geht ihr doch gut. Wirklich? Vielleicht können wir die Ursache ja einfach nicht erkennen. Es kann auch ein Trauma aus frühester Kindheit sein, oder ganz außerhalb des persönlichen Umfelds liegen:

Es genügt ja derzeit oft schon, Nachrichten zu lesen. Für empathische(re) Menschen kann es unerträglich sein, mitzubekommen, was derzeit zum Beispiel in der Türkei abgeht. Oder in Syrien. Auf dem Mittelmeer. In den USA. Oder auch hier in Deutschland. Je empathischer ein Mensch ist, desto eher haben auch solche Ereignisse Auswirkungen auf sein seelisches Wohlbefinden.

Ich merke das an mir selbst und habe mir angewöhnt, zumindest zu versuchen, nur noch einzelne Themenbereiche zu verfolgen. Alles geht einfach nicht, und nicht nur aus zeitlichen Gründen. Es wirkt vielleicht gefühlskalt, wenn ich teils katastrophale Nachrichten schlicht ignoriere oder mich zumindest nicht dazu äußere. Ist es aber nicht, das ist reiner Selbstschutz – eben, um die Depression nicht (noch mehr) zu „füttern“.

Henriques geht insbesondere im zweiten Blogartikel auch darauf ein, daß Menschen unterschiedlich stark (oder auch gar nicht) auf Situationen und Zustände usw. reagieren. Das heißt, eine Situation, die den einen Menschen kalt läßt, kann einen anderen massiv psychisch beeinträchtigen. Er nennt das „neurotisches Temperament“. Das entspricht auch meiner Beobachtung.

Ich finde es, wie gesagt, hochspannend, daß meine laienhafte These nun auch wissenschaftlich behandelt wird. Das will ich auf jeden Fall weiter verfolgen.

Danke an Alex für den Hinweis auf die beiden Artikel und die fachlichen Tips und Erklärungen zur Übersetzung.

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24.07.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #274

Die Links dieser Woche zu den rechten Themen findet Ihr wie immer bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 29/2016 (das ist diesmal sicher nicht vollständig – die Hitze und so, Ihr versteht …)

Arbeit

Autismus

Behinderung / Inklusion

Fahrradverkehr

Flucht & Asyl

Fotografie

Genderfoo

Hartz IV & Co.

Leistungsschutzrecht

Linux

Nizza

Qualitätsjournalismus

Rape Culture

Terrorismus

Tierquälerei

Türkei

Unwetter

Und sonst so?

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22.07.2016

Frosch - Die mentale Einstellung von Langzeitarbeitslosen

Diese Formulierung fiel mir gestern in einer Pressemeldung des Polizeipräsidiums Westpfalz auf. Darin wurde über die Vorstellung einer Studie zur Flüchtlingsthematik berichtet. Gegen Ende heißt es dort:

Insbesondere durch die fehlende berufliche Tätigkeit entstehen Leerräume und die Gefahr, dass Zuwanderer beispielsweise die mentale Einstellung von Langzeitarbeitslosen annehmen.

Ich wollte denn doch mal wissen, was es mit dieser „mentalen Einstellung von Langzeitarbeitslosen“ auf sich hat, und fragte bei der angegebenen Mailadresse nach:

Was versteht man dabei unter der „mentalen Einstellung von Langzeitarbeitslosen“?

Wieso ist da jemand der Meinung, es gebe überhaupt eine relativ einheitliche „mentale Einstellung“ unter Langzeitarbeitslosen?

Fragt sich
eine Langzeitarbeitslose

Die Antwort kam heute recht prompt – das ist übrigens schon das zweite Mal, daß ich auf Anfragen bzw. Rückfragen auf solche Polizei-Pressemeldungen prompte Antwort bekam, was man nicht unbedingt von allen Behörden behaupten kann –:

vielen Dank für Ihre Mail und Ihr Interesse an unseren Publikationen. Der zitierte Satz war eine der Kernaussagen der Studentinnen und Studenten, die an dem Projekt beteiligt waren. Die Kernbotschaft resultierten unter anderem auf Informationen von verschiedenen beteiligten Behörden und Institutionen – unter anderem auch dem Jobcenter.

Sie haben in der Tat Recht, dass es sicherlich keine einheitliche mentale Einstellung von sogenannten Langzeitarbeitslosen gibt, zumal die Gründe oftmals sehr vielfältig sein können. Möglicherweise war diese Kernbotschaft etwa unglücklich formuliert? Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir damit niemand zu nahe treten oder „abstempeln“ wollten.

Meine eigentliche Frage nach dieser ominösen „mentalen Einstellung“ wurde vom Pressesprecher der Polizei Kaiserslautern damit leider nicht beantwortet.

Daß er die die Quelle „Jobcenter“ so hervorhebt, kann aber eigentlich kein Zufall sein. Daher unterstelle ich, daß es genau diese Behörde war, die diese Formulierung eingebracht hat. Die Herabwürdigung von Leistungsberechtigten gehört schließlich zu deren Aufgaben, damit keiner merkt, wie dort Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

Wir Erwerbslose haben also dem ARGE nach eine bestimmte „mentale Einstellung“, und diese dürfen andere, die man, wenn man Frau Nahles und Herrn Weise so zuhört, genauso schikanieren und loswerden will, gar nicht erst einnehmen. Und dann brauche ich glaube ich auch gar nicht mehr nachzufragen, was damit gemeint sein soll. Sie hätten ehrlicherweise gleich „Sozialschmarotzertum“ sagen sollen, denn das war ja wohl gemeint.

Tatsache ist jedoch, daß die Studien-Ersteller hier offenbar ohne nachzudenken und völlig kritiklos diese Bezeichnung des ARGE übernommen haben – und die Polizei machte es genauso.

Dabei werfe ich das noch nicht mal so sehr der Polizei vor – obwohl ich auch da kritisches Nachfragen erwartet hätte –, sondern vor allem den Studenten und ihren Professoren bei der Technischen Universität Kaiserslautern, von denen die Studie kommt. Daß an dieser Stelle eine solche Formulierung der ARGEn unkritisch übernommen wird, ist ziemlich peinlich.

Letztendlich sagt es nämlich mehr über die mentale Einstellung der Studenten und Professoren aus als über die von Leistungsberechtigten.

Oh, eins noch: Nicht die „fehlende berufliche Tätigkeit“ ist das Problem, sondern die gewollte oder zumindest in Kauf genommene Perspektivlosigkeit der Menschen. Aber das haben die Herrschaften von der TU Kaiserslautern bestimmt auch übersehen.

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21.07.2016

OpenRheinRuhr - Perl-Services ist Silber-Sponsor der OpenRheinRuhr 2016

Perl-Services.deAuch in diesem Jahr freuen wir uns auf die Unterstützung der OpenRheinRuhr 2016 durch Perl-Services mit langjähriger Erfahrung im Bereich Perl.

Perl-Services.de ist ein Rundumanbieter in Sachen Perl und OTRS. Neben der Programmierung von Software in Perl und Erweiterungen für OTRS bietet das Unternehmen auch Schulungen zu diesen Themen und OTRS-Support.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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20.07.2016

dictvm - Oops, I did it again... I bought another Chromebook Pixel!

Oops, I did it again... I bought another Chromebook Pixel!

After my initial attempts of working only with a Chromebook Pixel back in 2014 and selling the device again after a few months, I bought another Chromebook Pixel. It's still the old one from 2013, but it was brandnew and it cost just 300€.

Why would I do that? Well, I've grown accustomed to only working on remote systems via SSH and I've completely moved almost all of my data to Google, so I'm neither dependent on local storage nor do I require any specific native apps. Sure, I like MoneyMoney for OS X and using Twitter from the browser is still shitty, but that's not a show-stopper.

Working in vim via SSH/mosh with the Mosh Chrome App is as good as working on a local shell, even if my internet is unreliable. Of course, having a local shell, just in case, would be awesome too.

Now that Chrome OS will also be able to run all Android apps, all these worries will be less and less relevant. My 2013 Pixel won't be able to run Android apps, but there are rumors of a 3rd generation Chromebook Pixel, so I'm holding my breath for that. I'll also be able to run a local Linux environment like Termux if I'll be without an Internet connection for a longer time.

I've had a few issues with Chrome OS that lead me to part ways with it in 2014, but most of these are no longer relevant, either because Chrome OS and its app ecosystem improved (or will in a few weeks) or because my requirements have changed:

While I've grown quite fond of the basic idea of Chrome OS, it still feels mostly crippled, due to the lack of proper, offline-capable Chrome-applications.

Native support for Android apps makes this almost irrelevant. But as long as I can't use any of them, I'll have to stick with Chrome Apps and I have to say that they've really improved. Working in Google Docs without an internet connection feels the same as if you'd be online. My only gripe is the lack of offline-caching of the Google Play Music webapp.

A fully cloud-enabled device is also still mostly useless as long as I can exhaust my monthly LTE-bandwidth within a few minutes.

This isn't as much of a problem anymore. Sure, the telco companies still suck, but I've been using my smartphone as if it had unlimited data for months and my 5GB are holding up quite well. More recently, 10GB/month contracts have become quite cheap in Germany. It's of course still far from perfect, but I don't see this as much of a concern anymore. I'm currently on vacation in the Netherlands and I have yet to find a spot where there isn't some WiFi hotspot that I can use.

Chrome OS also lacked advanced tiling window manager-features that I've grown accustomed to on OS X and its handling of SSH-connections wasn't to my liking either.

I'm now using tmux, so this also isn't that much of an issue anymore. Secure Shell still isn't perfect, but I'm just connecting to my server using mosh and I'm considering that my Linux environment from where I can connect to whatever system I need to. However, multiple workspaces and/or tiling window manegement is more necessary than ever on Chrome OS, because as soon as those Android apps land in the Stable channel, being tied to just one workspace will be a very terrible experience. Come on Google, even Windows 10 supports multiple desktops now. If you're also into Chrome OS, put a star on this issue right now!

Another issue I had was the US keyboard. But because I'm no longer just the typical systems administrator, I've adapted to the US keyboard layout and I've been using the US International variation of it for german Umlauts like öüäß for a few months now.

I hope that Chromebooks with the Pixel's build-quality will be the default for devices in the 300EUR-pricerange.

We're not at that price point yet, but 499€ for a decently specced Aluminum laptop isn't that terrible.

So far, I haven't found a thing that I missed or something that my Macbook Pro could have done better. I've also come to terms with the fact that Apple is now focusing more and more on integrating their own services into macOS while I've been ditching all of Apple's apps for webapps, so there's nothing I'll really miss. I had expected to miss apps such as Pixelmator, but to be honest, I can't remember when I last used it. Google Photos does most of what I need with regards to editing photos.

If you're curious and have questions, ping me on Twitter.

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi. 20.07.2016

Am Mi. den 20 Juli trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema: Die Darstellung von Graphen mit Hilfe der Libraries “NodeGraph – Boost.Graph & QGraphicsView

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

17.07.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #273

Neben all den aktuellen Nachrichten um Nizza und die Türkei sollte nicht vergessen werden, daß wir hierzulande auch noch ein Problem mit Rechtsextremismus haben. Dazu bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 28/2016.

Autismus

  • 10.07.2016 Autisten bloggen: Overloads vorbeugen (via @yousitonmyspot)
  • 10.07.2016 yowriterblog: Déjà vu (via @1wrong_way / @endhaltestelle_)

Behinderung / Inklusion

Datenschutz

Drogen

Flucht und Asyl

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

IT-Sicherheit

LGBTIQ

Nizza

Polizei

Qualitätsjournalismus

Rape Culture

Rigaer Straße

Türkei

Twitter-Weisheiten

Unwetter

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

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10.07.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #272

Die Besorgten Nachrichten (Rechtsextremismus, rechte Gewalt, rechte Parteien etc.) der Woche: Besorgte Nachrichten, KW 27/2016. Und es hört einfach nicht auf 🙁

Autismus

Behinderung / Inklusion

Bundeswehr

Edward Snowden

Hartz IV & Co.

IT-Sicherheit

Leistungsschutzrecht

LGBTIQ

Polizeigewalt

Rape Culture

Rüstung

Sexarbeit

Tierquälerei

Trau schau wem

  • 07.07.2016 Ruhrbarone: Auf gute Nachbarschaft (via @ruhrbarone / @AlexSchestag; hatte ich auch vor einiger Zeit im Briefkasten, mir aber noch nicht weiter angesehen – gut zu wissen. Läßt man wohl besser die Finger davon.)

Unwetter

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09.07.2016

Chaosdorf e.V. - Vortrag: Fruits of Doom am 13.08.2016 ab 13 Uhr

Am Samstag, den 13.08.2016, wird es ab 13:00 Uhr in unseren Räumen einen Vortrag über Man-in-the-Middle-Angriffe (MitM) geben.

Die Präsentation ist ausgelegt als IT-Security Awareness Präsentation, die für das Thema unverschlüsselte Drahtlosnetzwerke (aka „Free Wifi“) sensibilisieren soll. Viele Betriebssysteme speichern die Netzwerke, mit denen sie einmal verbunden waren und fragen diese ständig ab. Genau hier setzt die Präsentation an.

Das Thema soll leicht verständlich vermittelt werden, dennoch bleibt ein wenig Theorie nicht aus. Diese wird so einfach wie möglich gehalten, um das Thema auch für technisch Unbedarfte greifbar zu machen. So wird ziemlich ‘High-Level’ erläutert, wie eine WLAN-Assoziation in öffentlichen Drahtlosnetzen funktioniert. Des Weiteren werden u.A. die Begriffe MitM sowie Evil-Twin verständlich erklärt.

Den Hauptteil der Präsentation bildet ein ‘Live-Hacking’ in einer eigens dafür entwickelten Umgebung, auf die im Rahmen des anschließenden Workshops im Chaosdorf auch genauer eingegangen werden kann. Der praktische Teil ist in drei Kategorien unterteilt und zeigt, wie man durch das oben beschriebene Problem leicht Opfer eines “MitM-Angriffs” werden kann. Es wird unter anderem demonstriert:

  • Signal Jamming, WLAN-Channel-DoS
  • Mitlesen und analysieren von WLAN-Traffic
  • Das Manipulieren von Daten-Traffic (Iframe-Injection) bzw. das Einschleusen von Schadsoftware (Drive-By Download)

Für den praktischen Teil wird sowohl Hardware eingesetzt, die für unter 200$ im Internet erworben werden kann, als auch eine Eigenentwicklung auf Basis eines Raspberry Pi 2. Das soll auch noch einmal verdeutlichen, dass für solch einen Angriff keine teure Spezial-Hardware nötig ist, der Schaden aber enorm sein kann.

Zum Abschluss wird es einen Leitfaden geben, wie man sich vor diesen Szenarien schützen kann.

Teilnahme

Für den Vortrag sind keine Vorkenntnisse nötig, jeder ist herzlich willkommen. Ihr solltet ein paar Stunden Zeit mitbringen und euch zur besseren Planung in unserem Wiki eintragen (ein Account ist dafür nicht erforderlich).

Zur moralischen Unterstützung der Teilnehmer wird es zwischendurch veganes und auch nicht-veganes Essen geben.

03.07.2016

Frosch - OpenVPN mit Knoten

Nachdem ich mich vorgestern mit einem verknoteten Mailsystem herumgeschlagen habe, war heute der Umzug des OpenVPN auf den neuen Server dran. Da hatte ich auch erstmal einige Knoten. Teils im System, teils im Gehirn 😉

Es wäre echt zu leicht gewesen, nach der Installation, der Erzeugung der Zertfikate und Keys und der Anpassung der Client-Konfiguration da jetzt einfach über das neue VPN routen zu können. Aber: Obwohl die Verbindung zum neuen Server stand wie eine Eins, ging nichts durch. Also, gar nichts. Ich konnte zu keinem anderen System verbinden als dem Server selbst, zu allen anderen Systemen hieß es: „network not reachable“.

Der generelle Haken bei solchen Dingen besteht darin, daß ich solche Dienste nur alle paar Jubeljahre mal neu einrichten muß. Also mußte ich wieder auf die Suche gehen: Wie war das nochmal? Und warum funktioniert das auf dem alten Server?

Die meisten Anleitungen, die man so im Netz findet, beziehen sich nur auf das Paket openvpn und vielleicht noch easy-rsa, berücksichtigen aber nicht das Routing auf dem Hostsystem. Entweder gehen sie davon aus, daß der Host schon richtig konfiguriert sein werde, oder davon, daß man doch einfach weiß, was man im System noch einstellen muß, damit das OpenVPN auch nutzbar wird.

Also, was macht man nun, wenn die Verbindung als solche perfekt funktioniert, aber einfach keine Daten durchrouten will?

Das erste ist: Überhaupt erstmal Routing freischalten. Das ist auf einem neu installierten Debian-System nicht automatisch der Fall – vermutlich aus Sicherheitsgründen. Leider wird das auch mit der Installation von OpenVPN nicht geändert, obwohl es dafür doch unbedingt notwendig ist.

Also:

seelilie:~# echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_forward

seelilie:~# echo 1 > /proc/sys/net/ipv6/conf/all/forwarding

Zwar habe ich IPv6 für das OpenVPN generell noch nicht aktiviert, aber dem System kann man’s ja schonmal verklickern.

Damit war’s allerdings leider noch nicht getan. Erst ein Blogartikel von Allan McRae mit dem Titel Routing Traffic With OpenVPN brachte mich auf den richtigen Weg. In seinem Step #3 widmet er sich nämlich iptables, der Firewall. Der muß man noch ein paar Dinge beibiegen, damit OpenVPN auch tatsächlich den Traffic seiner Clients routen kann. Gegenüber Allans Beschreibung habe ich nur das Device verändert; er verwendet das tun-Device, ich dagegen tap. Außerdem verwende ich nicht den Standard-Port 1194, lasse diesen hier aber trotzdem stehen:

seelilie:~# iptables -A INPUT -i eth0 -m state –state NEW -p udp –dport 1194 -j ACCEPT

seelilie:~# iptables -A INPUT -i tap+ -j ACCEPT

seelilie:~# iptables -A FORWARD -i tap+ -j ACCEPT

seelilie:~# iptables -A FORWARD -i tap+ -o eth0 -m state –state RELATED,ESTABLISHED -j ACCEPT

seelilie:~# iptables -A FORWARD -i eth0 -o tap+ -m state –state RELATED,ESTABLISHED -j ACCEPT

Die zusätzliche, optionale Zeile, die er noch weiter unten erwähnt, brauchte ich hier nicht.

Nach der Änderung mußte ich nur noch OpenVPN neu starten, sowohl auf dem Server als auch auf dem Client, und endlich ging alles durch. Bis auf IPv6, das ist noch eine offene Baustelle. Später.

Ich hoffe, der Kram, der jetzt noch auf dem alten Server übrig ist, kostet mich nicht auch jeweils noch einen ganzen Abend pro Dienst …

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