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05.07.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #220

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LGBTIQ

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30.06.2015

Frosch - Die Parallelwelt

Schon seit der Antike diskutieren Menschen über die Möglichkeit von Parallelwelten, also Welten, die eigentlich mal identisch mit der uns bekannten waren, sich dann aber durch eine einzige Entscheidung anders entwickelt haben. Seit Wochen geht mir die Möglichkeit einer solchen Parallelwelt durch den Kopf, einer, bei der eine bestimmte Sache anders gelaufen ist.

Irgendwann in der Geschichte der Menschheit kam wohl jemand auf die seltsame Idee, daß er seine Güter, sein Können oder Wissen nur dann hergeben wollte, wenn er von dem, der etwas von ihm wünschte, etwas dafür bekam, was er als gleichwertig erachtete. Und offenbar gab es dann auch genügend dumme Leute, die das so akzeptierten. Denn unsere Vorfahren waren noch in der Steinzeit absolut darauf angewiesen, daß jeder sein Können, Wissen und das, was er produzierte, allen in der Gruppe zur Verfügung stellte, damit die gesamte Gruppe überleben konnte und alles hatte, was sie brauchte.

Die Forderung nach einem direkten Tausch brachte natürlich bald die Notwendigkeit für ein Zahlungsmittel mit sich, denn dieser direkte Tausch erwies sich vermutlich schnell als unpraktisch: Wenn ich etwas brauche, was ein anderer produziert, der jedoch etwas benötigt, was ich nicht habe, laufe ich mir die Hacken wund, um eine Tauschkette aufzubauen, in der dann jeder Beteiligte das bekommt, was er haben will. Also braucht es eine Art vermittelnde Ware, die den Wert der anderen Waren bestimmt.

Die ersten dieser vermittelnden Waren dürften wohl Getreide und Rinder gewesen sein (genannt ab 17.000 v. Chr.). Diese haben allerdings den Vorteil, daß sie nachwachsen: Habe ich zehn Rinder und gebe eins dafür her, um Futter für die anderen neun zu bekommen, dann habe ich nach einem Jahr mindestens wieder zehn Rinder, vielleicht sogar mehr – vorausgesetzt natürlich, ich achte drauf, daß ich Männlein und Weiblein habe. Gebe ich Getreide für etwas anderes her, muß ich nur genug behalten, um wieder neu aussäen zu können, und habe spätestens im nächsten Jahr wieder genug Getreide.

Anatolischer Obsidian, bekannt seit mindestens 12.000 v. Chr., wurde etwa um 9.000 v. Chr. zu einem der ersten anerkannten allgemeinen Zahlungsmittel. (Quelle: Wikipedia: History of money, last modified on 26 May 2015, at 11:07).

Die ersten Münzen wurden dann etwa um 1000 v. Chr. geprägt, und zwar in China. Sie waren aus Kupfer und hatten die Form von kleinen Messern und Spaten. Davor waren in einigen Gegenden auch Muscheln als Zahlungsmittel akzeptiert gewesen. (Quelle: ebd.)

Heute sagt man uns, daß Geld unbedingt nötig sei, um von lokal bis weltweit jeglichen Austausch von Waren und Dienstleistungen zu ermöglichen. Tatsächlich müssen viele Menschen auf der Welt feststellen, daß die Notwendigkeit von Geld es ihnen gerade nicht möglich macht, ihre Waren und Dienstleistungen zu denen zu bringen, die sie benötigen (weil diese nicht über das nötige Geld verfügen). Andererseits können sie notwendige oder gewünschte Waren oder Dienstleistungen nicht einkaufen, weil sie auch selbst nicht das dafür verlangte Geld besitzen. Denn im Gegensatz zu den frühen Zahlungsmitteln Getreide oder Rinder wachsen Scheine und Münzen nicht nach; ich muß immer wieder etwas geben, um sie zu beschaffen.

Das System „Direkttausch mit Geld“ funktioniert damit nicht für alle. Genau genommen funktioniert es sogar für viele Menschen nicht: Kinder sind beispielsweise darauf angewiesen, daß sie von Erwachsenen Geld bzw. von deren Geld gekaufte Waren bekommen, um zu überleben. Menschen mit Einschränkungen sind genauso wie Menschen, deren Arbeitskraft einfach nicht benötigt wird, nicht in der Lage, sich das Geld zu beschaffen, das sie brauchen, um sich zu versorgen.

Lösungsvorschläge für das Problem gibt es viele: Höhere Steuern für Reiche, mehr staatliches Geld für Arme, Bedingungsloses Grundeinkommen und weitere – aber alle gehen davon aus, daß das Prinzip „Direkttausch mit Geld“ notwendig ist und erhalten werden muß.

Provokative Frage: Warum eigentlich?

Nehmen wir mal eine andere Erde an. Eine, in der es diesen Menschen, der für das, was er zu bieten hatte, eine direkte Gegenleistung wollte, einfach nicht gab. Oder zumindest keine anderen, die ihn damit ernst nahmen.

  • Wieviele Kriege wegen materieller Streitigkeiten hätten nicht stattgefunden?
  • Wie hätten sich neu entdeckte Kontinente und Länder wie Amerika entwickeln können?
  • Wieviele Streitigkeiten unter Individuen, Straftaten incl. Morde, Gerichtsverfahren usw. hätten nicht stattgefunden?
  • Wieviele Menschen hätten keine Zeit im Gefängnis zubringen müssen? Hätten wir überhaupt Gefängnisse?
  • Wie viel früher wären bestimmte Erfindungen und Entdeckungen gemacht worden, wenn Menschen die nötige Freiheit gehabt hätten?
  • Wieviele Menschen wären nicht verhungert, oft schon im Kindesalter?
  • Wieviele Menschen wären nicht an heilbaren Krankheiten gestorben?
  • Wie sähen unsere Bildungsmöglichkeiten sowohl für Kinder als auch für Erwachsene aus?
  • Gäbe es Korruption?
  • Gäbe es Gier?
  • Wieviele Menschen müßten nicht flüchten?
  • Hätten wir überhaupt Ländergrenzen?
  • Hätten wir Inklusion für Menschen mit Behinderungen oder sonstigen Beeinträchtigungen?
  • Wieviel Papier würde nicht für schwachsinnige Werbeprospekte ohne Informationsgehalt verschwendet werden? Und: Gäbe es Spam?
  • Wieviel mehr Menschen würden nicht verunglücken, weil sie nicht zu einem Termin hetzen müßten?
  • Wieviele Menschen würden nicht krank werden, weil sie entweder gar keine oder zuviel Arbeit haben?
  • … Und was für Machtstrukturen hätten wir?

Vermutlich denken jetzt viele das gleiche wie in der Argumentation um das Bedingungslose Grundeinkommen: Ja, wer macht denn dann die notwendige Arbeit?

Die Antworten sind im Prinzip auch dieselben: Diejenigen, die sich dazu berufen fühlen. Überzeuge Menschen davon, daß etwas wichtig ist, und es werden sich welche finden, die die nötigen Arbeiten erledigen. Funktioniert nicht, sagt Ihr?

Ja seltsam, wie kommt es dann, daß bei Community-Veranstaltungen wie dem CCC-Congress jedes Jahr eine Menge Helfer („Engel“) alle notwendigen Arbeiten erledigen, damit der Congress rund läuft? Ganz freiwillig, und ohne daß man jemanden drängen muß? Im Gegenteil: Die Schichtpläne, in die sich die Helfer eintragen können, sind üblicherweise schon vor Beginn des ersten Veranstaltungstages gut gefüllt. Und das sind nicht alles nur angenehme Arbeiten. Warum? Weil diese Helfer wissen, daß ohne die Mithilfe Vieler der Congress gar nicht stattfinden könnte.

Anders ausgedrückt:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Antoine de Saint-Exupery in „Die Stadt in der Wüste“ / „Citadelle“.

Und damit ergäbe sich ein weiterer Punkt: Was, wenn Menschen das tun können, was sie richtig und sinnvoll finden, statt zu für sie sinnlosen Tätigkeiten gezwungen zu werden, nur damit wenigstens das Allernötigste bezahlt werden kann?

Eine solche Welt fände ich lebenswert.

Vielleicht bin ich ja tatsächlich auf dem falschen Planeten gelandet …

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Frosch - Illinois verbietet Kerri Rivera, MMS anzubieten

NBC 5 Chicago berichtete am 24. Juni, daß die Generalstaatsanwältin von Illinois der bekannten Quacksalberin Kerri Rivera eine „assurance of voluntary compliance“, also quasi eine „freiwillige Selbstverpflichtung“, aufgedrückt hat. In dieser verpflichtet sich Kerri Rivera, im Staat Illinois MMS bzw. Chlordioxid nicht mehr als Medikament gegen Autismus zu bewerben, zu verkaufen oder in Seminaren oder auf Konferenzen sowie ihren Websites anzupreisen. Wenn sie sich nicht daran hält, wird das als Verstoß gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz gewertet und kann entsprechend sanktioniert werden.

Nachfolgend meine Übersetzung der Selbstverpflichtung; Original (PDF, leider rein grafisch): Rivera, Fully Executed AVC.

Staat von Illinois
Landkreis von Cook

In der Sache der Kerri Rivera
Ermittlung # 2015-HCL-241

Freiwillige Selbstverpflichtung

Das VOLK DES STAATES ILLINOIS, [vertreten] durch LISA MADIGAN, Generalstaatsanwältin, und Kerri Rivera persönlich, schließen diese freiwillige Selbstverpflichtung (künftig „AVC“ genannt) gemäß dem Consumer Fraud and Deceptive Business Practices Act (etwa: Gesetz gegen Verbraucherbetrug und irreführende Geschäftspraktiken), 815 ILCS 505/1 ff. (künftig „Verbraucherschutzgesetz“ genannt).

I. LEGITIMATION

  1. Das VOLK DES STAATES ILLINOIS, [vertreten] durch LISA MADIGAN, Generalstaatsanwältin von Illinois, haben die Autorität, diesen Vertrag zu schließen und zu akzeptieren, gemäß Abschnitt 6.1 des Verbraucherschutzgesetzes.

II. PARTEIEN

  1. LISA MADIGAN ist derzeit die gewählte Generalstaatsanwältin von Illinois und hat somit die Berechtigung, das Verbraucherschutzgesetz durchzusetzen.
  2. Kerri Rivera ist eine Person, die den Gebrauch von Chlordioxid als Behandlung für Autismus bewirbt (künftig Verantwortliche genannt).
  3. [Die] Verantwortliche trägt vor und präsentiert auf Seminaren/Konferenzen und betreibt Websites, auf welchen sie die Benutzung von Chlordioxid als Behandlung für Autismus bewirbt.

III. DEFINITIONEN

  1. Von dem abgesehen, was hier bereits dargelegt wurde, und solange keine andere Begriffsbedeutung im Kontext erkennbar ist, gelten die Begriffe in diesem AVC entsprechend dem Verbraucherschutzgesetz, Nr. 815 ILCS 505/1 ff.

IV. ANWENDBARKEIT

  1. Die Bestimmungen in diesem AVC sind anwendbar auf die Verantwortliche, ihre Niederlassungen, Vertreter, Angestellten, alle Personen und Einrichtungen, die mit ihr assoziiert, angegliedert oder verbunden sind sowie alle nachfolgenden Firmen oder Geschäftseinrichtungen.

V. RELEVANTE GESETZLICHE UND REGULATORISCHE BESTIMMUNGEN

  1. Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes lautet folgendermaßen:

    Unfaire Methoden des Wettbewerbs und unfaire oder irreführende Aktionen oder Praktiken, inclusive, aber nicht beschränkt auf, die Nutzung von jeglicher Art von Täuschung, Betrug, falsche Behauptungen, falsche Versprechungen, mißverständliche Darstellung oder Verschleierung, Unterdrückung oder Nichterwähnung von Tatsachen, mit der Intention, daß andere ihnen auf der Basis dieser verschleiernden, unterdrückten oder nicht erwähnten Tatsachen vertrauen, oder die Benutzung oder der Einsatz jeglicher Handelspraktiken, die in Abschnitt 2 des „Einheitlichen Gesetzes zu irreführenden Handelspraktiken“ vom 5. August 1965, werden hiermit für ungesetzlich erkärt, unabhängig davon, ob eine Person tatsächlich in die Irre geführt, betrogen oder geschädigt wurde. Bei der Auslegung dieses Abschnittes sollen die Interpretationen der Federal Trade Commission (Handelskommission des Bundes) und der Handelsgerichte bezüglich Abschnitt 5 (a) des Federal Trade Commission Act (Handelsgesetz des Bundes) berücksichtigt werden.

815 ILCS 505/2.

VI. VORWÜRFE UND FAKTEN

Die Generalstaatsanwältin macht den Vorwurf, daß

  1. die Verantwortliche Websites inclusive cdautism.org betreibt und bei Seminaren/Konferenzen vorträgt bezüglich der Verwendung von Chlordioxid bei der Behandlung von Autismus.
  2. die Verantwortliche auf ihren Websites gegen eine Gebühr Beratungen zur Verwendung von Chlordioxid zur Behandlung von Autismus anbietet.
  3. die Verantwortliche durch das Angebot dieser Dienstleistungen sich im „Handel“ oder „Gewerbe“ entsprechend der Begriffe, wie sie in Abschnitt 1 des Verbraucherschutzgesetzes definiert sind, betätigte.
  4. die Verantwortliche auf ihren Websites und in ihren Präsentationen unbewiesene medizinische Behauptungen bezüglich der Verwendung von Chlordioxid bei der Behandlung von Autismus aufstellt.
  5. die Verantwortliche in Wahrheit und Tatsachen kompetente und zuverlässige wissenschaftliche Beweise, welche ihre Behauptung, mit Chlordioxid könne man Autismus behandeln, vermissen läßt.
  6. die Durchführung der Bewerbung unbewiesener Gesundheits- und medizinischer Behauptungen bezüglich der Verwendung von Chlordioxid in der Behandlung von Autismus durch die Verantwortliche eine Verletzung von Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes darstellt.

VII. VEREINBARUNG, VON UNGESETZLICHEN PRAKTIKEN ABZULASSEN

  1. HIERMIT WIRD ZUGESTIMMT, daß die Verantwortliche, ihre Niederlassungen, Vertreter, Angestellten und alle Personen, die mit ihr assoziiert, angegliedert oder verbunden sind, sich ab dem Datum dieses AVC an die Abschnitt 2 des Verbraucherschutzgesetzes, 815 ILCS 505/2, hält.
  2. ES WIRD DES WEITEREN ZUGESTIMMT, daß die Verantwortliche in Seminaren/Konferenzen im Staat Illinois keine Produkte mehr bewirbt oder verkauft, die sich auf die Verwendung von Chlordioxid oder ähnliche Substanzen zur Behandlung von Autismus beziehen.

VIII. AUSFÜHRUNG DER VEREINBARUNG

  1. Die Parteien sind sich einig, daß dieser AVC nicht als Zustimmung oder Sanktion durch den Staat von Illinois oder die Generalstaatsanwältin von Illinois zu den Geschäftspraktiken der Verantwortlichen gedeutet werden kann. Die Parteien sind weiterhin darüber einig, daß jegliches Versagen des Staates Illinois oder der Generalstaatsanwältin von Illinois dahingehend, Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie Informationen gemäß dieses AVC erhalten, nicht als Zustimmung oder Sanktion zu jeglicher Art von Darstellung dieser Informationen, Handlungen oder Praktiken, auf welche diese Informationen hindeuten, gedeutet werden können. Die Parteien stimmen weiterhin zu, daß dieser AVC zwischen der Generalstaatsanwaltschaft und der Verantwortlichen eingegangen wird, um die Situation zu lösen, daß diese AVC keine anderen Ämter oder Vertretungen des Staates Illinois bindet; und daß dieser AVC nicht dahingehend gedeutet werden kann oder darf, um irgendeine andere Handlung, sei sie zivil, ermittlungs- oder verwaltungstechnisch, zu lösen oder auszuschließen, die bei einer anderen Behörde oder Vertretung des Staates Illinois anhängig ist oder nachträglich vorgebracht wird.
  2. Dieser AVC wird abgeschlossen mit dem Wissen, daß die Vorwürfe von Fakten und davon betroffene Gesetze Vorwürfe von Verletzungen des Verbraucherschutzgesetzes darstellen.

IX. Salvatorische Klausel

  1. Wenn ein Abschnitt, eine Bestimmung oder ein Teil dieses AVC aus irgendwelchen Gründen als ungültig, nicht durchsetzbar oder für nichtig erkannt wird, soll dieser Abschnitt vom Rest abgetrennt werden und nicht die Gültigkeit oder Durchsetzbarkeit der verbleibenden Anteile beeinflussen.

X. [VERTRAGS-]VERLETZUNGEN

  1. Die Parteien sind sich darüber einig, daß gemäß Verbraucherschutzgesetz jeglicher Beweis einer Verletzung einer der Vorgaben dieser AVC als Anscheinsbeweis einer Verletzung des Verbraucherschutzgesetzes bei jeglichem späteren Vorgehen der Generalstaatsanwaltschaft des Staates Illinois gegen die Verantwortliche angesehen wird. Es herrscht weiterhin Einigkeit darüber, daß die Generalstaatsanwaltschaft üblicherweise das Recht hat, angemessene Maßnahmen zu beantragen, um diese Vereinbarung durchzusetzen.

XI. INKRAFTTRETEN

  1. Dieser AVC tritt nach Unterzeichnung durch die Parteien sofort in Kraft.

XII. Autorisierung

  1. Die unterzeichnenden Vertreter für jede Partei bestätigt, daß sie/er von der Partei, die sie/er repräsentiert, vollumfänglich autorisiert ist, um in die Bedingungen dieses AVC einzutreten und die Partei, die sie/er vertritt, rechtlich an diesen AVC zu binden.

DAS VOLK DES STAATES ILLINOIS,
[vertreten] durch LISA MADIGAN,
GENERALSTAATSANWÄLTIN VON ILLINOIS

DURCH: [Unterschrift] RAYMOND THRELKELD
Leiter des Gesundheitsamtes

VERANTWORTLICHE
KERRI RIVERA
DURCH: [Unterschrift] KERRI RIVERA
DURCH: [Unterschrift] STEVE PERNICK
Rechtsanwalt für Kerri Rivera

LISA MADIGAN
Generalstaatsanwältin von Illinois

Raymond Threlkeld, Leiter
des Gesundheitsamtes

Judith M. Parker. AAG
Gesundheitsamt
100 West Randolph Street, 12. Etage
Chicago, Illinois 60601
312-814-3717

[Update 2015-06-30 14:48] Einige einfache Korrekturen am übersetzten Text durchgeführt. [/Update]

Und jetzt das ganze nochmal zusammengefaßt und allgemein verständlich:

  1. Die Generalstaatsanwältin von Illinois stellt fest, daß Frau Rivera mit Chlordioxid ein Mittel zur Behandlung von Autismus anbietet, für dessen Wirkung sie keinerlei Beweise erbringen kann. Frau Rivera preist diese Chemikalie auf Seminaren, Konferenzen und verschiedenen Websites an. Außerdem offeriert sie auch kostenpflichtige Beratungen zu Chlordioxid als Mittel gegen Autismus.
  2. Die Generalstaatsanwältin stellt fest, daß Frau Rivera damit gegen das Verbraucherschutzgesetz des Staates Illinois verstößt.
  3. Frau Rivera verpflichtet sich dazu, sich an das Verbraucherschutzgesetz des Staates Illinois zu halten. Das bedeutet, daß sie ab Unterzeichnung der Selbstverpflichtung Chlordioxid als Mittel zur Behandlung von Autismus in Illinois nicht mehr anbieten, auf Seminaren, Konferenzen oder Websites präsentieren und natürlich auch nicht verkaufen wird.
  4. Hält sich Frau Rivera nicht an diese Verpflichtung und die Generalstaatsanwaltschaft von Illinois erfährt davon, dann wird das wie ein direkter Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz von Illinois gewertet und kann entsprechend geahndet werden.

Das ist doch mal ein guter Anfang. Dem Artikel von NBC 5, State Takes Action Against „Miracle Treatment“ For Children, nach wurde diese Selbstverpflichtung wohl Ende Mai unterzeichnet. (Das Video in dem Artikel läuft bei mir nicht, nur der Werbeblock davor kann angesehen werden; möglicherweise ist hier Geoblocking im Einsatz.)

Etwa zu dieser Zeit fiel auf, daß die Websites von Frau Rivera plötzlich allesamt nicht mehr zugänglich waren. So ein Zufall.

Das Verkaufsverbot gilt jetzt allerdings erst einmal nur im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois. Frau Rivera wohnt mittlerweile in Mexico, also gar nicht mehr im Bereich der Jurisdiktion der USA oder einer ihrer Bundesstaaten. Ihr stehen also theoretisch noch alle anderen US-amerikanischen Bundesstaaten für ihre Präsentationen offen. Ob der Bundesstaatsanwalt der USA ihr eine ähnliche Selbstverpflichtung aufdrücken kann bzw. ob es auf der Ebene überhaupt passende Gesetze gibt, kann ich nicht beurteilen; wünschenswert wäre es. Alternativ könnte der Bundesanwalt natürlich auch direkt mit den Ermittlungen anfangen.

Nicht davon betroffen dürfte der MMS-Papst Jim Humble mit seiner „Church of Genesis II“ sein. Findige Rechtsanwälte können ermittelnde Staatsanwälte und Richter möglicherweise davon überzeugen, daß er mit Frau Rivera nicht im Sinne der Selbstverpflichtung in Verbindung steht. Das heißt, der primäre Verdiener an der ganzen Sache bleibt dadurch vermutlich noch (?) unbehelligt. Es wird Zeit, auch die Wurzel dieses Übels auszureißen.

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28.06.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #219

Asyl

Bedingungsloses Grundeinkommen

Bundestags-IT

Computersicherheit

Depression

Ehe für alle

Ermittlungsbehörden

„Fachkräftemangel“

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

Kunstaktion „Die Toten kommen“

Nazis

Panoramafreiheit

SPD und Vorratsdatenspeicherung

Überwachung

Verschwörungstheoretiker

Vorratsdatenspeicherung

Warlords

Wissenschaft

Und sonst so?

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22.06.2015

Michael Stehmann - Besuch beim Treffen der deutschsprschigen Community von TDF/LibreOffice

Freie Software lebt von Zusammenarbeit. Zusammenarbeit erfordert gegenseitigen Respekt und Vertrauen. Respekt und Vertrauen fallen leichter, wenn man sich persönlich kennt und diese Bekanntschaft pflegt.

Die deutschsprachige Community von TDF und LibreOffice veranstaltete vom 19. bis 21. Juni 2015 ein Strategie- und Projektwochenende im Linuxhotel in Essen.

Hierzu lud Florian Effenberger auch Menschen aus der deutsprachigen Community von Apache OpenOffice ein, darunter auch Mechtilde und mich.

Gerne haben wir diese freundliche Einladung angenommen und uns sehr darauf gefreut, alte Freunde wiederzusehen und Menschen “im richtigen Leben” kennenzulernen, die wir vorher nur vom Namen her kannten. Allerdings hattenen wir am Samstag schon anderes vor, sodass wir nur am Freitagabend und am Sonntag am Treffen teilnehmen konnten.

Am Freitagabend wurde gegrillt und wir hatten die Gelegenheit, nicht nur Grüße auszurichten, sondern auch alte Freunde zu begrüßen und neue Menschen kennenzulernen.

Wir erkundigten uns auch, wie es anderen Bekannten so geht. Es war ein gelungener, angenehmer Abend mit zwangloser Unterhaltung. Irgendwelchen Vorbehalten begegneten wir in keiner Weise.

Einer der Menschen, die wir erstmalig “im richtigen Leben” trafen, war Robert Großkopf, der auf der deutschsprachigen Users-Mailingliste von Apache OpenOffice die Fragen der Anwender vor allem zu Base beantworet. Interessant war es ferner, Martin Bayer einmal persönlich zu erleben.

Am Sonntagmorgen gab es nach dem Frühstück nur eine kurze, das Wochenende reflektierende Session. Danach galt es schon wieder, Abschied zu nehmen.

Es gab also viele Gespräche im kleineren oder größeren Kreis, und es herrschte eine gute Stimmung. Es war fast wieder so, wie an den früheren QA-Wochenenden am gleichen Ort vor dem Fork. Wir sind zuversichtlich, dass dies nicht die letzte Einladung an uns gewesen ist und freuen uns schon auf ein erneutes Wiedersehen.

Die vergangene gemeinsame Arbeit erscheint mir noch immer eine gute Basis für eine zukünfige Zusammenarbeit zu sein, zumal es gerade in der deutschsprachigen Community eine gar nicht einmal so kleine Anzahl von Menschen gibt, die zu beiden Projekten beitragen.

Auch erwies es sich als den Geist der Begegnung und des Umgangs miteinander prägend, dass wir mit einigen Teilnehmern eine gemeinsame Basis im Fellowship der Free Software Foundation Europe haben. Mit allen Teilnehmern verband uns aber das Anliegen, zum Fortschritt Freier Software beizutragen.

Michael Stehmann - Außerordentliches Fellowshiptreffen am 17.06.2015

Jonas Öberg, Mitgründer und aktueller Geschäftsführer der Free Software Foundation Europe, besuchte wieder einmal Düsseldorf. Aus diesem Anlass fand am 17.06.2015 ein außerordentliches Fellowshiptreffen im Restaurant “El Greco” statt.

Die letzten Treffen des Fellowship mit Jonas in Düsseldorf, die schon einige Zeit her sind, sind allen Teilnehmern in guter Erinnerung geblieben. Es versprach daher wieder ein sehr interessanter Abend zu
werden. Leider sahen das wohl nicht viele Fellows so; jedenfalls kamen nur wenige.

Weiterer “Ehrengast” des Abends war Matija Šuklje, Koorninator der FSFE in Slowenien und von FSFE Legal – der Freedom Task Force.

Zu uns gesellten sich Mitglieder des Chaosdorfes, die die immobiliare Zukunft des Hackspaces planen. Sie informierten Jonas über den diesbezüglichen Stand der Dinge. Jonas ventilierte mit ihnen Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit.

Nachdem wir uns mit dem wieder guten und reichlichen Essen des “El Greco” gestärkt hatten, wurde dann ein Fass mit leckeren Dröppkes disloziert, das Zapfbesteck installiert und sodann das leckere Altbier distribuiert.

Matija hatte Bierproben aus seiner Heimat mitgebracht und machte die Teilnehmer, darunter den geschmacksicheren “Braumeister” des Chaosdorfes, zu Betatestern der verschiedenen Biere, die exklusiv zur Erprobung neuer Hopfensorten gebraut und abgefüllt worden waren. Manche waren wirklich geschmackvoll und süffig, manche eher gewöhnungsbedürftig. Aber das festzustellen, ist ja der Sinn eines solchen Tests.

Die Gespräche waren sehr intensiv, aber auch höchst unterhaltsam. Lediglich die Pflichten des nächsten (oder neuen) Tages bewegten die Teilnehmer zur Ab- und Heimkehr.

Auch dieses Treffen wird allen, die teilnahmen, wieder in guter Erinnerung bleiben. Schade, dass nicht mehr Menschen diesem interessanten Treffen beiwohnten; die Fernbleibenden haben etwas verpasst.

Frosch - REWE: Preiserhöhung x 3

REWE – jeden Tag ein bißchen besser? Eher regelmäßig ein bißchen teurer. Manchmal sogar ein bißchen viel teurer. Hier habe ich ein schönes Beispiel für eine Preiserhöhung bei einem Produkt, die gleich auf drei Ebenen stattfand.

Das Produkt: REWE Beste Wahl Penne Spinat Gorgonzola (Tiefkühlware). Noch vor etwa vier Wochen kostete die Packung 1,45 €, nun auf einmal wird sie für 1,89 € angeboten. Der erste erkennbare Unterschied: Eine dünne Plastikfolie, die das Erhitzen im Mikrowellenherd erleichtern soll – vorher stand in der Beschreibung, daß man den Pappdeckel abziehen und dann wieder lose drauflegen sollte. Bei der neuen Verpackung steckt die eigentliche Schale (immer noch aus überzogener Pappe) in einer Pappverpackung und hat dann eben diese dünne Folie mit drauf. Aber die Verpackung ist nur eine der Änderungen.

Schaut man nämlich genauer hin, dann stellt man schnell fest: Das Produkt wurde nicht nur einfach teurer. Irgendwie hatte ich auch direkt den Eindruck, daß weniger drin ist. Und tatsächlich: In der neueren Packung sind nur noch 350 g Nudeln mit Käse, während ich auf der alten Packung die Mengenangabe 400 g finde. Somit ist es bereits an zwei Stellen teurer geworden.

Die Preisdifferenz beträgt bereits an dieser Stelle fast 49 %! Denn wenn nur das Gewicht reduziert worden wäre, läge der neue Preis bei 1,27 €. Da der neue Preis nun aber 1,89 € beträgt, kauft man jetzt weniger Produkt für einen höheren Preis, es liegt also bereits eine doppelte Preiserhöhung vor. Die geänderte Verpackung und das bißchen Folie können eine solche Preissteigerung nicht erklären.

Nun könnte man meinen, es seien vielleicht jetzt bessere Zutaten verwendet worden. Schauen wir mal:

Alt (400 g, 1,45 €):

Wasser, Hartweizengrieß, Vollmilch, Spinat 12,5 %, Rapsöl, Gorgonzola 3,4 %, Sahne, Weizenmehl, Edelpilzkäse (Blauschimmelkäse) 2,0 %, Kräuter, Speisesalz, Stärke, Gewürze.

Neu (350 g, 1,89 €):

Wasser, Hartweizengrieß, Vollmilch, Gorgonzola 12 %, Spinat 11,4 %, Rapsöl, Sahne, Emmentaler, Stärke, Speisesalz, Weizenmehl, Weizenstärke, Dextrose, Gewürze, Pastinaken.

Daß die Anteile nicht in Gewicht, sondern in Prozent angegeben werden, macht’s einfach: Es ist jetzt weniger Spinat drin, und statt des teuren Edelpilzkäses wurde der Anteil am Gorgozola deutlich erhöht und ein bißchen Emmentaler dazugegeben. Außerdem kommen noch Dextrose (also Traubenzucker) und Weizenstärke sowie eine nicht spürbare Menge an Pastinaken dazu. Hier ist also der dritte Teil der Preiserhöhung versteckt, der sich allerdings natürlich nicht berechnen läßt.

Die alte Portion hat laut Packungsaufschrift 2.845 kJ, die neue 2.687 kJ. Würde sich die Kalorienzahl entsprechend des Gewichts reduzieren, dürfte die 350-g-Packung aber nur 2.489 kJ haben.

Also, nochmal zusammengefaßt: Das Gewicht wurde reduziert, der Preis erhöht und die Zutaten verbilligt, so daß sich eine Preiserhöhung von mindestens 50 % ergibt. Und schließlich hat das ganze auch noch mehr Kalorien als vorher.

REWE – jeden Tag ein bißchen besser? Ähm, nein, jedenfalls so nicht.

[Update 2015-06-26 16:30] REWE reagierte heute auf diesen Artikel. Leider verbieten sie die Veröffentlichung der E-Mail – ist sie ihnen etwa peinlich? Denn sie gehen nicht darauf ein, warum das Produkt jetzt mindestens 50 % teurer ist und dafür weniger Inhalt hat. Stattdessen erklären sie, was ich schon weiß: Daß jetzt mehr Gorgonzola drin ist, weil das ja ein „wertgebender Bestandteil“ sei. Danke auch. Ich würde gern lieber weiterhin davon satt werden können.

Außer auf die Preiserhöhung wird auch nicht darauf eingegangen, warum der ebenfalls „wertgebende Bestandteil“ Spinat reduziert wurde, oder warum da jetzt unbedingt Traubenzucker mit drin sein muß. Zufrieden bin ich mit der Antwort nicht.

Und warum man es in der Abteilung Qualitätssicherung nicht schafft, direkt öffentlich auf einen Blogartikel zu antworten, muß ich bestimmt auch nicht verstehen. [/Update]

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21.06.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #218

Arbeit

Autismus

Behinderung / Inklusion

Bundestags-IT

Computersicherheit

Datenschutz

Edward Snowden

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Justiz

Kinder

LGBTIQ

Markenrecht(smißbrauch)

#Neuland

Polizeigewalt

Rassismus

Sexarbeit

SPD und die Vorratsdatenspeicherung

Störerhaftung

Tor

Wissenschaft

Und sonst so?

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18.06.2015

Frosch - „Hast Du nichts besseres zu tun?“

Der Artikel Hier, bitte, meine Problemliste von Margarete Stokowski in der heutigen Online-TAZ erinnerte mich daran, daß ich das Thema auch schon seit einer Weile auf meiner Blog-ToDo habe. „Hast Du keine anderen Probleme?“ oder „Hast Du nichts besseres zu tun?“ sind solche Nicht-Argumente, die ich auch immer mal wieder zu hören oder zu lesen bekomme.

Nicht-Argument deshalb, weil diese beiden eher rhetorischen Fragen überwiegend – und nicht nur gegenüber Feministen – dazu eingesetzt werden, das Thema, für das sich jemand interessiert, zu marginalisieren. Das insbesondere zu dem Zweck, sich nicht inhaltlich damit auseinandersetzen zu müssen, aber auch, um generell das Gegenüber zu diskreditieren.

„Hast Du nichts besseres zu tun?“ heißt übersetzt: Was Du da machst, finde ich uninteressant, langweilig oder sinnlos, und daher sollst Du Dich damit auch nicht auseinandersetzen und Deine Zeit nicht damit verplempern. Statt dessen sollst Du Dich gefälligst mit etwas befassen oder sollst etwas tun, was ich interessant und sinnvoll finde.

Wer diese Frage stellt, meint also, dem anderen erklären zu dürfen, was er zu tun hat und was nicht.

Bei „Hast Du/haben wir keine anderen Probleme?“ gilt im Prinzip dasselbe. Deine Probleme oder die Dinge, die Du als Problem ansiehst, sind uninteressant, langweilig und eigentlich auch gar keine richtigen Probleme. Ich finde andere Dinge wichtiger, und daher hast Du die auch wichtiger zu finden und Dich damit zu befassen!!!1!

Und dann sind da noch die Schlechtmacher. Die kritisieren – meist substanz- und argumentationslos – jegliche Aktionen anderer. Aber auch, wenn jemand nicht (für sie sichtbar) aktiv ist, wird kritisiert, nämlich, daß eben nichts getan wird. Bei denen frage ich mich dann manchmal, ob sie nichts besseres zu tun haben …

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17.06.2015

OpenRheinRuhr - Linux-Schmie.de ist Bronze und Techniksponsor

linux-schmie_de_ci_800Die Linux-Schmie.de ist seit den Anfängen in 2009 ein Sponsor der OpenRheinRuhr. Wie in den letzten Jahren unterstützt die Linux-Schmie.de die OpenRheinRuhr als Bronze und Techniksponsor.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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16.06.2015

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 17.06.2015

Am Mi. den 17. Juni trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema: Grafikprogrammierung mit Cinder (framerate-unabhängige Berechnungen, OpenGL-Transformationsmatrizen, Texturen usw.).

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

15.06.2015

Frosch - Backup auf VHS?

Mir flog da gerade ein Gedanke durch den Kopf. Grundsätzlich hatten den offenbar schon andere, aber eine tatsächliche Umsetzung habe ich in einer ersten Google-Suche nicht gefunden.

Im verlinkten Forums-Thread hat einer ermittelt, daß auf 160 Minuten einer VHS-Cassette etwa 2,7 GB an Daten passen würden. Das klingt ja nicht sooo schlecht. Wenn die Bänder die Daten zuverlässig für, sagen wir, ein paar Jahre halten, kann man da schon einiges drauf unterbringen. Primär ginge es mir aber erstmal um „because we can“.

Die Frage ist auch nicht so sehr, ob das billig wäre oder welche anderen Möglichkeiten es noch gibt. Billig wäre es mittlerweile tatsächlich. Wieviele Leute wollen seit Jahren ihre VHS-Cassetten verschenken und werfen sie schließlich weg, weil sich kein Abnehmer mehr findet?

Der Datentransfer wäre natürlich sehr langsam, aber das ist bei Bandlaufwerken ja generell und prinzipbedingt normal. Für ein Backup von beispielsweise Dokumenten, Foto- oder Musikdateien spielt das aber keine so große Rolle.

Ich habe selbst noch über 150 VHS-Cassetten im Schrank stehen. Die wenigen Filme darauf, die wirklich nicht mehr woanders und in besserer Qualität zu bekommen sind, kann ich digitalisieren. Den Rest beschaffe ich mir sowieso nach und nach auf DVD – und so nebenbei unsynchronisiert, was ich (soweit englisch gesprochen wird) sowieso bevorzuge.

Die Kapazitäten meiner VHS-Cassetten sind 120, 180, 240 und 300 Minuten, wobei ich früher bevorzugt solche mit 240 Minuten Laufzeit gekauft habe. Wenn die Berechnung des Forumsteilnehmers stimmt, ergibt diese Umrechnungstabelle (Faktor: 0,016875 GB pro Minute):

Minuten Kapazität (GB)
120 2,0250
180 3,0375
240 4,0500
300 5,0625

Gebrauchte Videorecorder gibt es bei eBay gelegentlich schon für unter 10,00 €, und vielleicht hat ja der eine oder die andere noch einen zu Hause, der dort im Schrank verstaubt.

Ich vermute, daß man die Elektronik entweder erweitern oder sogar komplett ersetzen müßte. Ein Ein-Platinen-Computer wie ein Raspberry Pi oder ein Arduino sollten die Steuerung der Mechanik übernehmen können. Gleichzeitig könnten sie die Verbindung in ein normales LAN herstellen.

Was sich vermutlich nicht vorab testen läßt, ist die Zuverlässigkeit. Wenn ein Film auf VHS mal ein paar kleine Fehler hat, fällt das vermutlich gar nicht weiter auf. Bei Daten muß das Medium wesentlich exakter sein: Ein gekipptes Bit kann eine ganze Datei unbrauchbar machen, erst recht, wenn sie vorher verschlüsselt wurde.

Hat das schonmal jemand probiert? Oder kennt einen, der einen kennt? Ich würde das wirklich gern mal ausprobieren.

[Update 2015-06-15 16:32] Ich habe eben zwei Links erhalten:

[/Update]

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14.06.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #217

Asyl

Autismus & Co.

Behinderung / Inklusion

Bundesregierung

Bundestags-IT

Computersicherheit

Demokratie

Freie Software

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheit

IT-Sicherheitsgesetz

Justiz

Kinder

Polizeigewalt

Qualitätsjournalismus

Scharlatanerie

Überwachung

Vorratsdatenspeicherung

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12.06.2015

Frosch - Zwangsverrentungsversuch des ARGE

Nach dem Existenzvernichtungsversuch im letzten Jahr hatte mir der Fallmanager noch im letzten Termin erzählt, ich solle jetzt erstmal Ruhe haben. Aber natürlich stimmt das nicht; schließlich ist man mich ja nicht wie geplant losgeworden, sondern hat mich immer noch am Hals. Also müssen neue Schikanen her.

Ich sollte ja eigentlich Ende letzten Monats eine erneute Einladung zu einer weiteren Untersuchung auf Erwerbsfähigkeit bekommen. Die kam nicht. In der Woche, in der ich in Mannheim war, landeten stattdessen gleich drei Briefe des ARGE in meinem Briefkasten, eine Einladung zum Fallmanager und zwei Briefe von der Leistungsabteilung. Der Tenor war bei allen dreien derselbe: Ich solle doch bitte einen Rentenantrag stellen, weil ich nicht erwerbsfähig sei.

Bereits vorab schrieb ich dem Fallmanager eine E-Mail (doch, das geht tatsächlich), um gleich mal zu klären, daß ich nicht beabsichtige, mich in die Rente abschieben zu lassen:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Ich habe es geschafft, die sinngemäße Frage „habt Ihr den Arsch offen“ so ans ARGE zu mailen, daß das Wort Arsch nicht drin vorkommt.

13:31 – 5. Juni 2015

Auf mich hatten diese Aufforderungen wie ein Schlag in die Magengrube gewirkt. Ich hatte ja schon irgendwie geahnt, daß da noch was nachkommt. Und trotzdem …

Entsprechend fiel meine Mail aus:

To: $Fallmanager
Cc: Leistungsabteilung

Ähm, Leute … das meinen Sie jetzt nicht ernst, oder?

In gleich drei Briefen von Ende Mai werde ich aufgefordert, Rente zu beantragen, mit der Begründung, ich sei nicht arbeitsfähig.

Hallo?

Ich wurde auf UMZUGSFÄHIGKEIT hin untersucht. Zusage von Herrn $Fallmanager war, ich solle noch auf Arbeitsfähigkeit hin untersucht werden, warum auch immer. Statt des angekündigten neuen Untersuchungstermins kommt jetzt auf einmal ein erneuter Versuch, mich loszuwerden?

Haben die vier Monate ohne Geld im letzten Jahr nicht gereicht, um mich zu erledigen? Och, was ein Pech. Oder anders: Wie dumm, daß sich die depressionskranke Frau immer noch nicht umgebracht hat. Jetzt haben wir die wieder am Hals. Also müssen neue Tricks her, nicht wahr?

Und haben Sie, Herr $Fallmanager, mich nicht vielleicht doch angelogen, als Sie behaupteten, es ginge bei der Untersuchung um meine Umzugsfähigkeit? War das von vornherein das Ziel gewesen, mich in die Rente abschieben zu können?

Und jetzt hätte ich gern mal eine Erklärung, was Umzugsfähigkeit mit Arbeitsfähigkeit zu tun hat.

Selbstverständlich werde ich keinen Rentenantrag stellen, um mich dann vom Faschistischen Repressionsamt AKA „Sozialamt“ endgültig erledigen zu lassen – und meine Firma Nerd4U gleich mit. Denn meine Rente reicht nicht einmal für die Miete, ich wäre zusätzlich auf Leistungen nach SGB XII angewiesen.

Machen Sie nur weiter mit Ihren Schikanen und Verfassungsbrüchen. Mein Blog wartet schon. Offenbar stehen noch nicht genügend Mitarbeiter des ARGE – Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung – namentlich drin.

Und ich warte auf eine Erklärung.

Ja, ich war sauer. Ich bin es immer noch.

Der Termin beim Fallmanager war heute Vormittag. Natürlich, immer schön konsequent vormittags, wie gehabt, weil ja schon länger bekannt ist, daß ich ein Spätmensch und vormittags oft gar nicht zu gebrauchen bin. Außerdem ist es dann schwerer, Begleitung zu bekommen.

Da ich bereits auf 180 war, dachte ich, ich geh mal besser nicht alleine.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Könnte mich jemand nächsten Freitag um 10:45 Uhr zum ARGE Düsseldorf-Mitte begleiten, damit ich nicht den Fallmanager erwürge?

13:05 – 5. Juni 2015

Meine Begleitung wurde dann @ActivaCDE, Fachanwältin für Sozialrecht. Sie durfte dem Fallmanager erstmal die Rechtslage erklären. Der behauptete nämlich: „So einen Fall wie Sie hatte ich noch nicht!“ Aber auch ansonsten schien er auf den Termin (wie üblich), nicht sonderlich gut vorbereitet, mußte anfangs erstmal zwei Gutachten kopieren, die er dann auch erstmal las. Davon, vor dem Empfang eines Erwerbslosen, der ja immerhin „Kunde“ genannt wird, mal wenigstens einen Blick in die aktuellen Unterlagen zu werfen, hält man dort wohl nichts.

(Und warum man zum doppelten Kopieren von etwa 6 Seiten über mehr als 10 Minuten lang braucht und in zwei Räume gehen muß, muß ich wohl auch nicht wissen. Das aber nur so nebenbei.)

Statt mich nochmals zur Untersuchung vorzuladen, hatte man es sich einfacher gemacht und bei der untersuchenden Ärztin nochmal nachgefragt. Die meinte, es ginge auch ohne Termin, und behauptete, ich sei aufgrund einer „seelischen Störung“, an deren Verbesserung ich „krankheitsbedingt“ auch nicht mitarbeiten würde, nicht erwerbsfähig.

Dieses Mini-Gutachten (da steht echt nicht viel mehr drin, dieses sogenannte Gutachten belegt gerade mal eine A4-Seite) zeigt mir mal wieder, daß es mit der Kompetenz von Ärzten in Bezug auf Autismus in Deutschland verdammt arm aussieht. Ich hatte der Ärztin lang und breit erzählt, daß genau diese Inkompetenz von Ärzten und Therapeuten mir eine Behandlung unmöglich macht. Wer Depressionen behandelt, weiß nichts von Autismus, und unterstellt, weil die Therapien bei mir nicht funktionieren und die Medikamente nicht anschlagen, daß ich wohl selbst schuld sein müsse. Das habe ich alles schon durch, und ich gebe mir das einfach nicht nochmal. Denn letztendlich kommt dabei keine Hilfe raus, sondern nur noch mehr Druck, Ärger und Streß.

Nun hätte nach der Gesetzlage der Fallmanager wohl die Möglichkeit, selbst darüber zu entscheiden, ob er von mir fordert, einen Rentenantrag zu stellen oder nicht. Die hausinternen Anweisungen sehen jedoch anderes vor: In roter Schrift wird da hervorgehoben (er zeigte es mir direkt auf dem Computerbildschirm), daß ohne Wenn und Aber ein Rentenantrag zu fordern sei. Mehr noch, daß er eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) mit mir machen müsse (!), die – dann sanktionsbewehrt – von mir diesen Rentenantrag fordert.

Allerdings, und darüber klärte ihn dann meine Begleitung auf, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Wenn ich mich weigere, den Rentenantrag zu stellen, kann das der Fallmanager tun (§ 5 Abs. 3 SGB II). Das ist wohl für so „uneinsichtige“ Menschen wie mich gedacht. In diesem Fall wird die Rentenversicherung natürlich ein eigenes Gutachten haben wollen (das durchaus wiederum auf Aktenlage erstellt werden kann, denn richtige Begutachtungen sind teuer). Meine Begleitung meinte nur, man glaube gar nicht, wie gesund manche Menschen plötzlich sind, wenn die Rentenversicherung sie untersucht. Denn natürlich hat auch die Rentenversicherung kein Interesse daran, mich bezahlen zu müssen.

Und dann gibt es da noch den § 44 a SGB II. Demnach könnte mich das ARGE einfach ans andere Repressionsamt abdrücken, die dürften allerdings widersprechen. Letztendlich würde ich auch auf diesem Wege bei einem Gutachter der Rentenversicherung landen.

Der Fallmanager brauchte die Erklärungen bestimmt dreimal, bis er sie verstanden hatte. Er war so sehr darauf bedacht, seine Dienstanweisungen einzuhalten, daß er nach meinem Eindruck zuerst gar nicht richtig zuhörte. Ich blieb auf dem Standpunkt, daß ich keinen Rentenantrag stellen werde. Theoretisch hätte er jetzt die Möglichkeit gehabt zu sagen, OK, dann machen wir so weiter. In der Praxis dagegen waren ihm die Dienstanweisungen so viel wichtiger, daß er selbst dann noch darauf bestand, mir die EGV per Verwaltungsakt reinzudrücken, als meine Begleiterin ihm klarmachte, daß wir dagegen umgehend Widerspruch einlegen werden.

Das ganze erscheint insbesondere deshalb so absurd, weil ich ja nicht einfach nur „arbeitsuchend“, sondern Aufstocker bin. Derzeit 100 % Aufstocker, aber eben Aufstocker. Und ganz unabhängig davon, ob ich einen Mini-Job habe oder selbständig bin, heißt das, daß eine Arbeitsfähigkeit gegeben sein muß, sonst ginge das ja nicht. Da kann eine Ärztin, die mich nur einmal gesehen hat, gerne alles mögliche behaupten.

Ergebnis ist jetzt: Ich hole mir am Montag beim Amtsgericht mal wieder einen Rechtshilfeschein (und diesmal können sie mich nicht einfach wegschicken), und beauftrage dann die Rechtsanwältin, den ganzen sinnlosen Mist abzuwickeln. Die Unsicherheit daraus, die mir so viel Energie raubt, bleibt bei mir, die kann ich nicht outsourcen.

Da kann man sich natürlich eine schöne Self-Fulfilling Prophecy draus basteln: Einfach so viel Druck ausüben, bis mir die Puste ausgeht und ich wirklich wieder gar nichts mehr machen kann, dann erledigt sich die Sache auch von selbst.

Ja, ich bin immer noch auf 180.

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09.06.2015

Michael Stehmann - Vortrag vor Piraten

Am 06.06.2015 trafen sich 115 kommunalpolitisch aktive Mensch beim 3. Kommunalvernetzungstreffen (KVT) der Piraten in Essen im Unperfekthaus. Eingeladen hierzu hatte die nordrhein-westfälische Landtagsfraktion der Piraten. Der für die Organisation der Veranstaltung verantwortliche Landtagsabgeordnete Torsten Sommer hatte mich eingeladen, einen Vortrag zum Thema “Offene Dokumentenstandards” zu halten.

Wir erschienen pünktlich in der Essener Innenstadt und setzten uns, nachdem wir das “Unperfekthaus-Bändchen” erhalten hatten, in den Saal, in dem die Veranstaltung eröffnet werden sollte. Zur Eröffnung gab es eine Einführung durch den Piraten-Fraktionsvorsitzenden im Landtag Dr. Joachim Paul. Auch dieser erschien vorzeitig und erkärte uns, er habe das FSFE-T-Shirt (orange-schwarz), welches er seinerzeit auf dem Sommerfest am FSFE-Stand erworben habe, dabei. Meiner Bitte, es anzuziehen, kam er bereitwillig nach und hielt seine Einführung in “unserem” T-Shirt.

Torsten Sommer sprach zum Thema „Doppelpass“. Ferner wurden die Vorträge, Workshops und das Rahmenprogramm vorgestellt. Dann war im größten Saal, in dem auch die Eröffnung stattfand, mein Vortrag dran. Mechtilde verzog sich währenddessen zum ganztägigen Workshop “Verschlüsselte Kommunikation in allen Bereichen”, um Menschen bei der Einrichtung von Thunderbird und Enigmail zu helfen.

Mein Vortrag fand eine zahlenmäßig zufriedenstellende, sehr interessierte Zuhörerschaft. Die Folien des Vortrages unter dem Titel “Vorzüge Offener Standards – die Anwendersicht” habe ich für Interessierte veröffentlicht. Ich bin im Vortrag besonders auf Dokumentenstandards eingegangen und habe den Teilnehmern die content.xml aus einer entpackten odt-Datei gezeigt.

Im Anschluss an den Vortrag habe ich mit den interessierten Teilnehmern noch über zielführende Strategien einer Migration gesprochen und versucht, Erfolgskriterien und Fallstricke aufzuzeigen. Dass eine behutsame, schrittweise, alle Beteiligte einbeziehende Vorgehensweise einem “Hau-Ruck-Versuch” top-down vorzuziehen ist, war danach wohl Konsens.

Danach besuchte ich einen Workshop der Abgeordneten Monika Pieper und des mir von meinen Open-Data-Aktivitäten bekannten Fraktionsmitarbeiters Matthias Bock zum Thema OER und IT in Schulen.

Zwischendurch gab es leckeres Essen. Der Aufenthalt im Unperfekthaus ist immer sehr wohltuend und angenehm. Die Atmosphäre ist freundlich und anregend. Das Wlan ist professionell eingerichtet und ermöglicht wohl überall einen ungehinderten Zugriff auf das Internet. Dies ist bei Piraten wichtig, denn auch dieses Event fand seinen Widerhall “live” in diversen sozialen Netzen.

Zum Schluss hörte ich noch den Vortrag von Christian Nähle und Till Schäfer zum Thema DO-FOSS. Interessant war, dass diese im Wesentlichen dieselben “Knackpunkte” bei einer Migration identifizierten – wenn auch besser formuliert -, die ich schon am Morgen versucht hatte, meinen Hörern nahezubringen.

In den Pausen und im Anschluss an den “offiziellen” Teil gab es gute und reichliche Gelegenheiten, Bekanntschaften aufzufrischen und neue interessante Menschen kennenzulernen. Am Abend – geraume Zeit nach dem Ende des “offiziellen” Programms – fuhren wir dann einigermaßen erschöpft auch von den schönen Erlebnissen und Eindrücken wieder heim. Einige Teilnehmer dieser gelungenen Veranstaltung werden wir wohl bald wiedersehen.

08.06.2015

Frosch - Odyssee eines Postpakets

Ich hatte in meinen Berichten vom #nospiritofhealth nebenbei erwähnt, daß der Akku in meinem Smartphone, obwohl er relativ neu ist, einen solchen aktiven Tag nicht durchsteht, selbst dann nicht, wenn ich versuche, sparsam zu sein. Daraufhin hat mir Markus Kleinbölting via Google+ freundlicherweise eine PowerBank angeboten, also einen größeren Akku, um kleinere Akkus unterwegs aufzuladen. Dieses Gerät wollte er mir als Paket schicken, mit DHL.

Wenn Postpakete über ihre Reisen bloggen könnten … dieses hier ist jedenfalls auf einer sehr eigenartigen Reise.

Beginn der Reise: 30. April 2015 in Bremen.

DHL-Paketverfolgung:

Do, 30.04.2015 11:48 Uhr   Die Sendung wurde vom Absender in der Filiale eingeliefert.
Do, 30.04.2015 20:10 Uhr Bremen Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet.
Fr, 01.05.2015 02:05 Uhr Krefeld Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.
Mi, 06.05.2015 10:02 Uhr Düsseldorf Die Sendung wurde in das Zustellfahrzeug geladen.
Mi, 06.05.2015 16:34 Uhr Der Empfänger ist unbekannt.

Bis hierhin ist das korrekt (wobei ich mich frage, warum das Paket von Krefeld nach Düsseldorf fünf Tage brauchte, während es von Bremen nach Krefeld binnen eines Tages transportiert wurde). Der Absender hatte zwar meine Adresse aus dem Impressum hier gezogen, aber weil ich auf Google+ unter meinem Mädchennamen auftrete, diesen genommen. Der steht weder am Klingelschild noch am Briefkasten.

Do, 07.05.2015 16:25 Uhr   Rücksendung eingeleitet
Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet.
Fr, 08.05.2015 03:58 Uhr Bremen Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.
Fr, 08.05.2015 09:48 Uhr Die Sendung wurde fehlgeleitet und konnte nicht zugestellt werden.
Die Sendung wird umadressiert und an den Empfänger weitergeleitet

Der Absender hatte DHL die korrigierte Anschrift mitgeteilt. Es konnte also nochmal losgehen. Und damit fing der eigentliche Spaß an:

Fr, 08.05.2015 20:38 Uhr Bremen Die Sendung wurde im Start-Paketzentrum bearbeitet.
Sa, 09.05.2015 02:19 Uhr Krefeld Die Sendung wurde im Ziel-Paketzentrum bearbeitet.
Di, 12.05.2015 10:00 Uhr Düsseldorf Die Sendung wurde in das Zustellfahrzeug geladen.

Wieder dauert der Weg vom Krefelder Paketzentrum zum Düsseldorfer Paketfahrzeug mehrere Tage, aber immerhin diesmal „nur“ drei und nicht fünf wie beim ersten Mal. Aber das nur so nebenbei.

Genau am 12. Mai erinnerte ich mich daran, daß ich ja noch ein Paket erwarte, und fragte nachmittags beim Absender nach. Das war etwa um 15:20 Uhr gewesen. Ich war also um diese Zeit zu Hause.

Die DHL-Sendungsverfolgung wurde da gerade um eine neue Zeile ergänzt:

Di, 12.05.2015 15:11 Uhr Der Empfänger ist unbekannt.

Ähm, wat? Meine Klingel ist gut lesbar beschriftet, und der Name stimmt ja jetzt. Oder sollte.

Der Absender hakte nach. Am selben Tag kam aber keine Antwort mehr.

DHL-Sendungsverfolgung:

Mi, 13.05.2015 17:14 Uhr Krefeld Die Sendung wurde im Paketzentrum bearbeitet.

Am 19. Mai fragte ich nochmal nach, weil sich noch nichts getan hatte und auch weiterhin nichts angekommen war. Der Absender meinte, er habe auch noch keine richtige Rückmeldung bekommen. Die korrigierte Adresse habe er zweimal übermittelt, auf sein Ticket aber nur eine Standard-Antwort erhalten. Am selben Tag rief er bei DHL an, offenbar ohne Ergebnis.

Die DHL-Sendungsverfolgung erhielt am nächsten Tag einen sehr interessanten neuen Eintrag:

Mi, 20.05.2015 21:46 Uhr

Ja, der sieht wirklich so aus.

Am 22. Mai 2015 teilte mir der Absender auf Google+ mit:

„Es wird immer absurder.

Bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihre E-Mail erst heute beantworte.

Die Sendung wurde eingelagert.

Ich bitte Sie den anliegenden Nachforschungsauftrag auszufüllen und die folgenden Nachweise und Informationen mitzuliefern:

• Sendungsinhalte oder vermisste Gegenstände und die Höhe Ihrer Ersatzforderung
• eine Kopie Ihrer ursprünglichen Rechnung an den Empfänger oder einen anderen Nachweis über den Wert des Inhaltes der Sendung
• eine Kopie Ihrer Versandunterlagen zu o. g. Sendung (Einlieferbeleg/Einliefernachweis, der vom Abholfahrer, Zusteller quittiert wurde bzw. Quittungsbeleg der Filiale)

Da arbeiten scheinbar nur doofe Menschen.“

Ich merkte an: „Wenn die Sendung eingelagert wurde, müssen sie doch wissen, wo? Dann braucht’s keinen Nachforschungsauftrag, sondern jemanden, der seinen Arsch da hinbewegt und das Paket bei demjenigen in das Auto wirft, der hier Pakete ausliefert. m(“

Einige Zeit später am selben Tag, nach einem Telefonat mit DHL, teilte er mit: Er habe erst 15 Minuten in einer Warteschleife verbracht und dann mit einem Mensch gesprochen, der nicht zuhörte und stattdessen wohl auch noch unverschämt wurde (Details habe ich keine). Der Absender wurde aufgefordert, einen aufwendigen Nachforschungsauftrag anzuleiern, um herauszufinden, was mit dem Paket passiert ist und wo es sich befindet.

Zwischenstand 8. Juni 2015: Das Paket ist nicht da, DHL hat nicht mehr geantwortet, die Sendungsverfolgung ist immer noch auf dem Stand vom 20. Mai bzw. eigentlich vom 13. Mai. To be contintued …

Oh, übrigens sind wir damit offenbar nicht alleine. Felix Schwenzel kann auch lustige Dinge berichten: der marktführer.

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07.06.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #216

Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Computersicherheit

Depression & Co.

Ermittlungsbehörden

Freihandelsabkommen

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Justiz

LGBTI & Co.

Nazis

Qualitätsjournalismus

Scharlatanerie

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Wahlen

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

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04.06.2015

Chaosdorf e.V. - Pythonfoo – Wie geht es weiter?

Das Pythonfoo hat sich seit seiner Entstehung 2011 sehr stark weiter entwickelt, ebenso wie das Chaosdorf an sich. Es kamen immer mehr neue Leute hinzu und immer mehr Pythoncode wurde geschrieben. Doch da einige regelmäßige Teilnehmer andere Verpflichtungen beachten müssen und außerdem lange Anfahrtwege zu bewältigen haben, mussten wir, die Leute hinter dem Pythonfoo, uns überlegen, wie wir weiterhin Leuten Python vermitteln können. Wir sind dabei zu folgender Policy gekommen:

Am ersten und zweiten Donnerstag im Monat spezialisiert sich das Pythonfoo auf Anfänger, die mit dem Programmieren anfangen oder sich in Python einarbeiten wollen. Fortgeschrittene sind ebenfalls willkommen, allerdings werden im Allgemeinen am dritten, vierten und eventuell fünften jedes Monats fortgeschrittenere Themen und komplexere Projekte behandelt. Zu diesen Terminen werden auch längere Vorträge in unregelmäßiger Abfolge erfolgen. Das soll nicht heißen, dass es in den ersten zwei Wochen jedes Monats keine Vorträge geben wird, die Vorträge werden sich einfach einen anderen Publikum mit einem anderen Kenntnisstand widmen. Wir haben zusammen ein Programm erstellt und uns überlegt, wie wir den Einstieg in die Pythonprogrammierung möglichst interessant gestalten können. Dieses Programm sieht sowohl Vorträge als auch gemeinsames Coden vor.

Wir hoffen diese Policy sorgt dafür, dass Beginner sich nicht überfordert fühlen und Fortgeschrittene weiterhin eine Plattform zum gegenseitigen Austausch haben.

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Wiki-Seite vom Pythonfoo, auf der die aktuellen Änderungen eingetragen worden sind.

Wir freuen uns über jeden Besuch bei unserem Pythonfoo, ganz egal welchen Kenntnisstand die Besucher haben.

OpenRheinRuhr - Call for Participation 2015 läuft noch bis zum 15.10.2015

Helfer bei der OpenRheinRuhrDie OpenRheinRuhr, Fachkongress und Messe zu freier Software und Netzpolitik, startet den Call for Participation für die sechste OpenRheinRuhr, die am 7. und 8. November im Rheinischen Industrie Museum Oberhausen stattfindet. Gesucht werden Referenten, Aussteller, Sponsoren und Helfer.

Den kompletten Post mit allen weiteren Informationen findet Ihr im OpenRheinRuhr startet Call for Participation 2015.

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03.06.2015

Michael Stehmann - Unter Freiheitskämpfern

Vor einiger Zeit fand sich im Briefkasten meiner Kanzlei in Langenfeld/Rheinland eine Einladung. Die FDP-Landtagsfraktion lud zu einem “Kulturfrühstück” in Langenfeld ein, Titel: “Kultursponsoring und Mäzenatentum – Privates Engagement für Kunst und Kultur”. Das ist doch eine gute Gelegenheit, ein bisschen Lobbyarbeit für Freie Software zu machen. Nach Rücksprache mit Mechtilde, die mitkommen wollte, meldete ich uns an.

Leider konnte sie dann krankheitsbedingt am Sonntag, den 31.05.2015, doch nicht mitkommen. Also zog ich mir am frühen Sonntagvormittag einen Anzug an, band mir eine Krawatte um, steckte Visitenkarten, Flyer “Freie Software und Werkzeuge” und ein paar Plussyaufkleber ein und einen Plussypin an und machte mich auf zur “Wasserburg Haus Graven. Haus Graven ist eine Wasserburg im Langenfelder Stadtteil Wiescheid und wurde vermutlich um 1300 erbaut. Dort angekommen gestaltete sich die Parkplatzsuche “interessant”. Dabei ergaben sich schon erste Kontakte.

Ich musste dann schnell feststellen, dass ich keineswegs “overdressed” war.

Nach erster Stärkung, der Begrüßung, einem Kurzvortrag über Haus Graven, Gesang und einem Impulsvortrag der Landtagsabgeordneten Ingola Schmitz begann dann die Podiumsdiskussion.

Bemerkenswert war, dass Herr Ohle von “Bayer Kultur” im Laufe derselben offen erklärte, die Kulturarbeit seines Unternehmens sei nicht altrustischen, sondern wirtschaftlichen Motiven geschuldet. Zunächst sollte sie die Arbeitnehmer an das Unternehmen binden, später diente dieses Engagement auch “Public Relations”- und Werbezwecken. Auch wurde darauf hingewiesen, dass mit der herkömmlichen “Hochkultur” immer weniger Kinder und Jugendliche angelockt werden können, sodass das Publikum immer mehr der Best-Ager-Generation, wörtlich war von “Silberrücken” die Rede, angehört. Mit speziellen auf die Interessen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zugeschnittenen Angeboten kann man diese, wie ein anderer Teilnehmer berichtete, aber immer noch locken.

Natürlich wurde auch die Kulturpoltik der Landesregierung und deren angeblich unzureichendes finanzielles Engagement in diesem Bereich kritisiert.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Besichtigung der aktuellen örtlichen Kunstausstellung unter Führung des Künstlers.

Ich habe mich in den Gesprächen offen als Lobbyist zu erkennen gegeben. Meine Aussage, ich sei Lobbyist für die Freiheit, erzeugte regelmäßig ein wohlwollendes Interesse. Ich habe dann erklärt, welcher spezielle Bereich von Freiheit mein Anliegen ist.

Es konnten einige interessante Gespräche geführt werden, vor allem auch mit dem Landtagsabgeordneten Dirk Wedel, einem Rechtspolitiker, der beim Frühstück neben mir zu sitzen kam. Ich konnte einige Visitenkarten und Flyer gezielt verteilen.

Ob etwas bei meinen Gesprächspartnern “hängen geblieben” ist, wird sich in Zukunft erweisen.

Über diese Veranstaltung hat selbstverständlich auch die Veranstalterin berichtet.

OpenRheinRuhr - FSP Computer & Netzwerke aus Schotten ist Bronze-Sponsor

fsp_logo3Bereits seit 2011 FSP Computer & Netzwerke als Sponsor für die OpenRheinRuhr vertreten. Auch in diesem Jahr sind die Schotten wieder mit dabei.

Neben dem Sponsoring präsentiert die FSP neben den Dienstleistungs-, Hardware- und Schulungsangeboten auch das von ihnen unterstützte Projekt invis Server für Klein- und Kleinstunternehmen.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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02.06.2015

OpenRheinRuhr - GONICUS GmbH ist Silber-Sponsor

GON_linux_servicesDie GONICUS GmbH bleibt der OpenRheinRuhr treu und ist auch in diesem Jahr wieder Silber-Sponsor.

Die GONICUS GmbH ist ein Unternehmen mit Fokus auf Beratung, Entwicklung und Support rund um den kompletten Linux- und Open-Source Service-Zyklus. Einer der aktuellen Schwerpunkte ist die Voice over IP Telefonie.

Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass noch viele Sponsoren den Weg zur OpenRheinRuhr finden um die Veranstaltung auch zukünftig durchführen zu können. Informationen über das Sponsoring sind auf der Website der OpenRheinRuhr zu finden.

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01.06.2015

Michael Stehmann - Fellowshiptreffen am 27.05.2015

Dieses Fellowshiptreffen hatte leider nur eine einstellige Teilnehmerzahl, obwohl Thema und Vortrag wichtig und interessant waren. Es begann – wie inzwischen üblich – mit einer Vorstellungsrunde.

Danach sprach Jan Ulrich Hasecke, trotz noch hörbarer Erkrankung, sehr engagiert zum Thema:

Undocumented Code is Broken Code oder Dokumentation ist erfolgskritisch!

Es wurde den Teilnehmern, die seinen Ausführungen gebannt folgten, klar, welchen Stellenwert die Dokumentation in einem Software-Projekt einnehmen sollte.

Beginnt man ein Projekt mit der Erstellung der Dokumentation, kann man sehr früh die Kundschaft oder Nutzerschaft in die Entwicklung einbeziehen und Fehlentwicklungen rechtzeitig vorbeugen. Die zukünftigen Nutzer erfahren bereits am Anfang, wie die zu erstellende Software aussehen soll, und können von Beginn an ihre Vorstellungen, Wünsche und Bedenken einbringen

Zugleich kann die Dokumentation als gute Grundlage für Softwaretests dienen. Die Qualitätssicherung umfasst dann gleichzeitig sowohl die Software als auch deren Dokumentation.

Außerdem ist bei dieser Vorgehensweise stets eine aktuelle Dokumentation vorhanden, welche als “Blaupause” für die folgende Softwareentwicklung dient. Bei vielen Programmen fehlt es an einer aktuellen Dokumentation, was ihre praktische Brauchbarkeit erheblich einschränkt.

Der Referent stellte uns also “Documentation Driven Development” vor und die Vorzüge dieses Entwicklungsmodells dar.

Schließlich stellte uns der Referent, der in der “Python-Szene” verwurzelt ist, das Python-Dokumentationstool Sphinx vor. Sphinx ist Softwaredokumentationswerkzeug, welches reStructuredText in HTML-Seiten und viele weitere Formate wie beispielsweise PDF, EPub und Manpages umwandelt. Es wurde zur Dokumentation des Python-Projekts entwickelt, und wird von diesem und anderen wichtigen Python-basierten Projekten intensiv eingesetzt.

Der Referent erwähnte auch das “Read the Docs”-Projekt.

Außerordentliches Fellowshiptreffen am 17.06.2015

Jonas Öberg, Mitgründer und aktueller Geschäftsführer der Free Software Foundation Europe, besucht wieder einmal Düsseldorf.

Aus diesem Anlass findet am 17.06.2015 ein außerordentliches Fellowshiptreffen statt.

Wir treffen uns ab etwa 20:00 Uhr im Restaurant “El Greco”, welches sich am südlichen Ende der Westseite des Kirchplatzes in Bilk (oder: Elisabethstraße 87, 40217 Düsseldorf) befindet.

Die letzten Treffen des Fellowship mit Jonas in Düsseldorf, die schon einige Zeit her sind, sind allen Teilnehmern in guter Erinnerung geblieben. Es verspricht daher wieder ein sehr interessanter Abend zu werden.

Gäste sind auch bei diesem Treffen herzlich willkommen.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 24.06.2015 ab 19:30 Uhr wieder im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Das Thema wird noch bekannt gegeben.

OpenRheinRuhr - Stricken für die OpenRheinRuhr

Die ORR Drillinge (Foto: Birgit Hüsken)

Die ORR Drillinge (Foto: Birgit Hüsken)

In den vergangenen Jahren hat sich unsere Birgit Hücking aus der OpenRheinRuhr Organisation immer etwas ausgedacht und gestrickt, um es auf dem Social Event am Samstagabend zu versteigern.

Da sie nun nicht in die Situation kommen möchte sich selber zu kopieren, sucht sie im Moment nach neuen Ideen. Auf dem Orga-Treffen sind schon einige Ideen hinzugekommen über die wir jetzt auf Stricken für die OpenRheinRuhr abstimmen lassen.

Gerne können auch eigene Ideen für Gestricktes über die Kommentare hinzugefügt werden.

Unsere Birgit wird sich dann der Mehrheit beugen und für den Social Event den Vorschlag mit den meisten Stimmen stricken – wenn er denn machbar ist.

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31.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #215

Asyl

Autismus

Bargeld

Computersicherheit

Ermittlungsbehörden

Freihandelsabkommen

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Scharlatanerie

Vorratsdatenspeicherung

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25.05.2015

dictvm - Höhere skalierte Retina-Auflösung unter Mac OS X

Seit Apple seine HiDPI-Retina-Displays verkauft, kommt Mac OS X mit einer netten Funktion daher, um durch geringe Einbussen in der Bildqualität mehr Platz auf dem Display zu haben. Dadurch wird schlichtweg eine Auflösung jenseits der nativen Display-Auflösung "off-screen" dargestellt, um sie dann wiederum auf dem tatsächlichen Display herunter zu skalieren. Das geht zu Lasten der Bildqualität, aber auch der Grafik-Leistung, da jede Textur die das User Interface benötigt, in einer höheren Auflösung vorgehalten werden muss.

Der Vorteil ist, dass auf dem Display eines 13" Macbook Pro mit einer Retina-Auflösung von 1280x800 (nativ: 2560x1600) skalierte Auflösungen von 1440x900 (off-screen: 2880x1800) bzw. 1680x1080 (off-screen: 3360x2160) einstellbar sind. Beim 15" Macbook Pro gesellt sich noch 1920x1200 (off-screen: 3840x2400) hinzu. Mac OS X stellt das wie folgt dar:

Auf meinem 15" Macbook Pro bin ich mit der höchsten Skalierungsstufe recht zu frieden, auf dem 13" erscheinen mir UI-Elemente auf der höchsten Stufe (die, wie wir eben gelernt haben, bei 1680x1080 liegt) aber noch etwas zu groß.Mein Early Adopter Late 2012er-Modell performt aufgrund der Intel HD4000 ohnehin nicht mehr so so gut. Also dachte ich mir: Irgendwie wird man OS X ja wohl noch 3840x2400 als Auflösung unterjubeln können, die dann auf 1920x1200 skaliert wird.

Ich sollte Recht behalten und bin auf das Tool SwitchResX gestoßen. Das ist zwar Shareware, wir brauchen es aber ohnehin nur einmal und für 10 Tage steht uns der volle Funktionsumfang zur Verfügung. Nach der Installation der Preference Pane (es reicht, es als User nach ~/Library zu installieren, wenn danach gefragt wird) tragen wir noch unsere Wunsch-Auflösung nach. Das soll im Falle des 13" Macbook Pro also 3840x2400 sein:

Daraufhin braucht es einen Reboot. OS X verbirgt allerdings die Auflösung weiterhin vor uns, schließlich gibt es keine weitere Option in den Display-Settings. Wir brauchen dafür ein weiteres Tool, nämlich Retina DisplayMenu von phoenixdev. RDM nutzt laut des Disassemblers keine auffälligen APIs die auf Funktionen jenseits der versprochenen Änderung der Display-Auflösung hindeuten. Nach dem Start wählen wir im Menü nun 1920 x 1200 (HiDPI) aus und schon läuft der Desktop in der gewünschten skalierten HiDPI-Auflösung:

Ich habe bisher keine Nachteile feststellen können. Die Performance hat sich nicht spürbar verschlechtert und auch Schriften sehen weiterhin nicht ausgefranst aus. Dafür habe ich nun deutlich mehr Platz auf dem Display. Ich werde nun im Auge behalten, wie sich die neue Auflösung auf die ohnehin eher knappe Akkulaufzeit auswirkt.

dictvm - Höhere skalierte Retina-Auflösung unter Mac OS X

Seit Apple seine HiDPI-Retina-Displays verkauft, kommt Mac OS X mit einer netten Funktion daher, um durch geringe Einbussen in der Bildqualität mehr Platz auf dem Display zu haben. Dadurch wird schlichtweg eine Auflösung jenseits der nativen Display-Auflösung "off-screen" dargestellt, um sie dann wiederum auf dem tatsächlichen Display herunter zu skalieren. Das geht zu Lasten der Bildqualität, aber auch der Grafik-Leistung, da jede Textur die das User Interface benötigt, in einer höheren Auflösung vorgehalten werden muss.

Der Vorteil ist, dass auf dem Display eines 13" Macbook Pro mit einer Retina-Auflösung von 1280x800 (nativ: 2560x1600) skalierte Auflösungen von 1440x900 (off-screen: 2880x1800) bzw. 1680x1080 (off-screen: 3360x2160) einstellbar sind. Beim 15" Macbook Pro gesellt sich noch 1920x1200 (off-screen: 3840x2400) hinzu. Mac OS X stellt das wie folgt dar:

Auf meinem 15" Macbook Pro bin ich mit der höchsten Skalierungsstufe recht zu frieden, auf dem 13" erscheinen mir UI-Elemente auf der höchsten Stufe (die, wie wir eben gelernt haben, bei 1680x1080 liegt) aber noch etwas zu groß. Mein Early Adopter Late 2012er-Modell performt aufgrund der Intel HD4000 ohnehin nicht mehr so so gut. Also dachte ich mir: Irgendwie wird man OS X ja wohl noch 3840x2400 als Auflösung unterjubeln können, die dann auf 1920x1200 skaliert wird.

Ich sollte Recht behalten und bin auf das Tool SwitchResX gestoßen. Das ist zwar Shareware, wir brauchen es aber ohnehin nur einmal und für 10 Tage steht uns der volle Funktionsumfang zur Verfügung. Nach der Installation der Preference Pane (es reicht, es als User nach ~/Library zu installieren, wenn danach gefragt wird) tragen wir noch unsere Wunsch-Auflösung nach. Das soll im Falle des 13" Macbook Pro also 3840x2400 sein:

Daraufhin braucht es einen Reboot. OS X verbirgt allerdings die Auflösung weiterhin vor uns, schließlich gibt es keine weitere Option in den Display-Settings. Wir brauchen dafür ein weiteres Tool, nämlich Retina DisplayMenu von phoenixdev. RDM nutzt laut des Disassemblers keine auffälligen APIs die auf Funktionen jenseits der versprochenen Änderung der Display-Auflösung hindeuten. Nach dem Start wählen wir im Menü nun 1920 x 1200 (HiDPI) aus und schon läuft der Desktop in der gewünschten skalierten HiDPI-Auflösung:

Ich habe bisher keine Nachteile feststellen können. Die Performance hat sich nicht spürbar verschlechtert und auch Schriften sehen weiterhin nicht ausgefranst aus. Dafür habe ich nun deutlich mehr Platz auf dem Display. Ich werde nun im Auge behalten, wie sich die neue Auflösung auf die ohnehin eher knappe Akkulaufzeit auswirkt.

24.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #214

Armut

Asyl

Autismus

Hawkeye @h4wkey3
Wenn Autismus nur eine Modediagnose ist, bin ich dann eigentlich Fashionblogger?

23:13 – 22. Mai 2015

Computersicherheit

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Leistungsschutzrecht

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Netzneutralität

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Schule

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Tarifeinheitsgesetz

Verkehrspolitik

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23.05.2015

forschungstorte - Kleine Gesten die nicht viel kosten können immens viel bewirken. Auch wenn sie ausbleiben.

Es muss von vornhinein klargestellt werden, dass dieses von mir thematisierte Verhalten nicht von böswilliger innerer Gemeinheit und Mordor kommt. Vielmehr sehen diejenigen Leute die so handeln oder eben nicht handeln, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Ich möchte euch wieder den Wald zeigen.

Bei aller nüchterner Betrachtung, ist es trotzdem schwer für mich auch das eigene Erleben aussen vor zu lassen. Ich gehe davon aus, dass es einige Menschen in unseren Reihengibt, die nie was gesagt haben sondern leise oder laut ihre Flinte ins Korn warfen und gingen. Für immer.

Ich bleibe und sage lieber was. Ohne Shitstorm.

Liebe Piraten die ihr wollt, dass noch Leute aus eigenen Reihen bei Veranstaltungen/Demos/Whatever mitmachen, für dei Sache brennen und lust drauf haben nach (wie bei mir) sechs Jahren Ehrenamt, Herblut und Freude, Tränen und Druchhalten - dann muss, gerade von Piraten die eine expornierte Rolle inne haben, auch Wertschätzung kommen.

Das muss kein Blumenstrauß mit Festrede sein. Ein kleines Danke per Twitter, ein persönliches "Ey, ich weiss du hast das schon ewig gemacht, und ich weiss das. Danke." Das kann auch unter vier Augen oder per Mail geschehen. Sogar per Fax. Oder ne Einladung zurm organisierten Event ohne, dass sie da noch was tun mussten. Weil sie ja die Aufgabe abgegeben haben aber viel Aufbauarbeit geleistet hatten. Sie könnten als Ehrengäste oder einfach Freunde eingladen werden,weil sie schon so viel gemacht haben. (hust CSD hust)

Diese Wertschätzung ist nicht Egostreicheln für die, die das empfangen (könnten?!). Es ist der Schmierstoff für Loyalität und Motivation weiterzumachen. Weil sie ihre Tätigkeiten selbst für selbstverständlich sehen und so weitermachen wollen. Aber auch der motivierteste Mensch will mal ein Danke. Ein "Schön, dass es dich gibt und was du für uns in den Jahren gemacht hast."

Aber wenn man von aussen für selbstverständlich genommen wird, auch wenn man sich schon für manche Dinge 5 Jahre lang Beine ausreisst, dann kommt irgendwann mal der Moment in der man selbst gerne motiviert sein möchte weil einem noch was an der Sache liegt, doch fällt man in ein Loch.

Und die Mentalität "Komm klar, jeder trägt sein Päckchen und mach weiter."* ist ein Sargnagel für jede Motivation und postive Veränderung. Denn so hätte man gar nicht erst gemeinsam was anpacken sollen.


Und zum Schluss möchte ich verstanden wissen, dass dieser Text dazu dienen soll, Selbstreflexionen anzuregen und ein sehr unangenhemes Problem anspricht. Wer damit shitstormen (egal ob im Sinne des Textes oder dagegen) geht, hat nichts verstanden.


* Dies ist ein Spruch den ich an diversen Stellen an mich und andere adressiert gehört und gelesen habe. Hiermit ist kein spezifischer Mensch gemeint sondern eine Denkweise, eine Situation die viel kaputt macht.

[Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten.]

19.05.2015

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 20.05.2015

Am Mi. den 20. Mai trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema: C++ Kochkurs, Detlef Wilkening “kocht” mit euch live ein C++ Programm!

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

18.05.2015

Michael Stehmann - Fellowshiptreffen bei der C3S

Im April 2015 fand das Fellowshiptreffen einmal nicht im Chaosdorf, sondern in den Räumen der Cultural Commons Collecting Society SCE mit beschränkter Haftung (C3S), Heyestr. 194, 40625 Düsseldorf, statt. Hierbei handelt es sich um das ehemalige Bahnhofsgebäude des (Düsseldorf-)Gerresheimer Bahnhofes; es ist also mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Auch Parkplätze fanden sich noch.

Statt des ursprünglich geplanten Vortrages stand, wegen krankheitsbedingter Verhinderung von Jan Ulrich, ein Vortrag von Werner zu GnuPG auf dem Programm.

Es fand sich sich wieder ein zweistelliger Teilnehmerkreis ein, in dem auch die Frauen gut vertreten waren.

Zunächst fand eine Vorstellungsrunde statt. Dann berichtete in einem “Vorvortrag” m.eik vom Stande der Bestrebungen der Cultural Commons Collecting Society zur Erlangung des Statutes einer Verwertungsgenossenschaft. Auch über ein technisches Projekt der Genossenschaft, welches in Freie Software münden wird, konnte er uns einiges erzählen.

Als exklusive Neuigkeit erfuhren die Teilnehmer außerdem von der geplanten Neuauflage des OpenMusicContest im Sommer 2015. Von 2005 bis 2008 gab es die ersten vier Auflagen dieses Wettbewerbes, welche noch in guter Erinnerung sind und viel zur Bekanntheit der CreativeCommons-Lizenzen in Musikkreisen beigetragen haben. Nach längerer Pause soll es nun eine fünfte Auflage geben.

Hauptvortrag war jener von Werner Koch, Mitgründer der FSFE, unter dem Titel “Wissenswertes über GnuPG 2.1″.

GnuPG existiert inzwischen seit 17 Jahren und ist nicht nur in der Unixwelt ein alter Bekannter. Der Vortrag beschrieb einige der Neuheiten, die mit Version 2.1 eingeführt wurden. Vor allem ging er auf die folgenden drei Punkte ein:

Remote Use: Ein wesentliches Bestreben bei der Entwicklung der 2er Version war der verbesserter Schutz des privaten Schlüssels. Mit 2.1 ist es nun möglich GPG (für OpenPGP) oder GPGSM (für S/MIME) auf einem Server einzusetzen jedoch die Schlüssel auf dem eigenen Desktop zu belassen oder dort auch Smartcard basierte Schlüssel zu verwenden. Dieses Feature ist immer dann interessant, wenn große Datenmengen auf einem Server zu entschlüsseln oder zu signieren sind.

SSH: Obgleich schon seit vielen Jahren vorhanden, ist die plattformübergreifende SSH-Agent-Implementation in GnuPG eher noch ein Geheimtip. Das sollte sich ändern.

ECC: Seit Jahren ist bekannt, dass das RSA-Verfahren für zukunftssichere Verschlüsselung nicht mehr ausreichen wird, da die Schlüssel zu groß und damit zu langsam werden würden. Alle Public-Key basierten Protokolle migrieren deswegen langsam hin zu elliptischen Kurven. Der Vortrag erläuterte, welche Varianten und Kurvenparameter in GnuPG implementiert worden sind.

Er bot auch denen, und das war wohl die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die GnuPG alltäglich beim Verschlüsseln und Signieren ihrer Mails einsetzen, noch interessante neue Informationen.

Auf eine spintane Aufforderung hin hat dann noch Frank – nur mit Stift und Clipboard – den Anwesenden die Mathematik elliptischer Kurven und ihre kryptologische Anwendung erläutert. Dies geschah so, dass tatsächlich alle verstanden, worum es ging.

Es gab also insgesamt drei interessante Vorträge an einem Abend, davon zwei recht spontan. Lediglich Werner konnte sich ein wenig vorbreiten. Dies mag man als Beleg für die Qualität des Teilnehmerkreises unserer Treffen werten. Danke an Werner für die Bereitschaft “einzuspringen”.

Uns gefiel es erklärtermaßen in den Räumen der C3S so gut, dass wir sicherlich wiederkommen werden.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 27.05.2015 ab 19:30 Uhr allerdings wieder im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Das Thema wird noch bekannt gegeben.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

17.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #213

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Dagger-Komplex

Depression

Elektronische Gesundheitskarte

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Kriegsfolgen

Nazis

Netzneutralität

Netzzensur

Osama bin Laden

Qualitätsjournalismus

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Whistleblower

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10.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #212

Asyl

Autismus

Computersicherheit

Datenschutz

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

LGBTI

Qualitätsjournalismus

Todesstrafe

Überwachung

Verschlüsselung

War on Terror

Ganz zum Schluß

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03.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #211

Armut

Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Computersicherheit

Datenschutz

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

LGBTI

Nazis

Netzpolitik

Pressefreiheit

Scharlatanerie

Sexarbeit

Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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01.05.2015

Frosch - Kommentar-Plugin für GNUsocial jetzt auch in deutsch

Um bei Freier Software zu helfen, muß man kein Programmierer sein. Ich habe heute „mal eben“ die Sprachdatei für ein nettes WordPress-Plugin übersetzt, das ich hiermit auch gleich mal teste. Das Plugin heißt WP-GNUsocial und ermöglicht es, mit neuen Blogartikeln direkt unter dem eigenen Account einen Beitrag auf einer GNUsocial-Instanz zu posten. Umgekehrt werden dort veröffentlichte Kommentare zu diesem Beitrag auf das eigene WordPress kopiert und erscheinen auch dort.

Das Plugin bräuchte allerdings noch mehr Übersetzungen! Wer sich also dazu berufen fühlt, darf gern weitere Sprachen anbieten. Der Haken ist nämlich, wenn die Sprache des Blogs selbst nicht als Sprachdatei für das WP-GNUsocial vorliegt, wird automatisch Esperanto gewählt, was ich etwas, ähm, unglücklich finde.

Die Übersetzung geht recht einfach, die Sprachdatei hat auch nur etwa 4 kB. Wenn man fertig ist, kann man die neu erzeugte .po-Datei (unter Linux) entweder mit einem Tool namens msgfrmt msgfmt (in gettext) erzeugen oder das Angebot unter po2mo.net nutzen. Ich habe erstmal die zweite Variante gewählt, weil ich das Tool bei mir im Repo nicht gefunden habe.

Die deutschen Sprachdateien liegen auch hier:

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OpenRheinRuhr - Helfergrillen der OpenRheinRuhr

Gruppenfoto mit den Teilnehmern des OpenRheinRuhr Helfergrillen 2015

Gruppenfoto mit den Teilnehmern des OpenRheinRuhr Helfergrillen 2015

Das diesjährige Helfergrillen war gleichzeitig auch das erste Treffen der Orga und die Jahreshauptversammlung für den OpenRheinRuhr e. V.

 

Wir konnten mit dem Helfergrillen einigen der Helfer aus den letzten Jahren für ihre Hilfe danken und einige neue Helfer und auch Mithelfer für die Orga hinzugewinnen.

 

Die zusätzlichen, helfenden, Hände werden für eine Veranstaltung wie die OpenRheinRuhr dringend benötigt. Im letzten Jahr waren wir trotz des Helfereinsatzes ein wenig unterbesetzt und würden das gerne für dieses Jahr durch mehr Helferpower wieder auf solide Beine stellen.

 

Wer also auch gerne beim Helfergrillen 2016 teilnehmen will sollte sich per Mail an helfer@openrheinruhr.de wenden und Hilfe anbieten.

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29.04.2015

Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 3

Wir hatten am Abend zuvor vereinbart, ein wenig später anzufangen und dafür früher, nämlich um etwa 14:00 Uhr, aufzuhören. Meine Idee war’s nicht, ich hätte gern noch durchgezogen.

Für mich wurde es morgens aber sowieso ein wenig später, weil ich mein Gepäck gleich mitnahm und dann erst einmal zum Bahnhof Wilhelmshöhe fuhr, um es dort einzuschließen. Für die Rückfahrt nach Hause hatte ich mir bereits am Donnerstag direkt nach der Ankunft ein Bahnticket gezogen und eine Reservierung gleich dazu; um 19:00 Uhr sollte ein durchgehender InterCity fahren.

Da ich dann auch noch fast eine halbe Stunde auf die nächste Straßenbahn zum KongressPalais warten mußte, war ich erst gegen 11:00 Uhr dort.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Wir haben gerade Besuch vom Ordnungsamt (Gewerbeaufsicht), der mußte in der Halle kontrollieren. #nospiritofhealth

11:35 – 26. Apr. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Der Gewerbeaufsichtsmensch meinte, sie hätten ihn nicht gerade liebgehabt. 😉 #nospiritofhealth

11:38 – 26. Apr. 2015

Allerdings erzählte er auch, die Veranstalter und Aussteller hätten sich peinlich genau an die Vorschriften gehalten. Er selbst kenne sich mit dem Zeug nicht aus, aber er fand es, sagen wir, nicht sonderlich überzeugend.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Insgesamt ist heute weniger los, ich schätze, ein Teil ist schon auf dem Heimweg. #nospiritofhealth

12:04 – 26. Apr. 2015

Es kamen immer mal wieder Leute mit Gepäck aus der Halle und stiegen in die Straßenbahn Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe. Die meisten dürften aber sowieso mit dem Auto gekommen sein; zur Halle gehört ein Parkhaus, und ich gehe davon aus, daß man von diesem Parkhaus aus direkt in die Halle kommt, ohne durch den Haupteingang zu müssen.

Ich glaube, eine kleine Bullshit-Welle hatten wir noch, aber so richtig war nichts mehr los. Und dann kam der Regen. Aber so richtig. In diesem Fall zum Glück waren wir nicht mehr so viele, so daß wir teils unterm Pavillon und teils unter einem Vordach ein wenig Schutz fanden. Es regnete etwa eine halbe Stunde lang wie aus Eimern.

Danach wurde der Abbau beschlossen. Ich hängte mein Smartphone noch so lange wie möglich an die USV des Konsumentenbundes, in der Hoffnung, daß es dann noch ein paar Stunden Strom haben würde, und nahm dann gegen 14:00 Uhr die weiterhin nur halbstündig verkehrende Straßenbahn zum Bahnhof Wilhelmshöhe.

Der Smartphone-Akku war an allen vier Tagen ein Problem gewesen. Obwohl er erst sieben Monate alt ist, hält er selbst bei sparsamer Nutzung keine 8 Stunden durch. Erst recht nicht, wenn ich, wie an diesen Tagen, wegen des hellen Tageslichts die Display-Beleuchtung höherdrehen muß, um das Display ablesen zu können. Da muß ich mir wohl mal einen Akku-Lader beschaffen.

Am Bahnhof Wilhelmshöhe ging ich erst noch einmal in den Asia-Express essen. Danach gönnte ich mir eine Foto-Tour durch die Kasseler Innenstadt.

Überhaupt, die Fotos sind dann erstmal hier bei Picasa zu finden: Kassel #nospiritofhealth 2015.

Über die gekaufte Reservierung war ich dann übrigens noch sehr froh, obwohl ich erst dachte, die sei mal wieder rausgeworfenes Geld. Dem IC 1952 fehlte nämlich ein Wagen, es war sehr voll. In weniger als 10 Minuten vor Einfahrt des Zuges wurde dieser dann auch mal noch eben von Gleis 9 auf Gleis 3 verlegt, was ich mit dem schweren Gepäck jetzt, sagen wir, nicht gerade lustig fand (ich hatte zwar das kaputte Luftbett zurückgelassen, dafür aber zwei ältere, gebrauchte Notebooks mitbekommen). Und schließlich war die Luft im übervollen Zug auch noch extrem stickig, weil die Lüftung offenbar nicht stark genug war.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Scheiße, Overload, keine Chance …

19:25 – 26. Apr. 2015

Ich saß zwar in einem Abteil, aber wir mußten wegen der schlechten Luft die Tür offen lassen. Und auf dem Gang stand eine Frau, die fast die ganze Fahrt über lautstark telefonierte. Overload galore! Strom hatte ich im Smartphone auch fast keinen mehr, so daß ich mir auch nicht die Kopfhörer überstülpen und Musik hören konnte. Erst nach Dortmund wurde es dann ein wenig besser.

Der Zug kam mit wenigen Minuten Verspätung in Düsseldorf an, und ich war wirklich froh, als ich alles meine fünf Stockwerke hochgeschleppt hatte und mich endlich ausruhen konnte.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Vergessen: Ein Pack Äpfel und eine 3er-Steckdose. Weggeworfen: Ein Luftbett mit Löchern. Eingesackt: Zwei übriggebliebene Notebooks.

23:58 – 26. Apr. 2015

Daß ich die Dreiersteckdose vergessen habe, ist dann doch etwas ärgerlich – das war nämlich meine letzte „freie“ Steckdosenleiste für unterwegs. Jetzt werde ich mir wohl wirklich mal neue kaufen müssen.

Was habe ich nun für Erkenntnisse mitgebracht?

  • Mit MMS-Jüngern, die einmal „überzeugt“ wurden, kann man nicht mehr diskutieren, und mit den in Rhetorik geschulten Vertrieblern sowieso nicht. Fakten und Statistiken interessieren beide nicht mehr, es sei denn, diese stützen ihre Behauptungen. Sie hören nicht mehr zu, sondern können nur noch wiedergeben, was ihnen eingetrichtert wurde.
  • Es ist auch ziemlich egal, ob man ihren Pseudo-Argumenten Fakten entgegensetzen kann oder nicht: Sie ignorieren sie ja sowieso. Es ist trotzdem hilfreich, sich vorher ein paar Sachen mal wenigstens durchgelesen zu haben.
  • Es ist verdammt schwer, sich nicht unwohl oder zumindest irritiert zu fühlen oder es gar zu ignorieren, wenn jemand wie ein Bulle beim Stierkampf auf einen losgeht, eine Körperhaltung an den Tag legt, als wolle er einen auf die Hörner nehmen und dabei auch bewußt in die Intimsphäre eindringt. Bei den MMS-Rhetorikern muß immer klar sein: Das ist Absicht, reine Einschüchterungstaktik, und es droht vor allem keine Gefahr.
  • Mein Bullshit-Detektor funktioniert (immer noch) hervorragend. Ob ich das dem Autismus zu verdanken habe, weiß ich nicht, ist aber auch so ziemlich egal.
  • Wau Holland sagte mal, wir bräuchten neben Lesen, Schreiben und Rechnen bereits ab der Grundschule ein weiteres Schulfach, nämlich Filtern und Bewerten von Informationen. Wir brauchen kritisches Denken in den Schulen statt fertig aufbereiteter Schulbücher, die das selbständige Denken quasi unnötig machen.
  • Menschen, die selbst MMS oder sonstwas an sich ausprobieren wollen, könnte man noch mit Rauchern gleichsetzen, die sich ebenfalls schädigen, weil sie meinen, daß das für sie irgendeine Art von Nutzen habe. Dasselbe Kindern anzutun, geht gar nicht. Wer seine Kinder, aus welchem Grund auch immer, mit MMS malträtiert und ihnen früher oder später den Darm zerlegt, gehört angezeigt und vor Gericht gestellt; die Kinder gehören ihnen weggenommen. Wer dazu anstiftet, gehört ebenfalls vor Gericht gestellt.

Das war’s erstmal. Wenn mir noch was einfällt, auffällt oder wenn Ergänzungen oder Korrekturen kommen, kann ich die ja noch als Updates in die Artikel pappen.

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28.04.2015

Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 2

Der Samstag war der anstrengendste Tag, aber wir waren auch ein paar mehr Leute am Stand, wenn auch leider immer noch zu wenige. Verstärkung bekamen wir vor allem von Sam Becker (@tageshauscaos), die offenbar im Umgang mit MMS-Jüngern schon sehr geübt ist. Ihren Bericht kann man hier nachlesen: Spirit auf bullshit in kassel. Außerdem hatte die GBS diesmal noch einen gut ausgestatteten Transporter dabei, und es gab jetzt auch zwei Klappstühle für uns zum Hinsetzen.

Für mich begann der Tag mit Kopfschmerzen, die vom überlasteten Nacken hochgezogen waren. Ich wußte ja schon, warum ich das Luftbett mitgenommen hatte …

Wir standen ab 9:30 Uhr auf der Matte und warteten dann mal auf die erste „Bullshit-Welle“, wie ich die Kongreß-Pausen bezeichnete, wenn uns die MMS-Jünger überfielen und zutexten oder gar einschüchtern wollten.

Am ersten Tag war mir nur ein einzelner Fotograf mit einer großen DSLR aufgefallen, den ich nicht zuordnen konnte, und ansonsten war ja auch noch das „alternative“ Filmteam da gewesen. Ab Samstag jedoch wurden wir dann ganz offen abfotografiert, also nicht nur der Stand als ganzes, was ja legitim gewesen wäre, sondern auch Nahaufnahmen von Einzelpersonen. Ohne zu fragen, natürlich.

Irgendwann vormittags tauchte dann ein Mensch vom Kasseler Gesundheitsamt auf. Er unterstützte uns mit Argumenten und hörte vor allem sehr genau zu, was die MMS-Jünger so erzählten.

Irgendwann so kurz nach 12:00 Uhr erblickte ich dann eine kleine, resolute Frau mit einem Badge „Orga-Team“ vor unserem Stand, die aufgeregt auf Guido einredete. Sie tat unglaublich wichtig und wirkte sehr „aufgesetzt“; ich glaube, der Ausdruck „Drama-Queen“ paßt hier ganz gut. Die Orga-Frau regte sich fürchterlich und sichtbar künstlich darüber auf, daß wir als Anschauungsmaterial eine große Flasche WC-Reiniger auf einem Tisch stehen hatten.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Frau vom Orga-Team findet uns unverschämt und würde am liebsten die Polizei rufen. #nospiritofhealth

12:20 – 25. Apr. 2015

Ich bekomme es nicht mehr wörtlich zusammen, aber sie sagte sinngemäß, das sei unverschämt, weil wir damit ihre Kunden dazu animieren würden, statt des „guten MMS“ einfach den WC-Reiniger zu trinken. (Mir stellte sich die Frage, was das über ihre Einschätzung der Denkfähigkeit ihrer Kunden aussagt.) Wenn wir an ihrem Heimatort wären, würde sie die Polizei rufen und uns anzeigen, jawoll! Als sie merkte, daß sie mit dieser „Drohung“ nur ein freundliches Lächeln und die Aufforderung erntete, das doch bitte zu tun, schwenkte sie um und meinte nur noch, ihr Anwalt werde die Angelegenheit genauestens (!!!) prüfen.

Mela Eckenfels @Felicea
@AtariFrosch Ist der denn noch nicht mit der Abmahnung ausgelastet? *an die Decke schau* @QuerDenkender

14:31 – 25. Apr. 2015

Gemeint ist wohl diese Sache hier: Spirit of Health – Falsche Titel und echte Quacksalber.

Ich glaube, dieser anwaltlichen Prüfung können wir ziemlich gelassen entgegensehen. 😉

Andere Menschen von unserem Stand hatten beobachtet, daß diese Orga-Frau regelrecht zu kontrollieren schien, was ihre Kunden bei uns so treiben, damit sie auf gar keinen Fall auf die Idee kommen, MMS & Co. anzuzweifeln. Außerdem schien sie ihre Kunden dazu zu drängen, wieder in den Saal zurückzugehen. Mir war das entgangen, denn ich hatte die Orga-Frau nur im Blick gehabt, während sie uns mit Polizei und Anwalt drohte.

Ich muß da irgendwie an Kaffeefahrten denken. Da werden die Gäste von den veranstaltenden Vertrieblern meist an abgelegene Orte gebracht, an denen es sonst nichts gibt, keine Läden, keine Sehenswürdigkeiten, damit die Kunden auch ja nicht weglaufen, sondern an der „freiwilligen“ Verkaufsveranstaltung teilnehmen …

Atari-Frosch @AtariFrosch
Manche Kongressteilnehmer kommen mit einer total aggressiven Haltung, die Körpersprache kann sogar ich lesen. #nospiritofhealth

12:26 – 25. Apr. 2015

Daran mußte ich mich wirklich erst gewöhnen. Einige Leute kamen mit deutlich vorgebeugtem Oberkörper daher und versuchten, sogar über die Tische hinweg, in die Intimsphäre ihrer Gegner einzudringen. Wir mußten nach jeder Bullshit-Welle die Tische wieder um ein Stück nach außen rücken, weil sie uns die quasi entgegengeschoben hatten.

Ich habe gerade bei fremden Personen sonst große Probleme mit dem Lesen von Mimik, Gestik und Körperhaltung, und Augen kann ich ja gar nicht; aber diese aggressive Haltung war so klar, daß selbst ich es erkennen mußte und das auch nicht ignorieren konnte. Aber genau das muß man in so einem Fall: Diese Körpersprache ignorieren, damit man sich auf den Inhalt ihrer Aussagen konzentrieren kann. Und obwohl mir das klar war, fühlte ich mich unwohl, wenn solche Leute bei uns auftauchten – was ja wohl durchaus beabsichtigt war.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Lustig auch, daß sie immer wieder ihr eigenes Kamerateam dabei haben. #nospiritofhealth

12:33 – 25. Apr. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Vermute, sie verwenden die Aufnahmen u.a. für ihre Rhetorik-Schulungen. Denn einige sind erkennbar geschult. #nospiritofhealth

12:37 – 25. Apr. 2015

Ja, es wurde weiterhin fleißig gefilmt und aufgezeichnet, aber immer nur dann, wenn einer ihrer geschulten Rhetoriker bei uns aufschlug. Oder andersrum: Am Kamerateam konnte man praktisch erkennen, daß sie uns mal wieder einen ihrer „Profis“ geschickt hatten.

Ich trug die ganze Zeit über ein leuchtend orangefarbenes Piraten-Shirt über meinem Hoodie und wurde auch ein paarmal drauf angesprochen. Ich weiß nicht mehr sicher, ob das am Samstagvormittag oder schon am Freitag gewesen war, daß mich ein (scheinbar gemäßigter) Kongreßbesucher fragte, wie denn die Piratenpartei zu MMS und Alternativmedizin stünde. Ich erklärte, daß ich als Basismitglied natürlich nicht für die Piratenpartei insgesamt sprechen kann, aber daß ich bislang nur negative Äußerungen vernommen habe.

Und dann kam am Samstagnachmittag der hier:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Hier behauptet einer, er sei Pirat aus Island und sie würden dort für MMS kämpfen. Hat da jmd was? #nospiritofhealth

14:36 – 25. Apr. 2015

Seinen Namen hatte mir der ca. 50jährige, große, schlanke, bärtige Mann nicht genannt. Er sprach Englisch, anfangs mit einem starken Akzent, den ich nicht identifizieren konnte, aber im Laufe des Gesprächs war sein Englisch plötzlich überwiegend akzentfrei. Der Akzent kam nur zwischendurch vereinzelt zurück – als ob er sich dran erinnerte, daß er ja eigentlich mit Akzent sprechen wollte.

Zunächst stellte er sich als isländischer Pirat vor und sprach über die guten Umfragewerte der Piratenpartei in Island, und daß man derzeit bei 50 % stünde (ich hab’s nicht nachgesehen). Dann wechselte er das Thema. Er wundere sich darüber, so meinte er, daß die deutsche Piratenpartei MMS und Alternativmedizin ablehnen würde, denn die isländische Piratenpartei würde beides unterstützen und dafür kämpfen, daß solche Behandlungsmöglichkeiten zugelassen würden. Die dortige Parteivorsitzende, Birgitta Jónsdóttir, würde selbst MMS nehmen und es auch ihren Kindern geben.

Ich schrieb eben, daß ich Mimik und Körpersprache nicht gut lesen kann. Aber ich kann bisweilen sehr gut Ausstrahlungen von Menschen wahrnehmen. Und obwohl er längst nicht so aufgesetzt wirkte wie die Orga-Frau vorher, gefiel mir seine Ausstrahlung nicht. Etwas wirkte falsch.

Er verwickelte mich in ein Gespräch über das Thema Natrium(hypo)chlori[t|d] und behauptete, ich würde auf einer größeren Website Studien zur Wirksamkeit als Medikament finden, ich müsse nur nach „chlorine“ und noch irgendwas suchen. Zum Glück sprang Christian in die Bresche und nahm mir den Mann quasi ab. Ich bin ja eigentlich recht flüssig in Englisch, fühlte mich aber so in die Enge getrieben, daß mir einfachste Vokabeln nicht mehr einfielen. Ich muß auch zugeben, daß ich zwar am Rande schon über diese Argumentation gelesen, mich aber noch nicht darin vertieft habe.

Auf die indirekte Anfrage auf Twitter hatte ich leider keine verwertbare Antwort bekommen. Also suchte ich mir später den Account von Birgitta und fragte halt einfach mal direkt:

Atari-Frosch @AtariFrosch
@birgittaj Hi from Germany. Last weekend a guy claiming to be an Icelandic pirate told me that you would use & promote MMS. True?

22:32 27. Apr. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
@birgittaj I think that guy is a liar, but before I write that to a blog article I want to be sure. MMS = Miracle Mineral Solution

22:32 27. Apr. 2015

Birgitt? Jónsdóttir @birgittaj
@AtariFrosch never heard of it, so you are totally right, it is a lie.

07:51 28. Apr. 2015

Ach. Hab ich doch mal wieder das richtige Bauchgefühl gehabt.

Vielleicht sehe ich das ein wenig zu egozentrisch, aber ich habe das Gefühl, man hat mir den Typen gezielt geschickt. Ob er wirklich in einer Piratenpartei ist, kann ich ja nicht nachprüfen. Ich hatte eher den Eindruck, er hatte sich eher oberflächlich über die isländische Piratenpartei informiert, um einen Anknüpfungspunkt zu haben. Auf der Website der isländischen Piratenpartei findet sich deren Kernprogramm (Core Policy), in welchem das Thema Gesundheit überhaupt nicht vorkommt. Sehr wohl aber das Thema kritisches Denken. :-)

Ich hatte sowieso generell das Gefühl, daß den Predigern dort nicht so klar ist, wie schnell man sich im Internet eine Information beschaffen kann. Hatte dieser Pseudo-Pirat wirklich geglaubt, ich ließe mich, ohne mich weiter zu informieren, auf seine Behauptungen ein? Oder ging das eher so nach dem Motto: Vielleicht glaubt sie ja nicht alles, aber etwas könnte ja hängenbleiben? Überzeugend fand ich seinen Auftritt jedenfalls nicht. Letztendlich hatte er nur die gleichen Pseudo-Argumente drauf wie alle anderen.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Menschen reden laut. Manche meinen wohl, das verstärke ihre Nicht-Argumente. #nospiritofhealth

14:55 – 25. Apr. 2015

Natürlich wird es an einem Infostand auch mal lauter, aber laut wurden nach meiner Beobachtung eigentlich nur die Rhetorik-Profis. Zwischendurch hatte ich schon Sorge, in einen Overload zu rutschen. Außerdem hatten wir, wie schon eingangs erwähnt, noch ein anderes Problem:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Wir könnten hier noch bullshit-feste Leute vor Ort gebrauchen. #nospiritofhealth

14:58 – 25. Apr. 2015

Wir waren wirklich zu wenige, damit war es kaum möglich, mal eine Pause zu machen. Mit mehr Leuten hätten sie uns wohl nicht in jeder Pause so dermaßen überrennen können, denn irgendwann wären ihnen mal die Rhetoriker ausgegangen. Schon schade, daß sich nicht mehr Leute dazu aufraffen konnten, unseren Stand zu verstärken.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Brauchte etwas Ruhe & fand ganz in der Nähe ein grünes Fleckchen mit Amselgesang. #nospiritofhealth

15:13 – 25. Apr. 2015

Amsel im Gras

Ja, und dann war der Punkt doch erreicht, an dem ich einfach mal von dem ganzen Trubel weg mußte. Neben dem Stand und der Straßenbahnhaltestelle führte eine Straße bergab, und ich folgte ihr, ursprünglich mit dem Ziel, einmal um den Block zu laufen. Unten am Ende dieser Straße fand ich jedoch ein schön ruhiges, grünes Plätzchen mit zwei Bänken vor, von wo aus man Amseln beobachten und ihrem Gesang zuhören konnte. Also blieb ich dort einfach mal ein halbes Stündchen sitzen, um meinen „Akku“ wieder aufzuladen.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Einer von uns war im Kalcker-Vortrag & sprach danach von Gehirnwäsche. #nospiritofhealth

17:03 – 25. Apr. 2015

Es waren sogar zwei aus unserer Gruppe drin gewesen, wie ich hinterher erfuhr. Und was beide zu berichten hatten, war wirklich total absurd. Die Betreiberin des Blogs Butterblumenland schreibt dazu:

Einer der führenden Verfechter von MMS-Einläufen an autistischen Kindern, fühlte sich jedenfalls dazu angeregt, in seinem Vortrag gleich mehrfach über die Kritiker zu lästern und sie herabzuwürdigen, was vom Publikum auch frenetisch bejubelt wurde.

Wenn jemand von seiner Sache überzeugt ist, müßte er das doch eigentlich nicht nötig haben, oder?

Bei MMS fahren sie wohl mittlerweile die gleiche Schiene wie bei der „Schwarzen Salbe“: Das Zeug könne krankes von gesundem Gewebe unterscheiden und würde nur das kranke angreifen:

Wie ich Kalcker verstanden habe, soll Chlordioxid automatisch die Krankheitsherde im Körper erkennen, da dort ein saures Milieu hersche, worauf hin das CLO2 seinen Sauerstoff abgeben und dieser seine Wirkung, “Giftstoffe” zu verbrennen, ausübe.

(Aus dem Kommentar von Peter Ofenbäck im Butterblumenland-Blog.)

Achso, der Herr Kalcker, das ist übrigens der hier: Andreas Ludwig Kalcker.

Noch ein bißchen mehr Absurdität gefällig?

Vielmehr wurde auf die ganz großen Emotionen abgezielt und dafür auch schwere Geschütze aufgefahren. So kamen nach und nach Menschen auf die Bühne, um sich hochemotional für angebliche Heilungserfolge zu bedanken. Eine angebliche Mutter eines autistischen Kindes war auch darunter. Ihr Sohn wäre dadurch endlich wieder “in die Welt zurückgeholt” worden.

Ebenfalls aus dem Artikel im Butterblumenland-Blog. – Bevor diese Bewunderungs-Show anfing, soll Kalcker noch gefragt haben, ob keine Presse oder Fernsehen (mehr) anwesend seien. Da kann man sich doch seinen Teil denken: Diese Show war ausschließlich für die Jünger, weil bei allen anderen klar war, daß sie erkennen, wie lächerlich das eigentlich ist.

Auch das Butterblumen-Blog zitiert die „Gehirnwäsche“ und schließt sich dieser Bewertung an.

Und nach solchen Vorträgen kamen dann die Kongreßbesucher heraus und trugen das, was sie gerade, ähm, gelernt hatten, als Argumentation bei uns vor. Es waren immer wieder dieselben Phrasen, immer wieder dieselben, längst widerlegten Behauptungen. Sie kamen zu uns und schienen das Zuhören verlernt zu haben, stattdessen konnten sie nur noch wiedergeben, was ihnen eingetrichtert worden war, und alles andere konnte für sie nur noch falsch sein. Das ist das klassische Verhalten von Sektenanhängern.

Um die Menschen, die darauf reinfallen, kann es einem ja schon irgendwie leid tun.

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Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 1

Christian und ich fuhren morgens zusammen zum KongressPalais, wo nach und nach Leute von der Giordano-Bruno-Stiftung und vom Deutschen Konsumentenbund auftauchten. Es wurden ein Pavillon und ein paar Klapptische aufgebaut; Sitzgelegenheiten gab es keine.

In der ersten Kongreßpause kamen dann die ersten Kongreßbesucher vorbei – nein, nicht, um sich zu informieren, sondern um uns zu erklären, daß wir ja alle keine Ahnung hätten.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Ein, ähm, Kongressteilnehmer am Infostand textet uns mit Quantenzeugs, diffamierender Presse & schlimmer Pharmalobby zu. #nospiritofhealth

11:23 – 24. Apr. 2015

Also: Die Presse diffamiert den Kongreß nur, wir sind alle von der Pharmalobby bezahlt, und außerdem ist Quantenphysik der neueste heiße Scheiß. Oder so. Ein danebenstehender, pensionierter Physiklehrer winkte nur ab: „Hört mir bloß auf damit!“

Der bösen Presse gaben wir mittlerweile ein paar Interviews: Den Hessischen Rundfunk habe ich gesehen, Hitradio FFH und ein Journalist von der HNA liefen bei uns herum. Außerdem tauchte noch ein Team von drei Jugendlichen auf, die ein Praktikum bei einem Bürgerradio oder so was ähnliches machten, und stellte auch Fragen.

Bevor sie in die Stadthalle ging, kam eine Frau zu uns, die sich selbst als „Aura-Arbeiterin“ bezeichnete (die Ausstrahlung von Menschen kann ich auch so wahrnehmen, aber mit einem so schönen Begriff klingt es halt interessanter). Sie deutete an, von der Veranstaltung in der Halle nicht so überzeugt zu sein, aber sie wolle es sich halt mal ansehen. Als sie später wieder herauskam, kam sie wieder zu uns und erzählte, es würde sich auch bei den Vorträgen um reine Verkaufsveranstaltungen handeln. Fragen seien nicht vorgesehen, Kritik nicht erlaubt.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Die Aura-Frau erzählte, daß sie nach der ersten Kritik-Äußerung zwei Security-Gorillas im Nacken gehabt hatte. #nospiritofhealth

18:23 – 24. Apr. 2015

Als sie dann an den Ausstellungsständen Infomaterial sammelte, habe sie eine Ausstellerin danach gefragt, welchen Beruf diese hätte. Die Ausstellerin sei daraufhin völlig ausgeflippt und habe sie verbal angegriffen, und ab diesem Zeitpunkt seien ihr, der Besucherin, ständig zwei Security-Männer nachgelaufen, bis sie die Halle wieder verlassen habe. Freundlicherweise hat sie uns dann ihre Tüte mit Info-Material überlassen: Ein ganzer Stapel Bullshit in gedruckter Form, mit ausführlichen Produktbeschreibungen und natürlich Preislisten.


Schwingungssprays

Die Aura

Der menschliche Körper ist von einem Energiefeld umgeben, das auch aurisches Ei genannt wird. Es schützt uns unter anderem gegen Eindringlinge aller Art (Erreger, Energien usw.)

Wir haben mit Hilfe der geistigen Welt drei Aura Sprays [sic!] entwickelt, die unser Energiefeld schützen und reparieren können.


Neben Sprays, Tees, Bädern und allerlei seltsamen, teils elektronischen Geräten gab es natürlich auch Bücher. Dabei sind auch solche über MMS und Schwarze Salbe, aber auch über Wunderpflanzen, Vitalpilze, eine „natürliche“ Anti-Baby-Pille, heilige Pflanzen und sogar über eine Pflanze der Unsterblichkeit. Veröffentlicht wurden diese Bücher wohl von kleinen, darauf spezialisierten Verlagen oder direkt vom Jim Humble Verlag.

Was uns die Humble-Anhänger so erzählten, war allerdings teilweise auch, ähm, sagen wir mal, abenteuerlich. Man könnte auch sagen, erfunden. Oder eben: gelogen.

Atari-Frosch @AtariFrosch
MMS-Jünger behauptet, es habe in 30 Jahren nur 5 Fälle von Vergiftungen gegeben, davon keiner tödlich. #nospiritofhealth

13:20 – 24. Apr. 2015

Behaupten kann man ja viel. Im ARD Morgen-Magazin heißt es in diesem Beitrag, daß allein die Giftnotrufzentrale Göttingen in den letzten Jahren 18 Notrufe im Zusammenhang mit MMS hereinbekommen hatte. Und es gab mindestens einen Todesfall: So berichtete der Examiner am 18. Januar 2011 vom Tod einer Frau im August 2009. Silvia Fink wollte sich mit MMS von den Folgen der Ölkatastrophe der „Deep Horizon“ heilen und starb – am MMS, nicht an den Folgen der Ölkatastrophe.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Eine Frau mit bayerischen Dialekt sagte, sie habe ihre 3 Kinder mit MMS von Autismus “geheilt”. Die Kids tun mir so leid #nospiritofhealth

13:54 – 24. Apr. 2015

Ich wurde später darüber belehrt, daß es ein österreichischer Dialekt gewesen sei. Die Bayern mögen mir das Versehen verzeihen.

Die Frau erzählte, ihr Sohn habe immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen und „zwei Wochen nach einer Impfung“ die Sprache wieder verloren. Und jetzt habe sie drei gesunde Kinder, dank MMS. Ob jetzt nur ein Kind oder alle drei autistisch gewesen sein sollen, blieb irgendwie offen.

Den Kopf gegen die Wand zu schlagen oder die Sprache zu verlieren sind Anzeichen von akutem Streß. Zumindest das zweite kann auch bei erwachsenen Autisten noch vorkommen.

Wenn ein autistisches Kind, das mit Einläufen traktiert wird, denen Bauchkrämpfe und Durchfall folgen, daraufhin mit solchen Verhaltenweisen aufhört bzw. sich bemüht, doch wieder zu sprechen, nimmt man ihm nicht den Streß, sondern erhöht diesen. Natürlich kann man auch einem autistischen Kind beibringen, daß es keine so gute Idee ist, mit dem Kopf gegen eine Wand zu schlagen. Dazu gehört aber auch, andere Möglichkeiten aufzuzeigen oder, wenn es noch andere kennt, diese anzuwenden. Nimmt man ihm aber das Stimming vollständig, dann bleibt – ein gebrochener Mensch, bei dem man auf die Depressionen oder andere Krankheiten nur warten kann.

Ich habe gerade über diese Frau ziemlich viel nachgedacht und bin zu folgenden Ergebnis gekommen:

  1. Die Frau wirkte rhetorisch geschult, ließ niemanden ausreden und wirkte insgesamt sehr angriffslustig.
  2. Möglicherweise ist ihre Geschichte vollständig erfunden und dient nur dazu, Mütter von wirklich autistischen Kindern dazu zu animieren, MMS zu kaufen und es an ihren Kindern anzuwenden.
  3. Wenn die Geschichte nicht erfunden war, dann hat sie uns gegenüber vermutlich eine Straftat zugegeben. Wenn sie erfunden war, dürften ihre Äußerungen immerhin noch eine Anstiftung zu einer Straftat sein.
  4. Es dürfte nicht ganz so grundlos gewesen sein, daß sie so extrem auf ihr Recht am eigenen Bild gepocht hat …

Kaum war die Frau weg, kam der nächste Kandidat – ein Dampfplauderer, wie er im Buche steht:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Ein anderer Typ hält uns Vorträge über Chemie (wie er sie sieht). #nospiritofhealth

13:56 – 24. Apr. 2015

Auf dem Thema Natriumhypochlorit, Natriumchlorit oder Natriumchlorid hackte nicht nur dieser Herr herum, aber er ganz besonders. Rhetorisch geschult wie ein Profi-Vertriebler auf Kaffeefahrt ließ er niemanden ausreden, wich Fakten ständig aus, konnte selbst nichts nachweisen („Gucken Sie doch nach!“), forderte aber für alle Gegenargumente sofort stichhaltige Beweise. Dabei stellte er sich auf den Standpunkt, was von „Big Pharma“ finanziert und/oder von „Massenmedien“, Wikipedia oder Psiram verbreitet wird, schon mal gar nicht stimmen könne. Auch das Argument, es käme nicht so sehr darauf an, wer eine Studie bezahlt, sondern, ob sie sauber durchgeführt worden war und ein ordentliches Peer Review durchlaufen hat, zählte für ihn nicht. Umgekehrt argumentierte (nicht nur) er, daß Studien mit Placebo-Gruppe ja gar nicht gingen, weil dann ja ein Teil der Studienteilnehmer nicht mit dem tollen neuen Medikament behandelt würden und dann vielleicht sogar sterben müßten.

Mich hat der Mensch an ein Erlebnis aus dem Zeitraum 1987/88 erinnert. Ich war ja nach meiner ersten Ausbildung erwerbslos geworden und hatte neben direkten Bewerbungen auch Anzeigen im SperrMüll, einer Zeitung für teils kostenlose Kleinanzeigen, geschaltet. Auf so eine Anzeige hin meldeten sich dann Herren, die mir eine Umschulung zur Finanzberaterin für den AWD anbieten wollten. Die einen gegen Geld, die anderen, ganz großzügig, kostenlos. Ich habe mich dann irgendwann mal überreden lassen, obwohl ich auch damals schon genau wußte, daß ich nicht zum Verkäufer tauge. In der dann besuchten Schulung hielt ich weniger als den ersten Vormittag lang durch. Fragen und Kritik, die ich anbrachte, wurden abgebügelt; ich müsse unbedingt ein bestimmtes Buch lesen, um zu verstehen. Bei mir schlug damals schon der Bullshit-Detektor an, obwohl ich das Wort noch gar nicht kannte. Das war alles so falsch und wirkte so gestellt und verlogen, daß es mich fast physisch abgestoßen hat. Und genau so fühlte ich mich auch an diesem Wochenende, aber ganz besonders bei diesem Herrn. Der hätte damals ganz genau in diese AWD-Schulung mit reingepaßt.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Mir kräuseln sich die Gehirnwindungen. #nospiritofhealth

13:59 – 24. Apr. 2015

Ich habe mich dann zeitweise in die „zweite Reihe“ zurückgezogen, weil das einfach nicht mehr zu ertragen war. Mit Dampfplauderern kann ich ja so schon nicht viel anfangen, weil ich die eigentlichen Informationen nicht mehr herausfiltern kann, wenn zu viel auf einmal kommt. Ich bekomme das dann einfach nicht mehr sortiert und kann damit auch nicht mehr adäquat reagieren – was aber wohl in diesem Fall auch Sinn der Übung ist.

Der Dampfplauderer hatte übrigens Begleitung: Solange er dastand und, ähm, „diskutierte“, also bestimmt eine halbe Stunde lang, wurden er und wir gefilmt. Zwischen ihn und seinen Gesprächspartnern auf unserer Seite – meist Guido Bockamp – wurde an einer langen Stange ein Mikrofon gehalten. Gefragt worden war vorher niemand, ob das genehm sei.

Heilende Nudeln

Unser Angebot: Heilige und heilende Nudeln, pastafaristische Medizin von der Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters.

Das gleiche Kamerateam – ein Moderator, ein Kameramann und der Mikrofonhalter – baten mich später noch um ein Interview. Ich hatte mich bereits vorher als Autistin zu erkennen gegeben. Zunächst wollte ich allerdings wissen, für welchen Sender sie arbeiten. Die Antwort war ein verschwommenes „so alternative Medien“. Einen konkreten Sender konnten sie nicht nennen. Ich ließ mich halt mal drauf ein, so nach dem Motto, mal sehen, was da kommt.

Die Fragen waren schon ein Stück weit manipulativ, wenn auch nicht so massiv, daß ich direkt protestiert hätte. Offenbar hatten die Herren Erfahrung darin, wie weit sie gehen können, ohne daß ein Gesprächspartner das Interview direkt abbricht. Auf entsprechende Frage faßte ich nochmal zusammen, warum autistische Kinder bestimmte Dinge tun und was das bedeutet. Und natürlich, daß Autismus keine Krankheit ist und somit auch nicht geheilt werden muß. Der Moderator meinte, es sei ja vielleicht doch eine Krankheit, und sie würden „die Wahrheit“ suchen. Ahja.

Auch meine abschließende Frage, wann ich den Beitrag denn mal sehen könnte und wo, kam erstmal nur ein undeutliches „irgendwann, auch auf Youtube“. Der Mikrofonhalter schrieb sich schließlich meine Mailadresse auf und versprach, mich zu informieren, wenn der Beitrag online steht. Ich bin ja mal gespannt.

Nach dem Abbau lieh ich mir noch etwas Gaffa-Tape, in der Hoffnung, damit mein Luftbett zumindest notdürftig reparieren zu können. Leider scheiterte der Versuch, und ich mußte weiter auf dem harten Schlafsofa schlafen.

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Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 0

Manchmal glaubt man ja, man hat alles erlebt und gesehen, und dann … ja, dann stehst Du an einem Infostand in Kassel gegenüber einer Veranstaltung, die sich „Spirit of Health“ nennt, und erlebst den Gipfel der Absurdität. Ich versuche, die Eindrücke, die ich gesammelt hatte, mal ein bißchen zu sortieren, aber ich glaube, das kann man eigentlich gar nicht erzählen, das muß man erlebt haben.

Der Reihe nach: Im Januar war ja da die Geschichte mit dem „Jim Humble Newsletter“, der mich und viele andere per E-Mail-Spam erreichte. Allein bei mir schlug das Teil – wie dort erwähnt, immer über chinesische Botnetze – bestimmt zwanzig Mal auf verschiedenen Adressen auf. Für mich war klar, daß ich mich dieser Veranstaltung entgegenstellen muß.

Weil Bahnstreiks angekündigt waren, fuhr ich 23., also Donnerstag, mit dem Fernbus nach Kassel.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Angekommen in Kassel-Wilhelmshöhe. Erstmal Gepäck eingeschlossen & was zu essen bestellt.

17:07 – 23. Apr. 2015

Das asiatische Express-Restaurant im Bahnhof Wilhelmshöhe ist übrigens durchaus empfehlenswert.

Nach dem Essen unternahm ich einen Spaziergang zur Kasseler Stadthalle, um mich mit den Gegebenheiten schon einmal vorab vertraut zu machen. Dabei stellte ich fest, daß ich anhand der Karte die Entfernung vom Bahnhof Wilhelmshöhe zur Stadthalle ordentlich unterschätzt hatte – das sind dann doch drei Straßenbahn-Haltestellen, und ein Stück bergauf geht es auch noch.

Nach meiner Rückkehr zum Bahnhof studierte ich erst einmal den Liniennetzplan und erfuhr, daß ich auf dem Weg zu meinem Gastgeber, Christian Hachmann von den Kasseler Piraten, einmal umsteigen muß. Ich zog mir also einen Fahrschein und setzte mich in die nächste Straßenbahn für den ersten Teil des Weges. Die Anschluß-Straßenbahn fuhr mir an der Haltestelle Altmarkt/Regierungspräsidium dann prompt vor der Nase weg (15-Minuten-Takt). Wesentlich unangenehmer war aber eine Feststellung nach dem Auspacken:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Luftbett hat unterwegs ein Loch bekommen. :-( (war noch völlig neu und gestern noch intakt …)

22:02 – 23. Apr. 2015

Es gab zwar ein Schlafsofa, aber das war relativ hart. Nunja, was tut man nicht alles für einen guten Zweck …

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