Willkommen auf Planet Chaosdorf! Wir sammeln hier alle Blogs, die für uns irgendwie interessant sind – meist von Personen oder Organisationen aus unserem Umfeld

07.02.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #251

Zuerst wieder der Hinweis auf die „besorgten Nachrichten“ zu den Themenbereichen Rechtsextremismus, rechte Parteien, rechte Gewalt, Pegida usw. bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 5/2016 … das reißt einfach nicht ab :-(

Autismus

Bargeld

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Esoterik

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Julian Assange

LGBTIQ

Polizeigewalt

Qualitätsjournalismus

Rape Culture

Sexarbeit

Sexualisierte Übergriffe / Gewalt an Kindern

Trau schau wem

Überwachung

Und sonst so?

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05.02.2016

Michael Stehmann - Open Data: hier Stadtpläne und Übersichtskarten

Landkarten und Stadtpläne unter einer Freien Lizenz sind doch ein alter Hut, werden manche sagen, gibt es doch schon lange: OpenStreetMap.

Die Rheinische Post, ein in der hiesigen Gegend weit verbreitetes Medium, berichtet nun aber von einer Aktion kommunaler Gebietskörperschaften. Berichtet wird, dass unter dem Titel “Offenes Stadtplanwerk” 71 Städte, Kreise und Verbände an Rhein und Ruhr ab sofort ihre Stadtpläne kostenfrei online bereitstellen.

Die Karten decken immerhin die Rhein-Ruhr-Schiene, das Bergische Land und Teile des Münsterlandes ab. Die Kartenkollektion reicht von Köln im Südwesten bis Hamm im Nordosten, vom Kreis Wesel im Nordwesten bis zum Oberbergischen Kreis im Südosten. In dieser Region wohnen etwa neun Millionen Menschen.

Die Daten liegen als Raster- und Vektordaten in unterschiedlichen Datenformaten vor.

Zu finden sind die Karten und Daten unter “Regionalverband Ruhr – Geodatenshop” und unter “auf Karte”. Letzteres ist ebenfalls ein Angebot des genannten Regionalverbandes.

Interessant an diesem Vorgang ist zweierlei: Zum einen, dass die beteiligten kommunalen Gebietskörperschaften auch ihre Geodaten als “Open Data” veröffentlichen, und zum anderen die Lizenz, unter der dies geschieht: CC BY 4.0 – verwendet wurde also eine international bekannte, permissive Lizenz und nicht das Ergebnis eines deutschen “Sonderweges”.

Insgesamt ein weiterer Fortschritt für Open Data in NRW.

01.02.2016

Frosch - Entmenschlichung

FrauMaja @FrauMaja
Rücknahme. Als wären Menschen nen Fehlkauf aus dem Winterschlussverkauf. Meine Fresse. :( https://twitter.com/zeitonline_pol/status/694186122826641410

5:04pm · 1 Feb 2016

Atari-Frosch @AtariFrosch
@FrauMaja Entmenschlichung hilft dabei, die Probleme zu überdecken. Dann muß man sie nicht mehr lösen.

5:09pm · 1 Feb 2016

Und das gilt keineswegs nur für Menschen auf der Flucht. Auch im Bereich Hartz IV spricht kaum jemand von Menschen, stattdessen geht es um Antragsteller, „Fälle“, „Arbeitslosigkeit“, „Bedarfsgemeinschaften“, „Haushalte“, Akten und Papier – um Probleme. Aber nicht die Probleme von Menschen, sondern von Menschen als Problem.

Diese Entmenschlichung hilft dabei, in diesem Zusammenhängen überhaupt nicht mehr an Grund- und Menschenrechte denken zu müssen. Stattdessen geht es um Verwaltungsakte, um schöne Statistiken und darum, Geld zu sparen.

carridwen @carridwen
Jobcenter-Mitarbeiterin: „Man lernt das mit der Zeit, Anträge abzulehnen. Sind ja nur Zettel, da sitzen keine Menschen vor Ihnen.“

15:13 – 7. Jan. 2016

Die Entmenschlichung folgt konsequent der Ausgrenzung, dem „die da“, das ich schonmal hier erwähnte. Dazu paßt auch die Konsequenzlosigkeit eines solchen systematisch menschenverachtenden Verhaltens. Selbst wenn explizit Strafrecht gebrochen wird, schauen Staatsanwaltschaften einfach weg, wie ich das ja selbst schon zweimal erleben mußte.

carridwen @carridwen
Dass sie Sachbearbeiterin keine Konsequenzen zu fürchten hat erklärt, warum sie mit am Telefon sagte „Sie können sich gerne beschweren.“

15:40 – 7. Jan. 2016

Klar, denn die Sachbearbeiterin macht ja genau das, was ihr Dienstherr von ihr verlangt. Da es keine negativen Konsequenzen für diese Menschenverachtung gibt, übernimmt natürlich auch niemand die Verantwortung dafür, wenn daran Menschen zerbrechen. Niemand ist zuständig, keiner vom Amt ist schuld, wir haben doch alles richtig gemacht, der Fehler muß beim zynisch „Kunde“ genannten Delinquenten liegen. Bei dem „Fall“, der kein Mensch mehr ist und auch nicht sein darf.

Aber nicht nur die „kleinen Angestellten“ verhalten sich so, das schlägt ja von ganz oben durch. Auch auf der Ebene der asozialen Bundesregierung wird in diesen Zusammenhängen nicht mehr von Menschen gesprochen. Diese Entmenschlichung fließt in die Gesetze, Anordnungen und hausinternen Anweisungen ein und fördert und fordert genau so ein Verhalten.

Daher sind die Ämter auch immer völlig geschockt, wenn dann doch plötzlich mal ein „Fall“ ins Büro kommt und Möbel rücken spielt oder auch Sachbearbeiter angreift. Dann können sie gar nicht verstehen, wieso die „Fälle“ so böse sind. Ihre eigene systematische Boshaftigkeit bemerken sie nicht. Dazu müßten sie mal anfangen, selbständig zu denken, über den eigenen Tellerrand zu schauen und aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen: Der beste Schutz vor solchen Abwehrhandlungen besteht darin, die Menschen nicht anzugreifen und ihre Existenz zu gefährden oder zu vernichten. Aber ich vermute ja schon länger, daß Menschen, die selbständig denken können, bei Repressionsämtern gar nicht erst eingestellt werden. Und wenn dann doch mal versehentlich jemand reinrutscht, der das mit dem Denken beherrscht, dann wird dieser Fehler schnell korrigiert, siehe Inge Hannemann.

Der neueste heiße Scheiß ist ja, daß Bundesarbeits- und -sozialministerin Andrea Nahles (SPD!) fordert, man müsse Flüchtlingen, die „integrationsunwillig“ seien, die Leistungen kürzen. Wer auch immer „Integrationswillen“ dann definiert und wie. Ich tippe ja auf „muß jede noch so beschissene und noch so miserabel bezahlte Arbeit annehmen“, weil ein Mensch ja erst etwas wert ist, wenn er ausgebeutet werden kann. Also das gleiche Spiel wie bei Hartz IV jetzt schon: Wenn Du nicht gehorchst, sollst Du verrecken, und das bitte still und unauffällig, damit wir genau so weitermachen können.

Atari-Frosch @AtariFrosch
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR.
Es sei denn, er beansprucht Sozialleistungen. #hartz4

17:00 – 21. Jan. 2016

Wenn wir wollen, daß die Welt ein bißchen besser wird, dann müssen wir wieder (?) anfangen, Menschen als Menschen zu sehen, nicht als Akte, nicht als Fall, nicht als Bedarfsgemeinschaft, nicht als Antragsteller. Und auch nicht als Flüchtling, Ausländer, Behinderte, Homosexuelle, Transmenschen, Autisten und was weiß ich was noch alles. Menschen. Erst einmal nur Menschen. Genau das ist das mit der Menschenwürde in Art. 1 Grundgesetz.

Der nächste Schritt ist, in diesen Menschen das Positive zu sehen und nicht als erstes die (vermeintlichen) Defizite. Die kommen dann als nächstes, sind schlicht zu akzeptieren und wenn es nötig und von diesen Menschen gewünscht ist, müssen wir – wir als Gesellschaft – sie ausgleichen, soweit das irgendwie technisch möglich ist. Technisch wohlgemerkt; Geld darf da nicht das erste Argument sein. Das geht von der Rampe für den Rollstuhlfahrer über die Anerkennung der geschlechtlichen und sexuellen Ausrichtung, Schulbegleitung für Kinder mit entsprechendem Bedarf bis hin zum Sprachunterricht für Menschen, die die deutsche Sprache nicht beherrschen (Aufzählung mit Sicherheit unvollständig). Damit diese Menschen ihre Stärken und Talente auch zum Wohle der Gesellschaft ausspielen können.

Ist das so schwer?

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31.01.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #250

Alles wie immer: Die (viel zu vielen) Nachrichten zu den Themen Rechtsextremismus, rechte Parteien, rechte Gewalt, Pegida usw. findet Ihr wieder bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 4/2016.

Autismus

Behinderung / Inklusion

Berlin, Rigaer Straße

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Datenschutz

Fall „Lisa“

Flucht & Asyl

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Justiz

LaGeSo

LGBTIQ

Rape Culture

Sexualisierte Gewalt an Kindern

Trau schau wem

Überwachung

Wissenschaft

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OpenRheinRuhr - Die OpenRheinRuhr 2016

20160131_114815Nach der OpenRheinRuhr ist vor der OpenRheinRuhr. Damit stand einige Monate die Frage im Raum, wo und wie die OpenRheinRuhr 2016 stattfindet.

Heute verraten wir es Euch: Die OpenRheinRuhr 2016 wird am 5. und 6. November statt finden. Wo? Wie gewohnt im Rheinischen Industriemuseum!

Parallel zu der OpenRheinRuhr beherbergt das Rheinische Industriemuseum eine Dauerausstellung. Dadurch stehen uns nicht alle gewohnten Räumlichkeiten zur Verfügung. Insgesamt müssen wir dieses Jahr also mit etwas weniger Fläche auskommen.

Die bekannte Ausstellungshalle wird von uns nur zum Teil nutzbar sein. Wir werden deshalb die Plätze für Aussteller etwas restriktiver vergeben. Trotzdem gibt es wie jedes Jahr einen Call for Participation. Wir bedauern, dass wir dieses Jahr weniger Stände werden anbieten können. Umso mehr werden wir Wert auf eine ausgewogene Zusammenstellung achten, um Euch trotz der neuen Räumlichkeiten auf einer spannenden und interessanten OpenRheinRuhr begrüßen zu können.

Die OpenRheinRuhr 2016 wird also trotz des bekannten Ortes ihre gewohnten Wege verlassen und etwas anders werden.

Deshalb — haltet Euch den 5. und 6. Novmber 2016 frei!

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24.01.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #249

Die Nachrichten aus den Bereichen Rechtsextremismus, Nazis, Pegida, rechte Gewalt/Rechtsterrorismus, NSU usw. findet Ihr natürlich wieder bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 3/2016.

Armut

Autismus

Berliner Polizei / Rigaer & Liebigstraße

Bundeswehr

Computersicherheit

Datenschutz

Depression / psychische Krankheiten

Flucht & Asyl

Genderfoo

Hartz IV & Co.

LGBTIQ

„Nordafrikaner“

Anmerkung zur Rubrik „Rape Culture“: Die meisten berichteten Übergriffe werden auf der Straße und von Migranten begangen. Daß der größte Teil der tatsächlichen sexualisierten Gewalt im engsten Familien- und Freundeskreis und völlig unabhängig von der Herkunft der Täter begangen wird, wird im Polizeibericht nicht wiedergegeben.

Rape Culture

Trau schau wem

Trickdieb-Warnung „Rauchmelder“ – Verwirrung

Was die Warnung vor angeblichen Rauchmelder-Prüfern angeht, sind sich die verschiedenen Polizeidienststellen wohl nicht so ganz einig – während mehrere Polizeien und Feuerwehren warnen und auch Fallzahlen benennen, sagen andere wieder: Nein, die Warnungen sind vermutlich Fake, wir wissen von nix. Kommunikationsproblem? — Eine Dienststelle in Hessen, bei der ich per Mail nachfragte, meinte, niemand hätte behauptet, das seien Fake-Meldungen gewesen, aber es sei halt im eigenen Bezirk nichts bekannt. Seltsam, ich lese das teilweise anders.

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Wissenschaft

Und sonst so?

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20.01.2016

Michael Stehmann - Besuch beim FDP-Neujahrsempfang

Dem Chronisten flatterte vor einiger Zeit eine Einladung zum Neujahrsempfang des Landesverbandes und der Landtagsfraktion der nordrhein-westfälischen Freien Demokraten in den Kanzleibriefkasten. Als Mitglied des Teams NRW der FSFE mit den Aufgaben eines Lobbyisten für Freie Software und Offene Standards betraut, meldete er Mechtilde und sich dann auch rechtzeitig zu dieser Veranstaltung an.

Zu seiner Arbeitskleidung zählt auch ein dunkler dreiteiliger Anzug, den er aus gegebenem Anlass angezogen hatte. Damit war er dann auch keineswegs “overdressed”. Zum Ambiente dieser Veranstaltung ist auch zu vermerken, dass die Hintergrundmusik nicht aus der “Konserve” kam, sondern von einer Gruppe von Musizierenden live dargeboten wurde.

Nach Veranstalterangaben nahmen an diesem Empfang etwa 1300 Personen teil. Dies erwies sich für ein gezieltes Ansprechen interessanter Gesprächspartner als eher ungünstig, weil es an einer Übersicht etwas fehlte. Glücklicherweise kamen wir zunächst neben einem freundlichen Düsseldorfer zu sitzen, der uns hilfreich erklärte, wer in der FDP für unser Anliegen aufgeschlossen sein könnte.

Nach einem einleitenden Moderation, in welcher die prominenten Teilnehmer aus Partei, Staat und Gesellschaft begrüßt wurden, einem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio, einem Filmchen, in dem die Gefahren des Internets etwas einseitig und reisserisch dargestellt wurden, der Vorstellung einer bildungspolitischen Initiative und einer engagierten Rede des Parteivorsitzenden und nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Christian Lindner konnten wir beim anschließenden Suppeessen mit unserer Lobbyarbeit beginnen. Ich habe mich und die FSFE sowohl beim Leiter der Theodor-Heuss-Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung als auch bei Vertretern des Parteinachwuchses vorstellen können. Auch mit dem Sprecher für Medien der Landtagsfraktion konnten wir ein kurzes Gespräch führen und ihm mein Kärtchen überreichen.

Zum Schluss trafen wir dann noch eine Person, die mir bekannt vorkam. Es stellte sich dann heraus, dass dies der Vorsitzende der German Unix User Group (guug) war, der allerdings in anderer Mission unterwegs war.

Beim Hinausgehen bekamen wir jeder eine Stofftasche in die Hand gedrückt, die für eine Kampagne “NRW Bildungssprung” werben soll. Für die FDP im Lande Nordrhein-Westfalen scheint also derzeit Bildung ein zentrales Thema zu sein. Das passt. Auf diesem Gebiet ist das Team NRW nämlich erfreulicherweise gut aufgestellt.

Michael Stehmann - T-Shirts falten für die FOSDEM

Die FOSDEM ist das Event für die Freie-Software-Community zu Beginn jeden Jahres. Das Free and Open Source Developers European Meeting (FOSDEM) in Brüssel ist nämlich nicht nur das erste, sondern auch das europaweit größte Event in jedem Jahr.

Rainer ist es gelungen, dort nicht nur jedes Jahr einen eindrucksvollen Stand aufzubauen, sondern auch ein eingespieltes und hochengagiertes Standteam zu formen. Aber ein möglichst reibungsloser Ablauf setzt eben auch eine gute Vorbereitung voraus. Damit das Standteam zügig die Interessenten bedienen kann, sind vorab viele T-Shirts gekonnt zu falten, penibel zu zählen und sinnvoll zu packen.

Dies geschah in diesem Jahr am 16. und 17.01.2016 in der Düsseldorfer Geschäftstelle der FSFE, wo schon große Kartons mit frisch bedruckten T-Shirts auf die Helfer warteten. Fellows kamen also in die Geschäftsstelle, um in geselliger Runde die notwendigen Arbeiten gemeinschaftlich zu erledigen, wobei der Chronist nur am Samstag teilnahm.

Gestärkt durch Getränke und Gebäck ging die Arbeit zügig von der Hand, sodass man sich am Abend noch gemeinsam “ein Bierchen” gönnen durfte. Begleitet war die Arbeit von einem lebhaften Meinungsaustausch über Freie Software, die Community und die FSFE. Rainer berichtete von seinem Besuch einer Werbemittelmesse. Mitgebrachte Muster wurde hinsichtlich ihrer Tauglichkeit für das Merchandising der FSFE einer kritischen Prüfung unterzogen.

Auch von der sonntäglichen Aktion wurde berichtet, dass fleißige Hände in enormer Geschwindigkeit T-Shirts gefalten haben.

Da es ein nicht nur produktives, sondern auch ein nettes geselliges Treffen gewesen ist, wurde überlegt, diese Aktion zu einer jährlichen Einrichtung zu machen, nachdem ja das vorweihnachtliche Briefefalten und -kuvertieren obsolet geworden ist.

Alle Teilnehmenden hoffen, dass ihr Einsatz dem Standteam die Arbeit etwas erleichern kann.

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi. 20.01.2016

Am Mi. den 20. Januar trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema: Sven J. wird über Herausforderungen und Lösungen beim Programmieren eines schnellen multithreaded Apfelmännchen Programms in C++ berichten: “z=z^2+c; Die Mandelbrot Menge in C++ (alles ausser SIMD)”.

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

18.01.2016

Frosch - Entfremdung

Man muß derzeit nicht im Autismus-Spektrum sein, um sich wie auf dem falschen Planeten zu fühlen. Als ich vor ein paar Tagen auf Twitter schrieb, die derzeitige Gesamtsituation fühle sich absurd und surreal an, schlossen sich dem auch neurotypische Menschen an.

Georg Diez schrieb gestern in seiner SpOn-Kolumne S.P.O.N. – Der Kritiker: Verrückter Blödsinn oder Wirklichkeit?: „Die Wirklichkeit zerlegt sich gerade vor unseren Augen, und wir müssen sie neu zusammensetzen.“ Ich glaube, das trifft es ganz gut. Nur, daß zu meiner Entfremdung noch weitere Meldungen als die dort genannten und außerdem meine persönliche Lage beitragen.

Die einzelnen Themenbereiche sind dabei teilweise schon absurd genug – Flüchtlinge, Rüstungsexporte, Pegida und andere Nazis, der Grundrechtsbruch Hartz IV, Überwachungsfantasien, Geheimdienste und Edward Snowdens Enthüllungen, Kriege, Turbokapitalismus, Armut und der Umgang damit, und von dem, was sich außerhalb Europas abspielt, reden wir noch gar nicht … aber in ihrer Kombination zeichnen sie und weitere eine Weltbild, bei dem man eigentlich nur noch in riesengroßen Lettern fragen kann:

WTF?

Der Sozialstaat ist zerschlagen. Existenzgrundlagen und Gesundheit sind entsolidarisiert und privatisiert worden: Jeder für sich statt Gemeinschaft für alle.

Geld ist wichtiger als Menschen geworden, wichtiger sogar noch als die einstmals höchsten Werte des Staates. Und privates Geld ist noch wichtiger: Während Menschen, die aus Not den ÖPNV ohne Fahrschein benutzen und dann natürlich erst recht nicht die Bußgelder bezahlen können, gnadenlos ins Gefängnis geworfen werden, werden Steuerbetrüger hofiert. Finanzbeamte, die ihnen nachspüren wollen, werden mal eben für verrückt erklärt und aus dem Verkehr gezogen.

Grundrechte haben zumindest in einigen Bereichen keine praktische Bedeutung mehr und selbst Richter sind der Meinung, wenn der Staat keine Lust habe, Geld in die Hand zu nehmen, um sie zu garantieren, dann habe man halt Pech gehabt.

Die asoziale Bundesregierung erlaubt lustig immer neue Waffenverkäufe und wundert sich, daß immer mehr Flüchtlinge kommen. Statt diesen zu helfen, denkt sie nach Feststellung eines Haushaltsüberschusses als erstes daran, die Bundeswehr besser auszustatten und in neue Kriegseinsätze zu schicken.

In Berlin am LaGeSo frieren Flüchtlingen die Zehen ab, und ohne ehrenamtliche (sprich: freiwillige und unbezahlte) Helfer wären viele Flüchtlingsunterkünfte schon längst zusammengebrochen. Über die Situation von Flüchtlingen in anderen Ländern wird schon gar nicht mehr berichtet, oder nur in Randnotizen. Derweil denkt die asoziale Bundesregierung darüber nach, bestimmte Flüchtlingsgruppen direkt in Abschiebelager zu stecken.

An anderer Stelle, auch in Berlin, überfallen 550 Polizeibeamte ein besetztes Haus mitsamt Nachbarschaft, brechen ohne Durchsuchungsbeschluß in Wohnungen ein und klauen beschlagnahmen unter anderem Winterkohle und Feuerlöscher. Das alles allein aufgrund des Verdachts, daß vielleicht eventuell möglicherweise ein paar „Vermummte“, die einen Polizisten angegriffen haben sollen, von dort gekommen sein könnten. Also, wir reden von derselben Polizei, die angeblich viel zu wenig Personal hat, um ihre normalen Pflichten zu erfüllen.

Ach, und da ist noch so viel mehr … :-(

_____

Dazu kommt dann noch meine persönliche Situation: Lügen, Unterschlagungen, Nötigung und mehrfache Existenzvernichtungsversuche durch das ARGE. Und ein faschistisches Repressionsamt, das sich auch erstmal querstellt und lieber Rechtsmittel einlegt, um die Hilfeleistung, zu denen sie bereits vom Sozialgericht verurteilt waren, wenigstens noch herauszögern zu können.

Seit etwa letzten Donnerstag fühle ich mich nun wirklich völlig von dieser Menschheit entfremdet. Ich kann nicht mal erklären, warum das so plötzlich kam, obwohl das meiste doch schon länger läuft, aber vielleicht war da ja noch sowas wie Hoffnung gewesen …

Es hat sich seitdem auch nichts mehr wesentlich in diesen Empfindungen verändert, obwohl ich am Freitag dann endlich doch eine Auszahlung vom faschistischen Repressionsamt bekam. Warum, ist noch nicht klar, denn eigentlich läuft noch ihr Rechtsmittel beim Landessozialgericht. Mir kam da schon der sarkastische Gedanke, daß die Auszahlung vielleicht von einem Praktikanten gemacht wurde, der noch nicht wußte, daß man Auszahlungen gefälligst schon aus Prinzip hinauszögert, solange das noch irgendwie möglich ist – legal, illegal, scheißegal.

Zunächst ist das auch wohl eine einmalige Sache, und ich bekam auch keineswegs die volle Nachzahlung. Ich habe noch keine Aufstellung erhalten, aber das müßten die Sätze für Dezember und Januar plus ein bißchen für Ende November sein – ohne Miete und Heizung. Das ist in einer deutschen Großstadt mitten im Winter anscheinend nicht so wichtig. Trotzdem habe ich natürlich erst einmal die Rückstände bei Strom, Gas und Internet/Telefon bezahlt. Bei Außentemperaturen um 0° C lege ich wirklich keinen Wert darauf, plötzlich in einer ungeheizten Wohnung zu sitzen. Kalt ist es auch so genug, weil’s hier so zieht.

Eine Strafanzeige wegen Nötigung gegen das ARGE („Rentenantrag stellen oder verrecken“) kann ich mir sparen, denn die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mitsamt Generalstaatsanwaltschaft haben ja bekanntermaßen keine Lust, im ARGE zu ermitteln, kneifen die Augen zu und sehen dann einfach keine Straftaten. Und gegen wen auch, beim ARGE ist ja nie jemand verantwortlich oder gar an irgendwas schuld.

Wie es weitergeht, weiß ich immer noch nicht.

Was ist das für eine Welt? Wo bin ich hier gelandet?

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17.01.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #248

Wie üblich: Nachrichten aus den Bereichen rechte Gewalt, rechte Parteien, Pegida & Co., Rassismus usw. finden sich bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 2/2016.

Autismus

Bundeswehr

Computersicherheit

Diplomatie

Flucht & Asyl

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

LGBTIQ

Lobbyismus

Polizei

Qualitätsjournalismus

Rape Culture

Sexualisierte Gewalt an Kindern

Silvesternacht in Köln & anderswo

Trau schau wem

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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10.01.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #247

Die Nachrichten um Rechtsextremismus, rechte Parteien, rechte Gewalt, Rechtsterrorismus usw. findet Ihr wieder bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 1/2016.

Autismus

Behinderung / Inklusion

Gesundheit

Hackerkultur

Hartz IV & Co.

Kindesmißhandlung

LGBTIQ

Medienkompetenz

Polizei

Qualitätsjournalismus

Rape Culture

Sexualisierte Gewalt / Vergewaltigung

Sexualstrafrecht

Silvesternacht – Antänzer

Trau schau wem

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

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04.01.2016

Frosch - Zitat des Tages: Alkohol

„As a non-drinker, I’ve always found it strange that alcohol is the only drug where the norm is *doing* the drug, and it’s those who abstain that are considered weird.“

Quelle: Sacha Greif @medium.com

Übersetzung: „Als Nichttrinker fand ich es immer seltsam, daß Alkohol die einzige Droge ist, bei der es normal ist, sie zu benutzen, und es diejenigen sind, die darauf verzichten, die als verrückt dargestellt werden.“

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03.01.2016

Frosch - Im Netz aufgefischt #246

Es hört nicht auf *seufz* – Besorgte Bürger: Besorgte Nachrichten, KW 53/2015

32c3

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Datenschutz

#EinElefantfürDich

Flucht & Asyl

Hartz IV & Co.

LGBTIQ

Mindestlohn

Mobbing

Netzpolitik

Terrorwarnung

Trau schau wem

Verschlüsselung

Und sonst so?

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31.12.2015

Frosch - Vorhaben für 2016

Vorsätze würde ich es jetzt mal nicht nennen, ich sag lieber Vorhaben. – Es ist gar nicht so einfach, sich etwas vorzunehmen, wenn man eigentlich so gar keine Kontrolle mehr über seine Lebensplanung hat. Klar habe ich Wünsche und auch Ansprüche an mich, aber die scheitern sowieso schon größtenteils am Geld und/oder den fehlenden Kapazitäten.

Trotzdem gibt es da ein paar Dinge, auch wenn sie davon abhängig sind, ob mir die Düsseldorfer Repressionsbehörden im neuen Jahr mal wieder ein wenig Stabilität gönnen:

  1. Ganz oben auf der Liste steht, den neuen Server fit zu bekommen, um alles dorthin umzuziehen und diesen hier abzustoßen. Das sind nämlich 29 Euro im Monat an unnötigen Kosten. Der endgültige Umzug scheiterte immer wieder an neuen Problemen: Erst gab es da ein Mißverständnis bei der Installation, das ich im Frühjahr dann endlich ausräumen konnte, als ich auf den CLT auf zwei Herren von Hetzner traf. Dann hatte ich da ein Verständnisproblem mit nginx, dessen Template-Konfiguration für eine WordPress-Installation einen Fehler enthielt. Und dann mußte ich auch noch feststellen, daß ich nicht einfach die Konfigurationsdateien für postfix und dovecot vom alten (Squeeze LTS) zum neuen (Wheezy) schieben kann, und dann funktioniert das mit der Mail: Die Formate der Konfigurationen haben sich zwischen den beiden Versionen wesentlich verändert. Um mich da einzulesen, fehlten mir immer wieder die Kapazitäten.
  2. Auch für Nerd4U möchte ich wieder mehr machen können, schließlich soll das Ganze endlich mal in Schwung kommen. Ich habe da durchaus eine Idee, um Kunden anzuwerben, die sogar quasi kostenlos ist, aber dafür kostet sie Zeit – die ich erstmal haben muß.
  3. Ich denke, ich habe jetzt herausgefunden, wie ich den Sensor meiner Kamera selbst reinigen kann; die entsprechenden Werkzeuge kosten allerdings auch wieder Geld. Zwar deutlich weniger, als wenn ich die Kamera zur Reinigung in ein Fotogeschäft gebe, aber trotzdem muß ich es erstmal haben. Die Sensorreinigung steht also auch auf der Liste.
  4. Das steht auch damit in Verbindung, daß ich wieder verstärkt Fotos zum Verkauf (als Abzüge oder in Lizenz) auf kommerziellen Plattformen anbieten möchte. So ein Nebenverdienst wäre ja nicht schlecht, und wer weiß, wenn andere daraus ihren Hauptverdienst machen können, kann ich das ja vielleicht auch.
  5. Richtig toll wäre es, wenn ich es schaffen könnte, ein kleines Crowdfunding für Foto-Reisen zu starten. Die Idee hatte ich ja schonmal, und vergessen ist das noch lange nicht.
  6. Ein ganz anderes Projekt, das ich auch schonmal auf Twitter angedeutet hatte, hat mit Autismus zu tun. Der Gedanke: Wenn vor allem Jugendliche „Autist“ als Beleidigung verwenden, dann muß man sie da abholen, wo man sie am besten erreichen kann: in der Schule. Die Idee ist, mich Lehrern, Schulen oder auch Jugendgruppen etc. als Gesprächspartner anzubieten, um über Autismus aufzuklären. Ich glaube, das würde mir Spaß machen. Ab Anfang Januar werde ich dazu wohl immer mal wieder eine Bemerkung in den „sozialen Medien“ fallen lassen, mal gucken, ob jemand drauf reagiert.
  7. Bereits in diesem Jahr hatte ich mir außerdem vorgenommen, ein paar Kilo zu verlieren. Nunja, unfreiwillig habe ich das ja bereits im Spätsommer gemacht, aber das genügt mir nicht. Ich würde es schon gern mit mehr versuchen. Dafür hatte ich mir auch schon eine Diät herausgesucht, die mir durchhaltbar und bezahlbar erscheint, die nennt sich 5:2, das heißt, man ißt an fünf Tagen der Woche normal und an zwei Tagen beschränkt man sich auf ca. 500 kcal. Voraussetzung ist allerdings natürlich, daß ich mein Budget unter Kontrolle habe und damit meinen Einkauf besser planen kann. Mir schwebt vor, damit zunächst einmal etwa 10 kg abzubauen, und dann zu sehen, ob ich damit weitermachen kann (oder ob das überhaupt funktioniert).

Zunächst mal muß allerdings wie gesagt mein Finanzhaushalt wieder stabil sein, und da geben sich die Repressionsämter ja jetzt schon seit zwei Monaten alle Mühe, das zu verhindern und mich im Gegenteil ganz loszuwerden. Schau’n wir mal …

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Michael Stehmann - Ian Murdock ist tot

Am 28.12.2015 starb im Alter von nur 42 Jahren Ian Murdock.

Er ist das “ian” in Debian. “Sein” Projekt hat ihm einen lesenswerten Nachruf gewidmet.

Über die Gründung dieser nicht nur “GNU/Linux”-Distribution hinaus hat er sich im Laufe seines allzu kurzen Lebens weitere Verdienste um Freie Software erworben.

Sein wichtigstes und bleibendes Vermächnis ist jedoch das quicklebendige Debian-Projekt, in dem es tausende Menschen aus allen Kontinenten unternehmen, nicht nur in technischer Hinsicht (“Debian wird releast, wenn es fertig ist.”), sondern auch in ethischer Hinsicht (“Debian wird zu 100% frei bleiben.”) das Richtige zu tun.

30.12.2015

Frosch - Jahresrückblick 2015

Eigentlich möchte ich auf dieses Jahr gar nicht zurückschauen. In gewisser Weise war es ein schlechter Abklatsch von 2014, das auch schon ein ziemliches Horror-Jahr für mich gewesen war. Trotzdem, um es abzuschließen, ist so ein Rückblick vielleicht doch gar nicht so schlecht.

Am 2. Januar erschien ein Artikel von mir zum Thema Hartz IV in der Reihe „#Leere Versprechungen – Hartz IV und die Folgen“ auf dem Blog der Piratenpartei NRW: Zynismus in Gesetzesform. Die Nachwirkungen der dort geschilderten Ereignisse kosteten mich nochmal etwa drei Monate Erholungszeit. Ja, ich brauche da halt länger; für mich ist so ein Angriff auf meine Existenz und Menschenwürde nicht dann schon vorbei, wenn sie rein technisch erledigt ist.

Deshalb war ich in den ersten drei Monaten dieses Jahres auch nicht so wirklich aktiv. Allerdings kam mir da im Januar eine seltsame E-Mail unter, die für einen obskuren Kongreß warb ((No) Spirit of Health 2015), und ich dachte trotz meiner gesundheitlichen Einschränkungen ernsthaft darüber nach, eine Demo anzumelden. Daneben verfolgte ich natürlich die Nachrichten insbesondere zu den Themen Charlie Hebdo und Pegida und las außerdem mehr über Autismus-Themen.

Fotos von Januar/Februar:

Im März schaffte ich es dann wenigstens mal, ein Lebenszeichen im Blog zu geben; da ging es vor allem darum, daß mir das ARGE die Wohnung streitig machen wollte. Außerdem war ich mutig genug, um trotz meiner Situation zu den Chemnitzer Linux-Tagen zu fahren; gebloggt hatte ich darüber nicht und vor Ort hatte ich auch kaum fotografiert, aber dafür gab es wieder viele „30 seconds on speed“-Aufnahmen.

Fotos vom März:

Anfang April befaßte ich mich mit gendergerechter Sprache, und so ein Stück weit kann man das als Vorläufer zu meinem kürzlichen Artikel Was ist schon normal? sehen. Allerdings war ich da noch nicht so weit wie heute, mich selbst als agender bzw. nongender einzuordnen.

Ende April ging es dann um die praktischen Folgen der E-Mail vom Januar. Zwar hatte ich keine Demo angemeldet, aber das vor allem deshalb nicht, weil andere, besser organisierte Leute da schon etwas vorbereitet hatten. Dem schloß ich mich dann einfach an und stellte mich drei Tage lang zusammen mit Piraten, der Giordano-Bruno-Stiftung und Verbraucherschützern vor die Kasseler Kongreßhalle:

Den letzten Tag, an dem der Infostand früher abgebrochen wurde, nutzte ich dann auch noch für eine kleine Sightseeing-Tour durch die Kasseler Innenstadt.

Fotos vom April:

Anfang Mai habe ich dann auch mal was für die Freie Software getan und ein Plugin für WordPress in deutsch übersetzt bzw. eine zusätzliche deutsche Sprachdatei dazu geliefert: Kommentar-Plugin für GNUsocial jetzt auch in deutsch. Sowas würd ich gern öfter machen.

Ansonsten hatte sich das ARGE was Neues ausgedacht, um mich loszuwerden: Ich sollte jetzt einen Rentenantrag stellen, weil die BA-Ärztin, die meine Umzugsunfähigkeit festgestellt hatte, nun auf einmal auch der Meinung war, ja nee, arbeiten kann die auch nicht. Ist auch klar, weil ich das nicht kann, hab ich ’ne Firma angemeldet …

Schließlich fuhr ich Ende Mai nach Mannheim, Heidelberg und Frankfurt/Main, um ein Konzert von Chris de Burgh und zwei Demos zu besuchen und außerdem endlich mal wieder ein wenig Geocaching zu betreiben.

Fotos vom Mai:

Im Juni wurde es dann erstmals ernst mit dem Zwangsverrentungsversuch des ARGE. So nebenbei erlebte ich außerdem eine abenteuerliche Odyssee eines Postpakets, das übrigens wohl auch nicht mehr ankommen wird, weil der Absender den Einlieferungsschein nicht mehr hat und DHL auf den Vorschlag, eine eidesstattliche Versicherung des Absenders zu liefern, nicht reagiert hatte.

Ich nahm an der #fsa (Freiheit statt Angst)-Demo in Düsseldorf teil, die Patrick Schiffer angemeldet hatte, machte mir Gedanken über die Möglichkeit eines Backup auf VHS, und ein Rant mußte auch mal sein: „Hast Du nichts besseres zu tun?“. Und dann rechnete ich noch durch, daß ein Produkt bei Rewe plötzlich unauffällig wesentlich teurer geworden war. Schließlich übersetzte ich noch eine Erklärung, mit der sich eine der Vertreiberinnen von MMS (Chlorbleiche als „Medikament“ u. a. angeblich gegen Autismus) freiwillig-unfreiwillig dazu verpflichtete, ihr Dreckszeug nicht mehr in Illinois anzubieten, woraufhin auch ihr Internet-Angebot dazu verschwand – denn sie konnte natürlich nicht steuern, daß nur aus Illinois nicht darauf zugegriffen werden kann.

Fotos vom Juni:

Der Sommer dieses Jahres hätte eigentlich prächtig sein können, wir hatten lange keine so hohen Temperaturen mehr im Sommer gehabt. Genau genommen hatten wir schon unnatürlich hohe Temperaturen, die selbst der heiße Sommer 2003 nicht übertreffen konnte. Allerdings war es nicht durchgehend heiß. Das machte das Wetter anstrengend; durch die ständigen Temperaturschwankungen hatte ich alle zwei bis drei Wochen einen depressiven Absturz, weil ich praktisch jedesmal einen bekomme, wenn die Tagestemperatur-Differenz von einem Tag auf den anderen mehr als 10 °C (nach unten) beträgt, also wenn es mehr als 10° C kälter wird. Bei durchgehender Hitze hätte ich sicher weniger Probleme gehabt.

Anfang Juli machte ich mir Gedanken über eine geldlose Welt, konnte an dem Thema aber erstmal nicht dranbleiben. Gedanklich befasse ich mich durchaus noch damit, aber ich brauche mehr Ruhe, um daran weitertüfteln zu können. Und dann gab’s da mal wieder Trollerei mit dem ganzen Paket an Diskriminierung, Beschimpfung, Ableismus, Hetze und Fatshaming mitsamt ausführlichem QED: Offener Umgang mit dem Anderssein.

Fotos vom Juli:

Im August stellte ich mal klar, was ich nicht will (und was auch eigentlich sonst niemand wollen kann). Als Twitter die Zeichenbegrenzung bei DMs weggenommen hat, schrieb ich ein Proof of Concept für GnuPG-verschlüsselte DMs.

Was man nicht sah: Im August wurde ich außerdem von einem Altgläubiger aus dem Jahr 2002 (Titel aus 2003) gepfändet. Der depressive Absturz kam prompt, und ich konnte mich nicht fristgerecht zur Wehr setzen. Mein Konto war den ganzen Monat über von diesem Gläubiger blockiert worden, ich konnte nichts bezahlen, Lastschriften platzten. Und am Ende des Monats, als sie es wieder freigaben, fehlten dann knapp 400 Euro – den Verlust konnte ich nur durch extreme Einsparungen beim Essen wenigstens einigermaßen wieder rausholen, aber das Geld fehlte über Monate. Ich habe in der Zeit 5 kg abgenommen. Und ich fragte mich: Wo ist die Hoffnung?.

Dann war da noch die Sache mit Aktion Mensch. Darin war ich nicht direkt verwickelt, aber es hat mich sehr getroffen: Eine Organisation, die vorgibt, sich für Menschen mit Behinderungen einzusetzen, fördert eine Therapie, die autistische Kinder dressiert und schließlich bricht. Nicht etwa, um ihnen zu helfen, sondern um sie für ihre Eltern besser handhabbar zu machen. Und ohne sich um die Folgen zu kümmern: Aktion Mensch und ABA. Mir tut sowas in der Seele weh.

Trotz der prekären Situation und mit Hilfe von netten Mitmenschen konnte ich dann immerhin für einen Tag die FrOSCon in St. Augustin besuchen. Ende August schrieb ich dann noch einen längeren Artikel für #BloggerfuerFluechtlinge: Auf der Flucht.

Fotos vom August:

Im September regte ich mich über geplante Grenzkontrollen auf und nahm einen Tag später an der Demo „Grenzen auf!“ Teil. Kurz darauf mußte ich mich schon wieder aufregen, nämlich über eine privilegierte Konsumentin, die meinte, daß Lieferdienste doch völlig überflüssig seien. Außerdem hatte ich so einige Autismus-Erkenntnisse. Gegen Monatsende gab es dann nochmal eine Demo, diesmal gegen TTIP. Und schließlich gab es da noch eine Jahrhundert-Mondfinsternis und was man dabei als Fotograf so alles falsch machen kann.

Fotos vom September:

Im Oktober stellte ich den üblichen Weiterbewilligungsantrag beim ARGE, der dann prompt abgelehnt wurde, weil ich die Frechheit besessen hatte, nicht brav einen Rentenantrag zu stellen (muß ich zwar nicht, aber man kann’s ja mal versuchen). Als positiven Gegenpol hatte ich plötzlich und unerwartet eine Einladung nach Greifswald bzw. an die Ostsee mitsamt privatem Crowdfunding für die Fahrtkosten und war dann mal für eine knappe Woche weg: 11 + 1 = Urlaub.

Danach hatte ich es mit einem Thinkpad X220 mit Stolperfallen zu tun, das erst nicht ins BIOS und dann nicht mein USB-CD-Rom erkennen wollte, schließlich vom Stick installiert wurde und dann als Sahnehäubchen auch noch ein lustiges Tastatur-Problem hatte. Und zwei Tage später befaßte ich mich dann noch ausführlich mit der Volkskrankheit Depression und damit, was Geld und Arbeit damit zu tun haben. Schließlich gab’s dann nochmal einen Konzertbesuch, wieder Chris de Burgh, diesmal in Köln.

Fotos vom Oktober:

Ende Oktober kam dann der ablehnende Bescheid des ARGE auf meinen Weiterbewilligungsantrag. Sie meinen es ernst und wollen mich wirklich endgültig erledigen: Zwangsverrentungsversuch des ARGE (2). Ich fiel erstmal in den nächsten Depressionsschub und beauftragte eine Rechtsanwältin. Damit das überhaupt klappte, mußte ich so dermaßen viele Anträge (vor allem Prozeßkostenhilfe) ausfüllen und Unterlagen zusammensuchen, daß ich es fast nicht geschafft hätte. Und es nicht schaffen zu können, ist offenbar der Sinn des ganzen Procederes: Man will die Überflüssigen ja loswerden. Im Rahmen dieses Papierkriegs geriet ich in einen ziemlich heftigen Shutdown, und das sogar zu Hause. Zeitweise dachte ich auch wieder an das Fenster. Was da abläuft, ist systematische Menschenverachtung.

Fotos vom November: keine.

Anfang Dezember schrieb ich erst einmal einen Beitrag zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen: #WirSchweigenNicht. Einen Tag später dröselte ich nochmal anhand meiner eigenen Erfahrungen ausführlich auf, warum angebliche Hilfen keine sind, nur als solche dargestellt werden und im ungünstigsten Fall sogar noch mehr Schaden anrichten. Als Folge mußte ich dann auch noch erklären, warum ich Exklusion und Victim Blaming in diesem Blog nicht dulde (schlimm genug, daß man das überhaupt erklären muß).

Auf Einladung konnte ich dann wenigstens noch, wie üblich, für ein paar Tage nach Mannheim zu meiner Mutter und nach Heidelberg zu Alex und den dortigen Weihnachtsmärkten fahren. Erholsam war es aber nicht unbedingt, denn den Druck konnte ich nicht abschütteln.

Nach einigen Aktionen meiner Anwältin erfuhr ich dann, daß das Sozialgericht dem ARGE kräftig eins vor den Latz geknallt hat: Das Gericht hat dem ARGE quasi erklärt, daß es gelogen hat (ACH!). Das ARGE hat das nicht beeindruckt, es hat halt einfach keine Lust, seine Pflichten zu erledigen. Mir reißt so langsam das Seil, und obwohl ich sehr gerne zum 32C3 gefahren wäre, habe ich meine Teilnahme abgeblasen (und bin trotz allem, was ich dort sicher verpaßt habe, ganz froh darum, denn ich hätte das wirklich nicht durchgestanden; ich war nicht einmal beim „Congress Everywhere“ im Chaosdorf). Schon letztes Jahr hatte ich auf den Congress verzichtet – aus ähnlichen Gründen.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hatte ich an den Feiertagen nochmal einen massiven Absacker und mußte mich ab Sonntag schon zwingen, rechtzeitig aufzustehen, um die Vorträge beim 32c3, die ich mir im Live-Stream ansehen wollte, auch ansehen zu können. Ebenfalls am Sonntag schrieb ich dann noch einen Blogartikel, der mir schon länger im Kopf herumging, über Normalität und Normativität: Was ist schon normal?. Am selben Abend zog es mich raus, ich wollte etwas laufen, und lief mit der Kamera zur Rheinkniebrücke. Einen Tag später gab ich dann nochmal eine kurze Statusmeldung, nachdem ich erfahren hatte, daß auch das faschistische Repressionsamt am Verschleppungs-Spiel teilnimmt und gegen den Beschluß des Gerichts, das nun dieses Amt zur Zahlung verdonnert hat, ein Rechtsmittel eingelegt hat.

Fotos vom Dezember:

Das heißt: So richtig abschließen kann ich das Jahr gar nicht; die Existenzvernichtungs-Feldzüge der Ämter gehen nahtlos ins neue Jahr über. Und langsam wird es trotz Unterstützung hier und da richtig eng.

Hartz IV muß weg.

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28.12.2015

Frosch - Kurze Statusmeldung 2015-12-28

Atari-Frosch @AtariFrosch
ARGE heißt „Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung“. Erwartet keine Hilfe. Lügen und Nötigung sind normal. #hartz4

3:18pm · 28 Dec 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Das „Sozialamt“ ist auch nicht sozial, im Gegenteil. Wie beim ARGE ist das erste Ziel, Bedürftige loszuwerden, egal wie. #hartz4

3:20pm · 28 Dec 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Kurz: Ich bin offiziell immer noch ohne Geld, weil Repressionsämter trotz Gerichtsbeschluß weiter rumzicken & überlebe nur durch Vernetzung.

3:22pm · 28 Dec 2015 ·

Atari-Frosch @AtariFrosch
Wer ohne Vernetzung von Sozialleistungen abhängig ist, ist ein leichtes Opfer. Sie werden fleißig an Eurer Obdachlosigkeit arbeiten.

3:22pm · 28 Dec 2015

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27.12.2015

Frosch - Was ist schon normal?

Normalität ist, auch wenn man es bei diesem Begriff so gar nicht glauben sollte, meist eine sehr individuelle Angelegenheit. Was für den einen normal ist, mag einem anderen als unnormal gelten. Manche Menschen sind „Lerchen“, sie stehen früh auf: Das ist für sie normal. Andere sind Eulen und können sich überhaupt nicht vorstellen, wie man so früh aufstehen und dann auch direkt wach und einsatzfähig sein kann.

Das Problem fängt an, wenn aus der Normalität des einen eine Normativität oder Normierung für andere bzw. alle wird. Denn dann entsteht automatisch Ungerechtigkeit. Ich rede hier nicht einmal von gesetzlichen Normen (wobei auch diese teilweise auf einer solchen Normativität aufbauen), sondern vom Normalitätsempfinden von Menschen.

Besonders schwierig wird das, wenn eine Mehrheit etwas als normal empfindet, was für eine Minderheit ganz und gar nicht normal ist. Diese Mehrheit fühlt sich dann häufig berechtigt, ihre empfundene Normalität allen, auch der Minderheit, überstülpen zu dürfen; teilweise einfach deshalb, weil es für die Mehrheit dann bequemer ist und sie sich nicht umgewöhnen bzw. einfach keine Rücksicht nehmen müssen. So wird die Mehrheits-Normalität leicht zu einer – bis hin zu repressiven, diskriminierenden – Normativität für eine Minderheit.

Und richtig eklig wird es, wenn diese Normierung des Mehrheits-Normalen allein schon als Grund gegenüber der diskriminierten Minderheiten angegeben wird, warum Dinge genau so sein müßten, wie sie sind bzw. gehandhabt werden.

Beim Tagesrhythmus scheint es nicht einmal um eine Minderheit zu gehen; trotzdem hat eine Gruppe der anderen ihre Sicht von einem normalen Tagesrhythmus aufgedrückt. Wer da zum Beispiel bei seinem Arbeitgeber kein Verständnis für findet, hat einfach Pech gehabt und darf seine Gesundheit riskieren, um sich gewaltsam anzupassen.

Als Autist bemerke ich diese Mehrheits-Normierung vielleicht stärker als viele andere. Normierungen wie: Schau Deinem Gesprächspartner in die Augen. Oder die unterschiedliche Körpersprache und vielleicht auch Mimik, die beide Seiten nicht gut voneinander ablesen können. Die Empfindlichkeit gegenüber Geräuschkulissen, der reinen Anwesenheit von Menschen, bestimmten Gerüchen (bis hin zu Brechreiz oder Atemnot) usw., die andere so einfach nicht kennen. Und Situationen und Gegebenheiten, bei denen mein Gerechtigkeitssinn „NEIN!“ brüllt, die von anderen jedoch gleichgültig hingenommen werden.

Auch Menschen mit anderen Einschränkungen, körperlicher wie psychischer Art, kennen diese diskriminierenden Einstellungen. Da heißt es schonmal, wer behindert ist, muß halt zurückstehen, weil die anderen ja nichts dafür können. Oder weil es extra kostet. Oder weil dann mal was länger dauert. Auch hier gilt die Normierung durch eine Mehrheit. Und selbst Einrichtungen, die eigentlich der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) unterliegen, verschleppen notwendige Veränderungen oder tun maximal so viel, wie es ihnen notwendig erscheint: Barrierefreiheit endet dann eben bei einem Fahrstuhl oder einer Rampe. Anderweitig eingeschränkte Menschen werden überhaupt nicht mitgedacht, sie liegen außerhalb der gewohnten Normalität, und wenn sie teilhaben wollen, müssen sie sich dieser Normalität beugen. Oder eben draußen bzw. weg bleiben.

Und dann ist da noch mindestens eine weitere Gruppe, deren Normalität nicht der Mehrheitsnorm entspricht: Menschen, die nicht dem Cis-Schema entsprechen. [Korrektur 2015-12-30 12:00] Als Cis (das ist keine Abkürzung) werden im amerikanischen Sprachraum Menschen bezeichnet, deren äußerliche Geschlechtsmerkmale mit ihrem Geschlechtsempfinden übereinstimmen, also Menschen mit Vagina und Brüsten, die sich als Frau empfinden und solche mit Penis, die sich als Mann empfinden. Als Cis (das ist keine Abkürzung, sondern das lateinische Wort für „diesseitig“) werden in der Geschlechterforschung Menschen bezeichnet, deren Genitalgeschlecht mit ihrem Gehirngeschlecht übereinstimmt, also Frauen, die Vagina und Brüste haben und Männer, die einen Penis haben.[/Korrektur] Einen deutschen Begriff habe ich dazu noch nicht gefunden, aber immerhin gibt’s überhaupt einen Begriff dafür. Nein, nicht jeder Mensch mit Penis empfindet sich automatisch als männlich. Nein, nicht jeder Mensch mit Vagina und Brüsten muß automatisch eine Frau sein. Transfrauen und -männer können bereits ein Lied davon singen. Aber es gibt nicht nur diese, sondern auch Menschen, die sich irgendwo zwischen den beiden Geschlechtern oder sogar ganz außerhalb dieses binären Schemas sehen – so wie ich. Für unsereins gibt es in den meisten Sprachen nicht einmal ein Pronomen.

(Wer aufgepaßt hat: Ja, im Februar 2014 habe ich mich noch als bi-gender eingeordnet. Darüber habe ich seitdem aber noch mehrfach ausführlich gegrübelt und bin mittlerweile zu der Erkenntnis gekommen, daß das so nicht stimmt; denn bi-gender fühlen sich eher beiden Geschlechtern zugehörig, nicht gar keinem. Und trotz der Anmerkungen 2014 fühle ich mich eigentlich gar keinem zugehörig.)

Ich frage mich allerdings, ob diese Aufteilung überhaupt sein muß. Menschen haben manchmal Einschränkungen: Das ist einfach so! Menschen sind nicht alle Cis: Das ist einfach so! Menschen lieben Menschen, die nicht Cis und/oder hetero sind: Das ist einfach so! Oder kurz: Menschen entsprechen nicht immer der Mehrheits-Normalität: Das ist einfach so! Niemand kann sich heraussuchen, innerhalb oder außerhalb einer wie auch immer definierten Norm geboren zu werden.

Und eigentlich ist das positiv! Denn wenn wir nur noch Menschen gemäß einer bestimmten Normierung haben (wollen), dann verweigern wir uns einer Menge Möglichkeiten. Vielfalt sollte die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens sein, nicht Vereinheitlichung. Wenn wir die Menschen allesamt nach den Vorstellungen einer Gruppe normieren, verschenken wir Kapazitäten, Möglichkeiten, Kreativität, Ideen – und nicht zuletzt nehmen wir ihnen und uns selbst die Menschlichkeit. Denn sehr schnell beginnen hier Diskriminierung und Repression allein aufgrund eines nicht selbst gewählten Anders-Seins, und das kann niemals gut sein.

Mein Aufruf: Hört auf, Menschen in Eure Normalität, in Eure Schubladen zu zwingen! Akzeptiert, daß andere Menschen anders sind, anders leben, und gesteht ihnen das Recht zu, sie selbst zu sein. Umgekehrt: Nehmt Euch selbstbewußt das Recht, Ihr selbst zu sein. Die Grenzen sind, wie es in unserem Grundgesetz steht, nur die Rechte der anderen. Ihre Rechte, und nicht das, was irgendjemand als „normal“ ansieht.

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Frosch - Im Netz aufgefischt #245

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25.12.2015

Chaosdorf e.V. - 100 Member: Rückblick und Vorschau

Kurz vorm 32. Chaos Communication Congress haben wir’s geschafft: Wir haben die Grenze von 100 Mitgliedern geknackt – ein willkommener Anlass, unsere Geschichte Revue passieren zu lassen.

Alles fing mit dem Treffen einer Handvoll Hacker am 27. November 1999 an. Nicht einmal zwei Jahre später, im März 2001, wurde das Chaosdorf Erfa-Kreis im Chaos Computer Club. Daraus wurde dann ein Verein, der am 24. April 2001 gegründet und im Dezember 2001 eingetragen wurde.
Schon ein Jahr später richteten wir das allererste Easterhegg außerhalb Hamburgs, Heimat des „großen“ CCCs, aus.

Anfangs trafen wir uns in einem Keller am Fürstenwall 130, welchen wir jedoch 2001 wegen Umbauarbeiten verlassen mussten. Anfang 2002 fanden wir dann neue Räume in erstaunlich geringer Entfernung, nämlich am Fürstenwall 232, welche wir fast zehn Jahre lang behielten. Dabei ist der Plural schon geprahlt, denn eigentlich war’s ein kleiner Raum in einem Hinterhof mit ein paar Tischen und nebendran einem Klo. 😉
Im Jahr 2011 zogen wir in neue, prominenter gelegene Räume auf der Hüttenstraße 25. Dem voraus ging eine fast schon monumentale Renovierung eines ehemaligen, eher zwielichtigen „Nachtclubs“.

In all der Zeit am Fürstenwall war unser Membercount relativ stabil. Am Ende hatten wir 35 Mitglieder. Mit dem Umzug änderte sich das: Die neuen Räume liegen nicht nur etwas näher am Hauptbahnhof, sie liegen auch direkt an der Straße und laden durch große Fenster zum Reinschneien ein. Die attraktivere Lage erleichterte nicht nur „denen von da draußen“ uns zu finden, sie ermöglichte auch uns, offener aufzutreten, mit abendlichen Events an fast jedem Werktag und spontanen Führungen interessierter Passanten zu fast jeder Tages- und Nachtzeit.
Seitdem stiegen unsere Mitgliedszahlen jährlich in einer zweistelligen Größenordnung – für einen „einfachen“ CCC-Erfa schon nicht schlecht. Dass wir es bis in die Rheinische Post, den Spiegel, die französische Wikipedia usw. geschafft haben, im April unseren 1000. Follower auf Twitter begrüßen durften, hat sicherlich auch nicht geschadet. Inzwischen haben wir sogar Mitglieder aus Köln.

Wie geht es also nun weiter bei uns? Es sieht nicht so aus, als würden wir auf absehbare Zeit unseren guten Ruf in der Region als Ansprechpartner für Cryptoparties usw. verlieren. Auch unsere Freitagsfoos sind stets gut besucht.
Längerfristig suchen wir nach neuen Räumen, weil’s hier ab und an mal etwas kuschelig ist. Mit Glück finden wir schon 2016 was.

Mit diesen positiven Aussichten wünschen wir allen Leserinnen und Lesern ein frohes Rest-Weihnachtsfest, viel Spaß beim 32C3 (gerne auch bei unserem Congress Everywhere) und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

20.12.2015

Chaosdorf e.V. - Alle Jahre wieder – Congress Everywhere

Vom 27. bis 30. Dezember findet der 32. Chaos Commmunication Congress (32C3) in Hamburg statt. Zu der größten Jahresveranstaltung unseres Clubs fährt auch ein Team des Chaosdorfs (zusammen mit Chaos West), welches vor Ort eine Assembly organisiert.

Dort zeigen wir unsere Projekte – unter anderem Freifunk, OwnBeer und was wir sonst noch mitbringen können.

32C3 Logo

32C3 Logo

Im Programm finden sich Vorträge zu einem breiten Themenspektrum, das uns brennend interessiert und das wir allen Menschen näher bringen möchten. Daher zeigen wir die Vorträge live per Video-Stream im Chaosdorf. In drei Räumen bauen wir Projektionen auf und tun alles, um ruckelfrei die Vorträge schauen zu können.

Dazu laden wir alle ein, ins Chaosdorf zu kommen und gemeinsam die Vorträge zu sehen, sich darüber auszutauschen und eine gute Zeit zu haben. Denn überall wo es Netzwerk, Mate und Spaß am Gerät gibt, kommt Congress Feeling auf. Dafür nehmen wir keinen Eintritt und kochen vllt. gegen eine kleine Spende sogar etwas zu Essen.

Wenn ihr es also nicht schafft, zum Congress zu fahren, ist das vielleicht eine nette Alternative. Auch wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, was der CCC eigentlich so tut, die perfekte Gelegenheit.

Und wenn ihr sogar selber etwas dafür tun wollt, aber nicht die Ressourcen für ein Congress Everywhere, dann schließt euch an und werdet Engel! Im Chaosdorf Wiki organisieren wir uns.

Am 27.12. (Sonntag) um 10:30 Uhr öffnen wir das Chaosdorf. Die Keynote startet um 11 Uhr.
Bringt Brötchen mit!

 

Frosch - Im Netz aufgefischt #244

Die Nachrichten aus den Bereichen Rechtsextremismus, rechte Gewalt, NSU, rechte Parteien usw. findet Ihr wie immer bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 51/2015.

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Depression

Freihandel

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Impfgegner & Scharlatane

LGBTIQ

Lobbyismus & Korruption

#RapeCulture

Parteienfinanzierung

Polizeigewalt

Schokolade

Spam

Trau schau wem

Überwachung / Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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19.12.2015

Frosch - Das Seil

Wenn man ein Seil mit mehr Zugkraft belastet, als es eigentlich aushält, dann bekommt es irgendwann dünne Stellen. Und wenn man die Last dann nicht runternimmt, reißt es. Außerdem kann es dann auch nicht mehr seine vorgesehene Zugkraft aushalten, jedenfalls nicht, bevor es repariert wurde.

Manchen Leuten sagt man nach, sie hätten „Nerven wie Drahtseile“. Je nach Situation kann das auch bei mir so sein (obwohl ich es dann nicht so empfinde). Aber wenn es um meine Stabilität, um meine soziale und Planungs-Sicherheit geht, ist das definitiv nicht der Fall. Mein Seil ist so rissig, daß ich derzeit alle Last davon wegnehmen muß.

Laut Anwältin hat das Sozialgericht dem ARGE ziemlich einen vor den Latz geknallt, was dieses aber offenbar nicht sonderlich beeindruckt. Im Moment sieht es so aus, daß ich bis zu den Feiertagen wohl kein Geld mehr bekommen werde. Daß ich noch zu Essen habe, habe ich Freunden zu verdanken. Hallo Sozialstaat?

Dazu kam dann gestern noch, daß ich – ebenfalls von geliehenem Geld – wenigstens mal einen Teil des Rückstandes bei Strom und Gas ausgleichen wollte, und zwar durch direkte Einzahlung des in bar erhaltenen Geldes bei der Stadtsparkasse Düsseldorf (auf das Konto der Stadtwerke). Dort behauptete die junge Angestellte (Auszubildende?), das ginge mit meinem abgelaufenen Personalausweis nicht, wegen des Geldwäschegesetzes. Erst zu Hause erfuhr ich dann, daß das bei diesen Beträgen noch gar nicht greift, sondern erst ab 15.000 €. Danke auch. Solche „Kleinigkeiten“ genügen derzeit, mir das letzte Bißchen Gleichgewicht zu nehmen.

Und nun sollte ich, ebenfalls von außerhalb finanziert, am 32C3 teilnehmen. An einer Veranstaltung, auf der vier Tage lang 12.000 Menschen erwartet werden, und zu der ich von meinem üblichen Host aus jeden Tag eine Stunde lang pro Richtung mit Bus und S-Bahn hin- und zurück fahren müßte.

Ich wollte auch teilnehmen, und ich hatte mich schon drauf gefreut. Im Fahrplan tauchten Vorträge auf, die mich sehr interessieren, und natürlich will ich mal wieder die ganzen Nasen wiedertreffen, die man eben nur auf dem Congress trifft.

Aber der Congress ist auch Streß. Schon in „normalen“ Jahren habe ich – seit 2002 – fast jedesmal nach der Rückkehr einen heftigen depressiven Schub gehabt, der in Einzelfällen bis ins Frühjahr hinein andauerte.

Aus Selbstschutz muß ich meine Teilnahme am 32C3 abblasen: Das Seil ist zu dünn.

Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, und sie wird einigen Leuten nicht gefallen. Aber es wäre noch weniger „gefällig“, wenn ich meine Grenzen absolut überschreiten muß.

Wenige Tage der äußerlichen Ruhe genügen nicht, um die Schäden auch nur zu begutachten, geschweige denn, zu flicken. Im Inneren werde ich sowieso keine Ruhe finden, solange meine Existenzgrundlage am Abgrund hängt – weil das ARGE trotz Anschiß vom Sozialgericht immer noch nicht geruht, seinen Pflichten nachzukommen.

Ich bin für das ARGE ja nur ein Störfaktor in der Statistik, da darf das Seil ruhig reißen …

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18.12.2015

dictvm - Nexus 6P Review in a Haiku

Latest phone by Google
Awesome quality altogether
China delivers, remains ineffable

(If you're not in the iOS-camp, get this phone. If it's too expensive or too big, get the Nexus 5X. Have fun and no regrets.)

13.12.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #243

Die Nachrichten aus dem Bereich des rechten Spektrums sind leider wieder viel zu zahlreich, und ihr findet sie wie üblich bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 50/2015.

Anonymität

Armut

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Donald Trump

Drohnen

Flucht & Asyl

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

LGBTIQ

Lobbyismus & Korruption

Netzneutralität

Parteienfinanzierung

Polizei & Ermittlungsbehörden

Rüstung

Schußwaffen

Trau schau wem

Überwachung

Verkehr

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Ganz zum Schluß

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08.12.2015

Frosch - Exklusion und Victim Blaming

Administrative Durchsage: Ich kann aus Kapazitätsgründen nicht immer auf Kommentare reagieren, auch wenn eine Reaktion eigentlich dringend notwendig wäre. Daher habe ich soeben die beiden letzten Kommentare des Users „Küstennebel“ zurückgestellt, der User ist ab sofort moderiert.

Victim Blaming, also Fehlerzuweisungen an Opfer, akzeptiere ich in meinem Blog nicht. Wer Opfern auch von Behörden die Schuld daran gibt, durch den Mißbrauch, die falsche Anwendung oder durch Ignorieren von Gesetzen sowie durch die Unterschlagung von Unterlagen, Lügen und Nötigung geschädigt zu werden, ist Teil des Problems.

Erst recht kann ich nicht die Beleidigung und Herabwürdigung von Transmenschen dulden (ja, „Transe“ ist eine Beleidigung). Was jemand zwischen seinen Beinen hat, geht andere gerade mal einen Scheißdreck an. Umgekehrt: Egal ob sich jemand als Frau, Mann, bigender, nonbinary, genderfluid oder agender/nongender oder was weiß ich definiert, dann ist das so zu akzeptieren. Das hat was mit grundsätzlichem Respekt vor Menschen und der Menschenwürde zu tun.

Zudem: Wenn jemand gerade mit dieser Art der ständigen Diskriminierungen psychisch so kaputt gemacht wird, daß sich diese Person in psychiatrische Behandlung begibt und dort exakt dieselbe Diskriminierung wieder erfährt, ist der betroffenen Person das wohl kaum vorzuwerfen, sondern unserer transfeindlichen Gesellschaft. Auch hier: Wer die Diskriminierung gut findet, ist Teil des Problems.

Und schließlich ist es auch nicht akzeptabel, jemandem vorzuwerfen, er habe Fehler gemacht, weil andere sich nicht an ihre eigenen Zusagen gehalten haben (hier: Aktion Mensch gegenüber Aleksander Knauerhase). Nein, als Mensch mit einer Behinderung von einer Organisation, die angeblich für Menschen mit Behinderungen eintritt, belogen und betrogen zu werden, ist nicht Naivität, und ist nicht der Fehler desjenigen, der belogen wurde.

Ende der Durchsage.

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06.12.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #242

Die Links zu den Artikeln dieser Woche aus den Bereichen Rechtsextremismus, rechte Parteien, NSU, rechte Gewalt usw. findet Ihr wie üblich bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 49/2015.

Anonymität

Autismus

Behinderung / Inklusion

Bundeswehr

Depressionen

elektronische Gesundheitskarte

Flucht & Asyl

Hartz IV & Co.

Leiharbeit

LGBTIQ

Multikulti

Netzneutralität

Polizei

Schußwaffen

Terrorismus

Trau schau wem

Überwachung

Verschlüsselung

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

  • 29.11.2015 BILDblog: Hicks! (via @BILDblog)
  • 03.12.2015 König von Haunstetten: Piep-Show (via @AnitaWorks9698)

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Michael Stehmann - Fellowshiptreffen am 25.11.2015

Das Referat auf dem letzten regulären Fellowshiptreffen dieses Jahres in Düsseldorf am 25.11.2015 hielt dictvm vom Chaosdorf.

Die Teilnehmer des Planungstreffens im Januar hatten den Wunsch nach mehr technischen Themen geäußert. Diesem Wunsch wurde das Referat von dictvm gerecht. Er stellte uns nämlich ansible vor. Diese Freie Software kombiniert Softwareverteilung, Ad-hoc-Kommando-Ausführung und Konfigurationsmanagement und dient zur Konfiguration und Administration von Servern. Sie kommt ohne Agenten (zusätzliche Software auf dem zu verwaltenden System) aus und benötigt auf den zu verwaltenden Systemen lediglich einen SSH-Server und eine aktuelle Python-Installation.

dictvm machte uns u.a. “Playbooks” bekannt und schilderte an einfachen Beispielen, wie mit ansible gearbeitet wird. Dass nach diesem Vortrag niemand in der Lage sein wird, mit ansible sofort seine Systeme zu installieren, konfigurieren und administrieren, dürfte sich von selbst verstehen. Aber für alle, die sich ernsthaft für ansible interessieren, gibt es “Ansible Meetups” in Düsseldorf.

Im Dezember gibt es traditionsgemäß kein Fellowshiptreffen in Düsseldorf. Dafür wünschen wir allen Teilnehmenden einen schönen Congress.

Das nächste reguläre Treffen findet erst im Neuen Jahr, nämlich am 27.01.2016 ab 19:30 Uhr im “Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt. Es ist unser “traditionelles” Rückblicks- und Planungstreffen.

Gäste sind auch bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

04.12.2015

Frosch - Hilfe, die keine ist

Es ist eine Erfahrung, die sich mittlerweile durch alle sozialen Bereiche incl. Gesundheitswesen zieht: Hilfen werden offiziell angeboten, dann jedoch mit massenhaft Hürden versehen, und bekommt man sie schließlich doch, sind sie maximal halbherzig und man darf froh sein, wenn sie nicht so nebenbei noch zusätzlichen Schaden anrichten. Dabei entsteht der Eindruck, daß sowohl die Hürden aufgebaut als auch die Hilfen schlecht bis gar nicht ausgeführt werden, damit Menschen ja nicht auf die seltsame Idee kommen, die offiziell vorhandenen Möglichkeiten auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen.

„Sozialamt“
Faschistisches Repressionsamt nenne ich es mittlerweile, aus naheligenden Gründen.
Vorspiel: Schon bei der ersten Antragstellung im Oktober 2000 „verschwanden“ eingereichte Unterlagen mehrfach, und der Sachbearbeiter entblödete sich nicht, mir zu sagen, daß Grundrechte für mich nicht gelten würden, weil ich ja bedürftig sei.
Erster Akt: Das Amt wäre im Jahr 2002 in der Pflicht gewesen, meinen im April eingereichten Antrag zu bearbeiten. Stattdessen „verschwanden“ über Monate hinweg die eingereichen Unterlagen immer wieder, selbst wenn ich sie den vierteljährlich wechselnden Sachbearbeitern auf den Tisch gelegt hatte. Auch die gesamte Akte „verschwand“ vier Monate nach Antragstellung, und danach ging das Spielchen von vorne los. Statt die Sozialhilfe zu bekommen, die mir zugestanden hätte, verlor ich erst meinen Stromanschluß mitsamt Warmwasserbereitung und dann die Wohnung – und meine Gesundheit. Dem Repressionsamt war’s egal; ihre unterlassene Hilfeleistung war längst verjährt, als ich selbst psychisch weit genug war, um mich nochmal darum zu kümmern. Mit den finanziellen und gesundheitlichen Folgen kämpfe ich bis heute.
Zweiter Akt: 2009/2010 versuchte das Repressionsamt, mir die Kontoauszüge für ein ganzes Jahr abzupressen und setzte das Betreute Wohnen, das ich zu der Zeit in Anspruch genommen hatte, als Druckmittel ein. Letztendlich bekamen das Repressionsamt und gleich auch noch der LVR die gewünschten Kontoauszüge – woher auch immer, denn ich hatte sie nicht rausgerückt. Dabei wurde auch noch der Sozialarbeiter des Betreuten Wohnens angerufen, offenbar zu dem Zweck, ihn auszuhorchen und dafür einzuspannen, mich zum Einlenken zu bringen. Ist ja nur ein Berufsgeheimnisträger, da kann man das doch ganz problemlos tun, ne? – Das Betreute Wohnen wurde mir 2010 trotzdem entzogen, nachdem der Sozialarbeiter ausgetauscht worden war – gegen einen, der zwar recht nett war, aber mir beim Papierkram nie helfen konnte.
Dritter Akt: Wie kürzlich verbloggt, verweigert das Repressionsamt jetzt rechtswidrig die Zahlung von Sozialhilfe, obwohl ich nach dem – ebenfalls rechtswidrigen – Entzug der Hartz-IV-Leistungen durch das ARGE völlig mittellos bin.
Psychiatrie
Erster Akt: Anfang 2004 wurde ich suizidal. Nach dem Auszug meines Mitbewohners aus der neu gefundenen Wohnung (nach dem Wohnungsverlust 2002) war ich vom Repressionsamt dermaßen unter Druck, daß nichts mehr ging. Im Juli 2004 brachte mich dann jemand in die Psychiatrie in Düsseldorf-Grafenberg. Statt zu erkennen, daß ich nicht nur depressiv, sondern auch autistisch bin, wurde ich für meine autistischen Eigenschaften von den Ärzten mehrfach angepampt und mußte zwei Wochen lang auf einer zu 50 % überbelegten, lauten Akutstation ohne jegliche Beschäftigungs- und Ablenkungsmöglichkeiten und ohne Ruheraum bleiben. Bis ich in Hungerstreik ging.
Die später angebotenen „Therapien“ waren nicht hilfreich, teilweise im Gegenteil. Hat da aber niemanden interessiert. Es wurde nur der Patient in den Vordergrund gestellt, nach den von außen kommenden Gründe der Depression hat niemand gefragt. Die Frage, warum ich diese „Therapien“ machen sollte, obwohl ich draußen gerade von einem Amt zerfleischt werde, konnte man nicht nur nicht beantworten. Man hat sie nicht einmal verstanden. Ende Oktober habe ich mich dann selbst entlassen, weil ich diese selbstherrliche und arrogante Art, die doch nur eine Menge Inkompetenz tarnen sollte, nicht mehr ertragen konnte.
Zweiter Akt: Ende November 2005 wurde ich von der Grafenberger Klinik „eingeladen“, an einer Studie teilzunehmen. Es sollte darum gehen, ob, wie gut und wie lange eine Behandlung mit repetitiver transkranieller Magnetstimulation bei Depressionen wirkt. Theoretisch wäre es möglich gewesen, daß ich für die zweiwöchige Teilnahme jeden (Werk-)Tag nach Grafenberg fahre und ansonsten normal zu Hause weitermachen kann. In der Praxis sah das so aus, daß man dort mit Terminplanungen so dermaßen verpeilt war, daß die Studienteilnehmer ständig „bei Fuß“ stehen mußten, falls mal zufällig jemand für die Therapie oder eine begleitende Untersuchung Zeit haben sollte. Ergebnis: Ich wurde für die zwei Wochen stationär auf Kosten der Krankenkasse – welche die Studie nicht unterstützte! – aufgenommen, offiziell wegen eines akuten Depressionsschubs. Ich glaube, in anderen Zusammenhängen nennt man sowas Betrug.
Aktuelle Exkursion:

SJW Katrina Reichert @KatrinaR47
Und die Klappse so: „Oh, Frau Reichert ist ne Transe! Lasst sie uns direkt in ein Einzelzimmer stecken!“
#Transhass #Diskriminierung #Cistem

12:23 – 4. Dez. 2015

SJW Katrina Reichert @KatrinaR47
Mein Selbstheraltungstrieb hat gemäß WorstCaseSzenario „Fall Caprica“ eine lehrbuchmäßige Notfallevakuierung eingeleitet. Bin wieder daheim.

12:24 – 4. Dez. 2015

SJW Katrina Reichert @KatrinaR47
@AtariFrosch Der Klinikleiter hatte nicht mal das Rückgrat, es mir ins Gesicht zu sagen, hat den Oberarzt vorgeschoben. Feigling.

14:07 – 4. Dez. 2015

Kurz: Die Frau paßte als Trans-Frau nicht ins autoritäre Schubladendenken der Psychiater, also wurde sie abgesondert, weil sie als Shemale in einem Frauenzimmer „natürlich“ sofort die anderen Frauen … Ihr wißt schon. Die Zimmergenossinnen wurden natürlich nicht gefragt, ob sie sich unwohl oder gar gefährdet fühlen, das haben die Psychiater einfach über deren Kopf hinweg entschieden.
Niedergelassene Psychiater / ambulante Psychiatrie
Erster Akt: Der erste niedergelassene Psychiater, mit dem ich es Ende 2003 versucht hatte, verschrieb mir ein Antidepressivum und warf mich dann quasi aus der Praxis mit der klaren Ansage, daß er an mir eh nichts verdienen könne und für Therapien und so weiter keine Zeit habe. Das Antidepressivum verschaffte mir eine böse Verstopfung, aber wirkte nicht.
Zweiter Akt: Nach dem unrühmlichen stationären Aufenthalt in Grafenberg reichte man mich an die dortige Ambulanz weiter, wegen der Antidepressiva, die ich auf Station bekommen hatte. Also, damit ich die weiterhin bekomme. Die Ärztin dort hielt mich bezüglich dieser Medikamente immer wieder bei der Stange, obwohl ich mehrfach erklärte, daß sie nichts helfen und mir nur eine Menge zusätzliches Gewicht draufpacken. Anderthalb Jahre nach meiner Selbst-Entlassung und damit nach insgesamt fast zwei Jahren der Einnahme konnte ich kaum noch ein paar Schritte laufen, ohne heftige Knöchel- und Hüftgelenksschmerzen zu bekommen; die Treppen zu meiner Wohnung hochzuklettern ging nicht unter einer Viertelstunde. Auf die Idee, mal was anderes zu probieren, kam sie nicht; stattdessen wurde nur immer weiter die Dosis gesteigert, bis zum Maximum.
Ich setzte ihr schließlich im März 2006 quasi die Pistole an die Brust: Entweder, sie sagt mir, wie ich ausschleichen muß, oder ich setze das Zeug einfach ratz-fatz ab. Dann erst gab sie nach, warf mich dann allerdings quasi raus – nachdem sie erst damit „gedroht“ hatte, mich wieder auf Station einzuweisen. – Nach dem Absetzen des Dreckszeugs ging es mir erstmal besser. Das zusätzliche Gewicht hat sich dann auch innerhalb eines Jahres wieder abgebaut.
Dritter Akt: Den Zeitraum weiß ich nicht mehr so genau, aber es war eine ganze Weile nach dieser ambulanten, äh, Betreuung. Da ging ich doch nochmal zu einem niedergelassenen Psychiater/Psychotherapeuten. Der bot keine Medikamente an (ich wollte auch keine mehr), sondern Gesprächstherapie. Allerdings pro Sitzung immer nur 20 Minuten. Offiziell. Meistens war ich nach der Hälfte der Zeit schon wieder raus. Ich unterstelle, daß er die volle Zeit abgerechnet hat. Und dann fing er eines Tages an, er habe für Kassenpatienten eigentlich so gar keine Zeit mehr, aber damit das weitergehen könne, solle ich ihm doch zahlungskräftige Privatpatienten besorgen – und drückte mir ein paar seiner Visitenkarten in die Hand. Bin ich die Marketing-Abteilung, oder was?
Betreutes Wohnen
Das sogenannte ambulante betreute Wohnen wurde mir nach meiner Selbst-Entlassung von der Psychiatrie in Grafenberg empfohlen. Um es in Anspruch nehmen zu können, muß man einen Antragsbogen ausfüllen, der als Word-Dokument 14 Seiten hat und Dinge abfragt, bei denen man sich an den Kopf faßt. Mehrere Informationen werden mehrfach in unterschiedlicher Fragestellung abgefragt. Und schließlich wird genau festgelegt, welche Art von Hilfe zu wievielen Minuten pro Woche (!) man bekommen darf. Flexibilität? Nicht vorgesehen. Echte, individuelle Hilfen, die nicht in die Vorgaben passen? Nicht vorgesehen. Man muß nehmen, was angeboten wird, was anderes gibt’s nicht. Die Sozialarbeiter versuchen zwar, sich ein wenig anzupassen, müssen aber aufgrund der unflexiblen Vorgaben automatisch scheitern.
(… und dann war da noch der Vertreter eines Sozialarbeiters, der meinte, gute Laune verbreiten zu müssen, indem er mich in meiner eigenen Wohnung auslachte – und sie erst verließ, als ich mit der Polizei drohte. Der bekam dann direkt Hausverbot. Das aber nur so nebenbei.)
ARGE a.k.a. „JobCenter“
Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvermittlung nenne ich mittlerweile dieses Gebilde mit dem verlogenen Eigennamen „Jobcenter“.
Erster Akt: Nachdem mich die Rentenversicherung aufgrund eines zu diesem Zeitpunkt, sagen wir, realitätsfernen Gutachtens aus dem Rentenbezug gekickt hatte, verschleppte das zuständige ARGE Düsseldorf-Mitte meinen Antrag auf Hartz IV gleich mehrfach. Erst, indem mir ein Termin erst 6 Wochen nach Antragseinreichung gegeben wurde mit der Ansage, vor dem Termin werde der Antrag nicht bearbeitet, und dann, indem meine Akte „zuuuufälligerweise“ in der Leistungsabteilung auf dem Stapel der bereits bearbeiteten Akten landete, obwohl ich noch keinen Cent gesehen hatte.
Zweiter Akt: Nach diesen Verschleppungsaktionen hatte man sich erstmal nicht weiter um mich gekümmert. Deshalb war man offenbar äußerst überrascht, daß ich im März 2012 einen Beratungstermin zur Selbständigkeit haben wollte. So überrascht, daß man diesen Wunsch erstmal vier Monate lang ignorierte und mir dann nach deutlichen Drohungen mit Unannehmlichkeiten einen Hinhalte-Termin bei einer Vorzimmerdame gab, nach welchem ich nochmal einen Monat auf den „richtigen“ Termin warten durfte – den ich wohl auch nur wegen erneuter Drohungen bekam.
Den Termin bekam ich dann Mitte August 2012.
Dritter Akt: Zwei Briefe von mir ans ARGE waren Anfang November 2013 und Mitte Januar 2014 „verschwunden worden“ (das Strafgesetzbuch nennt sowas Unterschlagung). Damit konnte man mir praktischerweise unterstellen, ich würde meine Mitwirkungspflicht nicht erfüllen. Das mit der Folge, daß man mir für über vier Monate komplett die Leistungen verweigerte. Wie sich das auf meine Gesundheit auswirkte und ob mir Strom, Gas, Internet oder die Wohnung gekündigt werden könnten, interessierte nicht.
Im Zuge dieses Existenzvernichtungsversuches wurden angelogen und haben die Lügen geglaubt:
  • das Sozialgericht Düsseldorf;
  • die Staatsanwaltschaft Düsseldorf;
  • der Petitionsausschuß des Landtags NRW;
  • der Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages.
Da fühlt man sich in diesem Rechtsstaat doch richtig ernstgenommen.
Vierter Akt: Dummerweise hatte es noch nicht zur Existenzvernichtung gereicht und ich nahm unverschämterweise immer noch Leistungen in Anspruch. Also stellte man meine Wohnung in Frage und behauptete mal eben, man wüßte so überhaupt nicht, welche Wohn- und Nebenkosten ich so habe. Natürlich wußten sie das, mindestens seit 2009. Schließlich sollte meine Umzugsfähigkeit durch eine amtsärztliche Untersuchung festgestellt werden. Unabhängig davon wollte mich das ARGE dazu nötigen, rechtswidrig der mittlerweile gegründeten Firma Nerd4U UG in die Kasse zu greifen.
Fünfter Akt: Es hatte halt immer noch nicht gereicht, und so wurde die Untersuchung durch die Amtsärztin mal eben dazu mißbraucht, einen neuen Grund dafür zu finden, warum ich keine Leistungen mehr beziehen solle: Auf einmal gab es da ein Gutachten, das behauptete, ich sei arbeitsunfähig.

So zieht sich das durch die letzten 15 Jahre. Hilfe, die scheinbar angeboten wird, taugt nichts, ist inkompetent, ordnet in unpassende Schubladen ein, diskriminiert, bevormundet und/oder wird zur Erpressung/Nötigung mißbraucht. Unangenehme Unterlagen oder Briefe, die zusätzliche Arbeit machen könnten, verschwinden auf dem Weg vom Briefkasten oder Schreibtisch in die Akten, und der Absender ist schuld.

Gutachter schreiben in Gutachten, was ihr Auftraggeber lesen möchte (oder was sie glauben, daß diese lesen möchten), hören nicht zu, schreiben ohne nachzudenken voneinander ab und unterstellen dann, daß ich „paranoid“ sei, weil ich es wage, Dinge zu hinterfragen.

Genau die Stellen, die einem eigentlich in einer Notlage oder Krise helfen sollten, zeigen einem dann, wenn es am schlimmsten ist, den Mittelfinger. Und wer dann nicht das Privileg hat, gut vernetzt zu sein, der ist dann einfach mal am Arsch.

Und das, liebe Kinder, heißt in Deutschland: Sozialstaat.

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03.12.2015

Frosch - #WirSchweigenNicht

Mein Beitrag zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung.

Gestern berichtete Aleksander Knauerhase („QuerDenkender“) von seinem Treffen mit „Aktion Mensch“. Der Bericht gebietet schon in einer gewissen Weise Schweigen – nämlich fassungslose Sprachlosigkeit angesichts dieses Umgangs einer angeblichen Hilfsorganisation für Behinderte mit den Menschen, die sie behauptet zu vertreten.

Aber wir dürfen nicht schweigen, ganz im Gegenteil.

Aleksander Knauerhase @QuerDenkender
@pollys_pocket deswegen ist mir #WirSchweigenNicht so wichtig. Unsere Stimme zu überhören ist die schlimmste Form der Exklusion

15:53 – 3. Dez. 2015

Oft, wenn wir laut werden, heißt es: „Nimm Dich mal nicht so wichtig“ oder auch „reg Dich mal nicht so auf“. Das macht mich erst recht wütend. Denn wir müssen uns aufregen und zeigen, was falsch läuft, denn sonst tut’s ja keiner.

„Nimm Dich mal nicht so wichtig“ oder ähnliche Formulierungen unterstellen, daß es mir allein um meine Person ginge. Es geht selten allein um meine Person (und selbst wenn: Wer, wenn nicht ich, sollte mich vertreten?). Es geht um viele Menschen. Um viele Dinge für viele Menschen, für die wir laut werden müssen, für die wir uns wehren müssen, jeden Tag auf’s Neue, wie im Hamsterrad.

Und ich habe mich leider von Kindesbeinen auf, weil ich so erzogen worden war, nicht wichtig genug genommen, habe nicht oft genug widersprochen und mich gewehrt. Ich habe gelernt, daß ich „falsch“ bin und mich ändern sollte, ohne daß mir jemand erklärt hätte, was denn eigentlich falsch sei. Aber ich bin nicht falsch und war niemals falsch. Falsch ist, was mit mir angestellt wurde, falsch ist, wie mit mir umgegangen wurde und wird, falsch ist, mir auch noch die Schuld für die Folgen dessen zu geben, was die Gesellschaft „falsch“ nennt – statt mal zu untersuchen, was in dieser Gesellschaft falsch läuft.

Aber wir schweigen nicht.

Diese ganzen Vorwürfe sollen nur davon ablenken, daß wir mehr behindert werden als wir sind. Das Grundproblem scheint mir eine Bevölkerung zu sein, in der großer Wert darauf gelegt wird, daß alle „normgerecht“ sind, sich „erwartungsgemäß“ verhalten und vor allem! – anderen keine „zusätzliche“ Arbeit machen.

Dazu kommt, daß alles, was „anders“ ist, defizitär gesehen wird. Behindert sein heißt immer noch für viele Menschen: Kann weniger oder gar nichts, taugt weniger oder gar nichts, ist dumm, faul, nicht verwertbar, unnütz und kostet dann auch noch Geld. Daß eine Behinderung nicht den Menschen insgesamt ausmacht und sein gesamtes Können, Wissen, seine Fähigkeiten und Talente auch noch da sind, wird unterschlagen.

Das muß aufhören. Es gibt nicht den Norm-Menschen, es wird ihn hoffentlich auch nie geben! Die Vielfalt ist es doch, die uns stark macht. Wenn alle dieselben Stärken und Schwächen haben, wie sollen wir dann als Ganzes vorankommen? Eine Gesellschaft, welche die Andersartigen lieber zum Schweigen bringt statt sie zu inkludieren, schädigt sich letztendlich selbst.

Aber wir schweigen nicht.

Wie QuerDenkender schreibt:

Wer uns einen Maulkorb verpassen oder bevormunden möchte erreicht nur eines: Wir werden noch lauter!

Für Nichtbehinderte oder generell Menschen, die nicht wegen ihres Andersseins aus der gesellschaftlichen „Normalität“ ausgegrenzt werden, interessiert oft nur dieser eine internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Wir mit Behinderungen, Einschränkungen oder wir, die wir „anders“ sind, müssen auch die restlichen 364 Tage des Jahres damit leben. Damit, und mit der gesellschaftlichen Diskriminierung und Ausgrenzung.

Aber wir schweigen nicht.

So lange, bis Ihr zuhört.

–––

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29.11.2015

Frosch - Systematische Menschenverachtung

Letzte Nacht konnte ich mal wieder nicht gut schlafen. Mir war etwas in den Sinn gekommen, was sich bereits vor drei Wochen abgespielt hat, dessen Bedeutung mir aber zunächst nicht voll bewußt geworden war. Vor knapp drei Wochen hatte ich den Sozialhilfe-Antrag mitsamt Eilantrag gestellt, wie mir meine Anwältin geraten hatte. Und dann schrieb sie mir noch, daß sie eine Woche später einen neuen Antrag beim Gericht einreichen werde, diesmal gegen die Stadt Düsseldorf.

Ich hatte erst gar nicht verstanden, warum. Stadt Düsseldorf? Das ARGE ist nicht Stadt Düsseldorf, jedenfalls nicht nur. Nein, es ging um den Sozialhilfe-Antrag.

Auch als die prompte Ablehnung des Antrags kam, noch bevor ich alle angeforderten Unterlagen nachgereicht hatte, hatte ich das noch nicht verstanden. Ja, manchmal steh ich auf dem Netzwerkkabel, erst recht, wenn ich so dermaßen unter Druck stehe.

Es muß ihr wohl schon klar gewesen sein, daß das – ja, ich bleibe gerade deswegen bei diesem Begriff – faschistische Repressionsamt meinen Antrag entweder ablehnen oder verschleppen wird. Daraus schließe ich: Das hat System. Nicht daß mir das nicht vorher schon klar war; allerdings hatte es von mehreren Seiten geheißen, dieses Amt sei mittlerweile gar nicht mehr so schlimm.

Küstennebel hat daher Unrecht, wenn er kommentiert:

Die inflationäre Verwendung von „Faschistoid“ und der Hang anderen zu unterstellen es ginge um die Vernichtung Ihrer Person macht Sie vielleicht blind für die wirklichen Ursachen. Es ist nicht so selten, das die Übergabemodalitäten zwischen Ämtern wegen Kleinigkeiten nicht richtig laufen. Das muss nicht immer gleich eine Verschwörung dahinter sein. Und so deuten Sie also einen Fehler des Amtes als einen Angriff auf Sich selbst und machen es sich schwerer damit zurecht zu kommen.

Nein, es geht nicht um die Vernichtung allein meiner Person, und das habe ich auch schon mehrfach betont. Die wirklichen Ursachen bestehen darin, daß eine solche Menschenverachtung und die Existenzvernichtung der als „überflüssig“ aussortierten Menschen systematisch geschieht. Und nur, weil ich hier natürlich primär meine Geschichte erzähle und das entsprechend in der Ich-Form, heißt das nicht, daß es nur mich trifft oder daß ich mich da allein persönlich verfolgt sehe.

Und es geht auch nicht um Kleinigkeiten, die mal nicht richtig laufen. Dafür könnte ich sogar Verständnis haben. Hier geht es um Methoden. Das Verschwindenlassen von relevanten Unterlagen, das Verschleppen von Verfahren, das Verschweigen von Rechten, die vielen Lügen, das geschieht systematisch, das hat Methode. Und die seit Jahrzehnten unterbesetzten Gerichte tun sich dann natürlich leichter, falschen Textbausteinen der Repressionsämter zu glauben, statt sich mal selbst schlau zu machen und immer wieder anders lautende Schriftsätze von Zwangsverarmten und ihren Anwälten zu lesen, und entscheiden wunschgemäß.

Dafür gibt es zu viele weitere Beispiele, als daß man sagen könnte, das passiert halt mal. Es passiert nicht „halt mal“. Es passiert stattdessen mit einer solchen Selbstverständlichkeit, daß davon auszugehen ist: Das ist in diesen Ämtern Alltag, völlig normal, anders ist auch gar nicht erwünscht. Wären es nur einfach Versehen, dann würde man um Entschuldigung bitten und den Schaden zumindest versuchen zu begrenzen. Das macht da aber keiner – und wenn es in Ausnahmefällen doch einmal geschieht, dann hat es keine Folgen, und es wird weitergemacht wie bisher.

Und es ist ja auch politisch gewollt, sonst wäre das SGB längst massiv in Richtung Grundgesetz-Konformität geändert worden, und bei der Bundesarbeitsagentur herrschte ein anderer Geist.

Es bleibt dabei, was ich in meinem Artikel über Faschismus schrieb: Wir („Überflüssigen“) sind weniger wert als der Rest der Gesellschaft, deshalb kann man uns ja ruhig mal die Grund- und Menschenrechte aberkennen. Dazu kommt noch was anderes:

Eifelbrötchen @Mandelbroetchen
Problem vieler Menschen: Sobald sie einen Menschen nicht verstehen, nehmen sie die schlechtmöglichste Interpretation in ihrem Weltbild an.

09:15 – 22. Okt. 2015

Das gilt insbesondere auch für Behördenmitarbeiter gegenüber Sozialleistungsempfängern. Das bestätigt sie dann darin, daß wir die Grund- und Menschenrechte schonmal gar nicht verdient haben. Nicht daß sie sonst weiter über solche Rechte nachdenken würden, denn primär interessieren sie sich für die hausinternen Anweisungen und maximal noch das, was im SGB steht. Über diesen Tellerrand schauen und mal nachdenken wollen sie nicht, können sie vielleicht auch nicht – deshalb werden sie ja eingestellt.

Das gleiche Verhalten, das sie unsereins unterstellen – nämlich ständig zu lügen und betrügen zu wollen –, legen sie selbst grundsätzlich, ständig und regelmäßig an den Tag: Sie lügen, verschleppen, betrügen, nötigen. (Das sind dann besonders die, die sich so furchtbar bedroht fühlen, wenn jemand auch nur Widerworte gibt.)

Und das hat auch gar nichts mit meinem spiegelhaften Verhalten zu tun:

Emm Roy @Emmnotemma
Don’t waste your time bending over backwards trying to gain the approval/respect of people who are actively trying to dismiss you.

17:21 – 22. Okt. 2015

Es hat keinen Sinn, sich zu verbiegen, um damit zu versuchen, von Leuten anerkannt zu werden, die aktiv daran arbeiten, Dich zu ignorieren, abzuschreiben oder gar zu vernichten.

Und ich sage es nochmal: Wer in einem Repressionsamt arbeitet, weiß, was er tut und wofür er sich hergibt: Für systematische Menschenverachtung, gewollt von asozialen, faschistoiden Bundesregierungen.

Nein, es geht nicht nur um mich. Ich bin nur ein Mensch von vielen. Es geht um systematische Menschenverachtung.

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Frosch - Im Netz aufgefischt #241

Die leider nicht nachlassenden Nachrichten aus den Bereichen Rechtsextremismus, Rassismus, Rechtsterrorismus usw. findet Ihr wie üblich bei den Besorgten Bürgern: Besorgte Nachrichten, KW 48/2015.

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Depression

Flucht & Asyl

Hartz IV & Co.

Kinder & Jugendliche

LGBTIQ

Leiharbeit

Lobbyismus

#ParisAttacks

Sexarbeit

Trau schau wem

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23.11.2015

Michael Stehmann - Team NRW gegründet

Am Sonntag, den 22.11.2015 hat sich in der Düsseldorfer Geschäftsstelle der FSFE das Team NRW konstituiert.

Erfreulicherweise waren zur “Gründungsversammlung” sechs Fellows erschienen; mehrere fehlten, zum Teil krankheitsbedingt, entschuldigt. Leider waren nur Fellows erschienen, die üblicherweise am Düsseldorfer Fellowshiptreffen teilnehmen.

Nach einer Vorstellungsrunde, bei der die Teilnehmer auch ihre Erwartungen an das Treffen und ihre Ideen und Vorstellungen für das Team formulieren sollten, wurde zunächst noch einmal die Situation beleuchtet.

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat 17.638.098 Einwohner (Stand: 31.12.2014). Es ist in fünf Regierungsbezirke (Köln, Düsseldorf, Münster, Arnsberg, Detmold) untergliedert, deren Bezirksregierungen erhebliche Kompetenzen beispielsweise bei der Lehrerfortbildung haben. Der Ballungsraum Rhein-Ruhr im Zentrum des Landes ist mit rund zehn Millionen Bewohnern eine der 30 größten Metropolregionen der Welt und zentraler Teil eines europäischen Verdichtungsraumes. Gleichwohl gibt es “im Herzen des Landes”, nämlich im Ruhrgebiet, keine Fellowshipgruppe. Insgesamt hat das Land (Stand 2015) inklusive der Fachhochschulen 30 öffentliche Hochschulen. Die Universitäten Bochum, Duisburg-Essen, Hagen, Köln und Münster gehören zu den zehn größten Universitäten in Deutschland. Ebenso föderal wie der Staatsaufbau ist beispielsweise die kirchliche Gliederung: Es gibt drei evangelische Landeskirchen (Rheinland, Westfalen und Lippe), wobei der Bezirk der Evangelischen Kirche im Rheinland weit über den nordrheinischen Teil des Bundeslandes hinausgeht. Es gibt die katholischen Diözesen und Erzdiözesen Aachen, Köln, Essen, Münster und Paderborn, deren Sprengel ebenfalls teilweise über das Bundesland hinausgehen. Kirchliche Bildungs- und Jugendarbeit folgt meist diesen Gliederungen.

Es gibt drei sich regelmäßig treffende Fellowshipgruppen, die aber ausschließlich im Rheinland angesiedelt sind. Die Kontakte und die Zusammenarbeit zwischen diesen Gruppen sind gut, aber ausbaufähig.

Schon bisher wurden einzelne Aufgaben, die über den Wirkungskreis einer Fellowshipgruppen hinausgehen, von einzelnen Personen, oft in einer kleinen, spontan gebildeten Gruppe, wahrgenommen.

Da unter den Teilnehmern zwei Personen aus dem Bildungsbereich waren, die noch über vielfältige Kontakte in diesem Bereich verfügen, wurden beschlossen, zunächst diese Kontakte für die Anliegen der FSFE zu aktivieren.

Außerdem wurde beschlossen, nochmals eine Bestandsaufnahme der in Nordrhein-Westfalen aktiven Usergruppen, Hack(er)spaces , CCC-Erfa-Kreise etc. zu erstellen, um diese dann zu kontaktieren. Dabei soll in Erfahrung gebracht werden, ob diese Gruppen an Kontakten mit der FSFE interessiert sind. Es soll dann versucht werden, eine Zusammenarbeit mit diesen Gruppen aufzubauen, wobei die Bedürfnisse derselben im Vordergrund stehen sollen. In der Diskussion dieses Punktes konnten auch die Erfahrungen eingebracht werden, die einige Teilnehmer bereits in der Vergangenheit bei entsprechenden Besuchen gemacht haben.

Natürlich wurden auch die anderen in der Einladung genannten Aufgaben nicht außer acht gelassen:

* Organisation der Kontaktpflege der bestehenden Fellowshipgruppen,
einschließlich eines “Referentenaustauschs”
* Kontaktpflege mit den europäischen Nachbarn (Niederlande und Belgien)
* Kontaktpflege zu anderen Gruppen, die sich mit Freier Software und
Offenen Standards befassen [z.B. LUGs, sprachspezifische (Python, PERL
etc.) Gruppen, ORR, FrOSCon, FreedomTours, DO-FOSS, Hack(er)spaces,
Freifunk et al.]
* Unterstützung bei der Gründung neuer Fellowshipgruppen
* Lobbyarbeit auf Landes- und kommunaler Ebene
* Planung und Organisation von Aktionen und Kampagnen auf Landesebene
* landesweite Vermittlung von Referenten zu Themen, die Freie Software
und Offene Standards betreffen.

Hinzugefügt wurde noch die Pressearbeit, deren Nützlichkeit sich jüngst in Mülheim eindrucksvoll bestätigt hatte. Aber auch in einer größeren Gruppe kann man nicht alles auf einmal machen und muss irgendwo anfangen.

Wünschenswert wäre eine Fellowshipgruppe im und für das Ruhrgebiet. Allerdings reicht, trotz guter Verkehrsanbindungen, der mentale Aktionsradius der Ruhrgebietler zu oft nicht über die eigene Stadt hinaus. Es wird daher wohl besonderer Anstrengungen bedürfen, beispielsweise einen Essener oder eine Dortmunderin zum regelmäßigen Besuch eines Treffens beispielsweise in Bochum zu bewegen.

In organisatorischer Hinsicht wurde beschlossen, dass Düsseldorfer Büro der FSFE für die (nichtelekronische) Korrespondenz zu nutzen. Rainer stellte die diesbezüglichen Möglichkeiten auch kurz vor.

Ferner wurde beschlossen, zweimal jährlich, nämlich im Frühjahr und im Herbst, ein jeweils eintägiges Teamtreffen zu veranstalten.

Zum Austausch unter den Teilnehmern soll zunächst die Mailingliste rheinland@lists.fsfe.org genutzt werden. Allerdings wurde ins Auge gefasst, mittelfristig eine eigene Mailingliste einzurichten, um den Charakter der Rheinlandliste als “Low-Traffic-Liste” zu wahren.

Hinsichtlich sozialer Netzwerke sollen sowohl weiterhin proprietäre Kanäle, aber auch solche Netzwerke genutzt werden, die auf Freier Software und einer dezentralöen Architektur basieren. Dabei spielte insbesondere der Aspekt eine Rolle, dass in beiden Bereichen unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden können, was dann aber auch bei der Ansprache des Publikums zu beachten ist.

Weitere Teammitglieder sind willkommen.

Wolfgang hat auch von diesem Treffen berichtet.

22.11.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #240

Die Nachrichten aus den Bereichen Rechtsextremismus, rechte Parteien, rechte Gewalt, Hetze und Drohungen, NSU, Pegida, politische Brandstifter sind wieder bei den Besorgten Bürgern zu finden: Besorgte Nachrichten, KW 47/2015.

Autismus

Behinderung / Inklusion

Depression

Drohnen

Fotografie

Hartz IV & Co.

Haushaltsabgabe („GEZ“)

#ParisAttacks

Qualitätsjournalismus

Rüstung

Terrorismus

Trau schau wem

Überwachung / VDS

Wissenschaft

Ganz zum Schluß

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20.11.2015

Frosch - Es fühlt sich absurd an …

Die Situation, in der ich gerade bin, fühlt sich schon irgendwie absurd an. Besonders deutlich wird das, wenn Menschen mit Planungen für Veranstaltungen ankommen, welche erst in mehreren Monaten stattfinden. So habe ich mich vor ein paar Tagen zu den Chemnitzer Linuxtagen angemeldet bzw. zur Busfahrt dort hin mit Freedom-Tours, inclusive Zimmerbuchung. Die Veranstaltung ist nächstes Jahr im März.

Dann kam Alex mit einem Konzert im August nächsten Jahres, für das man jetzt schon Tickets kaufen kann. Und außerdem mit der Planung für Fahrt und Übernachtung zum CCC-Congress Ende Dezember in Hamburg.

Was sich daran absurd anfühlt? Daß ich nicht einmal weiß, wie ich den Rest dieses Jahres überstehen soll. Planungen, die auf mehr als eine Woche gehen, erscheinen mir schon seltsam weit weg, als wäre das alles nicht mehr in diesem Universum. So als würde ich gedanklich an eine Mauer stoßen, wenn ich versuche, auf mehr als eine Woche zu planen, oder überhaupt so weit.

Ich habe dieses seltsame Gefühl schon mehrfach erlebt – immer dann, wenn meine persönliche Situation völlig unklar war. Wenn Behörden meine Verfahren verschleppt oder mit mir Ping-Pong gespielt haben, so wie jetzt auch wieder. Planungen scheinen plötzlich keinerlei Bedeutung mehr zu haben, wenn die aktuelle wirtschaftliche Stabilität gleich Null ist und mich diese Situation auch psychisch massiv lähmt.

Aber so extrem wie diesmal war es noch nie.

So als ob jeden Tag die Welt untergehen könnte, zumindest für mich. Was nach Morgen kommt, hat schon keine Bedeutung mehr. Es hat keinen Zweck, darüber nachzudenken, weil ich nicht einmal weiß, ob es nach diesem Morgen noch irgendwas gibt.

Es fühlt sich absurd an …

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Michael Stehmann - Besuch bei Piratencafe in Düsseldorf

Am Nachmittag des 14. November 2015 war ich eingeladen, beim Piratencafe in Düsseldorf über Freie Software, Offene Standards und die FSFE zu sprechen. Erfreulicherweise haben mich einige Fellows begleitet, darunter auch Frauen, was den Frauenanteil bei den Teilnehmern wesentlich erhöhte.

Ich habe die Form eines freien Vortrages ohne Folien mit eingebetteter und anschließender Diskussion gewählt.

Interessant war, dass mir von politischer Seite vermittelt wurde, dass derzeit Offene Standards eher durchsetzbar seien als Freie Software als solche.

Netterweise haben mir die Piraten auch das Schreiben eines ausführlicheren Berichtes abgenommen.

Danke für die freundliche Einladung! Der Kaffee war gut und der Kuchen lecker.

19.11.2015

Michael Stehmann - European Data Portal

Open Data gibt es jetzt auch auf EU-Ebene.

Zur Zeit allerdings nur noch als Beta-Version. Aber da Open Data wirtschaftliche Prosperität befördern soll, wird die Entwicklung sicher schnell gehen. Das Entwicklerteam experimentiert zur Zeit bereits mit einer automatisierten Unterstützung bei Lizenzbedingungen, um es den Benutzern zu erleichtern, die Lizenzen der Daten zu verstehen und mögliche Lizenzkonflikte bei der Kombination verschiedener Daten zu vermeiden. Nunja, eine einheitliche, freie Lizenz für alle Offenen Daten in Europa wäre mir ehrlich gesagt lieber. Aber selbst sogenannte “Mustereuropäer” gehen da ja gerne eigene Wege.

Und wir können schon einmal etwas lernen. Sogar in deutscher Sprache.

Und das mit der Open Definition (Punkt 1.4: “The work must be provided in an open format. An open format is one which places no restrictions, monetary or otherwise, upon its use and can be fully processed with at least one free/libre/open-source software tool.”) und Offenen Standards (Freien Formaten) wird sicherlich auch noch werden. Immerhin gibt es ja Freie Software, die auch propritäre Format importiert und sogar exportiert.

17.11.2015

Frosch - Das Fenster

Atari-Frosch @AtariFrosch
Das andere Repressionsamt hat umgehend wegen Unzuständigkeit abgelehnt, noch bevor alle Unterlagen da waren.

10:09 – 17. Nov. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Das Fenster wird langsam zu einer ernsthaften Option. Diese Gesellschaft will Menschen wie mich nicht leben lassen.

10:11 – 17. Nov. 2015

(Für die, die’s nicht verstehen: Ich wohne im 5. Stock. Der Abstand von meinem Fensterbrett zur Straße runter beträgt etwa 14 Meter.)

Nach dem Shutdown am Freitag kam am Samstag Katrina zu mir. Vier Stunden lang suchten wir Unterlagen, Daten, Aktenzeichen usw. zusammen und füllten viel zu klein bedruckte Antragsformulare aus. Vier Stunden, die mir wie mindestens zehn vorkamen. Ich war danach fix und alle. (Im gleichen Zeitraum einen PC zu reparieren hätte mir nichts ausgemacht.)

Am Montag, also gestern, ging ich morgens wieder zum Repressionsamt hinter dem Hauptbahnhof, und praktischerweise hatte ich die Vermieterbescheinigung schon im Briefkasten, sodaß ich sie direkt mitnehmen konnte. Die Dame an der Rezeption meinte dann auf Nachfrage, die Bearbeitung werde jetzt so vier bis sechs Wochen dauern. Ich entgegnete: „Das geht nicht!“ und erklärte, daß ich ja schon schriftlich begründet hatte, warum es eilig ist. Sie meinte daraufhin, ich solle Dienstag, also heute, früh, am besten zwischen acht und halb neun, bei der Sachbearbeiterin anrufen und da nochmal nachfragen. (Warum hab ich das eigentlich schon letzte Woche schriftlich begründet?)

Ich stellte mir also wieder den Wecker, um direkt um acht Uhr anrufen zu können. Die Sachbearbeiterin erklärte mir lang und breit, daß sie mir bereits den ablehnenden Bescheid geschickt habe, der müßte heute in meinem Briefkasten sein. Sie hat also noch nicht einmal die vollständigen Unterlagen abgewartet – und die Arbeit am Samstag war völlig umsonst gewesen. Angeblich müsse das ARGE dort eine Art Übernahmeantrag stellen.

Meine Versuche, ihr zu erklären, daß das ARGE mal einfach genau gar nichts tun wird, weil die keinen Bock haben, irgendwas zu tun, wimmelte sie ab, das interessiere sie nicht. Im Gegenteil, ergänzte sie noch, das ARGE müßte eigentlich weiterzahlen, solange mein Status unklar sei.

Ping-Pong.

Andere Menschen würden jetzt eine Axt benutzen. Ich denke an mein Fenster.

Ja, Menschen haben Hilfe angeboten und tun es immer noch. Ich bin dafür auch dankbar. Eine liebe Frau aus Berlin hat mir ein Darlehen gegeben, das aber wegen Salat bei den Banken und trotz korrekter IBAN noch nicht angekommen ist. Ein weiteres Darlehen wurde mir auch noch angeboten.

Das Problem dabei ist nur, daß mich diese Hilfen nicht stabilisieren können. Es sind nur Verlängerungen. Die Stabilisierung, die existenzielle Sicherheit muß von den Behörden kommen, die gerade Ping-Pong mit mir spielen. Alles andere nimmt mir weder die Anspannung noch die Instabilität, und so lange die besteht, habe ich keine Kraft für irgendwas.

Und, haltet mich für stur, aber: Ich werde weiterhin keinen Rentenantrag stellen. Ich will arbeiten, auf meine Weise, und mich nicht abschieben lassen, nur weil ich nicht „normgerecht“ funktioniere. Obwohl mir die Kraft ausgeht, lasse ich mich nicht erpressen.

Meiner Anwältin habe ich gesagt: „Feuer aus allen Rohren“. Meine eigene Munition ist längst leer.

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16.11.2015

Michael Stehmann - Linux Presentation Day in Mülheim an der Ruhr

Am 14.11.2015 wurde der Linux Presentation Day auch in Mülheim an der Ruhr begangen.

Unser Fellow Wolf-Dieter Zimmermann organisierte die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Medienkompetenzzentrum und der dortigen Volkshochschule. Sie fand von 10.00 Uhr bis 13.30 Uhr in der Stadtbibliothek im MedienHaus am Viktoriaplatz statt und war ein großer Erfolg. Im Vorfeld haben wir gerätselt, wieviele Interessierte denn kommen würden. Das es dann neunzig sein würden, hatten wir uns in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt (die kreisfreie Stadt Mülheim an der Ruhr hat – Stand: 31.12.2014 – 167.108 Einwohner).

Der Bericht von Wolf-Dieter findet sich hier. Man sollte sich auch das Ergebnis der Evaluation des LPD anschauen.

Zwei Wünsche von Besuchern, die an mich herangetragen worden sind: Ein Besucher drückte – sicherlich für manchen anderen mit – den Wunsch nach einen regelmäßigen Treffen zum Lernen und zum Erfahrungsaustausch aus. Ein anderer wünschte sich eine CryptoParty.

Interessant war auch, dass die meisten Besucher der älteren Generation angehörten.

Auch Wolfgang Romey, der im Bereich “Sicherer Bewegen im Internet” Tipps zum anonymen und unbelästigten Browsen im WWW gab, hat sich hier und dort Gedanken zu den Gründen dieses Erfolges gemacht.

Nachtrag: Inzwischen ist bekannt geworden, dass Wolf-Dieter und Wolfgang versuchen werden, den Wünschen der Besucher gerecht zu werden. Bereits am 26.11. werden sie Interessierten Gelegenheit geben, in kleinen Gruppen mit sachkundiger Unterstützung GNU/Linux zu installieren. Und im nächsten Jahr werden regelmäßige monatliche Treffen stattfinden.

Dies wird also wohl nicht der letzte “Bericht aus Mülheim” sein.