Willkommen auf Planet Chaosdorf! Wir sammeln hier alle Blogs, die für uns irgendwie interessant sind – meist von Personen oder Organisationen aus unserem Umfeld

25.05.2015

dictvm - Höhere skalierte Retina-Auflösung unter Mac OS X

Seit Apple seine HiDPI-Retina-Displays verkauft, kommt Mac OS X mit einer netten Funktion daher, um durch geringe Einbussen in der Bildqualität mehr Platz auf dem Display zu haben. Dadurch wird schlichtweg eine Auflösung jenseits der nativen Display-Auflösung "off-screen" dargestellt, um sie dann wiederum auf dem tatsächlichen Display herunter zu skalieren. Das geht zu Lasten der Bildqualität, aber auch der Grafik-Leistung, da jede Textur die das User Interface benötigt, in einer höheren Auflösung vorgehalten werden muss.

Der Vorteil ist, dass auf dem Display eines 13" Macbook Pro mit einer Retina-Auflösung von 1280x800 (nativ: 2560x1600) skalierte Auflösungen von 1440x900 (off-screen: 2880x1800) bzw. 1680x1080 (off-screen: 3360x2160) einstellbar sind. Beim 15" Macbook Pro gesellt sich noch 1920x1200 (off-screen: 3840x2400) hinzu. Mac OS X stellt das wie folgt dar:

Auf meinem 15" Macbook Pro bin ich mit der höchsten Skalierungsstufe recht zu frieden, auf dem 13" erscheinen mir UI-Elemente auf der höchsten Stufe (die, wie wir eben gelernt haben, bei 1680x1080 liegt) aber noch etwas zu groß.Mein Early Adopter Late 2012er-Modell performt aufgrund der Intel HD4000 ohnehin nicht mehr so so gut. Also dachte ich mir: Irgendwie wird man OS X ja wohl noch 3840x2400 als Auflösung unterjubeln können, die dann auf 1920x1200 skaliert wird.

Ich sollte Recht behalten und bin auf das Tool SwitchResX gestoßen. Das ist zwar Shareware, wir brauchen es aber ohnehin nur einmal und für 10 Tage steht uns der volle Funktionsumfang zur Verfügung. Nach der Installation der Preference Pane (es reicht, es als User nach ~/Library zu installieren, wenn danach gefragt wird) tragen wir noch unsere Wunsch-Auflösung nach. Das soll im Falle des 13" Macbook Pro also 3840x2400 sein:

Daraufhin braucht es einen Reboot. OS X verbirgt allerdings die Auflösung weiterhin vor uns, schließlich gibt es keine weitere Option in den Display-Settings. Wir brauchen dafür ein weiteres Tool, nämlich Retina DisplayMenu von phoenixdev. RDM nutzt laut des Disassemblers keine auffälligen APIs die auf Funktionen jenseits der versprochenen Änderung der Display-Auflösung hindeuten. Nach dem Start wählen wir im Menü nun 1920 x 1200 (HiDPI) aus und schon läuft der Desktop in der gewünschten skalierten HiDPI-Auflösung:

Ich habe bisher keine Nachteile feststellen können. Die Performance hat sich nicht spürbar verschlechtert und auch Schriften sehen weiterhin nicht ausgefranst aus. Dafür habe ich nun deutlich mehr Platz auf dem Display. Ich werde nun im Auge behalten, wie sich die neue Auflösung auf die ohnehin eher knappe Akkulaufzeit auswirkt.

dictvm - Höhere skalierte Retina-Auflösung unter Mac OS X

Seit Apple seine HiDPI-Retina-Displays verkauft, kommt Mac OS X mit einer netten Funktion daher, um durch geringe Einbussen in der Bildqualität mehr Platz auf dem Display zu haben. Dadurch wird schlichtweg eine Auflösung jenseits der nativen Display-Auflösung "off-screen" dargestellt, um sie dann wiederum auf dem tatsächlichen Display herunter zu skalieren. Das geht zu Lasten der Bildqualität, aber auch der Grafik-Leistung, da jede Textur die das User Interface benötigt, in einer höheren Auflösung vorgehalten werden muss.

Der Vorteil ist, dass auf dem Display eines 13" Macbook Pro mit einer Retina-Auflösung von 1280x800 (nativ: 2560x1600) skalierte Auflösungen von 1440x900 (off-screen: 2880x1800) bzw. 1680x1080 (off-screen: 3360x2160) einstellbar sind. Beim 15" Macbook Pro gesellt sich noch 1920x1200 (off-screen: 3840x2400) hinzu. Mac OS X stellt das wie folgt dar:

Auf meinem 15" Macbook Pro bin ich mit der höchsten Skalierungsstufe recht zu frieden, auf dem 13" erscheinen mir UI-Elemente auf der höchsten Stufe (die, wie wir eben gelernt haben, bei 1680x1080 liegt) aber noch etwas zu groß. Mein Early Adopter Late 2012er-Modell performt aufgrund der Intel HD4000 ohnehin nicht mehr so so gut. Also dachte ich mir: Irgendwie wird man OS X ja wohl noch 3840x2400 als Auflösung unterjubeln können, die dann auf 1920x1200 skaliert wird.

Ich sollte Recht behalten und bin auf das Tool SwitchResX gestoßen. Das ist zwar Shareware, wir brauchen es aber ohnehin nur einmal und für 10 Tage steht uns der volle Funktionsumfang zur Verfügung. Nach der Installation der Preference Pane (es reicht, es als User nach ~/Library zu installieren, wenn danach gefragt wird) tragen wir noch unsere Wunsch-Auflösung nach. Das soll im Falle des 13" Macbook Pro also 3840x2400 sein:

Daraufhin braucht es einen Reboot. OS X verbirgt allerdings die Auflösung weiterhin vor uns, schließlich gibt es keine weitere Option in den Display-Settings. Wir brauchen dafür ein weiteres Tool, nämlich Retina DisplayMenu von phoenixdev. RDM nutzt laut des Disassemblers keine auffälligen APIs die auf Funktionen jenseits der versprochenen Änderung der Display-Auflösung hindeuten. Nach dem Start wählen wir im Menü nun 1920 x 1200 (HiDPI) aus und schon läuft der Desktop in der gewünschten skalierten HiDPI-Auflösung:

Ich habe bisher keine Nachteile feststellen können. Die Performance hat sich nicht spürbar verschlechtert und auch Schriften sehen weiterhin nicht ausgefranst aus. Dafür habe ich nun deutlich mehr Platz auf dem Display. Ich werde nun im Auge behalten, wie sich die neue Auflösung auf die ohnehin eher knappe Akkulaufzeit auswirkt.

24.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #214

Armut

Asyl

Autismus

Hawkeye @h4wkey3
Wenn Autismus nur eine Modediagnose ist, bin ich dann eigentlich Fashionblogger?

23:13 – 22. Mai 2015

Computersicherheit

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Leistungsschutzrecht

LGBTI

Nazis

Netzneutralität

Polizeigewalt

Schule

Spam

Sterbehilfe

Tarifeinheitsgesetz

Verkehrspolitik

Vorratsdatenspeicherung

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23.05.2015

forschungstorte - Kleine Gesten die nicht viel kosten können immens viel bewirken. Auch wenn sie ausbleiben.

Es muss von vornhinein klargestellt werden, dass dieses von mir thematisierte Verhalten nicht von böswilliger innerer Gemeinheit und Mordor kommt. Vielmehr sehen diejenigen Leute die so handeln oder eben nicht handeln, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Ich möchte euch wieder den Wald zeigen.

Bei aller nüchterner Betrachtung, ist es trotzdem schwer für mich auch das eigene Erleben aussen vor zu lassen. Ich gehe davon aus, dass es einige Menschen in unseren Reihengibt, die nie was gesagt haben sondern leise oder laut ihre Flinte ins Korn warfen und gingen. Für immer.

Ich bleibe und sage lieber was. Ohne Shitstorm.

Liebe Piraten die ihr wollt, dass noch Leute aus eigenen Reihen bei Veranstaltungen/Demos/Whatever mitmachen, für dei Sache brennen und lust drauf haben nach (wie bei mir) sechs Jahren Ehrenamt, Herblut und Freude, Tränen und Druchhalten - dann muss, gerade von Piraten die eine expornierte Rolle inne haben, auch Wertschätzung kommen.

Das muss kein Blumenstrauß mit Festrede sein. Ein kleines Danke per Twitter, ein persönliches "Ey, ich weiss du hast das schon ewig gemacht, und ich weiss das. Danke." Das kann auch unter vier Augen oder per Mail geschehen. Sogar per Fax.

Diese Wertschätzung ist nicht Egostreicheln für die, die das empfangen (könnten?!). Es ist der Schmierstoff für Loyalität und Motivation weiterzumachen. Weil sie ihre Tätigkeiten selbst für selbstverständlich sehen und so weitermachen wollen. Aber auch der motivierteste Mensch will mal ein Danke. Ein "Schön, dass es dich gibt und was du für uns in den Jahren gemacht hast."

Aber wenn man von aussen für selbstverständlich genommen wird, auch wenn man sich schon für manche Dinge 5 Jahre lang Beine ausreisst, dann kommt irgendwann mal der Moment in der man selbst gerne motiviert sein möchte weil einem noch was an der Sache liegt, doch fällt man in ein Loch.

Und die Mentalität "Komm klar, jeder trägt sein Päckchen und mach weiter."* ist ein Sargnagel für jede Motivation und postive Veränderung. Denn so hätte man gar nicht erst gemeinsam was anpacken sollen.


Und zum Schluss möchte ich verstanden wissen, dass dieser Text dazu dienen soll, Selbstreflexionen anzuregen und ein sehr unangenhemes Problem anspricht. Wer damit shitstormen (egal ob im Sinne des Textes oder dagegen) geht, hat nichts verstanden.


* Dies ist ein Spruch den ich an diversen Stellen an mich und andere adressiert gehört und gelesen habe. Hiermit ist kein spezifischer Mensch gemeint sondern eine Denkweise, eine Situation die viel kaputt macht.

[Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten.]

19.05.2015

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 20.05.2015

Am Mi. den 20. Mai trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema: C++ Kochkurs, Detlef Wilkening “kocht” mit euch live ein C++ Programm!

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

18.05.2015

Michael Stehmann - Fellowshiptreffen bei der C3S

Im April 2015 fand das Fellowshiptreffen einmal nicht im Chaosdorf, sondern in den Räumen der Cultural Commons Collecting Society SCE mit beschränkter Haftung (C3S), Heyestr. 194, 40625 Düsseldorf, statt. Hierbei handelt es sich um das ehemalige Bahnhofsgebäude des (Düsseldorf-)Gerresheimer Bahnhofes; es ist also mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar. Auch Parkplätze fanden sich noch.

Statt des ursprünglich geplanten Vortrages stand, wegen krankheitsbedingter Verhinderung von Jan Ulrich, ein Vortrag von Werner zu GnuPG auf dem Programm.

Es fand sich sich wieder ein zweistelliger Teilnehmerkreis ein, in dem auch die Frauen gut vertreten waren.

Zunächst fand eine Vorstellungsrunde statt. Dann berichtete in einem “Vorvortrag” m.eik vom Stande der Bestrebungen der Cultural Commons Collecting Society zur Erlangung des Statutes einer Verwertungsgenossenschaft. Auch über ein technisches Projekt der Genossenschaft, welches in Freie Software münden wird, konnte er uns einiges erzählen.

Als exklusive Neuigkeit erfuhren die Teilnehmer außerdem von der geplanten Neuauflage des OpenMusicContest im Sommer 2015. Von 2005 bis 2008 gab es die ersten vier Auflagen dieses Wettbewerbes, welche noch in guter Erinnerung sind und viel zur Bekanntheit der CreativeCommons-Lizenzen in Musikkreisen beigetragen haben. Nach längerer Pause soll es nun eine fünfte Auflage geben.

Hauptvortrag war jener von Werner Koch, Mitgründer der FSFE, unter dem Titel “Wissenswertes über GnuPG 2.1″.

GnuPG existiert inzwischen seit 17 Jahren und ist nicht nur in der Unixwelt ein alter Bekannter. Der Vortrag beschrieb einige der Neuheiten, die mit Version 2.1 eingeführt wurden. Vor allem ging er auf die folgenden drei Punkte ein:

Remote Use: Ein wesentliches Bestreben bei der Entwicklung der 2er Version war der verbesserter Schutz des privaten Schlüssels. Mit 2.1 ist es nun möglich GPG (für OpenPGP) oder GPGSM (für S/MIME) auf einem Server einzusetzen jedoch die Schlüssel auf dem eigenen Desktop zu belassen oder dort auch Smartcard basierte Schlüssel zu verwenden. Dieses Feature ist immer dann interessant, wenn große Datenmengen auf einem Server zu entschlüsseln oder zu signieren sind.

SSH: Obgleich schon seit vielen Jahren vorhanden, ist die plattformübergreifende SSH-Agent-Implementation in GnuPG eher noch ein Geheimtip. Das sollte sich ändern.

ECC: Seit Jahren ist bekannt, dass das RSA-Verfahren für zukunftssichere Verschlüsselung nicht mehr ausreichen wird, da die Schlüssel zu groß und damit zu langsam werden würden. Alle Public-Key basierten Protokolle migrieren deswegen langsam hin zu elliptischen Kurven. Der Vortrag erläuterte, welche Varianten und Kurvenparameter in GnuPG implementiert worden sind.

Er bot auch denen, und das war wohl die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die GnuPG alltäglich beim Verschlüsseln und Signieren ihrer Mails einsetzen, noch interessante neue Informationen.

Auf eine spintane Aufforderung hin hat dann noch Frank – nur mit Stift und Clipboard – den Anwesenden die Mathematik elliptischer Kurven und ihre kryptologische Anwendung erläutert. Dies geschah so, dass tatsächlich alle verstanden, worum es ging.

Es gab also insgesamt drei interessante Vorträge an einem Abend, davon zwei recht spontan. Lediglich Werner konnte sich ein wenig vorbreiten. Dies mag man als Beleg für die Qualität des Teilnehmerkreises unserer Treffen werten. Danke an Werner für die Bereitschaft “einzuspringen”.

Uns gefiel es erklärtermaßen in den Räumen der C3S so gut, dass wir sicherlich wiederkommen werden.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 27.05.2015 ab 19:30 Uhr allerdings wieder im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt.

Das Thema wird noch bekannt gegeben.

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

17.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #213

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Dagger-Komplex

Depression

Elektronische Gesundheitskarte

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

Kriegsfolgen

Nazis

Netzneutralität

Netzzensur

Osama bin Laden

Qualitätsjournalismus

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Whistleblower

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10.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #212

Asyl

Autismus

Computersicherheit

Datenschutz

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

LGBTI

Qualitätsjournalismus

Todesstrafe

Überwachung

Verschlüsselung

War on Terror

Ganz zum Schluß

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03.05.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #211

Armut

Autismus

Bedingungsloses Grundeinkommen

Computersicherheit

Datenschutz

Geheimdienste

Hartz IV & Co.

LGBTI

Nazis

Netzpolitik

Pressefreiheit

Scharlatanerie

Sexarbeit

Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

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01.05.2015

Frosch - Kommentar-Plugin für GNUsocial jetzt auch in deutsch

Um bei Freier Software zu helfen, muß man kein Programmierer sein. Ich habe heute „mal eben“ die Sprachdatei für ein nettes WordPress-Plugin übersetzt, das ich hiermit auch gleich mal teste. Das Plugin heißt WP-GNUsocial und ermöglicht es, mit neuen Blogartikeln direkt unter dem eigenen Account einen Beitrag auf einer GNUsocial-Instanz zu posten. Umgekehrt werden dort veröffentlichte Kommentare zu diesem Beitrag auf das eigene WordPress kopiert und erscheinen auch dort.

Das Plugin bräuchte allerdings noch mehr Übersetzungen! Wer sich also dazu berufen fühlt, darf gern weitere Sprachen anbieten. Der Haken ist nämlich, wenn die Sprache des Blogs selbst nicht als Sprachdatei für das WP-GNUsocial vorliegt, wird automatisch Esperanto gewählt, was ich etwas, ähm, unglücklich finde.

Die Übersetzung geht recht einfach, die Sprachdatei hat auch nur etwa 4 kB. Wenn man fertig ist, kann man die neu erzeugte .po-Datei (unter Linux) entweder mit einem Tool namens msgfrmt msgfmt (in gettext) erzeugen oder das Angebot unter po2mo.net nutzen. Ich habe erstmal die zweite Variante gewählt, weil ich das Tool bei mir im Repo nicht gefunden habe.

Die deutschen Sprachdateien liegen auch hier:

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29.04.2015

Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 3

Wir hatten am Abend zuvor vereinbart, ein wenig später anzufangen und dafür früher, nämlich um etwa 14:00 Uhr, aufzuhören. Meine Idee war’s nicht, ich hätte gern noch durchgezogen.

Für mich wurde es morgens aber sowieso ein wenig später, weil ich mein Gepäck gleich mitnahm und dann erst einmal zum Bahnhof Wilhelmshöhe fuhr, um es dort einzuschließen. Für die Rückfahrt nach Hause hatte ich mir bereits am Donnerstag direkt nach der Ankunft ein Bahnticket gezogen und eine Reservierung gleich dazu; um 19:00 Uhr sollte ein durchgehender InterCity fahren.

Da ich dann auch noch fast eine halbe Stunde auf die nächste Straßenbahn zum KongressPalais warten mußte, war ich erst gegen 11:00 Uhr dort.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Wir haben gerade Besuch vom Ordnungsamt (Gewerbeaufsicht), der mußte in der Halle kontrollieren. #nospiritofhealth

11:35 – 26. Apr. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Der Gewerbeaufsichtsmensch meinte, sie hätten ihn nicht gerade liebgehabt. 😉 #nospiritofhealth

11:38 – 26. Apr. 2015

Allerdings erzählte er auch, die Veranstalter und Aussteller hätten sich peinlich genau an die Vorschriften gehalten. Er selbst kenne sich mit dem Zeug nicht aus, aber er fand es, sagen wir, nicht sonderlich überzeugend.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Insgesamt ist heute weniger los, ich schätze, ein Teil ist schon auf dem Heimweg. #nospiritofhealth

12:04 – 26. Apr. 2015

Es kamen immer mal wieder Leute mit Gepäck aus der Halle und stiegen in die Straßenbahn Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe. Die meisten dürften aber sowieso mit dem Auto gekommen sein; zur Halle gehört ein Parkhaus, und ich gehe davon aus, daß man von diesem Parkhaus aus direkt in die Halle kommt, ohne durch den Haupteingang zu müssen.

Ich glaube, eine kleine Bullshit-Welle hatten wir noch, aber so richtig war nichts mehr los. Und dann kam der Regen. Aber so richtig. In diesem Fall zum Glück waren wir nicht mehr so viele, so daß wir teils unterm Pavillon und teils unter einem Vordach ein wenig Schutz fanden. Es regnete etwa eine halbe Stunde lang wie aus Eimern.

Danach wurde der Abbau beschlossen. Ich hängte mein Smartphone noch so lange wie möglich an die USV des Konsumentenbundes, in der Hoffnung, daß es dann noch ein paar Stunden Strom haben würde, und nahm dann gegen 14:00 Uhr die weiterhin nur halbstündig verkehrende Straßenbahn zum Bahnhof Wilhelmshöhe.

Der Smartphone-Akku war an allen vier Tagen ein Problem gewesen. Obwohl er erst sieben Monate alt ist, hält er selbst bei sparsamer Nutzung keine 8 Stunden durch. Erst recht nicht, wenn ich, wie an diesen Tagen, wegen des hellen Tageslichts die Display-Beleuchtung höherdrehen muß, um das Display ablesen zu können. Da muß ich mir wohl mal einen Akku-Lader beschaffen.

Am Bahnhof Wilhelmshöhe ging ich erst noch einmal in den Asia-Express essen. Danach gönnte ich mir eine Foto-Tour durch die Kasseler Innenstadt.

Überhaupt, die Fotos sind dann erstmal hier bei Picasa zu finden: Kassel #nospiritofhealth 2015.

Über die gekaufte Reservierung war ich dann übrigens noch sehr froh, obwohl ich erst dachte, die sei mal wieder rausgeworfenes Geld. Dem IC 1952 fehlte nämlich ein Wagen, es war sehr voll. In weniger als 10 Minuten vor Einfahrt des Zuges wurde dieser dann auch mal noch eben von Gleis 9 auf Gleis 3 verlegt, was ich mit dem schweren Gepäck jetzt, sagen wir, nicht gerade lustig fand (ich hatte zwar das kaputte Luftbett zurückgelassen, dafür aber zwei ältere, gebrauchte Notebooks mitbekommen). Und schließlich war die Luft im übervollen Zug auch noch extrem stickig, weil die Lüftung offenbar nicht stark genug war.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Scheiße, Overload, keine Chance …

19:25 – 26. Apr. 2015

Ich saß zwar in einem Abteil, aber wir mußten wegen der schlechten Luft die Tür offen lassen. Und auf dem Gang stand eine Frau, die fast die ganze Fahrt über lautstark telefonierte. Overload galore! Strom hatte ich im Smartphone auch fast keinen mehr, so daß ich mir auch nicht die Kopfhörer überstülpen und Musik hören konnte. Erst nach Dortmund wurde es dann ein wenig besser.

Der Zug kam mit wenigen Minuten Verspätung in Düsseldorf an, und ich war wirklich froh, als ich alles meine fünf Stockwerke hochgeschleppt hatte und mich endlich ausruhen konnte.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Vergessen: Ein Pack Äpfel und eine 3er-Steckdose. Weggeworfen: Ein Luftbett mit Löchern. Eingesackt: Zwei übriggebliebene Notebooks.

23:58 – 26. Apr. 2015

Daß ich die Dreiersteckdose vergessen habe, ist dann doch etwas ärgerlich – das war nämlich meine letzte „freie“ Steckdosenleiste für unterwegs. Jetzt werde ich mir wohl wirklich mal neue kaufen müssen.

Was habe ich nun für Erkenntnisse mitgebracht?

  • Mit MMS-Jüngern, die einmal „überzeugt“ wurden, kann man nicht mehr diskutieren, und mit den in Rhetorik geschulten Vertrieblern sowieso nicht. Fakten und Statistiken interessieren beide nicht mehr, es sei denn, diese stützen ihre Behauptungen. Sie hören nicht mehr zu, sondern können nur noch wiedergeben, was ihnen eingetrichtert wurde.
  • Es ist auch ziemlich egal, ob man ihren Pseudo-Argumenten Fakten entgegensetzen kann oder nicht: Sie ignorieren sie ja sowieso. Es ist trotzdem hilfreich, sich vorher ein paar Sachen mal wenigstens durchgelesen zu haben.
  • Es ist verdammt schwer, sich nicht unwohl oder zumindest irritiert zu fühlen oder es gar zu ignorieren, wenn jemand wie ein Bulle beim Stierkampf auf einen losgeht, eine Körperhaltung an den Tag legt, als wolle er einen auf die Hörner nehmen und dabei auch bewußt in die Intimsphäre eindringt. Bei den MMS-Rhetorikern muß immer klar sein: Das ist Absicht, reine Einschüchterungstaktik, und es droht vor allem keine Gefahr.
  • Mein Bullshit-Detektor funktioniert (immer noch) hervorragend. Ob ich das dem Autismus zu verdanken habe, weiß ich nicht, ist aber auch so ziemlich egal.
  • Wau Holland sagte mal, wir bräuchten neben Lesen, Schreiben und Rechnen bereits ab der Grundschule ein weiteres Schulfach, nämlich Filtern und Bewerten von Informationen. Wir brauchen kritisches Denken in den Schulen statt fertig aufbereiteter Schulbücher, die das selbständige Denken quasi unnötig machen.
  • Menschen, die selbst MMS oder sonstwas an sich ausprobieren wollen, könnte man noch mit Rauchern gleichsetzen, die sich ebenfalls schädigen, weil sie meinen, daß das für sie irgendeine Art von Nutzen habe. Dasselbe Kindern anzutun, geht gar nicht. Wer seine Kinder, aus welchem Grund auch immer, mit MMS malträtiert und ihnen früher oder später den Darm zerlegt, gehört angezeigt und vor Gericht gestellt; die Kinder gehören ihnen weggenommen. Wer dazu anstiftet, gehört ebenfalls vor Gericht gestellt.

Das war’s erstmal. Wenn mir noch was einfällt, auffällt oder wenn Ergänzungen oder Korrekturen kommen, kann ich die ja noch als Updates in die Artikel pappen.

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28.04.2015

Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 2

Der Samstag war der anstrengendste Tag, aber wir waren auch ein paar mehr Leute am Stand, wenn auch leider immer noch zu wenige. Verstärkung bekamen wir vor allem von Sam Becker (@tageshauscaos), die offenbar im Umgang mit MMS-Jüngern schon sehr geübt ist. Ihren Bericht kann man hier nachlesen: Spirit auf bullshit in kassel. Außerdem hatte die GBS diesmal noch einen gut ausgestatteten Transporter dabei, und es gab jetzt auch zwei Klappstühle für uns zum Hinsetzen.

Für mich begann der Tag mit Kopfschmerzen, die vom überlasteten Nacken hochgezogen waren. Ich wußte ja schon, warum ich das Luftbett mitgenommen hatte …

Wir standen ab 9:30 Uhr auf der Matte und warteten dann mal auf die erste „Bullshit-Welle“, wie ich die Kongreß-Pausen bezeichnete, wenn uns die MMS-Jünger überfielen und zutexten oder gar einschüchtern wollten.

Am ersten Tag war mir nur ein einzelner Fotograf mit einer großen DSLR aufgefallen, den ich nicht zuordnen konnte, und ansonsten war ja auch noch das „alternative“ Filmteam da gewesen. Ab Samstag jedoch wurden wir dann ganz offen abfotografiert, also nicht nur der Stand als ganzes, was ja legitim gewesen wäre, sondern auch Nahaufnahmen von Einzelpersonen. Ohne zu fragen, natürlich.

Irgendwann vormittags tauchte dann ein Mensch vom Kasseler Gesundheitsamt auf. Er unterstützte uns mit Argumenten und hörte vor allem sehr genau zu, was die MMS-Jünger so erzählten.

Irgendwann so kurz nach 12:00 Uhr erblickte ich dann eine kleine, resolute Frau mit einem Badge „Orga-Team“ vor unserem Stand, die aufgeregt auf Guido einredete. Sie tat unglaublich wichtig und wirkte sehr „aufgesetzt“; ich glaube, der Ausdruck „Drama-Queen“ paßt hier ganz gut. Die Orga-Frau regte sich fürchterlich und sichtbar künstlich darüber auf, daß wir als Anschauungsmaterial eine große Flasche WC-Reiniger auf einem Tisch stehen hatten.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Frau vom Orga-Team findet uns unverschämt und würde am liebsten die Polizei rufen. #nospiritofhealth

12:20 – 25. Apr. 2015

Ich bekomme es nicht mehr wörtlich zusammen, aber sie sagte sinngemäß, das sei unverschämt, weil wir damit ihre Kunden dazu animieren würden, statt des „guten MMS“ einfach den WC-Reiniger zu trinken. (Mir stellte sich die Frage, was das über ihre Einschätzung der Denkfähigkeit ihrer Kunden aussagt.) Wenn wir an ihrem Heimatort wären, würde sie die Polizei rufen und uns anzeigen, jawoll! Als sie merkte, daß sie mit dieser „Drohung“ nur ein freundliches Lächeln und die Aufforderung erntete, das doch bitte zu tun, schwenkte sie um und meinte nur noch, ihr Anwalt werde die Angelegenheit genauestens (!!!) prüfen.

Mela Eckenfels @Felicea
@AtariFrosch Ist der denn noch nicht mit der Abmahnung ausgelastet? *an die Decke schau* @QuerDenkender

14:31 – 25. Apr. 2015

Gemeint ist wohl diese Sache hier: Spirit of Health – Falsche Titel und echte Quacksalber.

Ich glaube, dieser anwaltlichen Prüfung können wir ziemlich gelassen entgegensehen. 😉

Andere Menschen von unserem Stand hatten beobachtet, daß diese Orga-Frau regelrecht zu kontrollieren schien, was ihre Kunden bei uns so treiben, damit sie auf gar keinen Fall auf die Idee kommen, MMS & Co. anzuzweifeln. Außerdem schien sie ihre Kunden dazu zu drängen, wieder in den Saal zurückzugehen. Mir war das entgangen, denn ich hatte die Orga-Frau nur im Blick gehabt, während sie uns mit Polizei und Anwalt drohte.

Ich muß da irgendwie an Kaffeefahrten denken. Da werden die Gäste von den veranstaltenden Vertrieblern meist an abgelegene Orte gebracht, an denen es sonst nichts gibt, keine Läden, keine Sehenswürdigkeiten, damit die Kunden auch ja nicht weglaufen, sondern an der „freiwilligen“ Verkaufsveranstaltung teilnehmen …

Atari-Frosch @AtariFrosch
Manche Kongressteilnehmer kommen mit einer total aggressiven Haltung, die Körpersprache kann sogar ich lesen. #nospiritofhealth

12:26 – 25. Apr. 2015

Daran mußte ich mich wirklich erst gewöhnen. Einige Leute kamen mit deutlich vorgebeugtem Oberkörper daher und versuchten, sogar über die Tische hinweg, in die Intimsphäre ihrer Gegner einzudringen. Wir mußten nach jeder Bullshit-Welle die Tische wieder um ein Stück nach außen rücken, weil sie uns die quasi entgegengeschoben hatten.

Ich habe gerade bei fremden Personen sonst große Probleme mit dem Lesen von Mimik, Gestik und Körperhaltung, und Augen kann ich ja gar nicht; aber diese aggressive Haltung war so klar, daß selbst ich es erkennen mußte und das auch nicht ignorieren konnte. Aber genau das muß man in so einem Fall: Diese Körpersprache ignorieren, damit man sich auf den Inhalt ihrer Aussagen konzentrieren kann. Und obwohl mir das klar war, fühlte ich mich unwohl, wenn solche Leute bei uns auftauchten – was ja wohl durchaus beabsichtigt war.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Lustig auch, daß sie immer wieder ihr eigenes Kamerateam dabei haben. #nospiritofhealth

12:33 – 25. Apr. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Vermute, sie verwenden die Aufnahmen u.a. für ihre Rhetorik-Schulungen. Denn einige sind erkennbar geschult. #nospiritofhealth

12:37 – 25. Apr. 2015

Ja, es wurde weiterhin fleißig gefilmt und aufgezeichnet, aber immer nur dann, wenn einer ihrer geschulten Rhetoriker bei uns aufschlug. Oder andersrum: Am Kamerateam konnte man praktisch erkennen, daß sie uns mal wieder einen ihrer „Profis“ geschickt hatten.

Ich trug die ganze Zeit über ein leuchtend orangefarbenes Piraten-Shirt über meinem Hoodie und wurde auch ein paarmal drauf angesprochen. Ich weiß nicht mehr sicher, ob das am Samstagvormittag oder schon am Freitag gewesen war, daß mich ein (scheinbar gemäßigter) Kongreßbesucher fragte, wie denn die Piratenpartei zu MMS und Alternativmedizin stünde. Ich erklärte, daß ich als Basismitglied natürlich nicht für die Piratenpartei insgesamt sprechen kann, aber daß ich bislang nur negative Äußerungen vernommen habe.

Und dann kam am Samstagnachmittag der hier:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Hier behauptet einer, er sei Pirat aus Island und sie würden dort für MMS kämpfen. Hat da jmd was? #nospiritofhealth

14:36 – 25. Apr. 2015

Seinen Namen hatte mir der ca. 50jährige, große, schlanke, bärtige Mann nicht genannt. Er sprach Englisch, anfangs mit einem starken Akzent, den ich nicht identifizieren konnte, aber im Laufe des Gesprächs war sein Englisch plötzlich überwiegend akzentfrei. Der Akzent kam nur zwischendurch vereinzelt zurück – als ob er sich dran erinnerte, daß er ja eigentlich mit Akzent sprechen wollte.

Zunächst stellte er sich als isländischer Pirat vor und sprach über die guten Umfragewerte der Piratenpartei in Island, und daß man derzeit bei 50 % stünde (ich hab’s nicht nachgesehen). Dann wechselte er das Thema. Er wundere sich darüber, so meinte er, daß die deutsche Piratenpartei MMS und Alternativmedizin ablehnen würde, denn die isländische Piratenpartei würde beides unterstützen und dafür kämpfen, daß solche Behandlungsmöglichkeiten zugelassen würden. Die dortige Parteivorsitzende, Birgitta Jónsdóttir, würde selbst MMS nehmen und es auch ihren Kindern geben.

Ich schrieb eben, daß ich Mimik und Körpersprache nicht gut lesen kann. Aber ich kann bisweilen sehr gut Ausstrahlungen von Menschen wahrnehmen. Und obwohl er längst nicht so aufgesetzt wirkte wie die Orga-Frau vorher, gefiel mir seine Ausstrahlung nicht. Etwas wirkte falsch.

Er verwickelte mich in ein Gespräch über das Thema Natrium(hypo)chlori[t|d] und behauptete, ich würde auf einer größeren Website Studien zur Wirksamkeit als Medikament finden, ich müsse nur nach „chlorine“ und noch irgendwas suchen. Zum Glück sprang Christian in die Bresche und nahm mir den Mann quasi ab. Ich bin ja eigentlich recht flüssig in Englisch, fühlte mich aber so in die Enge getrieben, daß mir einfachste Vokabeln nicht mehr einfielen. Ich muß auch zugeben, daß ich zwar am Rande schon über diese Argumentation gelesen, mich aber noch nicht darin vertieft habe.

Auf die indirekte Anfrage auf Twitter hatte ich leider keine verwertbare Antwort bekommen. Also suchte ich mir später den Account von Birgitta und fragte halt einfach mal direkt:

Atari-Frosch @AtariFrosch
@birgittaj Hi from Germany. Last weekend a guy claiming to be an Icelandic pirate told me that you would use & promote MMS. True?

22:32 27. Apr. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
@birgittaj I think that guy is a liar, but before I write that to a blog article I want to be sure. MMS = Miracle Mineral Solution

22:32 27. Apr. 2015

Birgitt? Jónsdóttir @birgittaj
@AtariFrosch never heard of it, so you are totally right, it is a lie.

07:51 28. Apr. 2015

Ach. Hab ich doch mal wieder das richtige Bauchgefühl gehabt.

Vielleicht sehe ich das ein wenig zu egozentrisch, aber ich habe das Gefühl, man hat mir den Typen gezielt geschickt. Ob er wirklich in einer Piratenpartei ist, kann ich ja nicht nachprüfen. Ich hatte eher den Eindruck, er hatte sich eher oberflächlich über die isländische Piratenpartei informiert, um einen Anknüpfungspunkt zu haben. Auf der Website der isländischen Piratenpartei findet sich deren Kernprogramm (Core Policy), in welchem das Thema Gesundheit überhaupt nicht vorkommt. Sehr wohl aber das Thema kritisches Denken. :-)

Ich hatte sowieso generell das Gefühl, daß den Predigern dort nicht so klar ist, wie schnell man sich im Internet eine Information beschaffen kann. Hatte dieser Pseudo-Pirat wirklich geglaubt, ich ließe mich, ohne mich weiter zu informieren, auf seine Behauptungen ein? Oder ging das eher so nach dem Motto: Vielleicht glaubt sie ja nicht alles, aber etwas könnte ja hängenbleiben? Überzeugend fand ich seinen Auftritt jedenfalls nicht. Letztendlich hatte er nur die gleichen Pseudo-Argumente drauf wie alle anderen.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Menschen reden laut. Manche meinen wohl, das verstärke ihre Nicht-Argumente. #nospiritofhealth

14:55 – 25. Apr. 2015

Natürlich wird es an einem Infostand auch mal lauter, aber laut wurden nach meiner Beobachtung eigentlich nur die Rhetorik-Profis. Zwischendurch hatte ich schon Sorge, in einen Overload zu rutschen. Außerdem hatten wir, wie schon eingangs erwähnt, noch ein anderes Problem:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Wir könnten hier noch bullshit-feste Leute vor Ort gebrauchen. #nospiritofhealth

14:58 – 25. Apr. 2015

Wir waren wirklich zu wenige, damit war es kaum möglich, mal eine Pause zu machen. Mit mehr Leuten hätten sie uns wohl nicht in jeder Pause so dermaßen überrennen können, denn irgendwann wären ihnen mal die Rhetoriker ausgegangen. Schon schade, daß sich nicht mehr Leute dazu aufraffen konnten, unseren Stand zu verstärken.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Brauchte etwas Ruhe & fand ganz in der Nähe ein grünes Fleckchen mit Amselgesang. #nospiritofhealth

15:13 – 25. Apr. 2015

Amsel im Gras

Ja, und dann war der Punkt doch erreicht, an dem ich einfach mal von dem ganzen Trubel weg mußte. Neben dem Stand und der Straßenbahnhaltestelle führte eine Straße bergab, und ich folgte ihr, ursprünglich mit dem Ziel, einmal um den Block zu laufen. Unten am Ende dieser Straße fand ich jedoch ein schön ruhiges, grünes Plätzchen mit zwei Bänken vor, von wo aus man Amseln beobachten und ihrem Gesang zuhören konnte. Also blieb ich dort einfach mal ein halbes Stündchen sitzen, um meinen „Akku“ wieder aufzuladen.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Einer von uns war im Kalcker-Vortrag & sprach danach von Gehirnwäsche. #nospiritofhealth

17:03 – 25. Apr. 2015

Es waren sogar zwei aus unserer Gruppe drin gewesen, wie ich hinterher erfuhr. Und was beide zu berichten hatten, war wirklich total absurd. Die Betreiberin des Blogs Butterblumenland schreibt dazu:

Einer der führenden Verfechter von MMS-Einläufen an autistischen Kindern, fühlte sich jedenfalls dazu angeregt, in seinem Vortrag gleich mehrfach über die Kritiker zu lästern und sie herabzuwürdigen, was vom Publikum auch frenetisch bejubelt wurde.

Wenn jemand von seiner Sache überzeugt ist, müßte er das doch eigentlich nicht nötig haben, oder?

Bei MMS fahren sie wohl mittlerweile die gleiche Schiene wie bei der „Schwarzen Salbe“: Das Zeug könne krankes von gesundem Gewebe unterscheiden und würde nur das kranke angreifen:

Wie ich Kalcker verstanden habe, soll Chlordioxid automatisch die Krankheitsherde im Körper erkennen, da dort ein saures Milieu hersche, worauf hin das CLO2 seinen Sauerstoff abgeben und dieser seine Wirkung, “Giftstoffe” zu verbrennen, ausübe.

(Aus dem Kommentar von Peter Ofenbäck im Butterblumenland-Blog.)

Achso, der Herr Kalcker, das ist übrigens der hier: Andreas Ludwig Kalcker.

Noch ein bißchen mehr Absurdität gefällig?

Vielmehr wurde auf die ganz großen Emotionen abgezielt und dafür auch schwere Geschütze aufgefahren. So kamen nach und nach Menschen auf die Bühne, um sich hochemotional für angebliche Heilungserfolge zu bedanken. Eine angebliche Mutter eines autistischen Kindes war auch darunter. Ihr Sohn wäre dadurch endlich wieder “in die Welt zurückgeholt” worden.

Ebenfalls aus dem Artikel im Butterblumenland-Blog. – Bevor diese Bewunderungs-Show anfing, soll Kalcker noch gefragt haben, ob keine Presse oder Fernsehen (mehr) anwesend seien. Da kann man sich doch seinen Teil denken: Diese Show war ausschließlich für die Jünger, weil bei allen anderen klar war, daß sie erkennen, wie lächerlich das eigentlich ist.

Auch das Butterblumen-Blog zitiert die „Gehirnwäsche“ und schließt sich dieser Bewertung an.

Und nach solchen Vorträgen kamen dann die Kongreßbesucher heraus und trugen das, was sie gerade, ähm, gelernt hatten, als Argumentation bei uns vor. Es waren immer wieder dieselben Phrasen, immer wieder dieselben, längst widerlegten Behauptungen. Sie kamen zu uns und schienen das Zuhören verlernt zu haben, stattdessen konnten sie nur noch wiedergeben, was ihnen eingetrichtert worden war, und alles andere konnte für sie nur noch falsch sein. Das ist das klassische Verhalten von Sektenanhängern.

Um die Menschen, die darauf reinfallen, kann es einem ja schon irgendwie leid tun.

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Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 1

Christian und ich fuhren morgens zusammen zum KongressPalais, wo nach und nach Leute von der Giordano-Bruno-Stiftung und vom Deutschen Konsumentenbund auftauchten. Es wurden ein Pavillon und ein paar Klapptische aufgebaut; Sitzgelegenheiten gab es keine.

In der ersten Kongreßpause kamen dann die ersten Kongreßbesucher vorbei – nein, nicht, um sich zu informieren, sondern um uns zu erklären, daß wir ja alle keine Ahnung hätten.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Ein, ähm, Kongressteilnehmer am Infostand textet uns mit Quantenzeugs, diffamierender Presse & schlimmer Pharmalobby zu. #nospiritofhealth

11:23 – 24. Apr. 2015

Also: Die Presse diffamiert den Kongreß nur, wir sind alle von der Pharmalobby bezahlt, und außerdem ist Quantenphysik der neueste heiße Scheiß. Oder so. Ein danebenstehender, pensionierter Physiklehrer winkte nur ab: „Hört mir bloß auf damit!“

Der bösen Presse gaben wir mittlerweile ein paar Interviews: Den Hessischen Rundfunk habe ich gesehen, Hitradio FFH und ein Journalist von der HNA liefen bei uns herum. Außerdem tauchte noch ein Team von drei Jugendlichen auf, die ein Praktikum bei einem Bürgerradio oder so was ähnliches machten, und stellte auch Fragen.

Bevor sie in die Stadthalle ging, kam eine Frau zu uns, die sich selbst als „Aura-Arbeiterin“ bezeichnete (die Ausstrahlung von Menschen kann ich auch so wahrnehmen, aber mit einem so schönen Begriff klingt es halt interessanter). Sie deutete an, von der Veranstaltung in der Halle nicht so überzeugt zu sein, aber sie wolle es sich halt mal ansehen. Als sie später wieder herauskam, kam sie wieder zu uns und erzählte, es würde sich auch bei den Vorträgen um reine Verkaufsveranstaltungen handeln. Fragen seien nicht vorgesehen, Kritik nicht erlaubt.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Die Aura-Frau erzählte, daß sie nach der ersten Kritik-Äußerung zwei Security-Gorillas im Nacken gehabt hatte. #nospiritofhealth

18:23 – 24. Apr. 2015

Als sie dann an den Ausstellungsständen Infomaterial sammelte, habe sie eine Ausstellerin danach gefragt, welchen Beruf diese hätte. Die Ausstellerin sei daraufhin völlig ausgeflippt und habe sie verbal angegriffen, und ab diesem Zeitpunkt seien ihr, der Besucherin, ständig zwei Security-Männer nachgelaufen, bis sie die Halle wieder verlassen habe. Freundlicherweise hat sie uns dann ihre Tüte mit Info-Material überlassen: Ein ganzer Stapel Bullshit in gedruckter Form, mit ausführlichen Produktbeschreibungen und natürlich Preislisten.


Schwingungssprays

Die Aura

Der menschliche Körper ist von einem Energiefeld umgeben, das auch aurisches Ei genannt wird. Es schützt uns unter anderem gegen Eindringlinge aller Art (Erreger, Energien usw.)

Wir haben mit Hilfe der geistigen Welt drei Aura Sprays [sic!] entwickelt, die unser Energiefeld schützen und reparieren können.


Neben Sprays, Tees, Bädern und allerlei seltsamen, teils elektronischen Geräten gab es natürlich auch Bücher. Dabei sind auch solche über MMS und Schwarze Salbe, aber auch über Wunderpflanzen, Vitalpilze, eine „natürliche“ Anti-Baby-Pille, heilige Pflanzen und sogar über eine Pflanze der Unsterblichkeit. Veröffentlicht wurden diese Bücher wohl von kleinen, darauf spezialisierten Verlagen oder direkt vom Jim Humble Verlag.

Was uns die Humble-Anhänger so erzählten, war allerdings teilweise auch, ähm, sagen wir mal, abenteuerlich. Man könnte auch sagen, erfunden. Oder eben: gelogen.

Atari-Frosch @AtariFrosch
MMS-Jünger behauptet, es habe in 30 Jahren nur 5 Fälle von Vergiftungen gegeben, davon keiner tödlich. #nospiritofhealth

13:20 – 24. Apr. 2015

Behaupten kann man ja viel. Im ARD Morgen-Magazin heißt es in diesem Beitrag, daß allein die Giftnotrufzentrale Göttingen in den letzten Jahren 18 Notrufe im Zusammenhang mit MMS hereinbekommen hatte. Und es gab mindestens einen Todesfall: So berichtete der Examiner am 18. Januar 2011 vom Tod einer Frau im August 2009. Silvia Fink wollte sich mit MMS von den Folgen der Ölkatastrophe der „Deep Horizon“ heilen und starb – am MMS, nicht an den Folgen der Ölkatastrophe.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Eine Frau mit bayerischen Dialekt sagte, sie habe ihre 3 Kinder mit MMS von Autismus “geheilt”. Die Kids tun mir so leid #nospiritofhealth

13:54 – 24. Apr. 2015

Ich wurde später darüber belehrt, daß es ein österreichischer Dialekt gewesen sei. Die Bayern mögen mir das Versehen verzeihen.

Die Frau erzählte, ihr Sohn habe immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen und „zwei Wochen nach einer Impfung“ die Sprache wieder verloren. Und jetzt habe sie drei gesunde Kinder, dank MMS. Ob jetzt nur ein Kind oder alle drei autistisch gewesen sein sollen, blieb irgendwie offen.

Den Kopf gegen die Wand zu schlagen oder die Sprache zu verlieren sind Anzeichen von akutem Streß. Zumindest das zweite kann auch bei erwachsenen Autisten noch vorkommen.

Wenn ein autistisches Kind, das mit Einläufen traktiert wird, denen Bauchkrämpfe und Durchfall folgen, daraufhin mit solchen Verhaltenweisen aufhört bzw. sich bemüht, doch wieder zu sprechen, nimmt man ihm nicht den Streß, sondern erhöht diesen. Natürlich kann man auch einem autistischen Kind beibringen, daß es keine so gute Idee ist, mit dem Kopf gegen eine Wand zu schlagen. Dazu gehört aber auch, andere Möglichkeiten aufzuzeigen oder, wenn es noch andere kennt, diese anzuwenden. Nimmt man ihm aber das Stimming vollständig, dann bleibt – ein gebrochener Mensch, bei dem man auf die Depressionen oder andere Krankheiten nur warten kann.

Ich habe gerade über diese Frau ziemlich viel nachgedacht und bin zu folgenden Ergebnis gekommen:

  1. Die Frau wirkte rhetorisch geschult, ließ niemanden ausreden und wirkte insgesamt sehr angriffslustig.
  2. Möglicherweise ist ihre Geschichte vollständig erfunden und dient nur dazu, Mütter von wirklich autistischen Kindern dazu zu animieren, MMS zu kaufen und es an ihren Kindern anzuwenden.
  3. Wenn die Geschichte nicht erfunden war, dann hat sie uns gegenüber vermutlich eine Straftat zugegeben. Wenn sie erfunden war, dürften ihre Äußerungen immerhin noch eine Anstiftung zu einer Straftat sein.
  4. Es dürfte nicht ganz so grundlos gewesen sein, daß sie so extrem auf ihr Recht am eigenen Bild gepocht hat …

Kaum war die Frau weg, kam der nächste Kandidat – ein Dampfplauderer, wie er im Buche steht:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Ein anderer Typ hält uns Vorträge über Chemie (wie er sie sieht). #nospiritofhealth

13:56 – 24. Apr. 2015

Auf dem Thema Natriumhypochlorit, Natriumchlorit oder Natriumchlorid hackte nicht nur dieser Herr herum, aber er ganz besonders. Rhetorisch geschult wie ein Profi-Vertriebler auf Kaffeefahrt ließ er niemanden ausreden, wich Fakten ständig aus, konnte selbst nichts nachweisen („Gucken Sie doch nach!“), forderte aber für alle Gegenargumente sofort stichhaltige Beweise. Dabei stellte er sich auf den Standpunkt, was von „Big Pharma“ finanziert und/oder von „Massenmedien“, Wikipedia oder Psiram verbreitet wird, schon mal gar nicht stimmen könne. Auch das Argument, es käme nicht so sehr darauf an, wer eine Studie bezahlt, sondern, ob sie sauber durchgeführt worden war und ein ordentliches Peer Review durchlaufen hat, zählte für ihn nicht. Umgekehrt argumentierte (nicht nur) er, daß Studien mit Placebo-Gruppe ja gar nicht gingen, weil dann ja ein Teil der Studienteilnehmer nicht mit dem tollen neuen Medikament behandelt würden und dann vielleicht sogar sterben müßten.

Mich hat der Mensch an ein Erlebnis aus dem Zeitraum 1987/88 erinnert. Ich war ja nach meiner ersten Ausbildung erwerbslos geworden und hatte neben direkten Bewerbungen auch Anzeigen im SperrMüll, einer Zeitung für teils kostenlose Kleinanzeigen, geschaltet. Auf so eine Anzeige hin meldeten sich dann Herren, die mir eine Umschulung zur Finanzberaterin für den AWD anbieten wollten. Die einen gegen Geld, die anderen, ganz großzügig, kostenlos. Ich habe mich dann irgendwann mal überreden lassen, obwohl ich auch damals schon genau wußte, daß ich nicht zum Verkäufer tauge. In der dann besuchten Schulung hielt ich weniger als den ersten Vormittag lang durch. Fragen und Kritik, die ich anbrachte, wurden abgebügelt; ich müsse unbedingt ein bestimmtes Buch lesen, um zu verstehen. Bei mir schlug damals schon der Bullshit-Detektor an, obwohl ich das Wort noch gar nicht kannte. Das war alles so falsch und wirkte so gestellt und verlogen, daß es mich fast physisch abgestoßen hat. Und genau so fühlte ich mich auch an diesem Wochenende, aber ganz besonders bei diesem Herrn. Der hätte damals ganz genau in diese AWD-Schulung mit reingepaßt.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Mir kräuseln sich die Gehirnwindungen. #nospiritofhealth

13:59 – 24. Apr. 2015

Ich habe mich dann zeitweise in die „zweite Reihe“ zurückgezogen, weil das einfach nicht mehr zu ertragen war. Mit Dampfplauderern kann ich ja so schon nicht viel anfangen, weil ich die eigentlichen Informationen nicht mehr herausfiltern kann, wenn zu viel auf einmal kommt. Ich bekomme das dann einfach nicht mehr sortiert und kann damit auch nicht mehr adäquat reagieren – was aber wohl in diesem Fall auch Sinn der Übung ist.

Der Dampfplauderer hatte übrigens Begleitung: Solange er dastand und, ähm, „diskutierte“, also bestimmt eine halbe Stunde lang, wurden er und wir gefilmt. Zwischen ihn und seinen Gesprächspartnern auf unserer Seite – meist Guido Bockamp – wurde an einer langen Stange ein Mikrofon gehalten. Gefragt worden war vorher niemand, ob das genehm sei.

Heilende Nudeln

Unser Angebot: Heilige und heilende Nudeln, pastafaristische Medizin von der Kirche des Fliegenden Spaghetti-Monsters.

Das gleiche Kamerateam – ein Moderator, ein Kameramann und der Mikrofonhalter – baten mich später noch um ein Interview. Ich hatte mich bereits vorher als Autistin zu erkennen gegeben. Zunächst wollte ich allerdings wissen, für welchen Sender sie arbeiten. Die Antwort war ein verschwommenes „so alternative Medien“. Einen konkreten Sender konnten sie nicht nennen. Ich ließ mich halt mal drauf ein, so nach dem Motto, mal sehen, was da kommt.

Die Fragen waren schon ein Stück weit manipulativ, wenn auch nicht so massiv, daß ich direkt protestiert hätte. Offenbar hatten die Herren Erfahrung darin, wie weit sie gehen können, ohne daß ein Gesprächspartner das Interview direkt abbricht. Auf entsprechende Frage faßte ich nochmal zusammen, warum autistische Kinder bestimmte Dinge tun und was das bedeutet. Und natürlich, daß Autismus keine Krankheit ist und somit auch nicht geheilt werden muß. Der Moderator meinte, es sei ja vielleicht doch eine Krankheit, und sie würden „die Wahrheit“ suchen. Ahja.

Auch meine abschließende Frage, wann ich den Beitrag denn mal sehen könnte und wo, kam erstmal nur ein undeutliches „irgendwann, auch auf Youtube“. Der Mikrofonhalter schrieb sich schließlich meine Mailadresse auf und versprach, mich zu informieren, wenn der Beitrag online steht. Ich bin ja mal gespannt.

Nach dem Abbau lieh ich mir noch etwas Gaffa-Tape, in der Hoffnung, damit mein Luftbett zumindest notdürftig reparieren zu können. Leider scheiterte der Versuch, und ich mußte weiter auf dem harten Schlafsofa schlafen.

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Frosch - #nospiritofhealth Kassel 2015 – Tag 0

Manchmal glaubt man ja, man hat alles erlebt und gesehen, und dann … ja, dann stehst Du an einem Infostand in Kassel gegenüber einer Veranstaltung, die sich „Spirit of Health“ nennt, und erlebst den Gipfel der Absurdität. Ich versuche, die Eindrücke, die ich gesammelt hatte, mal ein bißchen zu sortieren, aber ich glaube, das kann man eigentlich gar nicht erzählen, das muß man erlebt haben.

Der Reihe nach: Im Januar war ja da die Geschichte mit dem „Jim Humble Newsletter“, der mich und viele andere per E-Mail-Spam erreichte. Allein bei mir schlug das Teil – wie dort erwähnt, immer über chinesische Botnetze – bestimmt zwanzig Mal auf verschiedenen Adressen auf. Für mich war klar, daß ich mich dieser Veranstaltung entgegenstellen muß.

Weil Bahnstreiks angekündigt waren, fuhr ich 23., also Donnerstag, mit dem Fernbus nach Kassel.

Atari-Frosch @AtariFrosch
Angekommen in Kassel-Wilhelmshöhe. Erstmal Gepäck eingeschlossen & was zu essen bestellt.

17:07 – 23. Apr. 2015

Das asiatische Express-Restaurant im Bahnhof Wilhelmshöhe ist übrigens durchaus empfehlenswert.

Nach dem Essen unternahm ich einen Spaziergang zur Kasseler Stadthalle, um mich mit den Gegebenheiten schon einmal vorab vertraut zu machen. Dabei stellte ich fest, daß ich anhand der Karte die Entfernung vom Bahnhof Wilhelmshöhe zur Stadthalle ordentlich unterschätzt hatte – das sind dann doch drei Straßenbahn-Haltestellen, und ein Stück bergauf geht es auch noch.

Nach meiner Rückkehr zum Bahnhof studierte ich erst einmal den Liniennetzplan und erfuhr, daß ich auf dem Weg zu meinem Gastgeber, Christian Hachmann von den Kasseler Piraten, einmal umsteigen muß. Ich zog mir also einen Fahrschein und setzte mich in die nächste Straßenbahn für den ersten Teil des Weges. Die Anschluß-Straßenbahn fuhr mir an der Haltestelle Altmarkt/Regierungspräsidium dann prompt vor der Nase weg (15-Minuten-Takt). Wesentlich unangenehmer war aber eine Feststellung nach dem Auspacken:

Atari-Frosch @AtariFrosch
Luftbett hat unterwegs ein Loch bekommen. :-( (war noch völlig neu und gestern noch intakt …)

22:02 – 23. Apr. 2015

Es gab zwar ein Schlafsofa, aber das war relativ hart. Nunja, was tut man nicht alles für einen guten Zweck …

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25.04.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #210

Asyl

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

Depression

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Nazis

Netzneutralität

Qualitätsjournalismus

Rassismus

TTIP

Vorratsdatenspeicherung

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21.04.2015

Chaosdorf e.V. - Grillen oder Anderes

Chaosdorf und fnordeingang laden ein zum:

Grillen oder Anderes

am 2. Mai 2015
ab 12 Uhr
in Neuss am Rhein

Das GoA ist ein ganzer Tag voller interessanter Ideen, lustiger Bastelei
und gutem Essen. Wir bringen so viel Hackerspace auf die Rheinwiesen,
wie wir tragen können und laden euch zum gemeinsamen Spaßhaben ein. Los
geht’s ab Mittag mit Ballonflug und dann geht es weiter mit Programm bis
Abends. Dabei und danach wird gegrillt, gebastelt und gefeiert.

Macht mit!

Kommt zahlreich!

https://events.fnordeingang.de/goa/2015/wiki/GoA15

19.04.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #209

Asyl

Autismus

Computersicherheit

Depression

Ermittlungsbehörden

Geheimdienste

Geldverschwendung

Gesundheit

Hartz IV & Co.

LGBTI

Linux

Migration

Nazis

Netzneutralität

Verschlüsselung

Vorratsdatenspeicherung

Zwangsrouter

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17.04.2015

Michael Stehmann - “WLAN vor Ort

Freifunk und offenes Wlan in den Städten und Gemeinden” lautete der Titel einer Veranstaltung am Abend des 14.04.2015 im Landtag des beölkerungsreichsten Bundeslandes. Eingeladen zu einem “kommualpolitischen Ratschlag” in einen Sitzungssaal der Grünen hatte deren Abgeordneter Matthi Bolte, der auch die Veranstaltung in hervoragender Weise moderierte.

Zur Vorbereitung war vorab eine FAQ per Mail verschickt wurde. Und schon im zweiten Satz der Antwort auf die erste Frage, wurde der Betrieb der Router mit “Freier Software” (sogar mit großen “F” geschrieben) erwähnt.

Das Interesse vor allem, aber nicht nur Grüner Kommunalpolitiker war groß; die Runde des Sitzungssaales füllte sich.

Im Mitelpunkt des Abends aber standen die Freifunker. Vom “Freifunk Rheinland e.V.” war Reiner Gutowski gekommen, Philip Bernroth vom Freifunk Ruhrgebiet und Hans-jörg Etzler vom “Verkehrsverein Arnsberg e.V.”.

Und wer sich jetzt fragt, was der “Verkehrsverein Arnsberg” mit Freifunk zu tun hat – die Antwort folgt.

Zunächst wurden die Herren vorgestellt, die dann erklärten, was Freifunk ist und will. Inzwischen werden etwa 2500 Router vom Freifunk Rheinland e.V. betrieben und es werden immer mehr.

Interessant war der Bericht des Herrn Etzler über das Projekt des Aufbaus eines Freifunknetzes in Arnsberg durch die dortige Geschäftswelt. Freifunk und damit auch Freie Software ist im Sauerland somit auch außerhalb der Kreise von Hackern, Geeks und Nerds angekommen. Die soziale Verantwortlichkeit der Projektbeteiligten zeigte sich darin, dass auch das dortige Flüchtlicngsheim mit Freifunk versorgt wurde. Nachdem die von Herrn Etzler als verständlich bezeichneten Bedenken der Bewohner hinsichtlich einer Überwachung ihrer Kommunikation ausgeräumt werden konnten, zeigten diese sich in beeindruckender Weise dankbar für diese für sie sehr wichtige Kommunikationsmöglichkeit.

Dass der Freifunk überparteilich ist, zeigt sich darin, dass der Bürgermeister von Arnsberg, der der CDU angehört, den Freifunk Arnsberg stark unterstützt.

Gegenstand der anschließenden Diskussion waren vor allem Fragen der sogenannten Störerhaftung. Diese nahmen verständlicherweise aber leider einen breiten Raum ein. Auch wurde erörtert, ob der Betrieb eines Freifunkrouters mit Internetanschluss mit der Geschäftsbedingungen der Internetserviceprovider vereinbar sei, was in vielen Fällen bejaht werden kann. Im Übrigen gab es bisher wohl auch noch keinen Fall, in dem der Betrieb eines Freifunkrouters am “Veto” des Internetserviceproviders gescheitert wäre.

Angeregt wurde auch, Schulen mit Freifunk auszustatten.

Ein Grüner Kommunalpolitiker aus einer Stadt im Grenzgebiet zwischen Rhein- und Sauerland äußerte Bedenken gegen den Freifunk u.a. wegen der drohenden Gefahr für die Volksgesundheit durch die elektromagnetischen Wellen, die von den Routern ausgehen, und auch wegen der Suchtgefahren bei Kindern und jugendlichen, die von diesen zusätzlichen Internetzugängen ausgingen. Auch wenn diese Bedenken beim Betreffenden wohl nicht zerstreut werden konnten, wurden sie von den anderen Teilnehmern keineswegs geteilt.

Auch Stefan Herwig, der unermüdliche Kämpfer für die Interessen der Contentdistributoren, hatte zu dieser Runde gefunden. Ihm war der Gedanke eines anonymen Internetzuganges offenbar ein Gräuel, was den Chronisten veranlasste, eine Lanze für die Anomymität im Internet als kulturell und sozial Wertvolle Errungenschaft zu brechen, was Zustimmung fand. Auch die Bedenken des Herrn Herwig wurden, wie er am Ende mit resignierendem Ton, aber sachlich zutreffend feststellen musste, von den meisten Teilnehmern nicht für relevant erachtet.

Bedauert wurde, dass im Landtag kein Freifunk zur Verfügung stand; was keineswegs am mangelnden Interesse von Abgeordneten und ihrer MitarbeiterInnen liegt, sondern an einer rigorosen Unterdrückung durch die Landtags-IT.

Das Engagement auch von Ratspersonen, die der Opposition angehören, wurde als zielführend dargelegt, denn auch auf kommunaler Ebene werden Vorschläge der Opposition oftmals zunächst abgelehnt, dann aber nach einer gewissen Zeit (auf der Basis eines entsprechenden Antrages der Mehrheitsfraktion(en)) doch umgesetzt.

Einigermaßen pünktlich konnte Matthi Bolte die Veranstaltungen beendeten. Dies galt aber nicht für die Diskussionen im Saal und anderswo.

Für viele der Kommunalpolitiker dürfte es ein anregender Abend gewesen sein. Mechtilde und ich nutzten die Gelegenheit die Bekanntschaften mit Teilnehmern aufzufrischen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Hinzuweisen ist abschließend noch auf Freifunk statt Angst. WLAN-Störerhaftung geht alle an!

14.04.2015

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 15.04.2015

Am Mi. den 15. April trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Thema: An overview on encrpytion in C++ (englisch)

Ab 19:30 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

12.04.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #208

Ableismus

Autismus

BILD-Boykott

Computersicherheit

Datenschutz

Depression

Elektronische Gesundheitskarte

Fotografie

Geheimdienste

Gesundheit

Hartz IV & Co.

Informationsfreiheitsgesetz

Iran

Justiz

Nazis

Piratenpartei

Polizeigewalt

Psychiatrie

Rassismus

Sexarbeit

Störerhaftung

TTIP

Überwachung

Urheberrecht

Vorratsdatenspeicherung

Und sonst so?

Ganz zum Schluß

Es gibt jetzt einen Verbotsgenerator (by Kevin Price, inspired by GroKo).

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07.04.2015

Michael Stehmann - Fellowshiptreffen am 25.03.2015

Der Document Freedom Day (DFD) wird am letzten Mittwoch im März begangen. Am letzten Mittwoch der Monate Januar bis November finden in Düsseldorf die Fellowshiptreffen statt. Daher wurde bereits in den vergangenen Jahren jeweils im März im Rahmen des regulären Fellowshiptreffens der Document Freedom Day begangen.

Dieses Jahr ging es um Geodaten und Freie Geoinformationssysteme.

Die Teilnehmerzahl hatte erfreulicherweise wieder ein übliches Maß erreicht. Allerdings hatten auch fünf Teilnehmer des OpenStreetMap-Stammtisches Düsseldorf die Gelegenheit genutzt, den Referenten zu begleiten und am Fellowshiptreffen teilzunehmen. Nach der Vorstellungsrunde erwartete uns ein interessanter Vortrag.

Der Referent Harald Schwenk beschäftigt sich beruflich und in seiner Freizeit (OpenStreetMap) mit Freien Geoinformationssystemen und Offenen Geodaten. In diesem Bereich spielen Offene Standards eine bedeutsame Rolle.

Zu Beginn stellte uns Harald die OSGeo Foundation und den FOSSGIS e.V. vor. Letzterer hat in Deutschland auch die Rechtsträgerschaft für das OpenStreetMap-Projekt übernommen.

Dann erläuterte er uns die verschiedenen Arten von Geodaten (Vektordaten: Geometrie (Punkt, Linie, Fläche), SRID und Attribut(e); Rasterdaten und Punktwolken als Resultat von LIDAR).

Er erläuterte uns den Offen Standard OpenGIS Implementation Standard for Geographic information – Simple feature access – Part 1: Common architecture und Part 2: SQL option un dessen Implemaentation in PostgreSQL/PostGIS. Er stellte uns auch die Geography Markup Language (GML) vor.

Sein lebendiger, frei gehaltener Vortrag war gespickt mit prakischen Beispielen und Demostrationen. Die zahlreichen Nachfragen beantwortete Harald mit großer Sachkenntnis.

Rainer hatte zum Treffen einige Materialien mitgebracht, von denen der Rucksack “There is NO CLOUD, just other people’s computers” besonderen Anklang fand.

Nächstes Treffen:

Dokumentation ist ein wichtiges Thema – gerade auch bei Freier Software.

Unser Fellowshiptreffen im April 2015 findet am 29.04.2015 ab 19:30 Uhr in den Räumen der Cultural
Commons Collecting Society SCE mit beschränkter Haftung (C3S)
, Heyestr. 194, 40625 Düsseldorf, statt. Hierbei handelt es sich um das ehemalige Bahnhofsgebäude des (Düsseldorf-)Gerresheimer Bahnhofes; es ist also mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar.

Jan Ulrich Hasecke wird nicht nur über das Python-Dokumentationstool Sphinx sprechen, sondern unter dem Thema

“Undocumented Code is Broken Code          oder
Dokumentation ist erfolgskritisch!”

auch darüber, welchen Stellenwert die Dokumentation in einem Software-Projekt einnehmen sollte. “Documentation Driven Development” ist in diesem Zusammenhang ein Stichwort. Ebenso wird die Frage eine Rolle spielen: “Was kommt nach der Dokumentation?”

Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Gäste sind bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

05.04.2015

Frosch - Gendergerechte Sprache?

Auf Twitter (ich weiß, ist eigentlich ungeeignet dafür) hatte ich heute eine etwas längliche Diskussion mit Befürwortern gendergerechter Sprache. Die Einleitung deutet schon drauf hin, daß ich selbst nicht zu den Befürwortern gehöre. Dafür habe ich gleich mehrere Gründe.

In den frühen 90er-Jahren habe ich selbst Text mit Binnen-I verfaßt. Das war im Zusammenhang mit den Jusos und der SPD Mannheim, bei denen ich in der Zeit aktiv war und insbesondere die Magazine „Oskar“ (Jusos) und „Rotes Quadrat“ (SPD) layoutet hatte. Ich hatte in der Zeit auch eigene Texte beigetragen, und diese, wie es erwartet wurde, mit Binnen-I gegendert. Und schon dabei fühlte ich mich nicht wohl, es fühlte sich einfach falsch an, und der Sinn erschloß sich mir nicht so richtig. Aber es wurde erwartet, also habe ich es halt gemacht.

Aus dieser Zeit existiert zum Beispiel noch der Text „Auswirkungen der europäischen Verkehrspolitik auf Mannheim“ vom September 1993. Bei der Übernahme auf meine Website habe ich das Binnen-I dringelassen, um den Text im Original zu dokumentieren. Aber nicht, weil ich es gut finde.

Später wurde es für mich immer schwieriger, solche Texte zu lesen. Neben dem Binnen-I kam auch noch die Version mit dem Unterstrich („Bürger_innen“) und die mit dem Sternchen („Bürger*innen“) dazu. Mit der massiven Verstärkung meiner Autismus-Symptome durch die Depression stieg meine Abneigung dagegen, solche Texte überhaupt lesen zu wollen, selbst wenn mich der Inhalt interessierte, weil ich genau wußte, daß ich sie dann doch nicht lesen kann.

Warum ich sie nicht lesen kann?

Stell Dir mal vor, Du liest einen eigentlich interessanten Text, und mindestens einmal pro Satz wirst Du im Lesefluß gestört. Lies mal so einen Text und denk Dir bei jedem derart gegenderten Wort ein lautes „BOING!“. Genau so fühlt sich das für mich an. Als würde ich mit jedem dieser verbogenen Wörter mental gegen eine Wand laufen. Den Inhalt kann ich dann nicht mehr erfassen, die Konzentration dafür ist schnell im Eimer. Der Text wird für mich unlesbar.

Die Wirkung ist ein Stück weit vergleichbar mit blinkenden Werbeanzeigen auf Webseiten: Es lenkt unglaublich ab.

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich mich nicht dran gewöhnen könnte. Sorry, Leute, ich kenne das jetzt seit über 20 Jahren, und nein, es gibt keine Gewöhnung. Das „BOING!“ bleibt, selbst wenn mich ein Text noch so sehr interessiert. Es hilft nichts. Ich kann ihn nicht lesen.

Von Anfang an hatte ich ja auch die Argumente nicht so wirklich verstanden. Das Argument war: Frauen sichtbar(er) zu machen, zu inkludieren. Die deutsche Sprache sei maskulin und würde Frauen ausschließen. Ich hatte unsere Sprache nie so wahrgenommen.

Natürlich war und ist mir klar, daß Frauen (und Menschen abseits der binären Geschlechtsnorm) im Alltag benachteiligt und diskriminiert werden. Das habe ich als biologische Frau selbst oft genug erlebt. Ich hatte aber nie das Gefühl, daß unsere Sprache an sich der Grund dafür ist.

Letztens lief mir ein Aufsatz über den Weg, der mein Bauchgefühl mit Argumenten bestätigte. Mit Argumenten, die mir im Gegensatz zu denen der Befürworter von Gender-Texten auch sofort verständlich waren: Genus und Gendersprech: Der Führerin entgegen!. Darin wird ausführlich der Unterschied zwischen grammatischem und biologischem Geschlecht aufgedröselt und erklärt, warum wir in der deutschen Sprache die scheinbar so zufällig gewählten bestimmten Artikel genau so benutzen, wie wir sie benutzen.

Im Nachhinein frage ich mich, wieso das nicht Teil des Deutsch-Unterrichts war, denn viele Kinder wollen doch schon wissen, warum die Artikel so scheinbar willkürlich gewählt werden – spätestens, wenn man mit Kindern zu tun hat, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und man mitbekommt, wie schwer diese sich damit tun, sich zu jedem Namenswort den richtigen Artikel zu merken. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich das mit einem türkischen Mädchen aus unserem Hinterhof immer wieder geübt hatte, weil sie lernen wollte, wie es richtig geht.

Nach dieser Lektüre ist für mich klar bzw. noch viel klarer, daß Sprache nicht der Hebel sein kann, um die Wahrnehmung und Akzeptanz von Frauen und Menschen außerhalb der binären Geschlechtsnorm – oder in Kurz: von Nicht-Männern – zu verbessern. Im Gegenteil: Das künstliche Verbiegen der Sprache wird die meisten Menschen eher davon abschrecken, sich damit zu befassen. Um die Akzeptanz und die Rechte von Nicht-Männern zu stärken, sind ganz andere Hebel notwendig.

Das fängt bereits bei kleinen Kindern an: Nein, (biologische) Mädchen müssen nicht rosa und (biologische) Jungen nicht hellblau tragen. Die Mädchen müssen sich nicht unbedingt für Puppen, Mode, Kosmetik, einkaufen und kochen interessieren, und die Jungen nicht für Autos, Raketen, Technik. Laßt sie doch unabhängig von dem, was sie zwischen den Beinen haben, mit dem spielen, das lernen, lesen, basteln, was sie interessiert und cool finden! Und wenn ein Mädchen sich für Raketen und den Weltraum interessiert und hellblau supersüß findet, ist das genauso OK, wie wenn ein Junge lernen möchte, wie man Puppenkleidchen häkelt oder sich die Fingernägel rosa lackiert.

Oder Produkte: Machen wir doch den Herstellern und Vertrieblern klar, daß „gegenderte“ Produkte große Kacke sind. Was ich da in letzter Zeit über Twitter und teils auch direkt im Laden so mitbekommen habe, löst bei mir einen Facepalm nach dem anderen aus. Zum Beispiel so etwas wie Kartoffelchips oder saure Gurken jeweils getrennt für Frauen und Männer. Ich meine … geht’s noch?

Oder Arbeitsplätze: „Programmierer“ ist eine Berufsbezeichnung und hat genauso wie der Beruf selbst überhaupt nichts damit zu tun, ob der Mensch, der ihn ausübt, einen Penis oder eine Vagina hat oder ob sich dieser Mensch als weiblich, männlich, bi-gender, genderfluid oder noch was ganz anderes empfindet. Denn all das hat überhaupt keinen Einfluß auf die Qualität der Arbeit. Laßt die Personaler anhand von Bewerbungsunterlagen, in denen der Vorname abgekürzt (oder der Name komplett pseudonymisiert) und kein Foto enthalten ist, entscheiden, ob jemand qualifiziert genug erscheint, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Ich habe eben schon angedeutet, daß es gar nicht nur um Frauen geht bzw. gehen kann. Wie will man denn sprachlich die Menschen inkludieren, die sich beispielsweise, wie ich, als bi-gender definieren? Wie die genderfluiden Menschen oder jene, die sich als geschlechtslos empfinden? Sollen dafür dann noch mehr Verknotungen erfunden werden?

Nein, es ist nicht die Sprache, die Nicht-Männer exkludiert. Es ist der Umgang mit Geschlechtlichkeit an sich; die Tatsache, daß das Geschlecht und/oder die Sexualität eines Menschen in Bereichen als relevant und als Ein- oder Ausschlußkriterium angesehen wird, in welchen es überhaupt keine Bedeutung hat. Wenn wir aufhören, die Geschlechtlichkeit im Alltag als Bewertungskriterium anzusehen, und andere darauf aufmerksam machen, erreichen wir meiner Ansicht nach wesentlich mehr, als wenn wir künstlich unsere gewachsene Sprache verknoten und damit eher noch weitere Menschen ausschließen und/oder abschrecken.

Mit der künstlichen Veränderung der Sprache werden nämlich durchaus wiederum Menschen exkludiert – zum Beispiel Autisten, die dann Texte nicht mehr oder nur noch unter größten Anstrengungen lesen können. Ich bin damit ja keineswegs alleine, wie ich schon mehrfach mitbekommen habe.

Und auch blinde Menschen, so habe ich letztens gelesen (habe leider den Link nicht mehr parat), finden es nicht unbedingt lustig, was ihnen ihre Screenreader vorlesen, wenn da Sternchen oder Unterstriche an Stellen auftauchen und vorgelesen werden, für die sie nicht vorgesehen waren.

Fazit und TL;DR: Mit der künstlichen Veränderung der Sprache werden Menschen exkludiert, und das mit zweifelhaftem Nutzen für die, zu deren Vorteil die Veränderung eigentlich eingeführt werden soll. Aber echte Inklusion kann nur funktionieren, wenn die Inklusion der einen Gruppe nicht zur Exklusion mindestens einer anderen führt. Damit, das Geschlecht nicht mehr als Bewertungskriterium einzusetzen, würden wir insgesamt und zum Vorteil Aller besser fahren.

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Michael Stehmann - OER

bedeutet Open Educational Resources. Es geht also um freie Lern- und Lehrmaterialien.

Das Bündnis Freie Bildung hat jüngst zusammen mit der FSFE und weiteren Bündnispartnern ein Positionspapier “Der Weg zur Stärkung freier Bildungsmaterialien” veröffentlicht. OER ist somit auch ein Thema der FSFE.

Am 17.03.2015 fand auf Veranlassung von Schulreferent Frank Wessel, Landespfarrer Peter Mörbel (Studienleiter) und dem Internet-Beauftragten der rheinischen Landeskirche Ralf-Peter Reimann eine Fachtagung zum Thema „Open Education Resources (OER) – ein Thema für Kirche im digitalen Zeitalter“ in der evangelischen Akademie im Rheinland (Bad Godesberg) statt. Wolf-Dieter und ich waren zu dieser Tagung beim vorangegangenen Fellowshiptreffen in Düsseldorf von Ralf-Peter absichtsvoll als Fellows der FSFE eingeladen worden.

Interessant war, dass Frank Wessel in seiner Einleitung den augustinischen Spruch “Omnis enim res, quae dando non deficit, dum habetur et non datur, nondum habetur, quomodo habenda est.”; (deutsch: “Denn jede Sache, die durch Mitteilung an andere nicht verliert, besitzt man nicht, wie man soll, solange man sie nur selber besitzt, ohne sie wieder an andere weiterzugeben”), ein Motto der FSFE aus ihrer frühen Zeit, erwähnte und hinzufügte, dass diese Sentenz aus dem Werk “De doctrina christiana” („Von der christlichen Lehre“), also einem Werk zur Bildung, stammt.

Während des längeren und gut fundierten Vortrag von Jan Neumann vom Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW) und danach fanden sehr angeregte Gespräche statt, in denen vor allem Fragen aufgeworfen wurden, die bei konsequenter Nutzung von OER in der kirchlichen und von der Kirche verantworteten Bildung vorab zu beantworten sind.

Aufgeworfen wurde beispielsweise die Frage, unter welchen Bedingungen jemand in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis ein in der Arbeitszeit erstelltes Werk unter einer Freien Lizenz veröffentlichen kann. Festgestellt wurde auch, dass der Umstand, dass die Creative-Commons-Lizenzen die Inhalte lizenzkostenfrei stellen, nicht bedeutet, dass sich Projekte zur Schaffung und Verbreitung von Inhalten, die unter einer CC-Lizenz stehen, nicht (beispielsweise über Teilnehmerbeiträge, Materialkosten, Crowdfunding) finanzieren ließen. Auch Fragen der Qualitätssicherung wurden erörtert.

Es wurden also Fragen aufgeworfen, die sich so oder so ähnlich auch bei Freier Software stellen, sodass mit gutem Grund gehofft werden kann, dass unsere Beiträge nützlich gewesen sind.

Die Beratungen zu diesem Thema sind sicherlich in der einen oder anderen Form fortzuführen, bevor sie Ergebnisse zeitigen können, denn viele Fragen konnten nur angerissen, nicht aber erschöpfend behandelt werden. Es sind auch noch “dicke Bretter zu bohren”, bis in allen Gremien und bei allen Entscheidungsträgern und Betroffenen das notwendige Bewusstsein für die (“im wahrsten Sinne des Wortes”) Notwendigkeit freier Bildungsmaterialien und ausreichende Kenntnisse hierüber vorhanden sein werden.

Insgesamt ist aber schon jetzt festzustellen, dass die evangelische rheinische Landeskirche, vor allem auch durch Ralf-Peter, ein ambitioniertes Programm in Bezug auf Freie Software und Freie Inhalte verfolgt, welches uneingeschränkt unterstützenswürdig ist.

Michael Stehmann - Das Portal wurde gestartet – wir waren dabei

Eine kleine Handbewegung für den CIO – aber ein großer Tag für Nordrhein-Westfalen. Von einem Raum im 15. Stock des Gebäudes der IT.NRW ging eine neue Epoche der Landesgeschichte aus, und wir können sagen, wir sind dabei gewesen.

In diesem Blog ist schon mehrfach über das Projekt Open.NRW berichtet worden.

Open.NRW wurde als Open Government Strategie im Mai 2014 durch die Landesregierung beschlossen. Ziel dieser Strategie ist es, mehr Transparenz durch die Bereitstellung von Daten, mehr Bürgerbeteiligung durch elektronische Partizipationsverfahren und eine bessere Zusammenarbeit durch die Nutzung Sozialer Medien in NRW zu ermöglichen. Dafür soll das Portal die zentrale Plattform bieten. Öffentliche Daten sollen in maschinenlesbaren Formaten zur freien Verwendung bereitgestellt werden.

In einen Raum unter dem Dach im 15. Stock des Gebäudes der IT.NRW in Derendorf mit schönem Aus­blick auf die Sky­line von Düs­sel­dorf und mit 80 lee­ren Stüh­len war­tete das Team der Open.​NRW-Ge­schäfts­stel­le am Abend des 16.03.2015 auf den Be­ginn der Dia­log­werk­statt, mit der das Open.​NRW Por­tal frei­ge­schal­tet wer­den soll. Mechtilde und ich erschienen pünktlich und begrüßten einige Bekannte. Trotz erheblicher Verkehrsstörungen füllte sich der Saal.

Hart­mut Beuß, der Be­auf­trag­te der Lan­des­re­gie­rung für In­for­ma­ti­ons­tech­nik (CIO) er­öff­nete mit einer kurzen Rede die Ver­an­stal­tung. Dann war zunächst ein Vortrag an der Reihe. Chris­ti­an Din­nus erklärte, was seit der ers­ten Dia­log­werk­statt al­les pas­siert sei und was die Nut­zer des Open.​NRW Por­tals in Zu­kunft er­war­ten kön­nten.

Endlich war es dann soweit: der CIO drückte den roten Knopf und eröffnete das Open.​NRW Por­tal.

Nach dem Motto „mitreden, mitbestimmen, mitgestalten“ konnten die Teilnehmer in einer Feedbackrunde ihre Anmerkungen und Ideen mit dem Open.NRW-Team diskutieren und Fragen stellen. Von mir wurde der Vorschlag unterbreitet, die Struktur der CSV-Dateien zu dokumentieren und – soweit möglich – zu standardisieren.

Dr. Dirk Hinterlang vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erläuterte dann in einem anschaulichen Vortrag sein Projekt „Naturschutzinformationen NRW“.

Danach konnten wir bei Speis und Trank networken. Es ergaben sich noch einige interessante Gespräche unter anderem mit zwei Landtagsabgeordneten der Piraten und ihren Mitarbeitern.

Der Veranstalterbericht findet sich hier; ein Interview mit Herrn Beuß dort. Dieser hat auch “zur Feier des Tages” einen Blogbeitrag verfasst.

Matthi Bolte, der netzpolitische Sprecher der (Regierungs-)Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landtag NRW, würdigte am nächsten Tage unter dem Betreff “Offene Daten für alle – NRW startet Open Data Portal” das Ereignis als eine neue Stufe der Umsetzung der Open.NRW-Strategie. Mit dem Start des Portals für offene Daten würde ein zentrales Ziel für mehr Transparenz, politische Beteiligung und wirtschaftliche Innovation in Nordrhein-Westfalen gesetzt.

Auch wenn die derzeit dargebotenen Daten und Beteiligungsmöglichkeiten noch eher gering erscheinen können – ein Anfang ist gemacht. Und das in weniger als einem Jahr nach der Verabschiedung der Open.NRW-Strategie durch die nordrhein-westfälische Landesregierung und in weniger als zwei Jahren nach der Vorstellung erster Eckpunkte der Open.NRW-Strategie im Landtag.

Frosch - Im Netz aufgefischt #207

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forschungstorte - Contentindustrie sucht sich neuen Depp und seltsame Symbolbilder bei der FAZ

Da will die Contentmafiaindustrie sich noch nen Heller dazuverdienen indem man einfach den Herstellern mobiler Endgeräte Gebühren für Privatkopien aufdrückt. Grundlage ist ein Gesetz, dass damals (TM) von Zypies im Jahr 2008 auf die Wege gebracht worden ist. Ach, lest euch die Geschichte selber durch, denn hier sieht man wieder wie kapputt unser Urheberrecht ist.

 Aus Gestaltersicht ist allerdings das Symbolbild dieses Artikels sehr bemerkenswert. Es wird eine Dame mit Selfie-Stick gezeigt: Diese Apparatur steht doch quasi für die Urheberschaft einer Privatperson mit mobilem Endgerät (und durch das Endgerät erzeugt) an der eigenen Abbildung. Bildredaktionen schon wieder. Tss Tss. Der geneigte Fehlerteufel findet auch lustige Apostrophenvariationen im Text.

forschungstorte - Gut designte Flaschen beschädigen ihre Marke

Anders kann man es nicht ausdrücken: Schöne Flaschen mit unnötig hässlichen Sprüchen  im Regal beschimpfen ihre kritischen Kunden anstatt sich ihrer Verantwortung als eine weit verbreitete Trinkfruchtmarke bewusst zu sein. Entweder wird bald jemand aus dem Social Media Stuhl katapultiert oder die oberste Entscheidungsspitze dieses Unternehmens hat den Morgensmoothie mit ner Flasche Lack verwechselt. Da ist so ein Verhalten -  Das hier ist übrigens Poe's Law on Steroids - verständlich.



Danke Ti Leo für diesen Link.

Update: Die "Entschuldigung" auf Facebook machts auch nur ein wenig besser. Gepresste Selbstironie. Die Werbeapologeten auf Twitter, die Aufmerksamkeit noch als die oberste Kajüte der Wirksamkeit halten  habem mir zugegebenermaßen auch noch ein lakonisches Grinsen aufs Gsicht gezaubert.

Schönen Ostersonntag euch allen.

Michael Stehmann - Besuch bei der TroLUG

Für die Troisdorfer Linux User Group, organisiert als ein Club der Arbeiterwohlfahrt Troisdorf (AWO), ist die FrOSCon in St. Augustin ein “Heimspiel”. Daher hatten wir schon vor einigen Jahren versucht, einmal einen Besuch bei deren Treffen zu arrangieren. Am 05.03.2015 war es dann soweit: Mechtilde, Rainer und ich fuhren auf Einladung der TroLUG zu einem Treffen derselben. Ich war dazu auserkoren, dort einen Vortrag zu halten.

Wir trafen dort alte Bekannte und neue Gesichter. Es stellte sich dann heraus, dass viele Teilnehmer erfahrene IT-ler waren, was den Altersdurchschnitt prägte.

Mein Vortrag über Freie Software, deren Lizenzen und Vorteile für die Anwender, Richard Matthew Stallman und die FSFE und ihr Fellowship, den ich wie gewohnt frei hielt, dauerte länger als von mir erwartet – wohl auch, weil ich beim sachkundigen Publikum, welches kluge Zwischenfragen stellte, tiefer in die Materie einsteigen konnte. Dennoch konnte der offizielle Teil der Versammlung nach Abschluss der Diskussion pünktlich enden. Die teils lebhaften Diskussionen indizierten sicherlich das große Interesse der Teilnehmer an den behandelten Themen.

Rainer auch Materialien mitgebracht, die den Zuspruch der Teilnehmer fanden.

Die Folien hat die TroLUG ins Netz gestellt. Es steht dort auch eine odp-Version für alle, die die Freiheiten der Lizenz CC-BY-SA 3.0 DE nutzen möchten. Seitens der Teilnehmer wurde auch ein Protokoll gefertigt.

Nach dem offiziellen Teil klang der Abend noch in einer Troisdorfer Gastwirtschaft aus. Viel zu früh mussten wir uns leider auf den Heimweg machen.

Der Abend war für uns schön und für die TroLUG wohl, wie im Nachhinein vermeldet wurde, ein voller Erfolg.

Das interessante Vortragsprogramm dieser engagierten LUG ist sicherlich nicht nur einen Besuch in Troisdorf wert.

Michael Stehmann - Lizenzmanagement – Alles im “grünen” Bereich oder Alarmstufe “rot”?

lautet das Thema eines Abends, der am 26.02.2015 von der “XING Gruppe Düsseldorf” und der XING-Gruppe “IT-Connection” veranstaltet wurde. Es handelte ich um eine Kooperation zweier befreundeter Xing-Gruppen.

Die zu diskutierende Frage lautete: Ist Ihr Unternehmen in Sachen Softwarelizenzmanagement richtig aufgestellt?

Nun spielt “license compliance” bei Freier Software für die Entwickler derselben eine große Rolle. Der Anwender jedoch, der sich auf sein gutes Recht “use for any purpose” berufen kann, wird mit diesem Thema bei Freier Software nicht belästigt. Da Freie Software auf beliebig vielen Computersystemen, Prozessoren und Prozessorkernen und auch auf virtuellen Maschinen, sowie beliebig lange eingesetzt werden darf, bedarf es auch keines Lizenzmanagements, und “Audit” ist für den Anwender Freier Software ein Fremdwort. Was also bewegte Mechtilde und mich zu einer solchen Veranstaltung zu gehen? Nun der Abend war lehrreich und interessant und bestärkte uns am Ende in unserer Entscheidung für Freie Software.

Neben uns nahmen noch etwa 60 Fachleute aus der IT teil. Organisiert wurde das Event in hervoragender Weise von Alexandra-Danae Wassenhoven von der XING-Gruppe “IT-Connection”, der etwa 90.000 IT-Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum angehören sollen.

Vor und nach den Vorträgen gab es bei Speis und Trank Gelegenheit zum Networking. Mechtilde und ich lernten einige interessante Menschen kennen.

Johannes Balzer, Senior Consultant SAM Services and Operations bei Crayon, referierte zum Thema “Audit, Risiko oder Chance”. Bernd Löschner, Leiter CC License Services bei MT AG, referierte über “SAMT – Software-Asset-Management”.

Man erfuhr viel Interessantes zum Thema Softwarelizenzaudit.

Klar ist, dass die Hersteller von proprierärer Software dieses Instrument in erster Linie zur Generierung weiteren Umsatzes einsetzen. Dabei kommt ihnen zupass, dass die Verwaltung von Softwarelizenzen bei professionellem Einsatz in den letzten Jahren sehr komplex geworden ist. Hierzu hat nicht nur der technische Fortschritt in Gestalt von Cloud Computing und Virtualisierung beigetragen. Sondern es erschweren auch neue Nutzungsmodelle von unterschiedlichen Herstellern ein effektives Lizenzmanagement durch IT-Anwender und -Verantwortliche.

Zu welcher Verwirrung dies führen kann, berichtete ein Teilnehmer. Ein Vertriebler eines Datenbankherstellers konnte den Verantwortlichen eines mittelständischen Unternehmens mit dem Argument, die Software werde in ja in einem Unternehmen eingesetzt, dazu bewegen, die recht kostspielige “Enterprise”-Lizenz zu erwerben. Allein aufgrund des Aufwandes der mit dem Betrieb dieses Datenbankmanagementsystems verbunden ist, dürfte dieses aber wohl kaum für die häusliche Verwaltung von Briefmarkensammlung Verwendung finden, sodass dieses System wohl nahezu ausschließlich in Betrieben und Verwaltungen und dort auch mit günstigeren Lizenzen eingesetzt wird.

Teilnehmer wunderten sich darüber, wieso die Softwarehersteller “einfach so” in ihr Unternehmen eindringen und dieses untersuchen können. Ihnen musste erklärt werden, dass sie dieses Recht als Unternehmer, die nicht unter dem Schutz verbraucherschützender rechtlicher Regelungen stehen, vertraglich dem Softwarehersteller eingeräumt haben. Die Alternative zum Besuch des Auditteams desselben ist der Besuch durch Strafverfolungsbehörden, denn das Urheberrecht ist strafbewehrt.

Bisher dachte ich, die Verwaltung proprietärer Softwarelizenzen würde “nur” den Aufwand eines Lizenzmanagements erfordern. Dieses Bild war jedoch, wie an diesem Abend deutlich wurde, ziemlich unvollständig. Wegen der Komplexität der Verwaltung von Softwarelizenzen bei professionellem Einsatz drohen dem Anwender nach einem Audit hohe Nachzahlungen und Vertragsstrafen. Auch können sich im schlimmsten Falle (zivil- und straf-)rechtliche Konsequenzen für Unternehmensverantworliche ergeben.

Zur Meidung oder zumindest Minderung dieser zu erwartenden Auditfolgen kann zwar vorher externe Beratung eingeholt werden, was aber wiederum Kosten verursacht. Zwar kann eine solche Beratung möglicherweise auch zukünftig Lizenzkosten einsparen. Aber dann hat man in der Vergangenheit zuviel gezahlt, ohne das diese “ungerechtfertigte Bereicherung” des Softwareherstellers kondiziert werden kann. Man hatte ja “nur” den falschen Lizenzvertrag abgeschlossen, und “pacta sunt servanda”.

Hinzu kommen noch interne Auditkosten, denn zur tunlichen Betreuung der Auditoren ist sachkundiges Personal abzustellen.

Diese wiederkehrenden Kosten dürfen bei der Berechnung der Total Cost of Ownership nicht außer Acht gelassen werden.

Die “Erfindung” neuer Nutzungsmodelle seitens der Hersteller proprietärer Software und deren Durchsetzung bei zeitlich befristeter Lizenzierung raubt dem professionellen Anwender Planungssicherheit. Insoweit kann das bei proprietärer Software meist gegebene Vendor-Lock-in nicht von Anfang an ersichtliche, erhebliche finanzielle Auswirkungen für den Anwender haben.

Wer als professioneller Anwender Softwarelizenzaudits und deren Risiken, Nebenwirkungen und Folgen vermeiden will, tut also gut daran, Freie Software einzusetzen. Dann hat er auch keine diesbezüglichen Complianceprobleme.

Somit war der Blick in diese ganz andere Welt für uns lehrreich und bestätigte ein weiteres Mal unsere Entscheidung für Freie Software.

Interessant war auch der Aspekt, dass Hersteller proprietärer Software als Motiv für die Audits “Kundenerziehung” nannten. Das Menschenbild der Hersteller proprietärer Software scheint also dem der Schöpfer Freier Software ziemlich entgegengesetzt zu sein.

29.03.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #206

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22.03.2015

OpenRheinRuhr - OpenRheinRuhr startet Call for Participation 2015

Helfer bei der OpenRheinRuhrDie OpenRheinRuhr, Fachkongress und Messe zu freier Software und Netzpolitik, startet den Call for Participation für die sechste OpenRheinRuhr, die am 7. und 8. November im Rheinischen Industrie Museum Oberhausen stattfindet. Gesucht werden Referenten, Aussteller, Sponsoren und Helfer.

 

Für die vier parallel stattfinden Vortrags- und Workshoptracks laden wir Anwender, Entwickler, Administratoren, IT-Entscheider aber auch Bürgerrechtler ein, Beiträge zu allen Aspekten von freier Software und Netzkultur einzureichen. Vorschläge können bis zum 15. Oktober 2015 unter  https://event.openrheinruhr.de/submission online eingereicht werden.  Auf dieser Website finden sich auch alle weiteren Informationen für Referenten. Thematische Vorgaben bestehen nicht, alle Beiträge zu aktuellen Technologien, interessanten Projekten und gesellschaftlichen Entwicklungen sind herzlich willkommen. Die Kontaktadresse für Referenten lautet vortrag@openrheinruhr.de

 

Darüber hinaus laden wir Projekte und Firmen ein, sich als Aussteller und/oder Sponsoren anzumelden. Mit der Ausstellung bietet die OpenRheinRuhr direkten Kontakt zu unserem Fachpublikum und ist eine ideale Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen. Anmeldungen für Stände senden Sie bitte an Aussteller@OpenRheinRuhr.de, Sponsoringanfragen an Sponsoring@OpenRheinRuhr.de. Sollten Sie Fragen haben werden wir Ihnen alle unter den entsprechenden Mailadressen beantworten.
Die OpenRheinRuhr ist ein Community-Event, die dieses Jahr zum sechsten Mal im Rheinischen Industrie Museum stattfinden. Als Community-Event wird die OpenRheinRuhr von Freiwilligen veranstaltet und ist auf Unterstützung angewiesen. Neben Sponsoring freuen wir uns über jede helfende Hand, die bei der Organisation und der Durchführung des Events hilft. Interessiere erhalten alle weiteren Informationen durch eine kurze E-Mail an  helfer@openrheinruhr.de.

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Frosch - Im Netz aufgefischt #205

Autismus

Behinderung / Inklusion

Computersicherheit

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Griechenland

Hartz IV & Co.

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Sexismus

Staatstrojaner

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Vergewaltigung

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15.03.2015

Chaosdorf e.V. - C++-User-Group Treffen im Chaosdorf am Mi, 18.03.15

Am Mi. den 18. März trifft sich (wie jeden 3. Mittwoch im Monat) die C++ User-Group NRW und Interessierte zu einem Themenabend zu C++.

Special Edition! Undo presents on new ways to debug your C++ Code! There will be Pizza!

Talk Abstract:
Anyone who’s written in C++ or other compiled languages will have had to fix bugs. Julian will give a talk on Undo’s record and replay debugging technology that allows Linux software developers to record their C/C++ program’s execution, and then “wind the tape” back and forth in real-time. This gives a clear view of a program’s execution, allowing the root causes of bugs to be found with astonishing ease. Much of the guesswork and trial-and-error is removed, meaning that bugs that might otherwise have taken weeks to fix can now be fixed in minutes. UndoDB uses advanced optimization techniques to allow practical debugging of even very large and CPU-intensive programs, Through a series of demos Julian will give an in-depth look at the Undo technology and how it works in the two main products: UndoDB (for reversible debugging), and Live Recorder (for recording the execution of programs on any computer – e.g. an in-production failure at the customer site). There will be time for an interactive Q and A session at the end of the talk.

Speaker:

Julian Smith (Co-Founder & CTO Undo Software) holds a physics degree from Oxford University, and a Ph.D. in cognitive psychology from the University of Edinburgh. He has spent the subsequent years writing software professionally, with a focus on development tools and system-level programming.

Julian is a keen cyclist and an accomplished violin, viola and baroque violin player and plays in various chamber music groups, orchestras and a local folk/rock group.

Ab 19:15 Uhr beginnt das Treffen im Chaosdorf.

Frosch - Im Netz aufgefischt #204

Asyl

Autismus

Behinderung / Inklusion

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12.03.2015

Frosch - Eingemauert (ein Lebenszeichen)

Seit Wochen gibt es hier im Blog nur noch die wöchentlichen Links, also die Sammlung der (meisten) Artikel, die ich so im Laufe der Woche gelesen habe. Daher wollte ich mal ein Lebenszeichen hinterlassen.

Das ARGE gibt sich gerade mal wieder alle Mühe, zu vergessen, daß sie schon seit Jahren von meiner chronischen Depression wissen und davon, daß ich deswegen nicht mal eben umziehen kann. Meine Wohnung ist ihnen „zu groß und zu teuer“. Nun soll ich mal wieder beweisen, daß ich nicht umziehen kann – und solange ich das nicht kann, bekomme ich 83,00 € pro Monat weniger.

Im November hatte ich ja schon geschrieben, daß das Arbeitsverhinderungsamt ARGE nach dem vorherigen Existenzvernichtungsversuch noch keine Ruhe gibt, sondern nach weiteren Möglichkeiten sucht, mir irgendwie die Leistungen zu kürzen. Da sie derzeit, also im laufenden Bezug, nicht wegen der UG herummäkeln können, konzentrieren sie sich jetzt auf meine Wohnung.

Nun mögen gut 60 m² für eine Person groß erscheinen, aber ich habe hier meinen Lebensmittelpunkt und kann den durch Autismus und Depression auch gar nicht mal eben woanders hinverlagern, so daß mir ein Wohnklo für den Rest genügen würde. Und selbst das ist auf dem freien Wohnungsmarkt in Düsseldorf für den Mietsatz, den das ARGE vorgibt, nicht zu bekommen.

Die Wohnungsbau- und -verwaltungsgesellschaften, deren Liste man so in die Hand gedrückt bekommt, erzählen einem entweder was von Wartezeiten nicht unter einem Jahr, oder sie werfen gleich den Hörer auf die Gabel, wenn sie hören, daß die Miete von einem Amt bezahlt werden soll. Denn auch Vermieter wissen mittlerweile, daß man beim ARGE so gelegentlich schlechte Laune hat und dann eben mal nichts mehr bezahlt wird – wie ich es letztes Jahr ja auch sehr anschaulich erlebt habe.

Aus Düsseldorf wegziehen kommt für mich derzeit auch nicht in Frage. Wenn jetzt auch noch mein gesamtes (direktes) soziales Umfeld wegbricht, habe ich ja fast überhaupt keinen Halt mehr. Da nützt es nichts, zu wissen, daß es in Wuppertal massenhaft Leerstand gibt.

Ich soll also mal wieder etwas beweisen, was man objektiv eigentlich gar nicht beweisen kann. Bei meiner Hausarztpraxis (Gemeinschaftspraxis, ein Arzt und zwei Ärztinnen) hieß es von einer Ärztin Ende Januar, als ich wegen eines Attests anklopfte, man könne da gar nichts für mich tun, weil man mich ja schon seit 10 Monaten nicht mehr gesehen hätte und ja so gar nichts wüßte.

Der Fallmanager beauftragte daraufhin den Medizinischen Dienst der Bundesarbeitsagentur. Statt des angekündigten Einladungsschreibens des MD bekam ich allerdings am Montag einen Anruf – aus der vorgenannten Hausarztpraxis. Ich könne bereits am nächsten Tag einen Termin haben. Sicherheitshalber bat ich darum, bei der anderen Ärztin den Termin zu bekommen, weil ich ja schon so den Eindruck gewonnen hatte, die Dame habe nicht so richtig Lust auf die notwendige, umfangreiche Untersuchung für so ein Attest gehabt.

Der Termin bei der anderen Ärztin wiederum lief auch nicht so wirklich anders. Sie kannte den Vordruck und die Verfahren des MD nicht, erklärte mir ebenfalls, mich ja kaum zu kennen (und tatsächlich hatte sie mich von allen dreien bislang am wenigsten gesehen), und sie kenne sich mit solchen Dingen wie Depressionen ja gar nicht aus. Zudem hatte ich keine früheren Diagnosen und Gutachten vorgelegt – aus gutem Grund, denn darin stehen neben der Depressions-Diagnose eindeutige Fehldiagnosen wie „paranoide Persönlichkeitsstörung“ und „Sozialphobie“; die Autismus-Symptome waren dagegen nie erkannt worden. Erfahrungsgemäß werden solche Diagnosen aus früheren Gutachten gerne einfach abgeschrieben, das spart Untersuchungszeit und die Notwendigkeit, selbst zu denken. Das wollte ich mir nicht geben, abgesehen davon, daß diese Gutachten zumindest teilweise dem MD bereits vorliegen.

Darf ich das eigentlich merkwürdig finden? Ein Gutachter, der von einem Amt, einem Gericht oder der Rentenversicherung beauftragt wird, hat mich vorher auch nie gesehen. In der Hausarztpraxis, in der über die Jahre immerhin einiges über mich in die praxis-interne Datenbank getippert worden war, meint man, weil man mich nicht gut genug kenne, könne man kein Attest erstellen. Nein, ich glaube, die haben einfach keine Lust dazu, und/oder es kommt zu wenig Kohle dafür rüber.

Jedenfalls war ich nach 15 Minuten schon wieder raus aus der Praxis, und die untersuchende Ärztin schien mir keine gute Laune gehabt zu haben, als sie mich verabschiedete (mit „es warten hier ja noch mehr Patienten“). Keiner der früheren Gutachter hat mich in weniger als zwei Stunden untersucht. Sie werde sehen, was sich machen ließe. Ich ahne eher Fürchterliches. Aber da muß ich jetzt erstmal abwarten. Eine Möglichkeit besteht noch darin, daß die Ärztin feststellt, nicht die nötige Qualifikation zu haben, und das dem MD mitteilt. Das wäre derzeit vermutlich sogar die beste Lösung.

Ärztinnen und Fallmanager warfen mir übrigens unisono vor, daß ich nicht ständig bei einem Psychiater in Behandlung bin und auch keine Psychotherapie mache. Die Gründe dafür wollten sie nicht hören: Warum soll ich mich regelmäßig mit einem schubladen-denkenden Psychiater auseinandersetzen, der mir entweder wirkungslose, dafür mit Nebenwirkungen gespickte Antidepressiva aufdrücken will, oder mir nur blödsinnige Ratschläge gibt wie „bewegen Sie sich mehr, gehen Sie spazieren“ oder „gehen Sie mal mehr unter Leute“, dafür aber von Autismus keinen Schimmer hat? Und ein Psychotherapeut schafft mir die eigentlichen Probleme, mit denen ich nicht fertig werde, ja nicht fertig werden kann, nicht vom Hals. Der hat dann maximal dieselben dummen Sprüche auf Lager.

Und dafür soll die Krankenkasse dann regelmäßig Kohle rüberwachsen lassen (während sie mir gleichzeitig übrigens das einzige Hilfsmittel, das tatsächlich ein Stück weit helfen würde, nämlich ein Lichttherapie-Gerät, vorenthält)? Einzig und allein zu dem Zweck, ab und zu mal ein Attest für das ARGE zu schreiben? Nein danke. Dafür sind mir meine knappen Nerven-Ressourcen zu schade, und die Krankenkassen sollen gefälligst sinnvolle Therapien und Hilfsmittel bezahlen. Brillen zum Beispiel (aber das ist schon wieder ein anderes Thema).

Meine Überempfindlichkeiten, meinen Filtermangel und meine Ressourcenbegrenzungen kann man eben genauso wenig wegtherapieren wie meinen starken Gerechtigkeitssinn, der mir verbietet, gegen (nicht nur meine) Grundrechte zu handeln oder solches Handeln zuzulassen, nur damit alle Beteiligten ihre Ruhe haben.

–––

„Eingemauert“ hatte ich in die Überschrift geschrieben. Ja, so komme ich mir vor, seit Jahren. Hartz IV mauert ein. Um sich aus diesem Gefängnis zu befreien, bräuchte ich Ressourcen, die ich nicht habe bzw. die ich frühestens dann erlangen könnte, wenn ich bereits frei wäre. Wer sich nicht bewegt, spürt diese Mauern nicht. Wer es wagt, sich zu bewegen, bei dem werden sie verstärkt. Keine Ritze darf offen bleiben, alles muß dicht sein.

Es ging bei Hartz IV nie um Chancen. Es ging schon immer darum, Menschen unter Kontrolle zu halten und zu willenlosen Sklaven zu erziehen. Wer nicht gehorcht und/oder nicht billig genug ist, der soll untergehen – obdachlos werden, erfrieren, verhungern, sich umbringen, egal. Das Grundgesetz gilt nicht mehr, der Sachbearbeiter oder Fallmanager, der auf das Zwangsarbeits- und Zwangsverarmungsgesetz namens SGB eingeschworen ist, ist das Gesetz. Dein Leben gehört Dir nicht mehr, Du gehorchst oder verreckst.

Noch habt Ihr mich nicht (wieder) so weit, auch wenn die Mauern wieder wachsen.

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08.03.2015

Frosch - Im Netz aufgefischt #203

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01.03.2015

Michael Stehmann - “Dortmund braucht Freie Software”

propagiert Do-FOSS. Till hat uns diese Initiative beim Fellowshiptreffen in Düsseldorf am 25.02.2015 vorgestellt.

Der Referent war frühzeitig da; die Teilnehmer kamen aber leider nur spärlich. Erst durch zwei “Nachzügler” wurde die Zweistelligkeit der Teilnehmerzahl erreicht. Allerdings hatte sich ein regelmäßiger Teilnehmer krankheitsbedingt entschuldigt. Und Rainer war leider trotz unseres Treffens von der Führung der FSFE zu einem Mitarbeitertreffen nach Berlin beordert worden, obwohl er sich sehr für das Thema und die Menschen hinter Do-FOSS interessiert.

Der offizielle Teil des Treffens begann mit der “obligaten” Vorstellungsrunde.

Till berichtete von der Organisationstruktur, der Entstehung und der Geschichte dieser inzwischen städtisch anerkannten Bürgerinitiative, die sich den verstärkten Einsatz Freier Software in der Verwaltung der Stadt Dortmund zum Ziel gesetzt hat.

Der dargelegte “Weg zu Freier Software” und die “strategische Überlegungen” machten einen sehr ausgereiften Eindruck. Interessant war auch die Zusammenarbeit mit der einschlägigen Gewerkschaft, welche dem Ziel dieser Initiative wohlwollend gegenübersteht.

Die strategische Überlegungen nahmen auch einen breiten Raum in der Diskussion ein, die sicherlich sowohl für den Referenten als auch für die Teilnehmer lehrreich war.

Der Referent brachte auch zum Ausdruck, dass Do-FOSS gerade an einer Unterstützung durch die FSFE sehr gelegen ist. Diese wird u.a. als öffentlicher Unterstützer auf der Homepage von Do-FOSS erwünscht.

Der Ausblick mit aktuellen Fragestellungen schloss diesen interessanten Vortrag ab.

Till hat uns freundlicherweise die Folien seines Vortrages zur Verfügung gestellt. Bis auf das Logo und die Silhouette der Stadt Dortmund steht der Inhalt der Folien unter der Lizenz cc0.

Insgesamt war es wieder ein interessanter Abend, der mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte.

Beieindruckend war, was Do-FOSS mit recht wenigen Leuten trotz “starken Gegenwindes” in relativ kurzer Zeit “auf die Beine gestellt hat”. Der Chronist konnte sich insoweit eines besonderen Lobes nicht enthalten.

Diese Initiative verdient – wenn notwendig – unsere Unterstützung.

Das nächste reguläre Fellowshiptreffen in Düsseldorf findet am 25.03.2015 ab 19:30 Uhr im Chaosdorf, Hüttenstr. 25, 40215 Düsseldorf, statt. Um 20:00 Uhr beginnen wir mit dem „offiziellen“ Teil. Wer später kommt, verpasst also was.

Harald beschäftigt sich beruflich und in seiner Freizeit mit Freien Geoinformationssystemen und Offenen Geodaten. Hierüber wird er referieren. In diesem Bereich spielen Offene Standards eine Rolle bedeutsame Rolle, sodass dieses Treffen auch eine Veranstaltung im Rahmen des Document Freedom Day (DFD) ist.

Der Document Freedom Day wird am letzten Mittwoch im März begangen. Am letzten Mittwoch der Monate Januar bis November finden in Düsseldorf die Fellowshiptreffen statt. Daher wurde bereits in den vergangenen Jahren jeweils im März im Rahmen des regulären Fellowshiptreffens der Document Freedom Day begangen.

Gäste sind gerade bei diesem Treffen wie immer herzlich willkommen.

Der offizielle Teil wird spätestens um 23:00 Uhr enden.

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22.02.2015

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Ganz zum Schluß

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21.02.2015

OpenRheinRuhr - Die Chemnitzer Linux-Tage – und wir sind dabei!

Banner Chemnitzer Linuxtage
Die Chemnitzer Linux-Tage – und wir sind dabei!

Die Chemnitzer Linux-Tage finden auch dieses Jahr am 21. und 22. März statt. Warum wir darüber schreiben?

Ganz einfach. Wir möchten auch ausserhalb unserer bekannten Region Werbung für unsere Veranstaltung machen, Aussteller und Referenten aber auch Teilnehmer aus anderen Teilen unserer Republik für die ORR 2015 gewinnen. Deshalb wird der OpenRheinRuhr e.V. als Aussteller auf den Chemnitzer Linux-Tagen auftreten.

Im Rahmen der “OpenRheinRuhr on Tour” möchten wir eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen rund um das Thema OpenSource Veranstaltungen anbieten, die gerne auch andere Leute anregen darf es uns gleich zu tun und weitere Veranstaltungen ins Leben zu rufen. Wir möchten Anregungen geben was bedacht werden soll. Wir möchten ein Netzwerk erstellen zwischen den Veranstaltungen um eine breitere Masse für das Thema zu begeistern.

Immerhin stehen wir als Veranstalter immer wieder vor den selben Problemen wie Ihr, die Ihr  vielleicht eine Veranstaltung plant. Ganz im Sinne der Open Source Community wollen wir Erfahrungen teilen und auch Ideen von Euch mit in unsere Planung einbringen.

Angesprochen sind natürlich alle Besucher der OpenRheinRuhr die mal sehen wollen wer dahinter steckt – immerhin erlebt Ihr uns nur einmal im Jahr in einer absoluten Ausnahmesituation. Wir wenden uns aber ganz bewußt auch an alle Besucher der Chemnitzer Linux-Tage, die mal schauen wollen ob sich die weite Reise ins Ruhrgebiet lohnt. Wir sagen Ja! – und freuen uns darauf, Euch in Chemnitz kennen zu lernen.

Auch die Organisatoren anderer Open Source Veranstaltungen die sich gerne mit uns austauschen wollen um über die üblichen Probleme reden zu können, wie bespielsweise Helfermangel oder geänderte Brandschutzvorschriften, die erst kurz vor der Eröffnung  zum Problem werden.

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